„Typischer“ BVB-Patzer oder furioser Sieg in Freiburg? Das Streitgespräch

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Borussia Dortmund trifft am 2. Spieltag der neuen Saison in der Bundesliga auswärts auf den SC Freiburg. Die Favoritenrolle hat der BVB dabei definitiv inne. Das hinderte die Schwarzgelben in den letzten Jahren aber nicht daran, gerade gegen die vermeintlich unterlegenen Gegner regelmäßig Punkte liegen zu lassen. 

BVB beim SC Freiburg: Alles „wie immer“?

In den letzten Jahren spielte Borussia Dortmund in der Bundesliga stets eine gute Rolle. Der Anspruch des Klubs ist es, zumindest im Kampf um den Titel dabei zu spielen. Auch in der Saison 2021/22 formulierten die Verantwortlichen und Spieler wieder solche Ambitionen. Dass der BVB an einem guten Tag jeden Gegner schlagen kann und dass der neue Trainer Marco Rose (44) sehr gut zum Klub passt, ist zweifelsohne der Fall. Die große Frage ist die nach der Konstanz.



2020/21 verlor Dortmund beispielsweise in Augsburg, zuhause gegen den 1. FC Köln, bei Union Berlin und in Freiburg. Eine Saison zuvor gab es Niederlagen bei Union Berlin, in Hoffenheim, zuhause gegen Mainz 05 oder Remis gegen Bremen und Paderborn. Solche Spiele sind es, die am Ende im Titelkampf ausschlaggebend sein können. Früh in der Saison 2021/22, direkt nach einem 5:2 zum Auftakt gegen Frankfurt, steht wieder ein Spiel auf dem Programm, das  Gefahren mit sich bringt. Bleibt Dortmund diesmal cool?

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Dortmund: Die Offensive kaschiert (noch) die Probleme

Borussia Dortmund hat immense Personalsorgen in der Defensive. Der Supercup hat gezeigt, dass die Mannschaft in dieser Form noch nicht für größere Aufgaben bereit ist. Und trotzdem dürfte Roses BVB diese Periode in der Liga überstehen, da schon früh zu erkennen ist, dass sein neu implementiertes System greift. In kürzester Zeit hat der neue BVB-Coach seine Spielidee zumindest so weit installieren können, dass es jetzt für den Großteil der Liga aufgrund der außerordentlich guten Offensive reichen dürfte. In der Liga winkt ausnahmsweise mal ein Start mit zwei Siegen.

Mit dem SC Freiburg wartet zwar ein unangenehmer Gegner, der eingespielt ist und die Ideen von Christian Streich vollends verinnerlicht hat, aber dem BVB in der aktuellen Form nicht so weh tun kann, dass es für einen Punktgewinn reichen wird. Dortmund muss sich aufgrund der Personallage derzeit darauf verlassen, schlichtweg mehr Tore als der Gegner zu schießen. Mit der Taktik wurde in der vergangenen Saison die Meisterschaft entschieden.

Erling Haaland jubelt mei seinen Teamkollegen

Photo by Imago

Dafür reicht es beim BVB definitiv nicht, aber ein Sieg in Freiburg sollte schon dabei rausspringen dürfen. Die Zeichen stehen auf eine ähnlich spektakuläre Partie wie die gegen Eintracht Frankfurt, auch weil die Rose-Elf hungrig und bis in die Haarspitzen motiviert wirkt. Wie gegen die SGE wird die Partie mit dem besseren Ausgang für Dortmund enden – Haaland, Reus und Co. sei Dank. Nach der Länderspielpause gibt es allerdings keine Ausreden mehr für eine wackelige Defensive. 

Damian Ozako

Laufstark, aggressiv, guter Plan: Freiburg ärgert Dortmund

Ja, auch mich hat Borussia Dortmund am ersten Spieltag gegen Eintracht Frankfurt in einigen Phasen sehr beeindruckt. Im Supercup zeigte sich der BVB ebenfalls in zahlreichen Spielabschnitten sehr griffig. Das Pressing funktioniert schon ganz gut, die Abläufe im Spiel nach vorne, also das schnelle und zielstrebige Umschalten, war ebenfalls schon zu erkennen. Ohne mindestens ein „aber“ kommt der BVB aber noch nicht aus. Das Spiel gegen den FC Bayern offenbarte, dass gegen einen hochklassigen Gegner auch die guten Ansätze noch nicht ausreichen. Dortmund konnte mithalten, aber der Rekordmeister war in einigen spielentscheidenden Momenten zu clever.

Hinzu kommen die Probleme im personellen Bereich, vor allem in der Defensive. Wenn ein Spieler wie Axel Witsel (32) innen verteidigen muss und Felix Passlack (23), der individuell nun einmal abfällt, derzeit die Hauptoption auf der rechten Abwehrseite ist, dann können keine Wunderdinge von der Abwehr erwartet werden. Gegen viele Gegner dürfte die Offensive der Dortmunder natürlich ausreichen, aber gerade dem SC Freiburg ist zuzutrauen, ein Stolperstein zu sein. Freiburg verkörpert exakt die Elemente, die Teams in den letzten Jahren ihr Eigen nennen konnten, die Dortmund zu einem Patzer zwangen.

Christian Streich (SC Freiburg)

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Der Sportclub kann an einem guten Tag nämlich nicht nur im läuferischen Bereich auf extrem hohem Niveau agieren, sondern auch fußballerisch Akzente setzen. Der Anspruch von Trainer Christian Streich (56) ist es immer, neben Tugenden wie Kampf und Einsatz auch das Flachpassspiel auf hohem Niveau einzusetzen. Das kann der SC, das zeigten die Breisgauer in Ansätzen gegen Bielefeld und ein Spiel vor den eigenen Fans, in dem jede Abwehraktion gefeiert werden kann, stachelt dieses Team noch einmal mehr an. Kurzum: Freiburg sollte es schaffen können, die Offensive von Dortmund über weite Strecken sehr gut zu bearbeiten und gleichzeitig offensive Akzente zu setzen. Für einen Punkt reicht das.

Manuel Behlert 

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Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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