Vorbericht zum FA Cup Finale

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Das 134. Finale des ältesten Pokalwettbewerbs der Welt steht vor der Tür. Rekordsieger Arsenal trifft auf Aston Villa. Wieder möchten die Gunners die Saison mit einem Titel beenden und wieder treffen sie auf einen Underdog. Doch das Finale ist mehr als eine „David gegen Goliath“ –Story, es ist auch die Story eines geplatzten Kindheitstraums und dessen Folgen.

Tim Sherwood tritt am Samstag auf der Seitenlinie auf den Mann, der ihm seinen Traum-Wechsel zu Arsenal vor 20 Jahren vermieste: Arsene Wenger!
Der Retter der Villans wuchs als Arsenal Fan auf und sein Vater besucht noch heute regelmäßig das Emirates Stadium. Diese Tatsache sollte Tim Sherwood einholen…doch der Reihe nach.

1996 standen Arsenal und Mittelfeldspieler Tim Sherwood in Verhandlungen über einen Wechsel. Der Kapitän der Blackburn Rovers war an Gehalt und weiteren Rahmenbedingungen kaum interessiert, so überwältig war er vom Interesse seines Lieblingsvereins. Man wurde sich schnell einig, doch als ein Anruf vom damaligen Gunners Coach Bruce Rioch die letzten Details klären sollte, wurde Tim Sherwood bitter enttäuscht. Rioch informierte ihn nämlich über seine Entlassung und somit platzte der Deal, denn sein Nachfolger, Arsene Wenger, hatte einen anderen Spieler im Visier: Ein gewisser Patrick Vieira, der zur Vereinslegende werden sollte.

Sherwood, den der damalige Club-Besitzer Jack Walker, Zinedine Zidane vorzog, blieb also vorerst bei Blackburn, ehe er 1999 aus privaten Gründen doch nach Nordlondon zurückkehrte – zum bösen Nachbarn Tottenham! Nach vier Jahren bei den Spurs und weiteren Stationen bei Portsmouth und Coventry, wurde Sherwood 2008 Co-Trainer von Harry Redknapp bei Tottenham. Zur damaligen Zeit interessierte sich kaum einer für Sherwood und seine Arsenal-Historie, doch das sollte sich 2013 plötzlich ändern, als Sherwood für den gefeuerten André Villas-Boas als Interimstrainer eingestellt wurde. Wie so oft wurde seitens der Medien und auch der Fans in den Geschichtsbüchern gestöbert und die Verbindung zu Arsenal wurde schnell wieder hergestellt. Sherwood, der sich eher auf seine einmalige „Win-Ratio“ konzentrierte, ruderte natürlich schnell zurück. Als Gründe für die Arsenal-Connection nannte er geographische Umstände und seiner Anerkennung für den Fußball im Allgemeinen. Des Weiteren dementierte er ein Gerücht, er würde ein Arsenal-Tattoo besitzen. Für die Fans der Gunners war dies natürlich ein gefundenes Fressen und so wird auch diesen Samstag, wie schon bei den hochbrisanten Derbys zwischen Arsenal und Tottenham, „Tim Sherwood’s a Gooner“ durch das Wembley Stadium schallen! Doch zurück zum eigentlichen Spiel und die Bedeutung des Finals für Arsenal und Aston Villa.

 

Bedeutung für Arsenal

Die Durststrecke von 9 Jahren ohne Titelerfolg konnte letzte Saison bereits beendet werden. Nach dem Stadionbau, der dem FC Arsenal finanziell so sehr die Hände fesselte, stehen Arsene Wenger endlich wieder die Ressourcen bereit, um mit den Großen der Premier League mitzuhalten. Auf Mesut Özil (2013) folgte in Alexis Sanchez im vergangenen Sommer der nächste Star. Die Zielsetzung ist also klar: so langsam möchte man wieder Richtung Meisterschaft und Champions League schielen. Dazu war es diese Saison zwar zu früh, doch ein weiterer Pokalerfolg würde die Aspirationen und positive Entwicklung des Vereins weiter untermauern.

 

Bedeutung für Aston Villa

Die Villans könnten durch einen Sieg im FA-CUP Finale einer katastrophalen Saison ein erfreuliches Ende bereiten. Eine solche Spielzeit mit dem Einzug in die Europa-League zu beenden, damit hätte auch vor der Saison keiner gerechnet, auch über Umwege nicht. Denn nach Platz 15 2012/2013 & 2013/2014 folgte diese Saison Platz 17. Die Fans könnten nach der unzufrieden stellenden Ära Lambert ein Erfolgserlebnis gebrauchen. Ein Pokalerfolg wäre natürlich eine Sensation, eine nicht für möglich gehaltene Wiedergutmachung für die enttäuschenden letzten Jahre und vielleicht sogar eine Initialzündung für bessere Zeiten unter Sherwood.

Der Weg ins Finale: Arsenal

Wie bereits im Vorjahr, war der Weg ins Finale für die Gunners nicht so einfach wie erhofft.

Nach einem relativ bequemen 2-0 in der dritten Runde gegen den Finalgegner (2014) aus Hull (Mertesacker / Sanchez) folgte eine Zitterpartie bei Brighton & Hove Albion. Dabei begann alles nach Plan. Walcott und Özil brachten den 11-maligen FA-Cup Sieger schon nach 24 Minuten 2-0 in Führung und nachdem Rosicky dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer von O’Grady jegliche Bedeutung zu rauben schien, zitterten sich die Gunners nach dem 2-3 von Baldock in der 75. Minute in die nächste Runde.

In der nächsten Runde folgte Pokalschreck Middlesbrough, der Manchester City in der Runde zuvor überraschend aus dem Wettbewerb warf und nun auch den FC Arsenal ärgern wollte! Olivier Giroud zog dem frechen Zweitligisten durch seinen Doppelpack (27./29.) jedoch schnell die Zähne.

Das Viertelfinale hatte einen Kracher parat: Arsenal reiste zum ewigen Rivalen Manchester United! Es war ein packender Pokalfight, in dem sich das Team von Arsene Wenger 2-1 durchsetzen konnte. Monreal brachte die Gäste in Führung (25.), ehe Rooney vier Minuten später antwortete. Ausgerechnet Danny Welbeck sorgte dann in der 61. Minute für die Entscheidung.

Im Halbfinale wartete Zweitligist Reading – die Fans träumten folglich schon von der Titelverteidigung und Alexis Sanchez bestärkte nach 39 Minuten die Euphorie der Gooners. Zu früh gefreut! Der wackere Underdog kämpfte sich nach dem Ausgleich durch McCleary in die Verlängerung, ehe ein herzzerreißender Patzer von Reading Keeper Federici in der 105. Minute das Spiel entschied. Ein haltbarer Flachschuss von Alexis Sanchez kullerte durch die Beine des Australiers und schließlich über die Torlinie.

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Der Weg ins Finale: Aston Villa

Der Finaleinzug des siebenmaligen FA-Cup Gewinners war ebenso knapp wie überraschend.

Fast wäre der Wettbewerb bereits nach dem ersten Spiel vorbei gewesen. Christian Benteke sorgte in der 88. Minute für die Erlösung gegen Zweitligist Blackpool (Endstand 1-0). In der 4. Runde folgte ein weiterer krampfartiger Sieg gegen den späteren Aufsteiger Bournemouth. Gil und Weimann brachten die Villans in Front, doch der späte Anschlusstreffer von Callum Wilson ließ die Fans im Villa Park nochmal zittern – es war das letzte Pokalspiel von Trainer Paul Lambert.

Interimscoach Scott Marshall wollte die Fans vom tristen Liga-Alltag (10 Spiele ohne Sieg und 5 Niederlagen in Folge) ablenken und das Viertelfinale erreichen. Zu Gast war Premier League Aufsteiger Leicester City. Auch dieses Spiel würde sich als Zitterpartie entpuppen. Wieder ging man 2-0 in Führung (Bacuna, Sinclair) und wieder ließ ein später Anschlusstreffer (Kramaric, 91.) das Heimteam bangen.

Das Losglück blieb Villa auch im Viertelfinale treu, erneut durfte man zu Hause einen schlagbaren Gegner begrüßen – dieses Mal West Bromwich Albion. Beflügelt von dem ersten Sieg in der Liga seit Dezember, konnte sich das Team von Tim Sherwood 2-0 durchsetzen. Nach dem 1-0 von Fabian Delph in der 51. Minute, machte ManCity-Leihgabe Scott Sinclair in der 85. Minute den Deckel zu. Als den Villans im Halbfinale der FC Liverpool zugelost wurde und die Reds im Wembley Stadium nach 30 Minuten durch Coutinho in Führung gingen, schien die zufriedenstellende Pokal-Saison sich dem Ende zu neigen. Der wiedererstarkte Christian Benteke hatte jedoch eine Antwort parat und sorgte nur sechs Minuten später

für den Ausgleich. Es kam noch besser: Fabian Delph ließ den Club aus Birmingham durch sein Führungstor in der 54. Minute von der Sensation träumen! Die Abwehr um einen überragenden Ron Vlaar hielt stand und man konnte sich auf das erste FA-Cup Finale in 15 Jahren freuen.

Erwartete Aufstellung: Arsenal

Wie schon in den letzten Wochen, muss Wenger auf Neuzugang Danny Welbeck verzichten. Ansonsten kann der Titelverteidiger fast aus dem Vollen schöpfen. Die langzeitverletzten Wilshere & Walcott zeigten sich am letzten Spieltag in super Form und dürften sich Hoffnungen auf die Startelf machen. Ramsey sollte jedoch erneut auf dem rechten Flügel beginnen, sodass Walcott im Notfall von der Bank für neuen Schwung sorgen könnte. Wojciech Szczęsny, mittlerweile zum Pokal-Keeper „degradiert“, wird den Kasten wohl anstelle von der neuen Nummer 1, David Ospina, hüten.

———————————-Szczesny———————————

—Bellerin——–Mertesacker——-Koscielny——–Monreal–

————————————————————————–

———————–Coquelin———–Cazorla———————–

————————————-Özil———————————-

——-Ramsey—————————————-Sanchez———-

———————————-Giroud———————————–

Erwartete Aufstellung: Aston Villa

Hinter dem Einsatz von „Pokal-Keeper“ Shay Given und Linksverteidiger Kieran Richardson stehen Fragzeichen. Sollte der Ire nicht fit werden, wird Brad Guzan im Tor stehen. Links hinten würde Hutton im Notfall Richardson ersetzen. Innenverteidiger Jores Okore, einer der Entdeckungen der Saison, droht ebenfalls auszufallen, da sein operiertes Knie (Kreuzbandriss in der Vorsaison) etwas überbelastet ist. Manchester City Leihgabe Scott Sinclair könnte nach überstandener Verletzung zum Einsatz kommen, die Startelf kommt aber wohl zu früh. Gut möglich, dass Gabby Agbonlahor aufgrund seiner Erfahrung von Beginn an ran darf. Sherwood alternierte zuletzt zwischen einem 4-4-2 und einem 4-3-3/4-5-1

————————————Given———————————-

—Bacuna————–Vlaar———–Baker———Richardson–

————————————————————————–

———————————-Westwood——————————

————————-Delph————-Cleverly———————-

——-N‘Zogbia—————————————Grealish———-

———————————-Benteke———————————-

Prognose

Beim FC Arsenal müsste schon einiges falsch laufen, damit Aston Villa seinen ersten FA-Cup Triumph seit 1957 feiern kann. Die Gunners Arsenal zeigten sich nach enttäuschenden Spielen gegen Swansea und Sunderland gegen West Bromwich (4-1) wieder in Top-Form. Bei den Villans dagegen scheint die Anfangseuphorie unter Sherwood etwas verpufft zu sein. Die Saison endete mit einem 1-6 gegen Southampton und einem 0-1 gegen Absteiger Burnley.

Während der Saison gewann der FC Arsenal beide Duelle deutlich (3-0 und 5-0), jedoch war das vor Sherwood.

Arsenal sollte die Erfahrung aus dem letztjährigen, knappen Finale mitnehmen und das Spiel relativ souverän für sich entscheiden können. Sollte…denn wie jeder weiß, hat der Pokal seine eigenen Gesetze und Aston Villa wird alles dafür tun, um die Sensation zu schaffen!

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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