Die Ironie um die Götze-Nachfolgekandidaten von 2013

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Nach dem Abgang von Mario Götze im Jahr 2013 suchte Borussia Dortmund nach einem adäquaten Ersatz auf der Spielmacherposition. Die nun von Ex-BVB Trainer Jürgen Klopp bestätigten Nachfolgekandidaten des Sommers von 2013 teilen allesamt eine Eigenschaft…

 

 

Gesucht: Der Götze-Nachfolger

Nach dem Abgang von Mario Götze (24) zum FC Bayern im Sommer 2013 für 37 Millionen Euro suchte Borussia Dortmund nach einem neuen Spielmacher. Folglich wurden damals mehrere Kandidaten von den Medien als Nachfolger gehandelt. Einige dieser Namen spielten in den Gedanken der Verantwortlichen auch tatsächlich eine Rolle.

(Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Wie Jürgen Klopp (49) gegenüber Ekstra Bladet bestätigt, standen drei Kandidaten zur Auswahl:

„Zu der Zeit waren wir an drei Spielern interessiert: Henrikh Mkhitariyan (28), Kevin de Bruyne (25) und Christian Eriksen (25). Wir scouteten alle drei äußerst intensiv, aber wir wussten, dass wir nur einen holen konnten. Wir waren sehr froh darüber, Mkhitaryan holen zu können“

Betrachtet man sich die damaligen Nachfolgekandidaten im Detail, kommt man schnell zu einer traurigen Erkenntnis…

 

Die Kandidaten

Christian Eriksen

Damals bei Ajax Amsterdam unter Vertrag, wechselte Christian Eriksen im Sommer 2013 für 13,5 Millionen Euro zu Tottenham und hat seither einen „großen Sprung gemacht“, so Klopp. Der deutsche Trainer der Reds schwärmt: „Jeder würde es lieben, ihn in seinem Team zu haben.“

Der dänische Nationalspieler war unter den drei Kandidaten wohl die unsicherste Wahl, aber zeitgleich das größte Schnäppchen. In den letzten Jahren entwickelte sich Eriksen bei den Spurs zu einem absoluten Leistungsträger und ist heute der Dreh- und Angelpunkt der Offensive. Der nächste Schritt zur Weltklasse steht noch aus, daher wäre der 25-Jährige, im Falle einer Verpflichtung, rückblickend am ehesten für den BVB zu halten gewesen.

(Photo by Mike Hewitt/Getty Images)

Eriksen seit Sommer 2013:

[vtftable ]
Pflichtspiele;;;164;nn;
Pflichtspiel-Tore;;;37;nn;
Pflichtspiel-Assists;;;44;nn;
Direkte Torbeteiligung;;;alle 2,03 Spiele;nn;
Marktwertverlauf;;; + 94%, von 18 auf 35 Millionen Euro;nn;
[/vtftable]

 

Kevin De Bruyne

Im Nachhinein sicherlich die beste Wahl. Ganz unrealistisch war dieses Szenario nicht, doch der damalige Chelsea Trainer José Mourinho (54) wollte den Belgier nach seiner erfolgreichen Leihe beim SV Werder Bremen zu Saisonbeginn 2013/2014 unbedingt halten. Nach einer Hinrunde auf der Tribüne wechselte De Bruyne schließlich doch für 22 Millionen Euro in die Bundesliga – zum VfL Wolfsburg.

Eineinhalb Jahre später, nach einer unglaublichen Saison mit 31 Scorer-Punkten, folgte der große 75 Millionen Euro Transfer zu Manchester City. Einen Schritt, den auch der BVB wohl nicht hätte verhindern können, wenngleich ein Spieler seines Potentials die Mannschaft auch einen weiteren Schritt vorangetrieben hätte. So oder so, die hohe Ablöse wäre ein erfreuliches und nicht eingeplantes Trostpflaster gewesen.

(Photo JUSTIN TALLIS/AFP/Getty Images)

 

De Bruyne seit Sommer 2013:

[vtftable ]
Pflichtspiele;;;156;nn;
Pflichtspiel-Tore;;;41;nn;
Pflichtspiel-Assists;;;65;nn;
{f1}Direkte Torbeteiligung;;;{f1}alle 1,47 Spiele;nn;
{f1}Marktwertverlauf;;;{f1}+333% von 15 auf 65 Millionen Euro;nn;
[/vtftable]

 

 

Henrikh Mkhitaryan

Der letztendliche Götze-Nachfolger kam für 27,5 Millionen Euro von Shakhtar Donetsk und war trotz des kometenhaften Aufstiegs von Kevin De Bruyne eine sehr gute Wahl. Auf eine holprige Phase folgte in der Saison 2015/2016 eine gewaltige Leistungsexplosion. Mit unglaublichen 31 Scorer-Punkten (11 Tore, 20 Assists) verzauberte der Armenier die Bundesliga,  ehe er im Sommer 2016 einen Wechsel zu Manchester United forcierte.

Immerhin erhielten die Dortmunder 42 Millionen Euro Ablöse. Ohne Zweifel eine sehr beachtliche Summe für einen Spieler, der sich im letzten Vertragsjahr befindet und außerdem nicht verlängern wollte. Übrigens zeigt die Formkurve des Nationalspielers nach einem schwierigen halben Jahr bei den „Red Devils“ mittlerweile stark nach oben.

(Photo by Shaun Botterill/Getty Images)

Mkhitaryan seit Sommer 2013:

[vtftable ]
Pflichtspiele;;;163;nn;
Pflichtspiel-Tore;;;46;nn;
Pflichtspiel-Assists;;;54;nn;
{f1}Direkte Torbeteiligung;;;{f1}alle 1,63 Spiele;nn;
{f1}Marktwertverlauf;;;{f1}+68% von 22 auf 37 Millionen Euro;nn;
[/vtftable]

 

Der Verlierer

Mario Götze

Der einzige der genannten vier Spieler, der einen krassen Leistungsabfall erleben musste, ist ironischerweise Mario Götze selbst. Bezüglich seines Karriereverlaufs beim FC Bayern, der rein statistisch gar nicht so verkehrt war (Torbeteiligung alle 1,9 Spiele), müssen wir nicht ins Detail gehen.

Der Nationalspieler und WM-Held von 2014 konnte an seine dynamischen und extrem verheißungsvollen Leistungen beim BVB (Torbeteiligung alle 1,67 Spiele) nie anknüpfen und kehrte im vergangenen Sommer für 22 Millionen Euro an die alte Wirkungsstätte zurück. Die erhoffte Wiederbelebung seiner Karriere blieb bisher jedoch aus. Schlimmer noch, immer wiederkehrende Verletzungen und die Reservebank sind zum Alltag geworden.

(Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Götze seit Sommer 2013:

[vtftable ]
Pflichtspiele;;;130;nn;
Pflichtspiel-Tore;;;38;nn;
Pflichtspiel-Assists;;;26;nn;
{f1}Direkte Torbeteiligung;;;{f1}alle 2,03 Spiele;nn;
{f1}Marktwertverlauf;;;{f1}-49% von 45 auf 23 Millionen Euro;nn;
[/vtftable]

 

Die Ironie

In der aktuellen Spielzeit bringt es Mario Götze lediglich auf 16 Pflichtspieleinsätze und vier Torbeteiligungen. Natürlich ist der 62-fache Nationalspieler erst 24 Jahre alt und hat daher noch genügend Zeit, seine Karriere wieder auf die richtige Spur zu bringen. Allerdings muss die ehemalige große Hoffnung des deutschen Fußballs allmählich Taten folgen lassen, denn mit jeder Woche wächst die Lücke zu den vermeintlichen Nachfolgekandidaten aus dem Jahr 2013.

Seit Sommer 2013

[vtftable ]
;;;{f1}Eriksen;;;{f1}De Bruyne;;;{f1}Mkhitaryan;;;{f1}Götze;nn;
Marktwertverlauf;;;+ 94%;;;+333%;;;+68%;;;-49%;nn;
Torbeteiligung;;;alle 2,03 Spiele;;;alle 1,47 Spiele;;;alle 1,63 Spiele;;;alle 2,03 Spiele;nn;
[/vtftable]

Wer hätte geahnt, dass sowohl De Bruyne, Mkhitaryan als auch Eriksen viel mehr als nur ein adäquater Ersatz für Mario Götze waren oder gewesen wären. Die drei Nachfolgekandidaten von 2013 teilen eine Eigenschaft: Sie sind, Stand heute, allesamt bessere Spieler als der, den sie einst ersetzen sollten…

 

*Marktwerte via Transfermarkt.de

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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