Der neue starke Mann im Eintracht-Sturm: Sebastien Haller

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Seine Verpflichtung erfolgte in aller Ruhe. Die Öffentlichkeit bekam den Transfer der Frankfurter Eintracht erst mit, als er offiziell verkündet wurde. Eine Vorgehensweise, die bei der SGE mittlerweile nicht unüblich ist. Sebastien Haller, der für circa 7 Millionen Euro vom FC Utrecht in die Mainmetropole wechselt, bringt vieles mit um im System von Kovac hervorragend zu funktionieren. 

1,90m groß, 22 Jahre alt, 19 Scorerpunkte in 32 Spielen der Eredivisie. Soweit die Randdaten des Sebastien Haller. Geboren wurde er in Ris-Orangis (Frankreich), ausgebildet in der Jugend von AJ Auxerre. 2015 ging es von den Franzosen für ein halbes Jahr per Leihe nach Utrecht. Haller überzeugte, wurde fest verpflichtet und entwickelte sich permanent weiter. Die Frankfurter, die traditionell zumindest nicht das allerbeste Händchen für Mittelstürmer haben, könnten einen sehr guten Fang gemacht haben.

Robuster Spieler für den Sturm

Haller bringt vieles mit, was für das System der SGE wichtig ist. Er besitzt einen ausgeprägten Torriecher, ist robust, schießt sichere Elfmeter, kann den Ball festmachen, sich in der Luft hervorragend behaupten. Kurzum, er ist ein technisch ansprechender, spielintelligenter und arbeitender Stürmer, der in den Niederlanden zahlreiche Tore erzielen konnte. Der Weg von der Eredivisie in die Bundesliga ist nicht einfach, das haben viele Stürmer hautnah erfahren müssen.

(Photo by FRANCOIS NASCIMBENI/AFP/Getty Images)

Die Zeichen bei Haller stehen jedenfalls gut. Ein solcher Spielertyp fehlt der Eintracht. Einen Torriecher hat Alex Meier, ihm fehlt mittlerweile die Ausdauer, er kann nicht mehr 90 Minuten für die Mannschaft arbeiten. Rebic oder Hrgota beherrschen genau das, ihnen fehlt aber der Torinstinkt, regelmäßig auch die Fähigkeit, die richtige Entscheidung im richtigen Moment zu treffen. Das Gesamtpaket beim 22-jährigen Franzosen ist entscheidend, auch wenn er noch geschliffen werden muss. Schon jetzt verschafft er sich im gegnerischen Strafraum Respekt, bindet Gegenspieler und ist mit seiner Physis ein ständiger Unruheherd.

Wichtige Ergänzung im Kader

Durch den Abgang von Seferovic wird ohnehin ein Platz in der SGE-Offensive frei. Haller ist, neben Danny da Costa und Gelson Fernandes, einer von drei Transfers, die Kovac, Hübner & co. bereits unter Dach und Fach gebracht haben. Die Frankfurter, die in der Rückrunde gehörig abbauten, wollen ihren Kader schon früh zur Verfügung haben, den Rhythmus schon zu Saionbeginn generiert haben und vielleicht erneut eine furiose Hinrunde spielen. Haller ist im Angriffszentrum wohl der einzige Neuzugang, dafür ein enorm vielversprechender.

Gefördert von Eric ten Hag in Utrecht und stetig mit neuen Zielen vor Augen ist die Entwicklung Hallers, wie erwähnt, hervorragend. Es gab offenbar nicht wenige Vereine, die Interesse an dem bulligen Angreifer hatten. Frankfurt war einfach am schnellsten. Es gab kein Wettbieten, keine wochenlangen, permanent neuen Wasserstandsmeldungen, keine taktischen Aussagen der Beteiligten, um die Ablöse in eine bestimmte Richtung zu drücken.

Alles ist möglich

Haller und Frankfurt. Auf den ersten Blick scheint alles zu passen. Frankfurts Spielstil scheint durch den Stürmer die notwendige Optimierung erwarten zu können, der Spieler selbst könnte sich in einer multikulturellen Truppe, der es trotzdem nicht an der notwendigen Homogenität zu fehlen scheint, schnell integrieren und Fuß fassen. Wichtig ist für alle Beteiligten, dass der Spieler bereits in der Vorbereitung schnell zu seinem Spiel und seinem Selbstvertrauen findet, sich früh genug akklimatisiert.

Niemand kann abschätzen, wie erfolgreich die Zeit von Haller in Frankfurt sein wird. Wird er erneut ein Spieler aus der Eredivisie, der in der Bundesliga Probleme hat? Braucht er eine gewisse Zeit und setzt sich im Endeffekt durch? Startet er sofort durch, bringt der Eintracht womöglich sogar in den kommenden Jahren einen beachtlichen Transfergewinn? Es ist definitiv alles möglich. Klar ist nur, dass die Eintracht einen für sie teuren, aber logisch erscheinenden Transfer getätigt hat.

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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