Nach nur einer Bundesliga-Saison ist Schluss: Ilyas Ansah verlässt den 1. FC Union Berlin und wechselt fest zum Premier-League-Aufsteiger Hull City. Für die Köpenicker ist es das lukrativste Geschäft ihrer Geschichte.
Die Zahlen
- Modell: fester Transfer
- Ablöse: laut kicker zunächst 17 Millionen Euro, steigend auf rund 21 Millionen; Sky beziffert das Gesamtpaket auf über 24 Millionen
- Vertrag in Hull: bis zum 30. Juni 2031
- Alter: 21
Der Rekord
Egal, welche der beiden Zahlen am Ende stimmt: Ansah löst Taiwo Awoniyi als teuersten Abgang der Vereinsgeschichte ab. Der Nigerianer war 2022 für rund 20,5 Millionen Euro zu Nottingham Forest gewechselt.
Bemerkenswert ist die Rendite. Union hatte Ansah vor einem Jahr für etwa vier Millionen Euro vom SC Paderborn geholt. Selbst bei der konservativen Rechnung hat der Klub seinen Einsatz vervierfacht – bei der Sky-Variante versechsfacht.
Ein Jahr, das mit einem Doppelpack begann
Der Aufstieg verlief steil. Bei seinem ersten Startelfeinsatz in der Bundesliga am 23. August 2025 traf Ansah gegen den VfB Stuttgart doppelt – in der 18. Minute und in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit – und schoss Union im Alleingang zum 2:1. Kein Spieler der Vereinsgeschichte hatte das zuvor geschafft.
Es blieb kein Ausrutscher: An den ersten vier Spieltagen erzielte er vier Tore, im Anschluss folgte die Berufung in die deutsche U21. Bis zur Winterpause standen fünf Bundesligatreffer zu Buche.
In der Rückrunde ließ die Ausbeute deutlich nach. An der Gesamtbilanz von fünf Toren änderte sich bis Saisonende nichts mehr – dass das genügte, um einen zweistelligen Millionenbetrag auszulösen, sagt einiges über die Nachfrage nach jungen Stürmern in der Premier League.
Warum Hull
Der Klub von Eigentümer Acun Ilıcalı ist in die Premier League aufgestiegen und gibt seither Geld aus wie kaum ein Aufsteiger zuvor. Zum Ligaauftakt setzte es prompt eine Überraschung: Hull schlug Manchester United mit 2:0.
Ansah selbst begründete den Schritt schlicht damit, dass wohl jeder Junge davon träume, einmal in der Premier League zu spielen – er sei froh, sich diesen Traum nun erfüllen zu können.
Was Union daraus macht
Die Berliner haben bereits nachgelegt: Am selben Tag verkündeten sie die Verpflichtung von Kastriot Imeri von den Young Boys Bern. Der 26-jährige Offensivspieler trifft in Köpenick auf Mauro Lustrinelli, unter dem er in der vergangenen Saison beim FC Thun Schweizer Meister wurde.
Ob ein Zugang für rund drei Millionen Franken einen Abgang für über 20 Millionen Euro auffängt, ist eine andere Frage. Union hat mit Andrej Ilić, Marin Ljubičić, Oliver Burke und Emmanuel Latte Lath allerdings mehrere Alternativen im Angriff – und in Arijon Ibrahimović zuletzt einen weiteren Kandidaten geprüft, der stattdessen nach Augsburg ging.

