Das Duell der Underdogs – Atalanta Bergamo vs. FC Valencia

UEFA CL/EL

Vorschau | Das Duell zwischen dem Vorjahres-Vierten der spanischen La Liga und dem Vorjahres-Dritten der italienischen Serie A ist vermutlich das am wenigsten glamouröse Achtelfinale der diesjährigen Champions League – zumindest auf dem Papier. Aber vielleicht liegt auch gerade darin der große Reiz dieser Paarung zweier Teams, die sich erst am letzten Spieltag der Gruppenphase und nur um Haaresbreite für die K.o.-Phase qualifizieren konnten. Wir werfen für euch einen Blick voraus.

Das Hinspiel findet am 19.02. um 21:00 statt. Und das Rückspiel gibt es dann am 10.03., ab 21:00, zu sehen, live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

FC Valencia

Der Weg des FC Valencia in dieses Achtelfinale der Champions League war ein sehr langer und beschwerlicher. Kurz nach dem Jahreswechsel 2018/2019 standen die „Fledermäuse“ auf dem 12. Tabellenplatz, fünf Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz und neun Punkte hinter den Champions League Rängen. Die bittere 1:2-Niederlage bei Deportivo Alavés, das zu diesem Zeitpunkt den begehrten vierten Rang inne hatte, ließ all die Euphorie, die der Jahreswechsel mit sich brachte, auf Anhieb verschwinden. Trainer Marcelino sah sich erneut größter Kritik ausgesetzt und bekam doch die Rückendeckung des Vereins. Eine Entscheidung, die die Verantwortlichen rückblickend mit Sicherheit nicht bereuen.  

Denn von da an sollte es deutlich besser werden. Denn anschließend legte die Mannschaft eine Serie von zwöf ungeschlagenen Ligaspielen hin und schaffte, durch einen beeindruckenden Schlussspurt mit neun Siegen in den letzten 13 Ligaspielen, doch noch den Sprung in die „Königsklasse“. Bemerkenswert: Valencia stand ausschließlich an den letzten beiden Spieltagen auf einem Champions League Platz, doch das ist nun mal der Zeitpunkt, der zählt. Der Gewinn der Copa del Rey war dann gewissermaßen die Krönung der irren Rückrunde.

Nervenstärke

So schaffte Valencia den Sprung in die Champions League, in der man es in der Gruppe H mit dem FC Chelsea, Ajax Amsterdam und LOSC Lille zu tun bekam. Schon hier galt man durchaus als Außenseiter, spätestens seit der Entlassung von Erfolgstrainer Marcelino nur wenige Tage vor dem ersten Spieltag gegen die Londoner. Albert Celades übernahm und wurde zunächst keineswegs mit offenen Armen empfangen. Da half auch der 1:0-Sieg an der Stamford Bridge nicht. 

Die folgende 0:3-Schlappe im Heimspiel gegen Ajax und das 1:1-Unentschieden bei Lille ließen die Hoffnungen aufs Weiterkommen zusätzlich abklingen. Doch in guter alter Valencia-Manier, drehte man in den Rückspielen richtig auf: Durch einen 4:1-Sieg gegen Lille, ein 2:2-Remis gegen Chelsea und den entscheidenden 1:0-Sieg bei Ajax Amsterdam machten die „Fledermäuse“ den Einzug ins Achtelfinale perfekt, als Gruppenerster. Bei einer Niederlage wären sie übrigens in die Europa League abgerutscht.

Der FC Valencia hat also nachgewiesen, dass er vor allem dann stark ist, wenn es darauf ankommt. Eine Stärke, die nun, in der K.o.-Runde, von großer Bedeutung sein könnte. 

Wechselhafte Leistungen

Allerdings weiß man beim FC Valencia selten, was man wirklich zu erwarten hat. Von einem starken 2:0-Sieg über den FC Barcelona bis hin zu einer blamablen 1:4-Niederlage beim Aufsteiger Mallorca ist alles möglich. Der Mannschaft fehlt es insgesamt an Konstanz und Stabilität. Valencia hat in der bisherigen Saison weder mehr als zwei Spiele in Folge gewonnen, noch zweimal in Folge Unentschieden gespielt. Außerdem blieb sie auch nie zwei Partien hintereinander ohne Tor oder Gegentor. Beständig ist Valencia also nur der Unbeständigkeit, was eine seriöse Einschätzung des tatsächlichen Leistungsvermögen sehr schwierig macht. 

Dafür ist Trainer Albert Celades immerhin in der taktischen Ausrichtung sehr klar strukturiert. Valencia spielt fast immer in einer mehr oder weniger flachen 4-4-2-Grundordnung. Die Auswahl der Flügelspieler entscheiden dabei darüber, wie offensiv die Ausrichtung letztendlich ist. Carlos Soler, der sowohl rechts, als auch links spielen kann, ist die konservative Variante. Er sorgt mit seiner Spielintelligenz und seinem relativ kompletten Profil für Balance im Spiel, während Ferran Torres, Kang-in Lee und Goncalo Guedes sehr offensiv spielen und den Fokus mehr auf das letzte Drittel legen. Die Besetzung Soler links und Ferran rechts scheint derzeit die präferierte zu sein.

Achse Paulista, Parejo, Gómez

Ansonsten besteht die Achse der Mannschaft aus Abwehrchef Gabriel Paulista, Spielmacher und Kapitän Dani Parejo und Stum-Tank Maxi Gómez. Diese drei Spieler sind im Grunde nicht zu ersetzen und spielen immer, wenn sie verfügbar sind. Linksverteidiger Gayà genießt einen ähnlichen Status. Innenverteidiger Mouctar Diakhaby ist ebenfalls nahezu konkurrenzlos, da sich sein größter Konkurrent, Ezequiel Garay, schwer verletzt hat und in dieser Saison nicht mehr spielen wird. Back-up Mangala ist keine echte Alternative.

Auf den übrigen Positionen hat Celades dagegen durchaus mehrere Optionen. Rechts hinten konkurrieren Daniel Wass und Winter-Neuzugang Florenzi um den Platz, neben Parejo bemühen sich Kondogbia und Coquelin um das Startelf-Mandat und im Angriff kann der Trainer zwischen Rodrigo Moreno, Kevin Gameiro und Ruben Sobrino auswählen, wenn es darum geht einen Partner für Gómez zu finden. 

(Photo by Manuel Queimadelos Alonso/Getty Images)

Defensive Schwächen

Betrachtet man nun die Stärken und Schwächen des Teams, so ist auch in dieser Frage keine einfach Antwort möglich. Mit 33 erzielten Toren hat Valencia ligaweit die sechst meisten Tore erzielt und mit 32 Gegentoren die siebt meisten kassiert. Allerdings hätte Valencia laut der xGA-Statistik (Expected Goals Against) von understat.com sogar mit 38,76 Gegentoren rechnen müssen, womit sie den drittschlechtesten Wert aufweisen. Gemäß der dazugehörigen xP-Statistik (Expected Points) hätten sie zudem auch mit 8,21 Punkten weniger rechnen müssen, was im Vergleich Platz 11 bedeuten würde. Valencia hat in diesem Sinne und anhand dieser Statistik in der bisherigen Spielzeit deutlich überperformt. Wer aber zum Beispiel das Spiel gegen den FC Barcelona gesehen hat, dürfte auch festgestellt haben, dass die Mannschaft durchaus dazu in der Lage ist geschlossen und kompakt zu verteidigen und ein phasenweise funktionierendes Offensivpressing aufzuziehen. Nur scheinen diese Fähigkeiten nicht konstant abrufbar zu sein. 

Nichtsdestotrotz muss man konstatieren, dass die Schwächen tendenziell in der Defensive liegen, was Atalanta Bergamo, das die beste Offensive der Serie A stellt, sicherlich entgegenkommen sollte. Wenn Atalanta zudem Maxi Gómez und Dani Parejo aus dem Spiel nehmen kann, dürfte es ganz gut für sie aussehen. Doch auch Atalanta hat seine Schwächen und dazu kommen wir unter anderem im nächsten Abschnitt.

Atalanta Bergamo

Seit Gian Piero Gasperini Atalanta im Sommer 2016 als Trainer übernommen hat, schreibt der kleine Verein aus Bergamo eine großartige Erfolgsgeschichte. Gleich in seiner ersten Saison erreichte er einen hervorragenden vierten Tabellenplatz und erreichte damit den Einzug in die Europa League, was Atalanta bis dahin noch nie gelungen war. Mit Platz 7 in der folgenden Saison bestätigte man diesen äußerst positiven Eindruck, was ihnen nur sehr wenige zugetraut hätten, nur um in der Saison 2018/19 alles Bisherige zu toppen und mit dem dritten Platz in der Liga den Einzug in die Champions League perfekt zu machen. Sportlich und auch finanziell ein Quantensprung für den gesamten Verein, der durch Gasperini wachgeküsst worden zu sein scheint.

Ganz so wach schien seine Mannschaft zu Saisonbeginn allerdings nicht zu sein. In jeder einzelnen dieser drei höchst erfolgreichen Saisons kam Atalanta extrem schwer in die Gänge und fand sich rund um den fünften Spieltag nahe der Abstiegszone wieder, nur um dann doch wieder richtig aufzudrehen. In dieser Spielzeit gelang der Start, trotz der Niederlage gegen Torino am zweiten Spieltag, deutlich besser, sodass die Mannschaft nur am zweiten Spieltag nicht unter den ersten Sechs der Tabelle zu finden war.

Die beste Mannschaft der Serie A?

Gasperinis Team ist mittlerweile gut etabliert im oberen Tabellendrittel und präsentiert sich beeindruckend konstant. Trotzdem findet man immer wieder die Muse für den einen oder anderen Gala-Auftritt, wie das 7:0 bei Torino im Januar, das 7:1 gegen Udinese im Oktober oder die beiden aufeinanderfolgenden 5:0-Siege gegen Milan und Parma rund um den Jahreswechsel.

Wie sich daraus erkennen lässt, steht Atalanta in erster Linie für offensiven Fußball und durchaus auch für Spektakel. Mit 61 bisher erzielten Toren stellt man mit Abstand die beste Offensive der Liga, worin sich auch die größte Stärke der Mannschaft manifestiert. Auf der anderen Seite stehen aber auch 31 Gegentore zu Buche, die in dieser Statistik nur Platz 7 im Ligavergleich bedeuten.

Nimmt man allerdings den xGA-Wert (Expected Goals Against) zur Hand, stellt man fest, dass Bergamo vielleicht doch besser verteidigt, als es die Anzahl der Gegentore besagt. Laut xGA-Statistik von understat.com hätte man nämlich mit nur 26,69 Gegentoren rechnen müssen, ein Wert der nur von Inter Mailand und Juventus Turin unterboten wird. Betrachtet man zusätzlich auch noch die xP-Statistik (Expected Points), so fällt einem auf, dass Atalanta danach mit 47,62 zu erwartenden Punkte sogar die beste Mannschaft der Serie A ist. Ein weiterer, eindrucksvoller Beleg dafür, dass man es hier mit einem richtig guten Team zu tun hat.

Das defensive Fundament

Taktisch gesehen, spielt diese Mannschaft zumeist aus einer 3-4-1-2-Grundordnung heraus, wobei leichte Variationen, wie ein 3-4-2-1, ein 5-3-2 oder ein 3-5-2, auch zum Repertoire Gasperinis gehören. Da diese Grundformationen aber nur als Orientierung dienen und sich in ihren Grundprinzipien auch nur geringfügig unterscheiden, reicht hier eine generelle Betrachtung. Atalanta beginnt immer mit drei echten Innenverteidigern, die sich in den äußeren Räumen aber auch wohlfühlen, zwei sehr mutigen Flügelspielern und drei festen Offensiv-Spielern. 

Im Tor ist der 24-jährige Pierluigi Gollini klar gesetzt, ebenso wie die Dreierkette bestehend aus Rafael Tolói, José Luis Palomino und Berat Djimisiti. Diese vier Spieler bilden das defensive Fundament der Mannschaft und überzeugen durch etablierte Abläufe. Mit Mattia Caldara kam im Winter noch eine gute Alternative hinzu, der bereits zuvor 56 Serie A Spiele für Atalanta gemacht hat und sich daher nahtlos einfügen kann. Links ist der Deutsche Robin Gosens, der mit bisher sieben Toren und vier Vorlagen in der Liga zu überzeugen weiß, klar gesetzt, während sich auf der rechten Seite Timothy Castagne und Hans Hateboer um den Platz streiten. Im zentralen Mittelfeld hat Gasperini unterdessen die größte Auswahl, mit Remo Freuler, Marten de Roon, Mario Pasalic und Ruslan Malinovskyi stehen gleich vier starke Optionen parat. 

Beeindruckende Offensive

Auf der „Zehn“ ist Papu Gómez, als kreatives Zentrum und Kapitän der Mannschaft, dafür aber absolut unersetzlich. Der 31-jährige Argentinier kommt in der bisherigen Serie A Saison auf sechs Tore und zehn Assists, doch das drückt seinen Wert nur unzureichend aus. Mit seinen Dribblings und feinen Pässen öffnet er immer wieder das Spiel und setzt seine Teamkollegen in Szene. Will man Atalanta stoppen, muss man auch ihn in den Griff kriegen. Da Bergamo mit Josip Ilicic (14 Tore und 5 Assists in der Serie A), Daván Zapata (8 Tore, 6 Assists) und Luis Muriel (12 Tore) aber auch über drei richtig starke Stürmer verfügt, ist diese Aufgabe alles andere als einfach, will man keinen von ihnen vernachlässigen.

(Photo by Marco Luzzani/Getty Images)

Der 32-jährige Ilicic ist technisch herausragend und extrem schlitzohrig, hat allerdings manchmal auch ein gewisses Phlegma an sich. Zapata ist dagegen extrem physisch, abschlussstark und vor allem in der Luft schwer zu schlagen, während Muriel vor allem mit seinem enormen Tempo zu bestechen weiß, was ihn zu einem guten Joker macht. Muriel bleibt daher oftmals nur die Bank, wobei die Auswahl auch wunderbar vom Gegner abhängig gemacht werden kann, was für einen Trainer natürlich sehr dankbar ist.

Steile Lernkurve in der „Königsklasse“

Valencias Defensive dürfte also einem absoluten Härtetest unterzogen werden, wobei sich Atalanta in der Champions League, im Vergleich zur Liga, ungleich schwerer tut. In der Gruppe C hatten es die Italiener mit Manchester City, Shakthar Donezk und Dinamo Zagreb zu tun und mussten erstmal richtig Lehrgeld zahlen. Die ersten drei Spiele wurden allesamt verloren – bei einem Torverhältnis von 3:10. Doch auch in der „Königsklasse“ schien sich die Erfahrung mit schlechten Starts auszuzahlen: Dem 1:1 gegen Manchester City am vierten Gruppen-Spieltag folgte ein 2:0-Sieg über Zagreb und ein 3:0-Sieg bei Donezk, der letztlich zum Weiterkommen reichen sollte. Die Konstellation in der Gruppe war allerdings auch extrem günstig für Bergamo, sodass sie hier durchaus von Glück sprechen können, dass sie das Achtelfinale erreicht haben. 

Nun, in der K.o.-Runde, dürfen sie sich im Zweifel keinen schlechten Start erlauben. Vor allem vor dem Hintergrund, dass man mit einem gewissen Nachteil ins Rennen geht, denn das eigentlich Heimspiel (das Hinspiel) findet nicht im heimischen „Gewiss Stadium“, das die Anforderungen der UEFA nicht erfüllt, statt, sondern im Mailänder San Siro. Atalanta hat also im Grunde gleich zwei Auswärtsspiele, doch wenn man eine Sache über sie gelernt haben sollte, dann die Tatsache, dass sie ihren Mut ganz sicher nicht verlieren werden.

Experten-Meinung – Till Oppermann von Cavanis Friseur

(Twitter: @tilloppermann / Website: cavanisfriseur.de)

Valencia gegen Atalanta ist wohl eine der interessanteren Paarungen im Achtelfinale der Champions League. Auf der einen Seite steht mit den Spaniern eine Mannschaft, die trotz einiger Aufregung um die Entlassung ihres Erfolgstrainers Marcelinos vor Europa League-Sieger Chelsea und Ajax den Himmelsstürmern der letzten Champions League Saison, Vorrundengruppe H gewinnen konnte. Der italienische Kontrahent zog bei seinem Debüt in der Königsklasse trotz eines Fehlstarts mit drei Niederlagen noch in die nächste Runde ein.

FC Valencia

Obwohl auch die Spieler von der Demission Marcelinos geschockt waren, gab es unter dem neuen Trainer Albert Celades bereits einige Höhepunkte. Besonders ist da sicherlich der 2:0-Sieg gegen den FC Barcelona hervorzuheben. Maxi Gomez, Valencias Toptorjäger aus Uruguay, war in dieser Partie der auffälligste Akteur und erzwang Albas Eigentor und erzielte den zweiten Treffer dann selbst. Der 23-jährige stellt in dieser Saison Rodrigo und Gameiro locker in den Schatten. Auch Atalanta sollte den abschlussstarken Stürmer auf dem Zettel haben. Zuhause verloren „Los Che“ bislang kein Spiel.

Celades baut auf das Fundament seines Vorgängers: Valencia spielt weiter in einem flachen 4-4-2. Angriffe werden meist durch die Mitte oder über die rechte Seite gespielt. Im Mittelfeld zieht Kapitän und Dauerbrenner Dani Parejo die Fäden. Zwar rotiert Celades oft, aber der 30 Jahre alte Freistoßspezialist ist gesetzt. Dass Valencia in LaLiga derzeit trotzdem nur den siebten Platz belegt, liegt insbesondere an der Auswärtsschwäche. In elf Spielen in der Fremde holte man magere elf Punkte und musste bereits 23 Gegentreffer hinnehmen. Besonders gegen technisch beschlagene Gegenspieler hat der Abwehrverbund um Gabriel Paulista oft Probleme.

Atalanta Bergamo

Genau dies könnte Valencia gegen die Jungs von Gian Piero Gasperini zum Verhängnis werden. Die dribbelstarke Offensive um Josip Ilicic und Alejandro Gomez kann jeden Gegner durcheinanderwirbeln. Atalanta ist nach Manchester City und PSG die torgefährlichste Mannschaft in Europa. 61 Tore aus 23 Spielen sind in der defensivstarken Serie A eine ganz besondere Hausnummer. Und hätte Goalgetter Duvan Zapata nicht fast die Hälfte der Partien verletzungsbedingt verpasst, wären es vielleicht sogar noch mehr. In den 13 Begegnungen, in denen der Kolumbianer spielen konnte, markierte er acht Tore und legte weitere sechs auf.

Trainer Gasperini lässt stets mit einer Dreierkette und zwei Wingbacks spielen. Der von Joachim Löw geflissentlich ignorierte Robin Gosens ist dabei auf der linken Seite gesetzt. Über zwei zentrale Mittelfeldspieler soll das Spiel gepflegt aufgezogen werden. Gasperini fordert viel Ballbesitz in der Hälfte des Gegners. Dem Zehner, Alejandro Gomez lässt er dabei hinter den Spitzen Ilicic und Zapata alle Freiheiten. Die Bergamasken erspielen sich jede Menge Chancen und sind eines der aufregendsten Teams in Europa. Egal ob über die Flügel, mit Seitenwechseln, aus Einzelaktionen, über Konter oder von Freistößen in guten Positionen: Es gibt keinen Moment in dem „La Dea“ keine Torgefahr ausstrahlt

(Photo by Emilio Andreoli/Getty Images)

Prognose

Beide Teams sind schlecht darin Führungen zu verteidigen, beide Teams kommen nach Rückständen oft zurück. Beide Teams haben ungefähr gleich viele Gegentore kassiert. Valencia ist sehr heimstark und schwach in der Fremde, Atalanta holte bislang mehr auswärts mehr Punkte als daheim, konnte wegen des Stadionumbaus allerdings monatelang nicht in Bergamo spielen. Beide wollen den Ball, beide haben effiziente Stürmer. Es ist alles angerichtet für zwei Matches mit vielen Toren und schönem Fußball. Aufgrund der deutlich besseren Offensive ist Atalanta in einer leichten Favoritenrolle. Ein Run wie von Ajax in der letzten Saison ist denkbar. Die gute Gruppenphase und der Sieg gegen Barcelona beweisen allerdings: Auch Valencia ist brandgefährlich.

90PLUS-Prognose

Atalanta Bergamo verfügt über die ausgereiftere und insgesamt wohl bessere Spielanlage, doch der FC Valencia hat oft genug bewiesen, dass er ein sehr unangenehmer Gegner sein kann. Spieler wie Parejo und Gómez können mit ihrer individuellen Qualität jederzeit gefährlich werden, wenn man sie denn lässt. Die größte Frage wird sein, ob Atalanta reif genug ist, um auch im Achtelfinale der „Königsklasse“ ihre Qualitäten abzurufen. Wenn sie es schaffen, sind sie Favorit, zumal Valencia sich auswärts oft deutlich schwerer tut, als im heimischen Mestalla.

Mögliche Aufstellungen (Hinspiel)

Atalanta Bergamo: Gollini – Tolói, Palomino, Djimsiti – Hateboer, Freuler, de Roon, Gosens – Papu Gómez – Ilicic, Zapata

FC Valencia: Jaume Domenech – Wass, Mangala, Diakhaby, Gayà – Ferrán Torres, Kondogbia, Parejo, Soler – Guedes, Maxi Gómez

Anmerkung: Die in diesem Artikel genannten Statistiken sind zum Zeitpunkt vom 12.02.2020 aktuell.

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(Photo by Emilio Andreoli/Getty Images)

Christoph Albers

Cruyff-Jünger und Taktik-Liebhaber. Mag präzise Schnittstellen-Pässe, schwarze Leder-Fußballschuhe, Retro-Trikots und hat einen unerklärlichen Hang zu Fußball-Finanzen. Seit 2016 bei 90PLUS.

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