Bundesliga | BVB mit Gelassenheit, Minuten zum Vergessen und Duda und die Rolex

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Die Rückrunde hat begonnen! Der 18. Spieltag ist vorüber und er war ein guter für die Auswärtsteams! Während es im Titelkampf keine signifikanten Veränderungen gab tut sich im Abstiegskampf der Liga durchaus etwas. Wir blicken zurück – mit den 7 Awards zum Spieltag. 

Ungeahnter Doppelpacker: Leon Goretzka

Der FC Bayern München gewann zum Auftakt der Rückrunde mit 3:1 bei der TSG 1899 Hoffenheim. In einer offensiveren Rolle als zumeist in der Hinrunde spielte Leon Goretzka. Und diese Rolle tat dem deutschen Nationalspieler sichtlich gut. Goretzka war präsent, arbeitete gut gegen den Ball, aber schaltete sich vor allem regelmäßig in die Offensive ein. Beim 1:0 setzte er entscheidend nach, nachdem Lewandowski an Baumann scheiterte und traf im Nachschuss, beim 2:0 vollendete er einen sehenswerten Konter mit einem Abschluss in der Grätsche. Goretzka war noch an weiteren Chancen beteiligt und hätte durchaus noch eine Torbeteiligung sammeln können. James ist wieder zurück, Sanches will Einsätze sammeln, Tolisso macht Fortschritte und dürfte im März zurückkommen – und Goretzka sammelt fleißig Argumente für sich. Der Konkurrenzkampf im Mittelfeld des FC Bayern geht weiter.

Minuten zum Vergessen: Der SC Freiburg vor der Halbzeit

(Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Knapp 30 Minuten lang ging der Plan des SC Freiburg bei Eintracht Frankfurt sehr gut auf. Zumindest defensiv. Die Breisgauer ließen wenig zu, machten die Räume eng, klärten jegliches Gefahrenpotenzial frühzeitig und sorgten so für Frust bei den Hessen. Die SGE kam kaum zu Torchancen – und produzierte Fehler. Doch die Freiburger nutzten ihre Räume nicht und heraus kamen lediglich kleinere Chancen oder ungefährliche Abschlüsse. Nach etwas mehr als einer halben Stunde verlor der Gast dann den Faden. Nach einer Ecke traf Haller in der 36. Minute zum 1:0 – und alle Freiburger Spieler standen im eigenen Strafraum, dieses Tor durfte niemals fallen. Nur knapp 4 Minuten später traf Rebic sehenswert zum 2:0, ehe Koch mit einem katastrophalen Fehler Jovic zum 3:0 einlud. Ein Spiel, in dem der SCF gut mithielt und seinen Plan lange entsprechend durchzog, schien zur Halbzeit schon entschieden. Dank knapp 10 Minuten, die für die Gäste zum Vergessen waren. 

Rolex-Award: Ondrej Duda

Beim Auswärtssieg von Hertha BSC beim 1. FC Nürnberg zeigte Ondrej Duda wieder einmal eine gute Leistung. Der Offensivspieler erzielte 2 Tore. Soweit, so gut. Doch zwischen Duda und einem anderen Spieler der Hertha, nämlich Salomon Kalou, läuft seit Saisonbeginn eine Wette, mit der der Ivorer den Slowaken anstacheln wollte. „Ondrej, wenn du acht Tore machst, bekommst du von mir eine Rolex“, sagte Kalou nach einem Training zu Duda. Durch den Doppelpack in Nürnberg steht Duda nun bei 9 Toren. Jetzt ist Kalou also am Zug… 

Serientäter-Award: Fortuna Düsseldorf

Das Hin und Her rund um die Verlängerung von Friedhelm Funkel hätte bei Fortuna Düsseldorf sicher für etwas Unruhe sorgen können. Und diese Unruhe, so sie denn negative Auswirkungen gehabt hätte, wäre zum absolut falschen Zeitpunkt aufgetreten. Denn beim Spiel in Augsburg gegen einen direkten Konkurrenten hatte die Fortuna die große Chance die Serie, die man vor der Winterpause startete, auszubauen. Düsseldorf gewann nämlich alle 3 Spiele in der letzten englischen Woche der Hinrunde und setzte sich ein wenig von den Abstiegsrängen ab.  Doch die Fortuna behielt in Augsburg nach einer kniffligen Anfangsphase die Ruhe, gewann durch einen Raman-Treffer kurz vor dem Ende des Spiels mit 2:1 und setzte mit dem vierten Sieg in Folge im Abstiegskampf ein deutliches Zeichen. 

Gelassenheits-Award: Borussia Dortmund

(Photo by Karina Hessland-Wissel/Bongarts/Getty Images)

Ja, Borussia Dortmund lieferte beim 1:0 in Leipzig sicher nicht die beste Saisonleistung ab. Ja, die Gastgeber hatten gerade zum Ende der 2. Halbzeit einige Gelegenheiten um den Ausgleich zu erzielen. Aber Borussia Dortmund besitzt in dieser Saison die Qualität auch enge Spiele für sich zu entscheiden, häufig durch geniale Momente. Einen solchen Moment hatte Axel Witsel, der mit einem sehenswerten Treffer in der ersten Halbzeit die BVB-Führung erzielte. Und dieser Axel Witsel war es auch, der in den Interviews, angesprochen auf den FC Bayern München, ganz gelassen blieb. „Mich interessiert nicht, was die Spieler von Bayern sagen. Wir fokussieren uns auf uns selbst – und haben gewonnen. Das ist alles.“ Auch Sportdirektor Michael Zorc strahlte diese Gelassenheit im Interview mit dem „ZDF“ aus. „Wir zittern nicht“, sagte Zorc angesprochen auf die geplante Aufholjagd des Rekordmeisters. Zur Erinnerung: Der Vorsprung des BVB beträgt weiter 6 Punkte, die Dortmunder bleiben das einzige Team, das aus eigener Kraft Meister werden kann. 

Debüt mit Licht und Schatten: Peter Bosz

Peter Bosz übernahm zur Winterpause das Amt des Cheftrainers bei Bayer 04 Leverkusen. Unter Heiko Herrlich spielte die Mannschaft unkonstant, hatte Probleme mit der Balance zwischen Offensive und Defensive, ließ zu viele Chancen liegen und konnte das Potenzial im Angriff nicht auf den Platz bringen. Peter Bosz, der in der letzten Saison mit Borussia Dortmund phasenweise spektakulären, im Endeffekt aber nicht wirklich erfolgreichen Fußball spielen ließ, verlor sein Debüt bei der „Werkself“. Auch er schaffte es nicht seiner Mannschaft die nötige Balance zu verleihen, aber in der kurzen Zeit, die er bisher mit dem Team arbeiten konnte, waren dennoch schon einige Veränderungen zu sehen. Leverkusen ließ den Ball viel laufen, spielte kurze Pässe, hatte in einigen Phasen eine gute Kontrolle. Trotz der Niederlage gab es also positive Elemente zu sehen. Ein Debüt mit Licht und Schatten eben. 


Sicherer Rückhalt: Alexander Nübel

Nach einer schwachen Hinrunde in der Bundesliga mussten beim FC Schalke 04 Veränderungen her. Einen Neuzugang konnte man zum Start in die Rückrunde gegen den VfL Wolfsburg noch nicht aufbieten, allerdings gab es ein neues Gesicht zwischen den Pfosten: Alexander Nübel. Der U21-Nationaltorhüter, der bereits in der Hinrunde in 3 Bundesligaspielen für den verletzten Ralf Fährmann spielte, ist nun die neue Nummer 1 auf Schalke. Das Vertrauen, das ihm Domenico Tedesco ausgesprochen hat, zahlte Nübel sofort zurück. Bereits nach knapp 5 Minuten hielt er das 0:0 durch einen starken Reflex, auch im weiteren Spielverlauf war bis auf einen Wackler beim Aufbauspiel keinerlei Nervosität zu spüren. Im Gegenteil: Nübel war ein sicherer Rückhalt, hielt, was es zu halten gab und war ein Garant dafür, dass der FC Schalke 04 trotz einer durchschnittlichen Leistung 3 Punkte einfahren konnte. 

(Photo by Karina Hessland-Wissel/Bongarts/Getty Images)




Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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