Bundesliga | Slapstick am Samstag, Handspielverwirrung und Fortuna obenauf

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Die Bundesliga ist in der Winterpause! Und der 17. und letzte Spieltag des Jahres 2018 hielt noch einmal einiges an Unterhaltung bereit, vor allem während der Samstagskonferenz gab es die ein oder andere Slapstickszene zu beobachten. Wir schauen zurück auf den Spieltag!

Verwirrung um die Handspielregel: #BVBBMG

Kaum eine Regel im Fußball sorgt so häufig für Verwirrung wie die Handspielregel. Das war auch beim Freitagsspiel zwischen dem BVB und Borussia Mönchengladbach wieder einmal der Fall. Zunächst zur Szene: Nach einer Hereingabe von der rechten Seite köpfte sich Christoph Kramer den Ball an die eigene Hand, die daraus resultierende Verwirrung im Strafraum nutzte der Mittelfeldspieler höchstselbst um den Ausgleich für die Gäste zu erzielen. Das Tor wurde überprüft und laut den Regeln war der Treffer auch korrekt, doch eigentlich sollte ein solches Tor nicht zählen, denn Kramer verschaffte sich, wenn auch unbewusst, einen Vorteil. Nach dem Spiel sagten nahezu alle Beteiligten unisono, dass sie bei der Handspielregel nicht mehr durchblicken. Und genau dieses Gefühl hat man bei fast jeder strittigen Szene, die ein Handspiel beinhaltet. 


Zu früh gefreut: Milot Rashica

Es war die 14. Minute im Spiel zwischen RB Leipzig und Werder Bremen als Werder schnell umschaltete und einen präzisen Konterangriff spielte. Eine Hereingabe von der rechten Seite konnte die Abwehr der Leipziger nicht souverän klären und der Ball landete genau vor dem Fuß von Werder-Angreifer Rashica. Dieser sah das einigermaßen freie Tor vor sich, RB-Torhüter Gulacsi lag außerdem ebenfalls am Boden. Im Gefühl des fast sicheren Tores, fast schon vorfreudig, schloss Rashica ab, doch Lukas Klostermann verstand schnell, wie gefährlich diese Situation ist. Der Rechtsverteidiger schaltete blitzschnell und warf sich in den Schuss von Rashica, konnte ihn zum Eckball klären. Es blieb beim 0:0!


Slapstick-Award I: Havertz und Jarstein

Slapstick in der BayArena! In der 24. Minute baute die Hertha das Spiel langsam über Torhüter Rune Jarstein auf, der den Ball zu Torunarigha spielte. Dieser passte wieder zurück zu seinem Torhüter, hoffte wohl auf einen langen Ball des Norwegers. Doch der hatte andere Pläne. Welche? Das würde er wohl selbst gerne wissen. Nach einem katastrophalen technischen Fehler fiel der Ball Leverkusens Kai Havertz auf den Fuß, doch auch dieser war nicht so richtig bei de Sache, wirkte sichtlich überrascht über die großartige Gelegenheit, die sich ihm plötzlich bot. Und Havertz schafft es tatsächlich beinahe den Ball aus wenigen Metern vor dem leeren Tor nicht in selbigem unterzubringen. Der Youngster stolperte sich den Ball irgendwie selbst gegen den Fuß, die Kugel kullerte über die Linie. Eine kuriose Szene hätte noch kurioser enden können…. 


Serientäter-Award: Fortuna Düsseldorf

Die englische Woche sollte für Fortuna Düsseldorf richtungsweisend werden. Die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel stand mit 9 Punkten aus 14 Spielen am Ende der Tabelle, die Spiele gegen Freiburg, Dortmund und Hannover sollten für die Gesamtkonstellation sehr wichtig sein. Am vergangenen Samstag schlug man durch zwei Tore nach Standards den SC Freiburg mit 2:0, unter der Woche gelang der überraschende Sieg gegen Borussia Dortmund vor heimischem Publikum. Das bedeutete, dass man beim direkten Konkurrenten in Hannover einen absoluten Big Point landen konnte, wenn man denn gewinnt. Bis kurz vor dem Ende stand es 0:0, dann zog Oliver Fink ab, 96-Torhüter Michael Esser patzte und die Fortuna konnte ihr Glück kaum fassen. 9 Punkte in der englischen Woche! Damit ist Düsseldorf der Gewinner der Schlussphase in der Hinrunde.
 

Siegen und Fliegen: Heiko Herrlich

Heiko Herrlich gewann mit Bayer 04 Leverkusen das Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 unter der Woche und Heiko Herrlich gewann mit Bayer 04 Leverkusen das Heimspiel gegen Hertha BSC am Samstag. Aber: Heiko Herrlich wurde am Sonntagmorgen von seinem Posten als Cheftrainer der Werkself freigestellt, Peter Bosz übernimmt. Bereits seit mehreren Wochen wird über eine Entlassung Herrlichs diskutiert, nach den neuerlichen Erfolgen hatte der Trainer wohl selbst gehofft noch eine Chance in der Rückrunde zu bekommen. Doch das ist nicht der Fall, die Unzufriedenheit in Leverkusen war zu groß, der gemeinsame Weg endet zur Winterpause. 

Slapstick-Award II: Fährmann und Gonzalez

Nicht nur Rune Jarstein und Kai Havertz hatten am Samstagnachmittag große Lust auf eine Slapstickeinlage, auch Schalke-Torhüter Ralf Fährmann hast eine brillante Idee um ein wenig Schwung in das Spiel der „Königsblauen“ beim VfB Stuttgart zu bringen. Er spielte VfB-Angreifer Gonzalez den Ball mustergültig auf den Fuß, dieser nahm den Ball zunächst an und musste ihn aus gut 20 Metern „nur“ noch in das leere Tor befördern. Doch wer dachte, dass der Fährmann-Patzer das Highlight in dieser Szene war, der war schief gewickelt! Gonzalez nahm Maß und schoss den Ball an den Pfosten! Eine irre Szene, eine unglaubliche Großchance, die vergeben wurde. Der VfB verlor mit 1:3. Keine Pointe. 

Aufholjagd ohne Happy End: FC Augsburg

Der FC Augsburg hat in dieser Saison oftmals kein Glück, befindet sich im Abstiegskampf in der Bundesliga. Das Spiel am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg war sinnbildlich für die bisherige Spielzeit der Fuggerstädter. Nach einem 0:2-Rückstand kämpfte sich Augsburg durch Treffer von Khedira und Cordova wieder heran, war drauf und dran mindestens einen Punkt einzufahren, aber kurz vor dem Ende der Parte blieb der VfL Wolfsburg einen Tick cooler, traf zum 3:2 und nahm die drei Punkte mit nach Hause. Diese Nuancen sind es, die dafür sorgen, dass man in Wolfsburg vom Europapokal träumt während man in Augsburg in der Winterpause Lösungen finden muss, um schnellstmöglich eine Lücke zwischen sich und den Abstiegsrängen zu schaffen. 

(Photo by Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images)


Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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