Geht die Frankfurt-Krise weiter oder folgt der Befreiungsschlag? Das Streitgespräch

Bundesliga

Das Pokalspiel bei Waldhof Mannheim, das Eintracht Frankfurt verdient verlor, war bereits ein Weckruf. Die ersten beiden Partien in der Bundesliga sorgten ebenfalls nicht für Euphorie. Nun, vor dem Spiel gegen Bielefeld, stehen die Hessen schon unter Druck.

Patzt Frankfurt in Bielefeld erneut?

Eintracht Frankfurt hat mit dem neuen Trainer Oliver Glasner (46) einen schwierigen Start in die neue Saison erlebt. Die Hessen haben in Mannheim bereits die Segel im Pokal streichen müssen, verloren in Dortmund mit 2:5 und boten gegen den FC Augsburg beim 0:0 zuhause ebenfalls keine Gala. Damit vor der anstehenden Länderspielpause keine Unruhe entsteht, muss in Bielefeld eine Leistungssteigerung her. Im Idealfall ein Sieg. Die Qualität im Kader ist vorhanden, die einzelnen Mosaiksteine passen aber noch nicht so richtig zusammen.

Arminia Bielefeld ist zudem ein unangenehmer, kampfstarker und kompakter Gegner. Noch dazu hat Arminia viele laufstarke Spieler und viel Wucht im Sturmzentrum. Droht also ein erneuter Patzer für die Frankfurter? Die Stimmung ist noch gut, aber so etwas kann sich natürlich auch schnell ändern. Zumindest Fortschritte sollten nach einer kompletten Trainingswoche, in der Glasner an den Stellschrauben drehen konnte, zu erkennen sein.

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Bielefeld schickt Frankfurt tiefer in die Krise

Ja, auf dem Papier mag nicht allzu viel für die Bielefelder sprechen, dennoch kann durchaus davon ausgegangen werden, dass sich das Blatt in Richtung der Alm-Kicker wendet. Der Saisonstart für die Elf von Trainer Frank Kramer (49) war noch nicht das gelbe vom Ei, dennoch ist eine Basis geschaffen worden, auf der aufgebaut werden kann. Auf den Pokalsieg in Bayreuth folgten zwei Unentschieden gegen Freiburg und Fürth. In den beiden Ligapartien war Bielefeld nicht unbedingt das dominierende Team, dennoch zeigten sich die Ostwestfalen als eine mannschaftlich geschlossene Einheit, es wurde kompakt zusammengearbeitet und darauf geachtet, dass die Defense sicher steht. Dies ging zwar auf Kosten des Angriffsspiels, was letztlich aber wohl zu verkraften war – immerhin sind die Bielefelder noch ungeschlagen und dass am Ende jeder Punkt kostbar sein kann, hat man in der Vorsaison am eigenen Leib erfahren.

Frank Kramer von Arminia Bielefeld

Photo by Imago

Die Arminia konnte ihren letzten (Heim-)Sieg gegen Frankfurt im Jahr 2006 feiern. Im Vorjahr erbeuteten sich die Bielefelder in Frankfurt ein Remis, mussten sich daheim aber mit  1:5 geschlagen geben. Doch mit Hilfe der kompakt stehenden und mannschaftlich geschlossenen Defensivarbeit stehen die Chancen für einen kleinen Turnaround nicht schlecht. Die Ostwestfalen haben allemal das Zeug dazu, die Frankfurter noch tiefer in die Krise zu stürzen und werden dementsprechend punkten. Auch wenn ein Sieg derzeit nur schwer vorstellbar scheint, ist dieser nicht ausgeschlossen. Ein Punktgewinn sollte zudem auf jeden Fall machbar sein. Mit den eigenen Fans im Rücken gehen die Bielefelder außerdem mit viel Selbstvertrauen in das Duell mit den Hessen.

Steffen Gronwald

Frankfurts Geduld zahlt sich aus – erster Sieg

Eine Mannschaft wie Eintracht Frankfurt hat große Ambitionen. Doch die Rahmenbedingungen zu Saisonstart waren alles andere als ideal. Ein neuer Trainer ist im Amt, einige Spieler, darunter der Toptorjäger, haben den Klub verlassen. Und zum Auftakt im Pokal wartet ausgerechnet Waldhof Mannheim, einer der unangenehmsten Gegner im Wettbewerb. Kurzum: Dass der Saisonstart nicht ideal verlief, ist kein großes Drama. Denn bei der Betrachtung der bisherigen Trainerstationen von Oliver Glasner fällt vor allem auf, dass zu Beginn ein wenig Geduld gefragt ist. Diese Geduld zahlt sich aber in der Regel aus.

Das System des Österreichers wirkt auf dem Platz häufig recht simpel, aber genau das ist die Kunst. Defensivabläufe müssen automatisiert werden, die Abstimmung im Pressing benötigt Zeit. Hinzu kommt eine gewisse Fluktuation im Kader. Die Ergebnisse werden folgen, davon kann ausgegangen werden. Schon gegen Augsburg herrschte auf dem Feld eine bessere Balance, die Hessen ließen wenig zu.

Der nächste Schritt in der Entwicklung ist es nun, die gute Balance aus dem Augsburg-Spiel und die frechen Offensivansätze aus der ersten Partie in Dortmund zusammen zu bringen. Dass die Hessen schon brillieren, darf in Bielefeld nicht erwartet werden. Der erste Saisonsieg ist aber definitiv möglich, weil der Trainer besonnen Arbeit, die Geduld nicht verirrt und vor allem weiß, wie er mit solchen Situationen umzugehen hat.

Manuel Behlert

 

Photo by Imago

 

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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