Valencia Club de Fútbol – Orange is back!

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Orange ist für alle „Valencianistas“ mehr als nur eine Farbe. Orange ist für sie ein Symbol, welches sie wie kein zweites mit Erfolg verbinden. Orange ist für sie die Verbindung zu glorreichen Zeiten. Auch die letzten beiden La Liga Titel des Vereins – 2002 in Málaga und 2004 in Sevilla- sind eng mit der Farbe Orange verbunden. Beide Titel wurden in den berühmten orangenen Auswärtstrikots gewonnen. Für lange Zeit sollten dies jedoch die letzten beiden Ligatitel für den Valencia C.F. bleiben. In den folgenden Jahren machte der Verein mehr Schlagzeilen mit finanziellen Schulden, als mit sportlichen Erfolgen.

Vor der Saison 2014/2015 sind die Fans des Valencia C.F. jedoch so optimistisch wie lange nicht.  Neuer Ausrüster, neuer Investor, neues Geld. Orange is back! Doch der Reihe nach.

Der Glanz vergangener Zeiten

Mit insgesamt sechs La Liga Titeln hat der Valencia C.F. nach den beiden Mannschaften aus Madrid, dem FC Barcelona und Athletic Bilbao, die fünftmeisten Ligatitel gewonnen. Hinzu gesellen sich 7 Copa del Rey Siege, ein spanischer Superpokalsieg und auf internationaler Ebene zwei Supercupsiege, ein Gewinn des Europapokal der Pokalsieger und der Gewinn des UEFA Cups.
Zudem stand der Verein im Jahr 1999/2000 und 2000/2001 zweimal in Folge im Finale der UEFA Champions League. Besonders letzteres, das erst im Elfmeterschießen gegen den FC Bayern München verloren ging, dürfte den deutschen Fußballfans besonders in Erinnerung geblieben sein. Namhafte Spieler wie Santiago Cañizares, Gaizka Mendieta, John Carew oder Roberto Ayala prägten das damalige Spiel der Mannschaft.
Die erfolgreichen Jahre um die Jahrtausendwende sind eng mit  den Trainern Héctor Cúper, der Valencia in beide Champions League Finals führte und mit seinem Nachfolger Rafael Benítez, der die letzten beiden La Liga Titel mit dem Verein gewinnen konnte verbunden.
Nach der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte, mit dem Sieg der spanischen Meisterschaft und des UEFA Cups sowie des UEFA Supercups, verließ Rafael Benítez den Verein in Richtung Liverpool.
In den folgenden Jahren pendelte der Verein zwischen Mittelfeld und Champions League Platz in der Liga.
Eine besondere Saison stellte dabei die Saison 2007/2008 dar. Mit Spielern wie Timo Hildebrand, Raúl Albiol, David Silva, Juan Mata, David Villa oder Fernando Morientes gewann man zwar den Copa del Rey, beendete die Saison in der Liga jedoch nur auf Rang 10. Gleich vier verschieden Trainer saßen in dieser Saison auf der Trainerbank. Das Bild des Vereins war von Unruhe und Unsicherheit geprägt.
Hinzu kam ein stetig wachsender Schuldenberg. Nach der Saison 2008/2009 betrug dieser gigantische 650 Millionen Euro. Er war die Folge negativer Spekulationen und der Finanz- und Immobilienkrise.

 

Die Folgen des Schuldenbergs

Um die Schulden zu reduzieren war der Verein gezwungen, viele seiner Leistungsträger zu verkaufen. Zwischen der Saison 2008/2009 und der Saison 2013/2014 verkaufte der Valencia C.F. unter anderen Raúl Albiol, David Villa, David Silva, Juan Mata, Jordi Alba und Roberto Soldado für insgesamt 155 Millionen Euro. In dieser Zeit konnte so ein Transferplus in Höhe von 92 Millionen Euro erwirtschaftet werden.
Auch der Bau des neuen Stadions Nou Mestalla musste im Zuge der Schuldentilgung gestoppt werden. Geplant war eigentlich das traditionsreiche Mestalla abzureißen und das Gelände für etwa 320 Millionen Euro an die Stadt Valencia zu verkaufen, die darauf einen Wohnkomplex errichten wollte. Die Bauarbeiten für das Nou Mestalla begannen im August 2007 und sollten im Sommer 2010 abgeschlossen sein. Ausbleibendes Geld und die daraus folgende Baustopps, verhindern jedoch bis heute die Fertigstellung und ist damit Symbol für die jahrelange Misswirtschaft des Valencia Club de Fútbol.
Um weiter Geld zu sparen, setzte der Verein in den folgenden Jahren vor allem auf jüngere und günstigere Spieler, die wie im Fall von beispielsweise Jordi Alba oder Roberto Soldado mit hohem Mehrwert wieder verkauft werden konnten.

 

Die Suche nach einem Investor

Trotz der getroffenen Maßnahmen gelang es dem Valencia C.F. nicht, die Schulden auf ein akzeptables Maß zu senken. Am 24. Januar 2014 rief Präsident Amadeo Salvo zu einer Generalversammlung im Mestalla, bei der er den Fans verdeutlichte, dass der Verein ohne fremde Hilfe vor dem Aus stehe.
Daraufhin machte sich der Verein auf die Suche nach einem ausländischen Investor. Die Suche endete am 17. Mai 2014, als der Verein bekannt gab, 70.4 % seiner Anteile an den Singapurer Milliardär Peter Lim zu verkaufen. Lim bezahlt 100 Millionen Euro für die Anteile und verpflichtet sich, die immer noch enormen Schulden in Höhe von 306 Millionen Euro zu übernehmen. In Zukunft möchte Lim 300 Millionen Euro in den Verein Investieren, 60 Millionen Euro bereits in diesem Transferfenster. Darüber hinaus möchte Lim dafür sorgen, dass das Nou Mestalla spätestens zum 100-jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 2019 fertiggestellt ist.

Das Trainerkarussell dreht sich

Anfang Juli trennte sich der Valencia C.F. von seinem Trainer Juan Antonio Pizzi. Pizzi, der erst im Dezember 2013 das Traineramt übernommen hatte, war aufgrund von guten Leistungen in La Liga bei Fans und Experten durchaus angesehen. Darüber hinaus führte er den Verein in das Europa League Halbfinale, wo man sich erst dem späteren Sieger Sevilla geschlagen geben musste. Dabei konnte eine 2:0 Niederlage aus dem Hinspiel aufgeholt werden. Valencia scheiterte lediglich an der Auswärtstorregel, durch ein Tor von Sevilla Mittelfeldspieler Stéphane Mbia in der 90. Minute und schied trotz eines 3:1 Sieges unglücklich aus.
Doch nach der Übernahme des Investors Peter Lim, entschied sich der Verein  Pizzi und sein Trainerteam zu entlassen und einen kompletten Neustart zu vollziehen. Neuer Coach der „los Che“, ist der Portugiese Nuno Espirito Santo. In der vergangenen Saison betreute Nuno das portugiesische Team Rio Ave und führte es überraschend zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte in die Europa League.
Der 40-jährige Nuno war Torhüter bei  Deportivo La Coruna und gewann mit dem FC Porto die Champions League unter José Mourinho.
Nuno Espirito Santo ist bereits der vierzehnte Trainer seit der Saison 2003/2004.
Spekulationen halten sich, wonach Lim verärgert gewesen ist, da der Verein weitere Verbindlichkeiten in Höhe von 80-90 Millionen Euro hat, die während der Verhandlungen vor der Übernahme nicht zur Sprache kamen. Um die Wogen zu glätten, trennte man sich von Juan Antonio Pizzi und verpflichtete Nuno Espirito Santo, Klient von Jorge Mendes, der wiederum ein wichtiger Geschäftspartner von Peter Lim ist.

 

Der Kader

Mit einem Altersdurchschnitt von 25,3 Jahren hat der Valencia C.F. den aktuell jüngsten Kader der Primera División. Mit Jérémy Mathieu – für 20 Millionen Euro zum F.C. Barcelona – und Juan Bernat – für 10 Millionen Euro zum FC Bayern München – gab man zwar zwei Stammspieler der letzten Saison ab, jedoch hat sich der Verein bereits mit jungen talentierten Spieler verstärkt und weitere sollen folgen. Große Hoffnungen setzten die Fans der “los Che“ hierbei auf André Gomes und Rodrigo, die von Benfica Lissabon in die spanische Hafenstadt wechselten. Die Transferrechte der beiden Spieler, gehören bereits seit Anfang des Jahres Peter Lim. Ein Wechsel stand daher bereits seit der Bekanntgabe von Lims Übernahme im Raum.
Mit Rodrigo de Paul wurde ein weiterer junger, talentierter Spieler verpflichtet, der sein Talent bereits in den Vorbereitungsspielen unter Beweis stellen konnte.
Zu dem kommen erfahre Leihspieler wie Nicolás Otamendi zurück, die dem Kader Ausgeglichenheit und Stabilität verleihen.
Mit den spanischen U-21 Nationalspielern Carles Gil und Paco Alcácer sind außerdem zwei hoffnungsvolle junge Spieler im Kader, die bereits vergangene Saison überzeugen konnten und ein Beweis der guten Jugendarbeit in Valencia sind.
In die Reihe guter junger Spieler, gesellt sich auch der algerische WM-Fahrer Sofiane Feghouli. Bei der Weltmeisterschaft in Brasilien, machte er mit 4 Scorerpunkten in 4 Spielen auf sich aufmerksam und auch in der abgelaufenen Saison, war er ein wichtiger Baustein im Team Valencias.
Valencia scheint aktuell die Früchte ihrer guten Jugendarbeit zu ernten. Hinzu kommen durchdachte Transfers junger Spieler, wodurch die Qualität des zukünftigen Kaders gesichert zu sein scheint.

Zukunft

Der Großteil der „Valencianistas“ steht dem Investor Peter Lim positiv gegenüber. Die Fans wissen, dass es ohne Investor wohl keine Zukunft gibt und sehnen sich nach den Erfolgen vergangener Tage. Zwar kursieren Ängste vor einem zweiten Málaga – Investor Al Thani investierte erst 150 Millionen Euro in neue Spieler, bevor er sich 2012 zurückzog und Spieler zwangsverkauft werden mussten, da der Verein sich die Gehälter nicht mehr leisten konnte – doch die Sehnsucht wieder zur Spitze Europas zu gehören, wie in den Jahren um die Jahrtausendwende überwiegt. Anders als andere Vereine mit einem reichen Investor im Rücken, versucht der Valencia C.F. zumindest bisher, nicht mit der Brechstange den Erfolg zu erzwingen, sondern investiert in talentierte, junge Spieler. Für die Zukunft kann das ein guter Weg sein und die Lim-Millionen sollten dafür sorgen, dass die Qualität auch gehalten werden kann und neue Qualität hinzukommt.
Sollten weiter kluge Entscheidungen getroffen und nachhaltig gewirtschaftet werden, ist der Valencia C.F. auf einem guten Weg, in Zukunft wieder bei der Musik in Europa mitspielen zu können.

Der Anfang für einen Neustart scheint somit gemacht.
Passend zum Neuanfang, hat der Valencia C.F. zur Saison 2014/2015 in Adidas einen neuen Ausrüster. Dem Wunsch der Fans, nach einem leuchtend orangenen Auswärtstrikot, wurde entsprochen. Für sie ist es die Verbindung zwischen Tradition und Zukunft. Orange steht für Erfolg, Hoffnung und Sehnsucht. Valencias Zukunft strahlt orange. Orange is back!

 

90PLUS dankt @Timuslav

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