Dayot Upamecano beim FC Bayern: Man wächst mit seinen Aufgaben

Upamecano Bayern
Bundesliga

News | Dayot Upamecano spielt in der Saison 2021/22 für den FC Bayern. Der französische Innenverteidiger wechselte für mehr als 40 Millionen Euro von RB Leipzig zum Rekordmeister. Sein Talent ist unbestritten, trotzdem hatte er immer mal wieder mit Leistungsschwankungen zu kämpfen. Nun soll der nächste Schritt erfolgen. Und das ist gut vorstellbar, denn Spieler wachsen oft mit ihren Aufgaben. 

  • Upamecano hat beim FC Bayern viel vor
  • Nächster Schritt für den Franzosen?
  • Großes Talent, große Erwartungen

Dayot Upamecano: Gereift nach München

Schon im Jahr 2015 ging Dayot Upamecano mit damals 16 Jahren den Schritt aus seiner Heimat Frankreich nach Österreich. RB Salzburg, das dafür bekannt ist, junge Spieler früh zu scouten, sie zu verpflichten und zu fördern, wurde auf den Verteidiger aufmerksam. In Salzburg ging er die ersten Schritte im Profifußball, ehe er im Januar 2017 nach Leipzig wechselte. Schon mit 18 Jahren kostete er beinahe 20 Millionen Euro. Die Summe klingt nach viel, ist aber genau das nicht. Denn bei Transfers junger Spieler zahlt der aufnehmende Verein auch immer für Potenzial. Und das immense Potenzial des wuchtigen Defensivspielers zeichnete sich schon früh ab.

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Bei RB Leipzig stand Upamecano dann erstmals so richtig im Fokus. Eine junge, aufstrebende Mannschaft in einer der besten Ligen der Welt schien die ideale Plattform für den Franzosen zu sein, um sich zu zeigen. Upamecano bestach früh durch eine enorm gute Physis, einen unbändigen Willen und gab keinen Ball verloren. Der Franzose wurde konstanter, arbeitete an seinen Schwächen und verbesserte den Spielaufbau. In allen Facetten seines Spiels reifte der Defensivspieler. Der Schritt nach München war ein logischer, die Ausstiegsklausel in Höhe von rund 42,5 Millionen Euro bezahlte der Rekordmeister „gerne“. Ein gereifter Spieler, der trotzdem noch Potenzial für mehr hat, wechselt also zum FC Bayern. 

Hohe Qualität, aber Konstanzdellen

Dass der FC Bayern des 22-Jährigen verpflichtet hat, ist keine Überraschung. Upamecano bringt nahezu alle Qualitäten mit, die es benötigt, um beim Rekordmeister erfolgreich Fußball zu spielen. Der Franzose ist noch entwicklungsfähig, vor allem noch weiter formbar, verfügt in Sachen Athletik und Dynamik über unglaubliche Fähigkeiten. Zudem ist der Franzose ein sehr offensiv denkender Verteidiger, der es liebt, aktiv gegen den Ball und den Gegenspieler zu arbeiten. Das gewisse Risiko, das Upamecano in seinem Spiel nicht selten geht, passt zur Herangehensweise des FC Bayern, der dominant, aktiv und eben auch in angemessenem Maße risikoreich spielen will und muss.

In vielen Spielen ist Upamecano eine komplett sichere Bank. In einigen Phasen seiner Zeit bei RB Leipzig wirkte es fast so, als würde er kaum einen Fehler machen. Doch es gab auch Momente, in denen Upamecano merkte, dass es Grenzen gibt. Im Pokalfinale gegen den FC Bayern 2019 düpierte ihn Robert Lewandowski, auch wenn der Franzose seinerzeit aus einer längeren Verletzungspause kam. Dem BVB-Wirbel im Endspiel um den DFB-Pokal 2021 konnte er ebenfalls nichts entgegensetzen. Auch in der Champions League gab es einzelne, schwächere Momente.

Entscheidend ist aber, dass dies keine Frage der Qualität ist. Diese ist ebenso wie das Potenzial enorm hoch. Vielmehr liegt auf der Hand, dass Upamecano mit 20, 21 oder 22 Jahren noch nicht am Ende seiner Entwicklung ist. Schwierigkeiten gegen hochklassige Gegner gehören ebenso dazu wie Verletzungen und die Folgen, an die sich ein Spieler gewöhnen muss. Und selbst ohne Verletzungen findet man keinen Innenverteidiger im Alter von 20-22 Jahren, der wirklich jedes einzelne Spiel auf allerhöchstem Niveau spielt. Kostanzdellen sind also völlig normal.

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Upamecano will sich beim FC Bayern beweisen

Diese Konstanzdellen muss ein Spieler seiner Klasse bei einem Verein mit den Ansprüchen des FC Bayern aber abstellen. Zumindest nach einer gewissen Eingewöhnungszeit. Das weiß Upamecano, das weiß auch der FC Bayern mit all seinen Verantwortlichen. Die Voraussetzungen, die der Franzose mitbringt, sind in jedem Fall herausragend. Für ihn ist es wichtig, von Beginn an mitwirken und an der Vorbereitung teilnehmen zu können. Denn es sind einige neue Faktoren, mit denen sich Upamecano vertraut machen muss. Eine neue Umgebung, ein neues Team: All das spielt bei der Akklimatisierung eine Rolle. Wichtig ist, dass der Spieler schon entsprechende Vorkenntnisse in Sachen Sprache mitbringt, das erleichtert die Kommunikation.

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Ein Faktor, der ebenfalls verstärkt auf den Franzosen einprasseln wird, ist der Druck. Ja, diesen gab es auch bei RB Leipzig. Doch nicht in der Form wie es beim FC Bayern der Fall ist. Ein Jahr ohne Titel ist eine Katastrophe, in jedem Spiel wird ein Sieg erwartet. Die Spieler müssen das Maximum leisten, haben in jeder Phase der Saison Druck und können sich keine Atempause erlauben. Damit muss ein Spieler, insbesondere ein trotz gewisser Erfahrung noch immer junger Verteidiger, erst einmal zurecht kommen. Der Wechsel zu einem Klub mit solch hohen Erwartungen ist auch eine Herausforderung und der Schritt, der aus einem sehr guten einen Weltklasse-Verteidiger machen kann.

Geduld und Nagelsmann als elementare Faktoren

Dieser Entwicklungsprozess kann allerdings nicht über Nacht stattfinden. Das liegt nicht einmal nur am hohen Druck in München und am Akklimatisierungsprozess, sondern auch daran, dass sich beim Rekordmeister in der Defensive nun eine neue Hierarchie entwickelt. David Alaba (29, Real Madrid) und Jerome Boateng (32, noch ohne Verein) haben den Verein verlassen, ein Verbleib von Niklas Süle (25) gilt zumindest nicht als vollumfänglich gesichert. Eben jener Süle ist mit seinen 25 Jahren der älteste Spieler, der in der Innenverteidigung zum Einsatz kommen kann. Der Verjüngungsprozess ist also nicht nur in vollem Gange, sondern abgeschlossen. Da Upamecano im Gegensatz zu Süle und Lucas Hernandez (25) schon von Beginn an mittrainiert, könnte er einen leichten Vorteil haben.

Geduld ist trotzdem gefragt. Es ist möglicherweise auch ein Vorteil, dass Upamecano seinen Trainer, Julian Nagelsmann (33), schon aus gemeinsamen Zeiten in Leipzig kennt. Er weiß genau, was Nagelsmann fordert, welche Prinzipien in seiner Art, über Fußball zu denken, eine wichtige Rolle spielen. Das könnte den Prozess der Eingewöhnung noch einmal beschleunigen. Der Verein vertraut Upamecano jedenfalls und einer erfolgreichen Zusammenarbeit steht, darauf deutet alles hin, nicht viel im Weg.  Denn bekanntermaßen wachsen Spieler häufig auch mit ihren Aufgaben. 

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Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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