Mit Haland, Morey und Ansu Fati | Die Player to Watch der CL-Gruppen E-H

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Spotlight | Heute Abend startet die UEFA Champions League in die Gruppenphase! Vor dem Start haben wir uns einige sehr talentierte Spieler ausgesucht, die in dieser Saison auf sich aufmerksam machen könnten. Bahn frei für die „Player to Watch“ der Gruppen E-H!

Sander Berge (21, KRC Genk)

Im Januar 2017 sicherte sich der KRC Genk die Dienste des norwegischen Mittelfeldspielers Sander Berge. Der mittlerweile 21-jährige wechselte damals von Valerenga aus Oslo nach Genk, kostete lediglich zwei Millionen Euro Ablöse. Seine Entwicklung in der Jupiler Pro League ist überragend, Berge steht längst bei vielen europäischen Topklubs auf dem Zettel. Und das völlig zurecht. Mit seinen 1,95m Körpergröße ist der 21-jährige ein regelrechter Turm vor der Abwehr, der eine ungeheure physische Präsenz mit sich bringt und im Kopfballspiel kaum zu bezwingen ist. Doch das nicht noch lange nicht alles, was der Norweger auf dem Kasten hat. 

(Photo by Trond Tandberg/Getty Images)

Für seine 21 Jahre ist Berge in seinem gesamten Spiel bereits sehr, sehr reif. Er entlastet die Abwehr im Spielaufbau und verfügt über ein sehr sauberes und vorausschauendes Passspiel. Das ist in diesen junge Jahren keine Selbstverständlichkeit. Dass er noch immer in Belgien spielt hat einerseits mit der insgesamt sehr jungen und hochklassig besetzten Mannschaft in Genk zu tun, liegt andererseits aber auch an Verletzungsproblemen, mit denen Berge immer wieder zu kämpfen hatte. Mit dem KRC Genk muss Berge eine wahre Hammergruppe meistern und das Weiterkommen wird nicht das Ziel sein. Da sein Vertrag aber nur bis 2021 läuft, könnte er sich weiterhin für größere Aufgaben empfehlen.

Mateu Morey (19, Borussia Dortmund)

Der junge Rechtsverteidiger Mateu Morey ist ein weiteres Beispiel für einen jungen Spieler, der den FC Barcelona verlässt. Der in Palma de Mallorca geborene Morey trat bei den Katalanen vor allem in der Youth League in Erscheinung, hatte in der Vergangenheit immer wieder mit Verletzungssorgen zu kämpfen, die – neben der großen Konkurrenz natürlich – seinen Durchbruch bremsten. In Dortmund ist Morey derzeit noch außen vor, leider vor allem deswegen, weil er sich erneut mit einer Verletzung herumplagen muss. Allerdings zeigte der Spanier in der Vorbereitung sehr ansprechende Leistungen und der Kader des BVB gibt es durchaus her, dass Morey  nach seiner vollständigen Genesung Einsätze in der Profimannschaft erhält. 

Genau deswegen sollte man den 19-jährigen auf dem Zettel haben. Mit Hakimi und Piszczek stehen auf der Rechtsverteidigerposition zwar zwei hochkarätige, gleichermaßen aber auch verletzungsanfällige Akteure im Aufgebot. Gerade die Spiele gegen Slavia Prag könnten für Morey also eine große Chance darstellen, um sich auf internationalem Parkett zu zeigen. Der Spanier ist technisch versiert, verfügt über ein gutes Auge, muss aber auf dem hohen europäischen Niveau noch viel lernen. Das geht aber nur, wenn er auch auf entsprechende Einsatzminuten kommt.

Jeff Reine-Adelaide (21, Olympique Lyon)

Der französische Mittelfeldspieler Jeff Reine-Adelaide ist vielen vor allem von seiner Zeit beim FC Arsenal ein Begriff. Dort schaffte der flexibel einsetzbare 21-jährige seinen Durchbruch noch nicht, über Umwege ist er aber nun bei einem Topklub angekommen. Von den „Gunners“ zog es Reine-Adelaide erst auf Leihbasis, später dann permanent zum SCO Angers. Dort baute man vollkommen auf Reine-Adelaide, der aufblühte, sich mehr und mehr in den Fokus spielte und bei der U21-Nationalmannschaft zum Leistungsträger avancierte. Nach einer guten Europameisterschaft und einer ohnehin sehr ansprechenden Saison in der Ligue 1 wurde Olympique Lyon auf Reine-Adelaide aufmerksam, verpflichtete den 21-jährigen und setzte ihn zu Saisonbeginn sofort ein.

(Photo by ROMAIN LAFABREGUE / AFP)

Ein ganz großes Plus ist seine enorme Vielseitigkeit. Reine-Adelaide kann im Mittelfeldzentrum spielen und dort mit seiner Dynamik das Spiel antreiben, zudem mit seinem guten Passspiel Angriffe initiieren. Er bewegt sich klug in den Räumen im Zentrum, reißt Lücken auf, hat aber auch ein gutes Auge für die Defensive und versucht schnell auf eben jene umzuschalten. Weiterhin kann der 21-jährige auch auf dem Flügel agieren. Dort ist er keinesfalls ein klassischer Tempodribbler, sondern eher ein spielmachender Typ, der den Ball sichert, Kombinationen initiiert und die gegnerische Defensive immer am Laufen hält. Kurzum: Er ist der ideale Spieler für das häufig gespielte 4-3-3 bei OL, weil er dort mehrere Rollen bekleiden kann. 

Erling Braut Håland (19, RB Salzburg)

Der in Leeds geborene Stürmer spielt für die norwegische Nationalmannschaft und ist damit der zweite Youngster aus dem skandinavischen Land, der es in diese Reihe hochtalentierter Spieler geschafft hat. 2019, genauer gesagt im Januar, wechselte Haland aus Mode zu RB Salzburg. Gut 9 Monate später scheinen die fünf Millionen Euro, die RB an den norwegischen Klub überwiesen hat, gut durchdacht zu sein. Doch der Reihe nach.  Die Rückrunde der Vorsaison diente für Haland vor allem zur Akklimatisierung. 5 Pflichtspieleinsätze unter Marco Rose waren wenig, der Spieler musste die neue Ausrichtung und die neue Umgebung aber auch erst einmal kennen lernen. Im Sommer verließ nicht nur Trainer Rose den Verein, auch im Kader gab es eine Umstrukturierung. Und von dieser profitiert Haland ungemein.

Mit 1,94m ist Haland vor allem ein Spieler, der beim Kopfballspiel im Fokus steht. Doch er ist bei Weitem nicht nur darauf zu reduzieren. Der Norweger hat einen sehr guten Torriecher, verfügt über einen guten Abschluss im Strafraum, ist gleichzeitig aber auch stark im Antritt und hat ein sehr gutes Gefühl für sich bietende Räume. Zwar mag er zuweilen etwas schlaksig, fast schon unbeholfen wirken, dabei zeigt er durchaus häufig, dass er auch über eine gute Ballbehandlung und Ballkontrolle verfügt. Das Vertrauen, das Haland nun vom neuen Trainer Marsch erhält, zahlt sich aus. Mit RB Salzburg dominiert er den Fußball in Österreich, erzielte in 8 Pflichtspielen bereits 14 (!) Tore. Ein Spiel, in dem er an keinem Treffer beteiligt war, fand noch überhaupt nicht statt. Haland hat ein immenses Selbstvertrauen und einen beeindruckenden Lauf. Der soll nun auch in der Königsklasse bestätigt werden. 

Thierry Correia (20, FC Valencia)

Der FC Valencia musste im Sommer auf die Verletzung des etatmäßigen Rechtsverteidigers Piccini reagieren und verpflichtete Thierry Correia für 12 Millionen Euro von Sporting. Thierry wer? Das werden sich viele gefragt haben, denn der 20-jährige war nun eher noch ein unbeschriebenes Blatt, die Ablösesumme dafür doch recht hoch. In den ersten Saisonspielen bei Sporting zeigte Correia aber sehr ansprechende Leistungen, beim Spiel des FC Valencia beim FC Barcelona fehlte Correira aber noch im Kader. Wurde ihm dieses große Spiel nicht zugetraut, wollte man den jungen Spieler nicht verheizen?

(Photo by PATRICIA DE MELO MOREIRA / AFP)

Diese Fragen werden wohl erst in den kommenden Wochen geklärt sein. Klar ist, dass Daniel Wass auf der Rechtsverteidigerposition überfordert war und Valencia mit 2:5 verlor. In den nächsten Spielen, auch in der Königsklasse, könnte Correia also schon eine Rolle spielen, zumal die Karten nach dem umstrittenen Trainerwechsel beim Klub sowieso neu gemischt werden. Die Qualitäten des Spielers sind jedenfalls vielseitig. Correia ist schnell, treibt das Offensivspiel an, führt viele Zweikämpfe und ist recht gut ausbalanciert, wenngleich das Stellungsspiel in der Defensive noch verbesserungswürdig ist. Sein Transfer könnte sich dennoch vor allem mittel- oder langfristig als sehr guter Griff herausstellen.

Ansu Fati (16, FC Barcelona)

Es ist eine der Geschichten der noch jungen Saison 2019/20. Ansu Fati, ein 16-jähriger Offensivspieler aus der Jugendakademie des FC Barcelona, kam aufgrund von Personalsorgen bei den Katalanen zu Beginn der Saison häufiger zum Zug. Die Bilanz: 116 Pflichtspielminuten, 2 Tore, eine Vorlage. Gegen den FC Valencia durfte der Rechtsfuß aus Guinea-Bissau, der 2012 aus der Jugend des FC Sevilla zum FC Barcelona wechselte, sogar von Beginn an spielen – und traf natürlich. Bei einem solch jungen Spieler erwartet man, dass vor allem die Unbekümmertheit hervorgehoben wird. Doch dem ist nicht so, wenn man die bisherigen Einsatzminuten von Ansu Fati genauer verfolgt.

Natürlich, der Spieler genießt jede Sekunde auf dem Platz, lebt seinen Traum und denkt vielleicht in der ein oder anderen Spielszene nicht zu sehr nach, insgesamt wirkt Ansu Fati aber vor allem relativ routiniert. Auf dem Platz macht er nicht den Eindruck eines 16-jährigen Emporkömmlings, der seine ersten Schritte im Profifußball geht, sondern wie ein Spieler, der bereits jahrelang herangeführt wurde und seine Mitspieler, deren Laufwege und Bewegungen verinnerlicht hat. Ja, in den kommenden Tagen und Wochen werden Lionel Messi und Ousmane Dembele zurückkehren und wieder eine große Rolle spielen, aber mit seinen Leistungen, seiner Geradlinigkeit und seiner Effizienz hat sich Ansu Fati sicherlich in den Dunstkreis des Profikaders der Katalanen gespielt.

Edson Alvarez (21, Ajax Amsterdam)

Den Abgang von Mathijs de Ligt, der zu Juventus Turin wechselte, konnte Ajax Amsterdam nicht durch einen Spieler kompensieren. Und so wurde vor allem der Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung verstärkt, die Aufgaben von de Ligt wurden auf mehrere Schultern verteilt. Ein Bestandteil der Neuausrichtung ist Edson Alvarez, der für 15 Millionen Euro von CF America aus Mexiko nach Amsterdam wechselte. Der 21-jährige kommt zum jetzigen Zeitpunkt weder in Sachen defensivtaktische Cleverness, noch im Aufbauspiel an de Ligt heran, zeigte zu Beginn aber vor allem Willen, Entschlossenheit und kommt bisher auf vier Pflichtspieleinsätze, traf sogar in der Qualifikation zur Champions League.

Interessant ist dabei, dass Alvarez, der in Mexiko eben vornehmlich auf der Position des Innenverteidigers auflief, unter Erik ten Hag bisher nur im zentralen defensiven Mittelfeld zum Einsatz kam. Das liegt einerseits daran, dass durch die Abgänge von Lasse Schöne und Frenkie de Jong ein Spot frei ist, andererseits könnte aber auch der Gedanke dahinterstecken, dass man in der Liga, i der Ajax ohnehin viele Spiele relativ problemlos dominiert, den Aufbau Alvarez’ verbessern will – ohne den ganz großen Druck in letzter Reihe. Wie auch immer, im Mittelfeld ist Alvarez bisher ein gut arbeitender Baustein des Ajax-Spiels, der sich sicher rundherum noch verbessern kann. Welchen Plan ten Hag verfolgt wird sich vor allem dann zeigen, wenn alle Spieler fit sind und der Konkurrenzkampf in den wichtigen Spielen in seine Hochphase geht.

(Photo by Alex Caparros/Getty Images)

 

 

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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