Die große Bundesliga-Vorschau (5/6): Gladbach, Hannover 96 und Augsburg

Vorschau

Am Freitag, den 24. August startet endlich auch die Bundesliga in die neue Spielzeit. Der amtierende Meister FC Bayern München empfängt zum Auftakt in der heimischen Allianz Arena die TSG 1899 Hoffenheim, vorab liefern wir zu allen 18 Mannschaften die obligatorische ausführliche Vorschau auf die neue Saison. 

 

Im nun folgenden fünften Teil nehmen wir Borussia Mönchengladbach, Hannover 96 und den FC Augsburg unter die Lupe! 

Teil 1 (S04, Freiburg, Leverkusen)

Teil 2 (Nürnberg, BVB, Werder)

Teil 3 (Bayern, Wolfsburg, Düsseldorf)

Teil 4 (SGE, Hoffenheim, Hertha)

 

Borussia Mönchengladbach

(letzte Saison: 9.Platz)

Die Borussia beendete die vergangene Saison auf Platz 9, spielte insgesamt zu unkonstant um am Saisonende ein ernsthaftes Wort im Kampf um die Europa League mitreden zu können. Die in den letzten Jahren fast schon typischen Verletzungssorgen durchzogen auch die Saison 2017/18 wieder, zudem gelang es Dieter Hecking und seinem Trainerteam nicht regelmäßig das Offensivpotenzial auch auf den Platz zu bringen. Gerade Raul Bobadilla und Vincenzo Grifo lieferten nicht die Leistungen ab, die man sich erwartet hatte. Am Ende musste man sich mit einer Art „Übergangssaison“ begnügen. Das soll in der kommenden Spielzeit anders werden, der Rückstand auf die Spitzenplätze soll und muss verkürzt werden. Ob der nicht selten kritisierte Dieter Hecking dafür der richtige Übungsleiter ist, wird sich zeigen. In der Transferphase wurden jedenfalls einige Probleme erkannt. 

Die Transfers des Sommers

Zugänge: Florian Neuhaus (Leihende), Florian Mayer, Louis Beyer (eigene Jugend), Torben Müsel (ablösefrei, Kaiserslautern), Keanan Bennetts (2,25 Mio. Euro, Tottenham U23), Michael Lang (2,8 Mio Euro, FC Basel), Andreas Poulsen (4,5 Mio Euro, Midtjylland), Alassane Plea (23 Mio. Euro, OGC Nizza)

Abgänge: Reece Oxford (Leihende), Christofer Heimeroth (Karriereende), Ba-Muaka Simakala (Roda), Kwame Yeboah (Fortuna Köln), Janis Blaswich (Heracles), Raul Bobadilla (1,8 Mio. Euro, Argentinas), Vincenzo Grifo (5,5 Mio. Euro, Hoffenheim), Jannik Vestergaard (25 Mio. Euro, Southampton)

Raus aus dem Mittelmaß

Wie bereits angedeutet ist die Zielsetzung von Borussia Mönchengladbach klar. Eine weitere Saison im trüben Mittelmaß ist nicht angedacht, man sieht selbst eine gute Chance auf ein besseres Abschneiden. Der Grund dafür ist einfach: Der Kader wurde ordentlich verstärkt, wenn auch nicht auf allen „Problempositionen“, zudem muss sich die Borussia im Gegensatz zu vielen anderen Kandidaten für das obere Tabellendrittel eben nicht mit der Mehrfachbelastung auseinandersetzen, was bei einem derart breiten Kader durchaus ein Vorteil sein kann. Mit Plea wurde zudem ein abschlussstarker Stürmer verpflichtet, der sich im Gegensatz zu den bisher eher unglücklichen Optionen wie Luuk de Jong nun endlich als Volltreffer erweisen soll.

(Photo by Cathrin Mueller/Bongarts/Getty Images)

Auch die Außenverteidigerpositionen wurden verstärkt. Michael Lang ist ein erfahrener Akteur für die rechte Seite, dessen Verpflichtung dafür sorgt, dass Landsmann Nico Elvedi permanent in der Innenverteidigung auflaufen kann. Auf der anderen Seite wurde mit Poulsen endlich ein junger, talentierter Konkurrent für Oscar Wendt verpflichtet, der sukzessive ersetzt werden soll. Zudem wurde mit Bennetts ein spannendes Talent verpflichtet, Rückkehrer Neuhaus kommt mit dem Selbstvertrauen aus einer sehr starken Zweitligasaison zurück und dem jungen Beyer aus der eigenen Jugend scheint zum Saisonstart sogar ein Platz in der Startelf zu winken.

Fragezeichen auf mehreren Positionen

Dennoch gibt es noch Fragezeichen im Kader. Beyer machte seine Sache in der Vorbereitung zwar gut, dennoch sind mit dem 18-jährigen lediglich drei gelernte Innenverteidiger im Kader vorhanden, wenngleich Tony Jantschke diese Position auch ausüben kann. Hier hat die Borussia die Augen bis zum Ende der Transferperiode aber sicher noch offen. Ein weiteres Fragezeichen ist die Besetzung im zentralen Mittelfeld. Kramer und Zakaria waren in der vergangenen Saison weitgehend gesetzt, aber gerade Cuisance zeigte mehr als gute Ansätze, Neuhaus strahlt ein großes Selbstbewusstsein aus, Strobl ist nach Verletzungsproblemen auch wieder zurück und im 4-3-3 spielte zuletzt auch Jonas Hofmann im Dreiermittelfeld. Und Laszlo Benes sollte man auch nicht vergessen.

(Photo by Cathrin Mueller/Bongarts/Getty Images)

Doch diese Ungewissheit ist nicht nur ein Problem, sondern auch ein Ansporn. Christoph Kramer erklärte unlängst, dass er sich mit dem Konkurrenzkampf anfreunden kann und nicht „rumweinen“ würde, wenn er mal nicht auf dem Platz steht. Gerade in diesem großen Kader müssen einzelne Spieler Abstriche machen und sich in jedem Training wieder aufs Neue anbieten. Die offensiven Außenbahnen sind personell prinzipiell gut besetzt, mit Hofmann, Traore, Hazard, Herrmann und Johnson gibt es genügend Optionen, zudem müssen auch Raffael und Stindl im 4-3-3, das auf jeden Fall häufig das Mittel der Wahl sein wird, eingebunden werden. Johnson plagte sich zuletzt – genau wie Herrmann und Traore – oft mit Verletzungsproblemen herum, Hofmann spielte unkonstant, Hazard trotz seiner unbestritten großen Klasse im letzten Drittel besonders im Abschluss ein wenig ineffizient.

Zielspieler Plea und viel Talent

Dieter Hecking muss also versuchen diese guten Ansätze und hervorragenden Spieler, die im Borussia-Kader vorhanden sind, zu einer homogenen Einheit zu formen. Ein wichtiger Bestandteil dabei ist Neuzugang und Rekordtransfer Alassane Plea. Plea soll als Zielspieler fungieren, ist ein sehr abschlussorientierter Stürmer, der in Nizza aber auch einige Tore vorlegen konnte. Seine Physis, sein Torriecher und seine einzelnen überraschend kreativen Momente in Kombination bringen ein entscheidendes Element in das Spiel der Borussia, das gerade von Bobadilla und Drmic in der letzten Spielzeit kaum geliefert werden konnte. Bleibt Plea fit und präsentiert er sich nach der obligatorischen Akklimatisierungszeit in Topform, wird man in Gladbach viel Freude an ihm haben.

Abgesehen von Plea, der eher als „fertiger“ Spieler zu bezeichnen ist, gibt es gerade im Mittelfeld und der Abwehr einige Spieler, die alles andere als „fertig“ sind. Dieter Hecking muss einige „Rohdiamanten“ schleifen, Poulsen zu einem ernsthaften Wendt-Konkurrenten aufbauen, Elvedi wieder in der Innenverteidigung etablieren, Cuisance das nötige Vertrauen schenken, Benes stabilisieren und Bennetts langsam an das Niveau der Profis heranführen. Das sind viele (Neben-)Aufgaben die das Trainerteam zu erledigen hat, im Vordergrund steht aber weiterhin die Qualifikation für den Europapokal, die keine Pflicht ist, aber, insbesondere wenn man auch weiterhin für Toptalente interessant bleiben will, zumindest angepeilt werden sollte.

Player to Watch: Mickael Cuisance

Der mittlerweile 19-jährige Mittelfeldspieler Michael Cuisance wechselte vor der Saison 2017/18 aus der Jugendabteilung des AS Nancy zur Borussia, kostete lediglich 250.000 Euro Ablöse. Max Eberl und die Scoutingabteilung der „Fohlen“ bewiesen erneut einen guten Riecher, denn Cuisance hinterließ einen guten Eindruck, spielte unbekümmert und sammelte 26 Pflichtspieleinsätze. Im Vergleich zu Zakaria und Kramer, die in der vergangenen Saison häufig von Beginn an spielten, brachte Cuisance ein kreativeres Element in das Spiel der Borussia ein, wirkte am Ball elegant, war jederzeit bemüht offensive Akzente zu setzen.

(Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Dieter Hecking scheute nicht Cuisance auch in schwierigen Situationen zu bringen – und der Franzose, der natürlich noch einige Fehler in seinem Spiel hatte, zahlte dieses Vertrauen weitgehend zurück. Die Konkurrenzsituation ist in dieser Saison einerseits noch größer geworden, andererseits könnte Cuisance vom 4-3-3 profitieren, denn dieses System dürfte je nach Ausrichtung für den Franzosen optimal sein, er verfügt über eine größere Absicherung, kann im Mittelfeld mehr rotieren und ist grundsätzlich offensiver ausgerichtet. Auch in der Saison 2018/19 wird Cuisance, wenn er seine Leistungen bestätigt, auf Einsatzzeiten kommen. Der U19-Nationalspieler Frankreichs, der bei der Borussia noch bis 2023 vertraglich gebunden ist, hat auf jeden Fall die Chance über kurz oder lang ein unverzichtbares Element im Borussia-Kader zu werden.

90PLUS-Saisonprognose

Wenn man die Borussia als eine Art spannende Wundertüte bezeichnet, macht man vor der Saison 2018/19 sicherlich wenig falsch. Die Basis für eine gute Saison ist eigentlich vorhanden, aber auch abhängig von der Personalsituation. In der Innenverteidigung muss die Borussia beispielsweise von Verletzungssorgen verschont bleiben, die Kaderfragezeichen müssen konstanter Fußball spielen als zuletzt und der nicht selten kritisierte Dieter Hecking muss zeigen, dass er nicht nur ein Trainer für die „Verwaltung“ ist, sondern ein Team auch einmal mit den richtigen Ergänzungen auf ein höheres Niveau heben kann. Zwischen Platz 5 und 10 ist für die Borussia auf jeden Fall alles möglich – die Endplatzierung wird auch Auswirkungen auf die Zukunft des Trainers haben.

 

Hannover 96

(letzte Saison: 13.Platz)

Im vergangenen Jahr ging Hannover 96 als Aufsteiger in die Saison und hat mit Platz 13 sowie dem Klassenerhalt das vereinsinterne Ziel souverän gemeistert. In einer Saison mit Höhen und Tiefen spielten die Niedersachsen gerade in der Hinserie durchaus auch ansehnlichen Fußball, so stolperte nicht nur der BVB bei den konterstarken Hannoveranern. Letztendlich fehlte es aber an der Konstanz, zu oft ließ 96 fahrlässig Punkte liegen. Diese Konsequenz will man sich nun im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg erarbeiten und sich im Oberhaus weiter etablieren.

Die Transfers des Sommers

Zugänge: Walace (HSV, 6 Mio), Genki Haraguchi (Hertha BSC, 4,5 Mio.), Josip Elez (HNK Rijeka, 2,5 Mio.), Kevin Wimmer (Stoke City, 1,5 Mio. Leihgebühr), Bobby Wood (HSV, 1,2 Mio. Leihgebühr), Takuma Asano (Arsenal, 1 Mio. Leihgebühr), Leo Weinkauf (Bayern München II, ablösefrei), Samuel Sahin-Radlinger (Brann Bergen, Leih-Ende), Marius Wolf (Frankfurt, Leih-Ende), Mike-Steven Bähre (Meppen, Leih-Ende), Babacar Gueye (St. Truiden, Leih-Ende), Elias Huth (RW Erfurt, Leih-Ende), Uffe Bech (Greuther Fürth, Leih-Ende) Linton Maina (eigene Jugend)

Abgänge: Salif Sané (Schalke, 7 Mio.), Felix Klaus (Wolfsburg, 3 Mio.), Martin Harnik (Bremen, 2,25 Mio.), Florian Hübner (Union Berlin, 0,5 Mio.), Marius Wolf (Frankfurt, 0,5 Mio.), Kenan Karaman, (Düsseldorf, ablösefrei), Elias Huth (Kaiserslautern, ablösefrei), Sebastian Maier (Bochum, ablösefrei), Charlison Benschop (Ingolstadt, ablösefrei), Jonathas (Corinthians, Leih-Ende), Manuel Schmiedebach (Union Berlin, Leihe), Marlon Sündermann (Hannover II)

Mit Breitenreiter und einem halben Dutzend Neuen weg vom Abstiegskampf

Es ist knapp zwei Wochen her, als Hannover 96 im Rahmen der Saisoneröffnung gegen Athletic Bilbao die Vertragsverlängerung mit Trainer André Breitenreiter samt Trainerteam bis 2021 bekanntgab. Gegenüber dem NDR sagte der Übungsleiter über seinen Verein: „Ich bin Hannoveraner, habe als 18-Jähriger mit 96 den DFB-Pokal gewonnen und nach meinem Amtsantritt als Cheftrainer im März 2017 mit dem Aufstieg in die Bundesliga und dem souveränen Klassenerhalt in der vergangenen Saison unglaublich emotionale und unvergessliche Momente erlebt.“ Logisch, dass da noch einige hinzukommen sollen, der nächste Schritt wäre nun die weitere Etablierung im Mittelfeld der Tabelle.

Damit dies gelingt verstärkte sich Hannover 96 gleich mit einem halben Dutzend Neuzugängen. Vom HSV kamen mit Walace und Bobby Wood zwei Akteure, die zuletzt nur bedingt auf sich aufmerksam machen konnten, dennoch legte Horst Heldt verhältnismäßig viel Geld auf den Tisch. Dazu verpflichtete man Josip Elez fest und angelte sich Genki Haraguchi von Ligakonkurrent Hertha BSC. Das halbe Dutzend macht Arsenal-Leihgabe Takuma Asano perfekt, der in Hannover auf Spielpraxis hofft, in Stuttgart zuletzt aber nicht mehr als gute Ansätze zeigen konnte.

(Photo by Thomas Niedermueller/Bongarts/Getty Images)

Horst Heldt und André Breitenreiter wurden für diese Transfers gelobt wie kritisiert, so gab es gerade bei den ehemaligen HSV-Akteuren starke Zweifel, ob diese den Ansprüchen gerecht werden können. Beide wussten aber in der Vorbereitung durchaus zu überzeugen, müssen ihr Können aber nun auch wieder in der Liga unter Beweis stellen. Insbesondere der defensive Mittelfeldspieler Walace bringt fußballerisch die notwendigen Voraussetzungen mit um ein wichtiger Mosaikstein zu sein. Gelingt dies, dann hat 96 gute Chancen erneut überzeugend aufzutreten.

Transferaktivitäten noch nicht abgeschlossen

Trotz der Transferaktivitäten ist der Kader von den Niedersachsen noch nicht komplett. Horst Heldt sucht noch nach einem gestandenen Innenverteidiger und könnte mit Timm Klose einen Mann parat haben, der die Liga bereits kennt und als Soforthilfe dienen könnte. Auch Papy Djilobodji, der bereits für Werder Bremen in der Bundesliga spielte, steht dem Vernehmen nach auf dem Zettel. Zu Gerüchten auf den offensiven Außenpositionen konnte oder wollte der Sportchef nichts sagen.

(Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Im DFB-Pokal zeigten die Hannoveraner eine eindrucksvoll souveräne Leistung und ließ gegen den Drittligisten aus Karlsruhe nichts anbrennen. Zum Saisonauftakt gegen Bremen erwartet 96 eine andere Hausnummer, im Nordduell wird eine intensive Stimmung erwartet, in der sich die Mannschaft durchsetzen wird, die bereit ist von Anfang an am meisten zu investieren. Die neuformierte Mannschaft von André Breitenreiter muss beweisen, dass sie bereits jetzt homogen agieren kann und die Abgänge Sané, Harnik und Klaus gut kompensiert werden können. Ein guter Start mit reichlich Punkten dürfte die erhoffte Ruhe in den Saisonverlauf bringen, doch an den ersten 5 Spieltagen warten mit Leipzig, Dortmund und Hoffenheim gleich einige „Brocken“ auf die Niedersachsen.

 

Player to watch: Waldemar Anton

Der deutsche U21-Europameister von 2017 etablierte sich im vergangenen Jahr zur Stammkraft bei den Niedersachsen. Aus der eigenen Jugend stammend ist Anton bereits seit Sommer 2015 fester Bestandteil des 96-Kaders und steigerte sich von Saison zu Saison. Die Abwehrkante kann dabei auch variabel einsetzbar sein, hilft zur Not auch im defensiven Mittelfeld aus. Doch gerade im Laufe der letzten Saison spielte er sich zunehmends in der Innenverteidigung fest. So kam er zu 27 Bundesligaeinsätzen und stand in den ersten 24 Spieltagen, mit Ausnahme zweier verletzungsbedingten Ausfällen, immer in der Startformation. Dabei erzielte er einen Treffer und kommt auf ebenso viele Verwarnungen. Vor allem letzteres ist eine eindrucksvolle Statistik, Anton verfügt über eine kluge Zweikampfführung, antizipiert viele gefährliche Situationen und bereinigt diese.

(Photo by Thomas Niedermueller/Bongarts/Getty Images)

Zum Start der neuen Saison wird Waldemar Anton seine Mannschaft als Kapitän aufs Feld führen. Für den 22-jährigen ist dies eine große Ehre, als so junge Stammkraft diese Verantwortung übernehmen zu dürfen. Doch dieser positive Druck dürfte dem Innenverteidiger zu Gute kommen, so wird es für ihn persönlich eine reizvolle Aufgabe werden als Gesicht der Mannschaft die erhofften Ziele erreichen zu können. Interessant ist vor allem, ob bei den 96ern in der kommenden Saison erneut ein ähnlich homogener Defensivverbund auf dem Platz stehen wird wie 2017/18. Der angesprochene Verlust von Sané ist schwerwiegend, die Eingespieltheit und die reibungslose Abstimmung waren wichtige Trümpfe im Abstiegskampf.

90PLUS-Saisonprognose

Hannover 96 hat auf jeden Fall das Potenzial dazu die angesprochenen Ziele erreichen zu können. Allerdings werden die letzten Tage auf dem Transfermarkt entscheidend. Gelingt die Verpflichtung eines erfahrenen Innenverteidigers und kann dieser schnell in das System der Niedersachsen integriert werden, sollte die defensive Stabilität erlangt werden, die im Abstiegskampf entscheidend sein kann. Hannover verfügt in der Offensive durchaus über fußballerisches Potenzial, Andre Breitenreiter ist überdies bekannt dafür, dass er immer wieder Innovationen in petto hat. Trotzdem: Geht der Saisonstart schief, was bei dem Auftaktprogramm keinesfalls undenkbar ist, könnte man für längere Zeit im Tabellenkeller feststecken. Auch darauf muss man in Hannover gut vorbereitet sein.

 

 

FC Augsburg

(letzte Saison: 12.Platz)

Auch vor Beginn der letzten Saison zählten die Experten den FC Augsburg zu den Abstiegskandidaten. Seit dem Bundesligaauftieg der Fuggerstädter ist das in jedem Jahr der Fall, doch die Augsburger beweisen immer wieder aufs Neue, dass sie in der Lage sind sich mit den Umständen im Abstiegskampf auseinanderzusetzen und dafür zu sorgen, dass die Gegner den FCA als unangenehmen Gegner im Gedächtnis behalten. Manuel Baum hat seine Spielphilosophie schnell implementieren können und die Mannschaft zeigte, auch durch starke Neuzugänge wie Gregoritsch, was in ihr steckt. Augsburg hatte kaum mit dem Abstieg zu tun, Platz 12 am Ende war ein ordentliches Resultat. Darauf lässt sich aufbauen, mit wenigen Ergänzungen im Kader soll nun erneut eine sorgenfreie Saison gespielt werden. 

 

Die Transfers des Sommers

Zugänge: Dong-won Ji, Georg Teigl, Konstantinos Stafylidis, Jan-Ingwer Callsen-Bracker (Leihende), Simon Asta, Romario Rösch, Jozo Stanz (eigene Jugend), Felix Götze (ablösefrei, FC Bayern), Julian Schieber (ablösefrei, Hertha), Fredrik Jensen (3 Mio. Euro, Twente), Andre Hahn (3 Mio. Euro, HSV)

Abgänge: Takashi Usami (Düsseldorf, Leihe), Tim Rieder (Darmstadt, Leihe), Shawn Parker (Greuther Fürth), Ioannis Gelios (Rostock), Marwin Hitz (ablösefrei, BVB), Gojko Kacar (ablösefrei, Anorthosis), Daniel Opare (ablösefrei, Royal Antwerpen), Marcel Heller (350.000 Euro, Darmstadt), Moritz Leitner (1,5 Mio. Euro, Norwich)

Eingespieltheit als Trumpf?

Im Transfersommer gab der FC Augsburg verhältnismäßig wenig Geld aus. Die Notwendigkeit dafür bestand auch nicht, denn der einzige Schlüsselspieler, der den Verein verließ, war Torhüter Marwin Hitz. Die Achse aus Gouweleeuw, Hinteregger, Max, Gregoritsch, Baier und Finnbogason konnte gehalten werden, bei keinem dieser Spieler scheint sich zum jetzigen Zeitpunkt ein Vereinswechsel anzubahnen. Das Pokalspiel im hessischen Haiger beim TSV Steinbach war zwar zäh, allerdings musste der FCA auch auf zahlreiche Schlüsselspieler verzichten und ist im Endeffekt trotz einiger Chancen des Gegners weitergekommen – und das zählt in der ersten Pokalrunde.

(Photo by Christof STACHE / AFP)

Der Kader des FC Augsburg ist eingespielt, die Spieler kennen sich, die Automatismen sind vorhanden. Kluge Ergänzungen durch junge, hungrige Spieler wie Götze oder Jensen wurden vorgenommen, zudem bringt Julian Schieber eine gewisse Durchschlagskraft in der Offensive mit. Auch Andre Hahn, der in Hamburg keine glückliche Figur abgab, kehrte zurück und wird in Augsburg mit offenen Armen empfangen. Überdies erwartet man sich auch von Offensivspieler Marco Richter einiges, der 20-jährige, der bereits im Pokal traf und in der letzten Saison schon auf sich aufmerksam machen konnte, könnte einer der Gewinner der Saison werden.

Neuer Kampf um das Überleben

Eingangs haben wir erwähnt, dass der FC Augsburg gerne als einer der Abstiegskandidaten genannt wird. Und das wird auch in dieser Saison nicht anders sein, denn der Kader der Fuggerstädter ist insgesamt zwar solide und eingespielt, aber individuell auf der ein oder anderen Position noch ausbaufähig. Zudem kann niemand garantieren, dass Spieler wie Max oder Gregoritsch eine ähnliche Saison hinlegen wie es ihnen 2017/18 gelungen ist. Für Augsburg spricht auf jeden Fall, dass man Trainer Manuel Baum komplett vertraut – und der Übungsleiter des FCA ist ein absoluter Fachmann, entwickelte die Mannschaft zuletzt auch fußballerisch weiter.

(Photo by Robert Hradil/Bongarts/Getty Images)

Dennoch beherrscht die Mannschaft auch die wichtigen, für den Abstiegskampf notwendigen Grundtugenden. Der FCA ist ein fittes Team, das sehr diszipliniert spielt und in den letzten Spielzeiten bewiesen hat, dass man auch nach Schwächeperioden die richtigen Antworten parat hat. Interessant ist auch das Auftaktprogramm der Fuggerstädter, denn direkt zum Saisonauftakt spielt man bei einem direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, nämlich Fortuna Düsseldorf. Danach empfängt der FCA Borussia Mönchengladbach, ehe es nach Mainz geht. Zu Beginn könnten also schon ganz wichtige Zähler eingefahren und sich somit ein Punktepolster erarbeitet werden.

Player to Watch: Fredrik Jensen

Der junge Finne Fredrik Jensen war der teuerste Neuzugang in diesem Sommer beim FCA und soll im Offensivzentrum für mehr Kreativität und Entlastung sorgen. Jensen, der zuvor in den Niederlanden bei Twente spielte und in der letzten Saison an neun Treffern direkt beteiligt war, galt als Wunschspieler von Manuel Baum. Seine Fähigkeiten entlasten nicht nur die Offensive insgesamt, sondern ermöglichen auch flexiblere Angriffsformationen. Mit Jensen, Cordova, Richter, Ji, Caiuby, Hahn, Gregoritsch, Schieber und Finnbogason ist der FCA in der Breite sehr gut aufgestellt.

Zwar wird Jensen zunächst einmal ausfallen, nachdem er sich eine Sprunggelenksverletzung zugezogen hat, allerdings dürfte er bereits nach der Länderspielpause im September wieder zur Verfügung stehen. In der Vorbereitung zeigte er gute Ansätze, nun geht es vor allem darum, dass er sich schnell in Augsburg akklimatisiert und sich an das höhere Tempo in der Bundesliga gewöhnt. Die Fähigkeiten dafür bringt er mit, Jensen ist technisch begabt, zielstrebig und hat immer den Blick für den besser postierten Mitspieler. Mit ihm könnte der FCA einen echten Transfercoup gelandet haben.

90PLUS-Saisonprognose

Natürlich wird der FC Augsburg auch in dieser Saison wieder vorrangig darum kämpfen so schnell wie möglich die entsprechenden Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Das Auftaktprogramm ist machbar und genau deswegen auch so wichtig für den FCA, in der letzten Spielzeit konnte man sich mit 10 Punkten aus 5 Spielen zum Auftakt schnell einen Puffer erarbeiten. Manuel Baum ist ein fähiger Trainer, die Anpassungen sind klug und der FC Augsburg ist auf dem Papier besser aufgestellt als einige andere Mannschaften. Dementsprechend ist auch 2018/19 ein vorzeitiger Klassenerhalt realistisch.

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