Bremen vs. Wolfsburg – Abstiegskampf gegen Europa-Ambition

Vorschau

Vorschau | Stürzen die Wölfe Bremen noch tiefer in die Krise? Mit dem VFL ist am Sonntagmittag ein Europa-League-Aspirant zu Gast an der Weser, der sich die Punkte im Kampf um den heiß begehrten Rang sechs nicht entgehen lassen will.

Anpfiff der Partie ist am Sonntag, 13:30 Uhr, Live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

Bremen braucht jeden Punkt

Die Luft wird wieder dünner für Werder. Nach dem 1:0-Arbeitssieg gegen Schalke am vergangenen Wochenende, bei dem der SVW eine Bilanz von sieben Punkten und null Gegentoren aus drei Spielen komplettierte, gerieten die Hanseaten am Mittwoch im Nachholspiel gegen die Frankfurter Eintracht komplett unter die Räder. 0:3 zeigte die Anzeigetafel im Bremer Weserstadion nach 90 Minuten und spiegelte damit erneut die besorgniserregende Heimschwäche der Norddeutschen wieder. Seit September 2019 (!) warten die Fans auf einen Sieg auf heimischem Rasen. Besonders nach Standards zeigte sich Werder enorm anfällig und offenbarte mal wieder, warum mit 62 Gegentreffern die meisten der Liga zu Buche stehen. 

Trainer Kohfeldt zeigte sich im Anschluss an die Partie nichtsdestotrotz kämpferisch: „Ich habe nicht das Gefühl, dass da heute etwas zerbrochen ist. Im Abstiegskampf muss man auch mal einen Rückschlag wegstecken. Und das werden wir“, so die optimistische Ansage des 37-Jährigen. 

Gegen Wolfsburg bietet sich für Werder nun die Chance, immerhin zurück auf den Relegationsplatz zu rutschen. Für mehr wird es momentan nicht reichen, denn die Bremer kassieren nicht nur zu viele Tore, sie haben zu allem Übel auch noch die schwächste Offensive der 18 Bundesligisten (30 Tore). 

Doch es gibt auch Lichtblicke im Vorfeld der Partie: Statistisch gesehen gehört der VFL zu Werders Lieblingsgegnern, fünf Jahre liegt die letzte Niederlage im Duell mit den Wölfen zurück. Sechs der letzten acht Partien gewannen die Weser-Kicker.

Um diese Statistik weiter auszubauen, dürfte Kohfeldt einige Änderungen in seiner Startelf vornehmen. Der gegen Frankfurt sehr blasse Davie Selke könnte zurück auf die Bank beordert werden, Milot Rashica und Leonardo Bittencourt dafür wieder auflaufen. Beendet ist die Saison dagegen für Nuri Sahin. In Folge einer Hüftverletzung wird der Deutsch-Türke in dieser Spielzeit nicht mehr zum Einsatz kommen, aufgrund seine im Sommer auslaufenden Vertrages könnte es ein stiller Abschied des 31.-Jährigen werden.

Wolfsburg will die Frankfurt-Pleite vergessen machen

Auch der VFL konnte aus dem letzten Bundesliga-Auftritt nichts Zählbares mitnehmen, auch hier hieß der Gegner Eintracht Frankfurt. Obwohl die formstarken Wölfe, die nur wenige Tage zuvor Bayer Leverkusen mit 4:1 abfertigten, gegen die Adler erneut eine eigentlich starke Leistung ablieferten, fehlte das nötige Quäntchen Glück im Abschluss. Gerade Innenverteidiger Marin Pongračić hatte nach Standards gleich mehrfach die Möglichkeit, das Spiel beim Stand von 1:1 in eine andere Richtung zu lenken. Die Chancen wurden allerdings reihenweise liegen gelassen, und so war es Frankfurts Mittelfeldmann Daichi Kamada, der das Spiel in der 85. Minute für die Hessen entschied. 

Trotz der schwachen Torausbeute zeigte sich allerdings auch in dieser Partie die enorme Gefahr, die der VFL Wolfsburg momentan nach Standards ausstrahlt: Den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Kevin Mbabu eingerechnet erzielte das Team von Trainer Oliver Glasner sieben der letzten neun Treffer mit dem Kopf. Gerade gegen die nach Standards schwachen Bremer kann diese Qualität den Unterschied machen. 

Genug Motivation dürfte ebenfalls vorhanden sein, denn die Niedersachsen wollen in die Europa League. Mit dem aktuellen sechsten Rang in der Tabelle würden sie die auch erreichen, die Konkurrenz sitzt ihnen allerdings im Nacken. Aufgrund des nicht mehr zu überwindendenden Abstands zu Leverkusen auf Rang fünf (14 Punkte), ist dieser Platz nämlich heiß begehrt. Hoffenheim ist bereits punktgleich und auch Freiburg und Hertha sind in Schlagdistanz und sollten nicht unterschätzt werden. Gegen Werder sind die drei Punkte also Pflichtprogramm für Wolfsburg, die mit Gladbach und Bayern noch zwei schwere Brocken im Restprogramm der Saison vor sich haben. 

Mit dabei sein wird nach fast vier Monaten erstmals wieder Kapitän Joshua Guilavogui. Auch Jerome Roussillon wird wahrscheinlich rechtzeitig fit sein, Renato Steffen sitzt dagegen eine Gelb-Sperre ab.

Prognose

Die Wölfe holen die Punkte. Trotz der letzten Niederlage sind die Niedersachsen in starker Form und werden gegen die schwachen Bremer keinen Ausrutscher erleben. Die einstudierten Standards werden einmal mehr das Mittel zum Erfolg sein. 

Mögliche Aufstellungen:

BremenPavlenka – Friedl, Moisander, Langkamp, Gebre Selassie – Vogt, Klaasen, Eggestein, Bittencourt – Rashica, Sargent

Wolfsburg: Casteels – Mbabu, Pongracic, Brooks, Roussillon – Schlager, Arnold, Mehmedi, Joao Victor, Brekalo – Weghorst

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(Photo by CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images)

Jasper Glänzer

Wegen Ronaldo gekommen und für Asamoah geblieben. Gefangen zwischen Bolzplatz und VAR, dabei stets ein Herz für’s Mittelmaß. Kein Bock auf Bollwerk. Seit 2019 bei 90Plus.

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