Die Bundesliga-Saison 2020/2021: Eine Zusammenfassung

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Spotlight | Die Bundesliga-Saison 2020/2021 ist am Samstag zu Ende gegangen. Es war ein Jahr unter besonderen Umständen und mit besonderen Ereignissen. Wir werfen zum Abschluss noch einmal den Blick zurück. 

Der Bundesliga-Titelkampf: Bayern bestimmt schon wieder

Nach dem Triple ging der FC Bayern gut gelaunt in die neue Saison. Der Favoritenstatus des deutschen Dauermeisters wurde nicht angezweifelt. Und am Ende kam es dann auch so, wie es zu erwarten war. Erneut ging die Meisterschale nach München, nun zum neunten Mal in Folge. Trotz einer ungewohnt schwachen Defensive (44 Gegentore) ließ man unter dem scheidenden Trainer Hansi Flick nichts anbrennen und war vor allem in den Spielen gegen die vermeintliche Konkurrenz immer auf den Punkt motiviert. Sei es gegen Hinrunden-Herausforderer Leverkusen, der bis zum Spiel gegen den FC Bayern ungeschlagen war und dann komplett abstürzte, oder gegen ein hochmotiviertes RB Leipzig.

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Die Sachsen waren im Zuge einer kleinen Schwächephase der Münchner an die Spitze herangerückt, aber nicht konstant genug, um dem zukünftigen Verein ihres Trainers Julian Nagelsmann wirklich einen Kampf um den Titel zu liefern. Und so bleibt eine weitere Spielzeit, in der die Münchner Meisterschaft nur eine Frage der Zeit war. Selbst Patzer und ungewohnte Lücken rüttelten nicht an der Dominanz, die am Ende auch durch 99 eigens erzielte Tore untermauert werden konnte.

Bundesliga-Absteiger: Historisch schlechtes Schalke

Der Abstiegskampf in der Bundesliga hielt noch am letzten Spieltag einiges an Spannung und Pointen für die Zuschauer bereit. Doch der erste direkte Absteiger stand schon weit vor dem Drama der letzten Minuten dieser Spielzeit fest. Schalke verlässt die Liga als Tabellenletzter und mit einer historisch schlechten Leistung. Fünf Trainer versuchten alleine in dieser Saison ihr Glück bei den „Knappen“, nur Dimitrios Grammozis gelang mehr als ein Sieg. Und das auch erst als der Abstieg schon klar war. Ein einst so stolzer Klub wurde zum Running-Gag, zum Freilos der Liga. Spieler, Funktionäre: Niemand kann sich von dieser Saison frei machen, über die man noch lange sprechen wird.

Das gilt letztendlich auch für Werder Bremen. Die Hanseaten legten zum Saisonende eine beispiellose Negativserie hin, deren Höhepunkt erreicht war, als Köln in der 86. Spielminute am 34. Spieltag den Siegtreffer gegen Schalke 04 erzielte und Werder damit auf einen direkten Abstiegsplatz verbannte. Traditionsklubs werden die Bundesliga verlassen. Und dies liegt vor allem an der schwachen Arbeit vor Ort, an finanziellen Problemen und einer mangelhaften Zusammenstellung des Kaders. Das kann weder ein Huub Stevens, noch ein Florian Kohfeldt noch ein Thomas Schaaf ändern.

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Bundesliga-Spannungsfeld: Trainerbank

Selten bis nie standen die Übungsleiter so sehr im Fokus wie in dieser Saison. Und das nicht nur, weil jeder Zuruf von Außen durch die Geisterspiele für jeden TV-Zuschauer wahrnehmbar war.  Immer wieder wurden Trainerwechsel zur kommenden Saison bekannt, kaum ein Klub aus der oberen Tabellenhälfte wird mit dem gleichen Trainer in die nächste Spielzeit gehen. Während die „Lame Ducks“ in München und Dortmund ihre Absichten klar formulierten und immer wieder auch den Verein in den Vordergrund stellten, gab es anderswo deutlich mehr Ärger. Der erste große Aufreger war der, von Mönchengladbach eigenhändig verkündete, Abgang von Marco Rose zum BVB.

Das hatte Auswirkungen auf die Stimmung bei den Fans. Sie fühlten sich angesichts von Versprechungen nach dem Aufbau von etwas Großem belogen, auch einige Spieler sollen die ganze Geschichte nicht gut aufgenommen haben. Es folgten sportlich mehr als durchwachsene Wochen und am Ende verpasste der Champions-League-Teilnehmer die erneute Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb.

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Eintracht Frankfurt hingegen wird im nächsten Jahr ohne Adi Hütter in der Europa League agieren. Ein Erfolg, der sich nicht als solcher anfühlt. Immerhin hatte man großen Vorsprung auf einen Nicht-Champions-League-Platz, spielte phasenweise sogar mit den schönsten Fußball der Liga, Hütter sagte „Ich bleibe“, die Sonne schien. Dann wechselte das „Ich bleibe“ zu „Ich gehe nach Mönchengladbach“ und schwarze Wolken zogen auf. Hütters Mannschaft verspielte den ganzen Vorsprung und der Trainer gab zuweilen irritierende und provokante Interviews. Ein wirklich unangenehmes Schauspiel. Ja, für Coaches wird mittlerweile viel Geld bezahlt. Es scheint nur folgerichtig, von ihnen dann auch professionelles Verhalten zu erwarten.

Das könnte in der Bundesliga 2021/22 spannend werden

Bei den Spitzenklubs der Liga wechselt, wie schon eben kurz angerissen, vor allem das Personal an der Seitenlinie. Borussia Dortmund beispielsweise geht mit Marco Rose und, stand jetzt, auch mit Edin Terzic (38) in die nächste Saison und will sicherlich eine deutlich souveränere Spielzeit ohne ganz große Wackler liefern wollen. Ob es tatsächlich Spannung an der Spitze gibt, liegt alleine in den Händen der Münchner. Nur wenn dort unterperformt wird, könnte es für einen anderen Verein mit der Meisterschaft klappen. Es wird auf jeden Fall spannend zu sehen sein, wie sich der junge Nagelsmann mit einer absoluten Topmannschaft schlägt, noch war ihm kein Titelgewinn vergönnt.

Am Ende dürfte dennoch der Unterhaltungswert im Kampf um die europäischen Plätze wieder zu den Highlights gehören. Neben Bayern, Leipzig und Dortmund gibt es Mannschaften wie Leverkusen, Gladbach und Wolfsburg und nun auch neue Aspiranten wie Eintracht Frankfurt, die erneut um einen internationalen Wettbewerb konkurrieren werden. Hier können Ausrutscher teuer sein und Siegesserien für wahre Überraschungen sorgen. 

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Julius Eid

Seit 2018 bei 90PLUS, seit Riquelme Fußballfan. Gerade die emotionale Seite des Sports und Fan-Themen sind Julius‘ Steckenpferd. Alleine deshalb gilt: Klopp vor Guardiola.

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