Youngster als Matchwinner, „Kacktor“ und Herrmann-Rekord

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Kurz vor der Winterpause hielt die Bundesliga noch eine englische Woche für die Zuschauer bereit. Mit dabei: Spektakel in Dortmund, der Lauf des FC Augsburg und vieles mehr!

„Kacktor“-Award: Pavlenka/Veljkovic

Bei Werder Bremen läuft derzeit wenig zusammen. Der Klub von der Weser verlor am Dienstag mit 0:5 gegen Mainz 05 und eine Szene fasste das Desaster sehr gut zusammen: Ein Eigentor in der ersten Halbzeit. Nach einer Hereingabe der 05er wollte Verteidiger Milos Veljkovic den Ball klären. Das gelang aber nicht, denn der Serbe bugsierte den Ball in Richtung des eigenen Tores. Der verdutzte Torhüter Pavlenka versuchte alles, flog dem Ball hinterher – aber vergeblich. Zwar rettete der Pfosten, aber nur für den Bruchteil einer Sekunde. Anschließend prallte der Ball gegen den Körper des fliegenden Pavlenka und ging ins Tor.

Torjäger-Award: Philipp Max

Robert Lewandowski und Timo Werner ziehen einsam ihre Kreise an der Spitze der Torjägerliste. Derzeit scheint es nur einen Spieler zu geben, der beide in dieser Saison gefährden kann: Augsburgs Philipp Max! Zumindest, wenn dieser so weitermacht wie in den letzten Wochen. Spaß beiseite, aber der Linksfuß avanciert beim FCA in der Tat zu einem Torjäger. Auch gegen Fortuna Düsseldorf traf Max, diesmal doppelt. Nun steht er bei 6 Toren und 4 Vorlagen – in 15 Spielen. Diese Quote ist absolut überragend!

Erleichterung-Award: Hoffenheim

Die TSG Hoffenheim durchlebte bisher in dieser Saison ein Wechselbad der Gefühle. Nach einem eher schwachen Saisonstart folgte eine Siegesserie mit einem Sieg beim FC Bayern, anschließend aber wieder eine negativere Tendenz mit verheerenden Pleiten gegen Mainz und Augsburg. Das Spiel bei Union, dem Team der Stunde, sollte also genutzt werden, um schlechte Stimmung rund um die Feiertage zu vermeiden. Und die TSG lieferte ab! Mit mehr Balance, mehr Kompaktheit und mehr Zielstrebigkeit als in den letzten Spielen gewann man an der Alten Försterei – und kann erst einmal aufatmen.

Spektakel-Award: BVBRBL

Das Spiel zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig am Dienstagabend wurde sehnsüchtig erwartet. Beide Mannschaften zeigten sich zuvor in guter Verfassung, beide Mannschaften hatten große Ambitionen. Das Spiel hielt – abgesehen von einigen Phasen mit sehr vielen Fehlern – was es versprach. Dortmund spielte eine sehr gute erste Halbzeit, führte mit 2:0, Leipzig war aber keinesfalls komplett chancenlos, sondern hatte insbesondere direkt vor der Halbzeit gute Gelegenheiten. Nach der Pause stellte Nagelsmann um – und der BVB lud Leipzig ein. 2:0, 2:2, 3:2, 3:3: Das Spiel hielt für die Zuschauer alles bereit! Am Ende hätten sicher beide Mannschaften Möglichkeiten gehabt, dieses Spiel für sich zu entscheiden, der BVB ärgerte sich aber, weil man den Gegner nach einer 2:0-Führung durch eigene Fehler wieder ins Spiel brachte.

Premierentor-Award: Joshua Zirkzee

Kurz vor dem Ende der schweren Partie des FC Bayern beim SC Freiburg wechselte Trainer Hansi Flick Philippe Coutinho aus und ersetzte diesen durch den erst 18-jährigen Angreifer Joshua Zirkzee. Doch das sollte sich auszahlen! Denn Zirzkee stand kurz später goldrichtig und drückte den Ball in der Nachspielzeit nach einer Gnabry-Vorlage zum 1:2 über die Linie! Mit seinem ersten Ballkontakt in der Bundesliga erzielte Zirkzee also seinen ersten Treffer in der Bundesliga! Damit wurde er nicht nur zum Matchwinner, sondern schrieb seine ganz eigene Geschichte.

Auswechsel-Award: Patrick Herrmann

Geschichte schrieb gestern auch Patrick Herrmann von Borussia Mönchengladbach, allerdings nur bedingt auf dem Platz. Der Offensivspieler stellte nämlich einen Rekord ein – und zwar den der meisten Auswechslungen in der Karriere. Zum 140. Mal musste Herrmann beim 2:0 der „Fohlen“ gegen den SC Paderborn vorzeitig vom Platz, zog damit mit Halil Altintop gleich. Herrmann nahm es mit Humor – und hat noch ein großes Ziel: „Endlich ist das Thema beendet. Jetzt baue ich das noch ein bisschen aus.“

„Zwei Gesichter“-Award: Eintracht Frankfurt

Es läuft nicht rund für Eintracht Frankfurt, seitdem in der Bundesliga der Sieg über den FC Bayern (5:1) gefeiert werden konnte. Die Hessen haben große Probleme, begannen gestern gegen Köln aber eigentlich gut und lagen recht früh mit 2:0 vorne. Doch Ruhe gibt es für die Elf von Trainer Adi Hütter dieser Tage nicht, denn Eintracht Frankfurt zeigte gestern wieder einmal zwei Gesichter. Der eklatante Leistungseinbruch nach der Führung war dafür verantwortlich, dass der Gast aus Köln seine Chance witterte und Fehler nutzte. Am Ende unterlag Frankfurt mit 2:4.

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 (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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