La Liga Vorschau | Letzte Chance für die „Königlichen“? – Real Madrid empfängt Barça

Vorschau

Nur drei Tage nach der 0:3-Pleite im Rückspiel der Copa del Rey, empfängt Real Madrid den FC Barcelona erneut -dieses Mal in La Liga. Für Real Madrid, das in der Tabelle schon neun Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter aus Katalonien hat, die letzte Chance vielleicht doch noch in den Meisterschaftskampf einzugreifen. Außerdem ist es auch womöglich die letzte Chance in dieser Saison im direkten Vergleich mit dem Erzrivalen einen Stich zu sehen.

Anpfiff der Partie ist am Samstag, 20:45 Uhr, live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).N

Real Madrid

Teure Rechnung

Für Real Madrid war das Duell am Mittwochabend ein sehr bitteres Erlebnis. Die „Königlichen“ hatten sich fest vorgenommen zumindest den „Königspokal“, in dem man Barça zuletzt so oft den Vortritt lassen musste, in die spanische Hauptstadt zu holen. Doch nach dem 0:3 ist dies nicht länger möglich und es sieht mehr und mehr danach aus, dass man in diesem Jahr komplett ohne nationalen Titel bleibt.

Darüber hinaus ist eine deutliche Heim-Niederlage natürlich immer bitter, vor allem, wenn man eigentlich nicht deutlich unterlegen war. Im Gegenteil, über weite Strecken der Partie hat Real Madrid Barça richtig gefordert. Das hohe Pressing, gerade zu Beginn der Partie, funktionierte gut und auch anschließend blieb die Mannschaft von Solari die deutlich gefährlichere. Aber wie das immer so ist, wenn man die eigenen Torchancen (Vinicius, Benzema, Vazquez, …) nicht nutzt, bekommt man hinten die Rechnung. Und genau so war es auch am Mittwoch. Barcelona wusste die Schwächen der Defensive gut auszunutzen und zeigte sich enorm effizient. Ein dummer Elfmeter und ein ärgerliches Eigentor waren dann die Krönung des Unglücks – zumindest aus Sicht Real.

Letzte Chance

Doch viel Zeit für Ärger bleibt nicht, denn am Samstag wartet ja schon das nächste Duell mit den Katalanen und dieses Mal will Real unbedingt die Oberhand behalten. In der Liga beträgt der Abstand auf den FC Barcelona zwar auch schon neun Punkte, doch mit einem Sieg könnte die Hoffnung, doch noch in den Kampf um den Titel einzugreifen, noch einmal neue Nahrung erhalten. Außerdem wäre ein Sieg gegen den Erzrivalen auch für die Stimmung rund um den Verein und für das eigene Selbstverständnis von enormer Bedeutung. Denn in den letzten direkten Duellen gab es zuletzt ziemlich wenig zu holen. Der letzte Sieg in einem Liga „Clasico“ liegt schon sechs Spiele zurück, im Hinspiel gab es ein blamables 1:5, im letzten Liga-Heimspiel ein 0:3. Das schmerzt und hängt allen Beteiligten bis heute nach.

Solari unter Druck

Der Druck ist also auch für Real Madrid und Trainer Santiago Solari ziemlich hoch. Der Argentinier hatte übernommen, nachdem Vorgänger Lopetegui nach dem 1:5 im Hinspiel gehen musste. Er steht, nach der erneut bitteren Pleite und der insgesamt enttäuschenden Entwicklung in den letzten Monaten, mächtig unter Druck. Ein erneuter Trainerwechsel erscheint zwar zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich zu sein, doch die Kritik an ihm wächst. Außerdem sind die Chancen auf eine Weiterbeschäftigung über den Sommer hinaus extrem gesunken. Darüber hinaus stehen ja auch in der Champions League noch wichtige Spiele bevor. Die „Königlichen“ müssen sich also unbedingt die Krone richten. Ein Sieg im „Clasico“ wäre dabei mehr als hilfreich.

Personell kann Solari dabei nahezu aus den Vollen schöpfen. Mit Isco (verletzt), Llorente (angeschlagen) und Nacho Fernandez (gesperrt) fallen lediglich drei Spieler aus, die ohnehin nicht zum Stammpersonal zählen. Dennoch ist zu erwarten, dass es im Vergleich zum Mittwoch einige Veränderungen in der Startelf geben wird. Beispielsweise dürfte Courtois ins Tor zurückkehren, für Navas, der nur im Pokal ran darf.

(Photo by Denis Doyle/Getty Images)

FC Barcelona

Endlich effizient

Beim FC Barcelona sieht die Gefühlslage, dem Ergebnis entsprechend, natürlich ganz anders aus. Hier überwiegt vor allem die Erleichterung, dass die Mannschaft in den wichtigen Spielen doch sehr gut funktioniert. Auch am Mittwoch war zwar bei Weitem nicht alles Gold, was glänzt, doch gerade die gezeigte Effizienz war etwas, das ihnen zuletzt des Öfteren stark abgegangen war. Darüber hinaus ist auch das doppelte Erfolgserlebnis für Luis Suarez ein extrem positiver Nebeneffekt. Der Uruguayer agiert zuletzt oft sehr unglücklich und befand sich in einem echten Leistungstief, das könnte er nun endlich überwunden haben, was sehr wichtig wäre, gerade im Hinblick auf die kommenden, extrem wichtigen Wochen.

Abgesehen davon ist natürlich auch der Einzug ins Pokalfinale extrem positiv. Der Traum vom Triple lebt weiter und zumindest der Pokalsieg ist nur noch ein einziges Spiel entfernt – gute Aussichten. Und auch in der Liga sind die Aussichten absolut positiv, der Vorsprung auf Platz 2 (Atletico) beträgt schon sieben Punkte. Außerdem hält man sich den Erzrivalen Real Madrid bislang auch ganz gut vom Leib. Bei einem Sieg würde der Vorsprung auf sie schon 12 Punkte betragen. Angesichts der schon weit fortgeschrittenen Saison, hätte man Real so schon im Grunde aus dem Titel-Kampf gedrängt. Ein guter Anreiz.

Ter Stegen sei Dank

Doch auch beim FC Barcelona gibt es Probleme. Die Defensive wackelte am Mittwoch erneut das ein oder andere Mal und es war einmal mehr vor allem dem starken Marc-Andre Ter Stegen zu verdanken, dass man ohne Gegentor blieb. Trainer Valverde kehrte zwar (zumindest in Teilen) zum 4-4-2 der Vorsaison zurück, doch die gleiche Stabilität konnte er damit noch nicht wieder erreichen. Zudem bleibt das Thema Coutinho auch weiterhin im Raum. Der Brasilianer wartet weiterhin auf sein Erfolgserlebnis. Das Spiel am Samstag könnte dafür die perfekte Bühne sein.

Ein anderer Brasilianer, der Valverde zuletzt ebenfalls sorgen bereitete, ist unterdessen zurück an Bord: Arthur Melo. Der Mittelfeldspieler wurde am Mittwoch kurz vor Schluss eingewechselt und feierte damit sein Comeback nach seiner Verletzung. Er kehrt also pünktlich zur heißen Phase der Saison zurück. Eine Option für die Startelf dürfte er am Samstag aber noch nicht sein. Daher wird auch am Samstag die Frage sein, wie Valverde sein Mittelfeld gestaltet.

Fragezeichen Mittelfeld

Denkbar ist, dass er Vidal oder Aleña reinrotiert. Andererseits könnte er auch wieder auf Sergi Roberto setzen, der eine Art Hybrid aus „Achter“ und rechten Mittelfeldspieler spielt. Für ihn würde dann wieder Nelson Semedo hinten rechts anfangen. Semedos Vorteil ist vor allem sein Tempo, mit dem er Vinicius Junior Paroli bieten soll, was am Mittwoch bedingt funktioniert hat.

Auch über das Mittelfeld hinaus dürfte es interessant werden, wie Ernesto Valverde seine Mannschaft aufstellen wird. Coutinho könnte in die Mannschaft zurückkehren, auch Samuel Umtiti könnte wieder seine Einsatzzeit bekommen. Viel wird davon abhängen, wer unbedingt eine Pause braucht. Definitiv verzichten muss Valverde nur auf die verletzten Vermaelen und Rafinha.

(Photo by David Ramos/Getty Images)

Prognose

Gerade nach dem Spiel am Mittwoch, dürfte der FC Barcelona auch in diesem Spiel als Favorit ins Spiel gehen. Ohnehin sprechen nahezu alle direkten Duelle der jüngeren Vergangenheit für die Katalanen, vor allem, weil sie in den entscheidenden Momenten dann doch die Nase vorn hatten. Doch wer das Spiel am Mittwoch verfolgt hat, dürfte auch gesehen haben, dass das Spiel auch ganz anders hätte ausgehen können. Die „Königlichen“ haben sich über weite Strecken gut präsentiert und haben gezeigt, dass sie nach wie vor ein enorm unangenehmer Gegner sein können. Auch am Samstag erwartet uns also ein extrem intensives und hoch umkämpftes Spiel – für Real Madrid ein echtes Endspiel um die letzte Hoffnung auf die Meisterschaft. 

Mögliche Aufstellungen

Real Madrid: Courtois – Carvajal, Varane, Sergio Ramos, Reguilon – Modric, Casemiro, Kroos – Vazquez, Benzema, Vinicius Junior

FC Barcelona: Ter Stegen – Nelson Semedo, Piqué, Lenglet, Jordi Alba – Sergi Roberto, Busquets, Rakitic – Messi, Suarez, Dembele

(Photo by David Ramos/Getty Images)


Christoph Albers

Cruyff-Jünger und Taktik-Liebhaber. Mag präzise Schnittstellen-Pässe, schwarze Leder-Fußballschuhe, Retro-Trikots und hat einen unerklärlichen Hang zu Fußball-Finanzen. Seit 2016 bei 90PLUS.

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