Bundesliga | Von Torrekorden, Magerkost und einem schrumpfenden BVB-Vorsprung

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Der 22. Spieltag der Bundesliga zog sich diesmal von Freitag bis Montag, den Auftakt machte der FC Bayern in Augsburg, beendet wurde der Spieltag von Tabellenführer Borussia Dortmund. Wir werfen einen Blick zurück!

Ungeplanter Torrekord: Leon Goretzka

Nur wenige Sekunden nach dem Anpfiff des Spiels des FC Bayern München beim FC Augsburg am Freitag stellte Leon Goretzka gleich zwei Rekorde auf. Und das, obwohl er der erste Spieler des Rekordmeisters war, der in dieser Partie den Ball berührte. Passiert war folgendes: Der FC Augsburg spielte nach dem eigenen Anstoß schnell nach vorne, erkannte eine Lücke und schickte Philipp Max auf die Reise, der den Ball in vollem Tempo mitnahm und in die Mitte spielte. Dort konnte Leon Goretzka dem Ball nicht mehr ausweichen und bugsierte ihn vorbei an Manuel Neuer in das eigene Tor. Das bedeutete, dass Goretzka nicht nur das schnellste Bundesligator in der Geschichte des FC Augsburg erzielte, sondern auch noch das schnellste Eigentor. Ein Auftakt nach Maß sieht anders aus.

Sperre von der Bank: Vedad Ibisevic

Wenn in der Bundesliga eine Rudelbildung ansteht, dann ist einer in der Regel nicht weit entfernt: Vedad Ibisevic. Nun saß der Bosnier in Diensten der Hertha gegen Werder Bremen 90 Minuten auf der Bank, was ihn aber nicht davon abhielt, ein Teil der hektischen Schlussphase zu werden. An der Seitenlinie bildete sich eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Spielern und Ibisevic mischte sich natürlich sofort ein. Die Folge: Der Angreifer wurde mit der gelben Karte bestraft. Soweit, so gut. Allerdings spielt die Hertha in der kommenden Woche beim FC Bayern München und Ibisevic handelte sich ausgerechnet seine 5. gelbe Karte ein – und fehlt somit gesperrt. Shit happens.

Magerkost am Nachmittag: Schalke gegen Freiburg

Wer am Samstagnachmittag die Reise in die Veltins-Arena angetreten hat und im Spiel zwischen dem FC Schalke 04 und dem SC Freiburg ein fußballerisches Feuerwerk erwartet hatte, der hat offenbar einige Wochen keinen Fußball aus der Bundesliga mehr gesehen. Aber selbst die zurückgefahrenen Erwartungen wurden an diesem Nachmittag nicht erfüllt. Highlights? Gab es nur sehr wenige. Die aufregendsten Szenen waren die beiden Platzverweise für Serdar und Günter und der den Breisgauern zugesprochene Elfmeter, der nach Ansicht der Videobilder zurückgenommen wurde. Das weitere Spiel zusammengefasst: Zweikampf, Foul, Sprint, langer Ball, Fehlpass. Danke für nichts.

Geplanter Torrekord: Claudio Pizarro

40 Jahre alt ist Claudio Pizarro. Seit 1999 traf der Peruaner in jedem Kalenderjahr in der Bundesliga, zudem hatte er am Wochenende die Chance mit einem Treffer zum ältesten Torschützen in der Bundesligageschichte zu werden. Und wer Claudio Pizarro kennt, der weiß, dass er sich Chancen nur ungern entgehen lässt. Als der Schiedsrichter im Berliner Olympiastadion kurz vor dem Abpfiff also einen Freistoß für Werder Bremen gab, schlug die Stunde von Pizarro. Er legte sich den Ball hin, nahm Anlauf und traf den Ball nicht einmal wirklich gut. Doch da sein Schuss abgefälscht wurde, hatte Rune Jarstein im Tor von Hertha BSC keine Abwehrchance mehr und Pizarro rettete Werder damit nicht nur einen Punkt, sondern brach auch den bereits angesprochenen Rekord.

Bruno goes Europa: Wolfsburg auf Europapokalkurs

Bei allen positiven und negativen Entwicklungen in der Saison 2018/19 geht der VfL Wolfsburg ein wenig unter. Die „Wölfe“ spielen mit Trainer Bruno Labbadia nämlich eine sehr gute Saison, stehen auf Platz 6 – und gehören auch dorthin! Eine solide Defensive, ein gutes Ballbesitzspiel und Stützen wie Roussillon und Weghorst, die beide im Sommer verpflichtet wurden, zeigen, dass man – wer hätte es ahnen können – mit einem guten Konzept und Ruhe im Verein auch in Wolfsburg wieder erfolgreichen Fußball anbieten kann. Zwar ist die Konkurrenz im Kampf um Europa groß und natürlich noch nichts entschieden, die Entwicklung ist aber sehr gut, Wolfsburg wirkt sehr stabil und Labbadia dürfte gute Chancen auf eine Verlängerung seines Vertrags haben.

Symptomatisch: Die vergebene Chance von Josip Drmic

Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach lieferten sich im ersten Sonntagsspiel ein aufregendes Duell, das vor allem in der 2. Halbzeit sehr abwechslungsreich verlief. Beide wollten Tore erzielen, beide hatten gute Ideen und fanden Lösungen gegen das System des Gegners. Kurz vor dem Ende der Partie, beim Stand von 1:1, hätte die große Stunde des Josip Drmic schlagen können. Der Angreifer, der bei Dieter Hecking mittlerweile außen vor ist und im Winter bei einem passenden Angebot hätte wechseln dürfen, kam im Strafraum zum Abschluss, traf die Hereingabe von der linken Seite aber alles andere als gut und vergab die große Chance. Ein Drmic in Topform wird diesen Ball wohl im Tor unterbringen oder zumindest auf das Tor schießen, diese Szene war – betrachtet man die letzten Wochen und Monate des Spielers – einfach nur symptomatisch.

Der Vorsprung schrumpft: Borussia Dortmund

Das Spiel gegen den 1. FC Nürnberg kam für Borussia Dortmund einer Pflichtaufgabe gleich. Nachdem der FC Bayern am Freitag zwar nicht brillierte, aber die drei Punkte einfuhr, betrug der Vorsprung der Schwarzgelben noch zwei Zähler. Beim Schlusslicht in Nürnberg mussten die Dortmunder erneut auf einige wichtige Spieler verzichten, begannen aber gut. Doch nach etwas mehr als 20 Minuten wurde der Gastgeber immer mutiger und hatte, obwohl der BVB dominierte, die ein oder andere sehr lukrative Torgelegenheit, hätte mit ein wenig Glück sogar in Führung gehen können. Angriffe des BVB, die nicht konsequent zu Ende gespielt wurden und ein guter Mathenia sorgten im Kollektiv dafür, dass Dortmund nur 0:0 spielte und derzeit nur noch drei Zähler vor dem Rekordmeister aus München liegt.

(Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)



Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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