La Liga Vorschau | Zwischen Champions League Hoffnung und Klassenerhalt – Real Valladolid vs. FC Valencia

Vorschau

Vorschau | Es ist der letzte Spieltag der Saison, nur noch ein letzter Schritt ist zu gehen. Wenn man so will, sind die Gastgeber diesen Schritt allerdings schon am letzten Spieltag gegangen – der 2:1-Sieg bei Rayo Vallecano reichte zum vorzeitigen Klassenerhalt. Der FC Valencia braucht unterdessen noch einen Sieg, um den Einzug in die Champions League perfekt zu machen. Der Auftrag ist also klar!

Anpfiff der Partie ist am Samstag, 16:15 Uhr, live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

Real Valladolid

Weckruf zur rechten Zeit

Valladolid hat eine sehr abwechslungsreiche Saison hinter sich – wenn man es positiv ausdrücken will. Nach fünf sieglosen Spielen zu Beginn der Runde, schwang man sich zwischenzeitlich zum Überraschungsteam der Liga auf, einer vier Spiele langen Siegesserie sei Dank. Anschließend ging es jedoch auch schnell wieder runter, ins die unteren Gefilde des Classements. Auf einen Abstiegsplatz fiel die Mannschaft aber erst am 32. Spieltag.

Normalerweise würde man davon ausgehen, dass dann Panik ausbricht, Trainerwechsel und Kurzschlussreaktionen inklusive, doch in Valladolid ticken die Uhren offenbar anders. Der Fall auf einen Abstiegsplatz wirkte wie ein Weckruf, die Mannschaft verlor seitdem nämlich nur noch eins ihrer sechs Spiele und holte in diesem Zeitraum stolze 11 Punkte. Der Lohn: Die Rettung am 37. Spieltag. Damit ist Valladolid nebenbei auch der einzige Aufsteiger, der auch in der nächsten Saison in Spaniens Eliteklasse spielen wird. Ein großer Erfolg für den kleinen Verein.

Retter Guardiola

Der letzte Schritt wurde, wie schon angesprochen, am letzten Spieltag, beim bereits abgestiegenen Mitaufsteiger Rayo Vallecano gemacht. Doch auch bei diesem Sieg kam man nicht ganz ohne Drama aus. Enes Ünal brachte Valladolid früh, in der sechsten Spielminute, per Elfmeter in Führung und stellte die Weichen auf Klassenerhalt. Doch eine Viertelstunde vor dem Ende gelang Rayo, in Person von Alvaro Medran, der Ausgleich. Plötzlich musste Valladolid wieder zittern. Allerdings bewies Valladolid einmal mehr seine Nehmerqualitäten und schlug nur sieben Minuten später zurück, Sergi Guardiola erzielte das entscheidende Tor – das Tor zum Klassenerhalt.

Ohnehin ist dieser Sergi Guardiola ein ganz wesentlicher Faktor für den Klassenerhalt. Er kam im Winter für fünf Millionen Euro aus Cordoba (in der Hinrunde war er an Getafe verliehen) und trug mit drei Toren und drei Assists in 17 Einsätzen ganz wesentlich zum Turnaround bei. Doch nicht nur seine Torbeteiligungen waren entscheidend, auch seine enorme physische Präsenz und seine harte Arbeit. 

Im Bezug auf das Spiel gegen Valencia gibt es eigentlich nicht mehr allzu viel zu sagen. Valladolid möchte die Saison vor heimischen Publikum gut zu Ende bringen und diesen Erfolg angemessen feiern. Man kommt mir mächtig Rückenwind, kann die Gäste nochmal gewaltig ärgern und endlich auch mal ganz befreit aufspielen. Es gibt deutlich unangenehmere Voraussetzungen für ein letztes Saisonspiel…

(Photo by Denis Doyle/Getty Images)

FC Valencia

Nur ein Sieg zählt

Während Valladolid also gar keinen Druck mehr hat, muss der FC Valencia noch einmal liefern. Die Fledermäuse haben zwar derzeit den so wertvollen vierten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Champions League berechtigt, inne, doch einen Ausrutscher darf man sich definitiv nicht erlauben. Der FC Getafe (empfängt Villarreal) ist punktgleich und der FC Sevilla (empfängt Bilbao) hat auch nur zwei Punkte Rückstand. Bei einem Punktverlust ist die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eines dieser Teams an ihnen vorbeizieht, also sehr hoch. Das Motto ist klar: Nur ein Sieg zählt. 

Im Vorfeld gibt es aber sehr viel, was Hoffnung macht. In der Liga haben die Fledermäuse acht ihrer letzten 12 Spiele gewonnen. Mit 27 Punkten in 18 Auswärtsspielen sind sie zudem die viert-beste Auswärtsmannschaft der Liga, während Valladolid mit 20 Punkten in 18 Heimspielen die dritt-schlechteste Heimmannschaft der Liga ist. Abgesehen davon braucht man sich mit der viert-besten Defensive der Liga (nur 35 Gegentore) hinten wohl kaum Sorgen zu machen, gegen die schlechteste Offensive der Liga (Valladolid erzielte nur 32 Tore). Und auch der direkte Vergleich spricht für Valencia: Keines der letzten sieben direkten Duelle wurde verloren.

Kapitän Parejo muss voran gehen

Die Kehrseite der letzten Statistik ist aber auch, dass die letzten drei direkten Duelle allesamt unentschieden endeten. Und da kommen wir auch schon zum großen Problem der „Ches“ in dieser Saison – in 37 Spielen spielten sie 16-mal Unentschieden, kein anderes Team schaffte mehr als 14. Und ein Remis würde wohl nicht zu Platz 4 reichen. Valencia muss den Druck also hochhalten, am besten aber ohne zu verkrampfen.

Was die individuelle Qualität angeht, muss man sich ja ohnehin keine Sorgen machen. Die Mannschaft ist klar besser besetzt, auf jeder Position. Das muss nur entsprechend ausgespielt werden. Dabei wird es vor allem auf Kapitän Dani Parejo ankommen, der das Herz, die Seele und der Puls der Mannschaft ist. Er ist bester Torschütze und bester Vorlagengeber seiner Mannschaft, als Spielmacher und Kapitän muss er ohnehin vorangehen. Zudem werden sicherlich auch seine guten Standards von großer Bedeutung sein. Der Fokus richtet sich also auf ihn. 

Gute Chancen

Abgesehen von ihm, sind mit Soler, Guedes, Rodrigo, Mina, Gameiro oder auch Ferran Torres aber auch ausreichend Spieler vorhanden, die den Unterschied ausmachen können. Auf die verletzten Kondogbia, Cheryshev und den abwesenden Kang-in Lee (Länderspiel-Abstellung) muss Trainer Marcelino allerdings verzichten- Verschmerzbare Verluste.

Alles in allem stehen die Chancen auf das Erreichen der Champions League aber sehr gut, Valencia ist klarer Favorit. Und am nächsten Sonntag wartet dann auch noch das Copa del Rey Finale gegen den FC Barcelona, es geht also nochmal um alles.

(Photo by David Ramos/Getty Images)

Prognose

Valencia ist klarer Favorit und sollte das Spiel unter normalen Umständen auch für sich entscheiden, auch weil sie müssen. Für die Gäste steht eine Menge (nicht zuletzt Geld) auf dem Spiel, während die Gastgeber vollkommen befreit und mit der großen Erleichterung im Rücken aufspielen können. Und genau da liegt die große Gefahr für Valencia, sie dürfen nicht verkrampfen.

Mögliche Aufstellung

Real Valladolid: Jordi Masip – Moyano, Kiko, Calero, Nacho – Oscar Plano, Michel, Alcaraz, Waldo Rubio – Sergi Guardiola, Enes Ünal

FC Valencia: Jaume – Piccini, Diakhaby, Gabiel Paulista, Gaya – Soler, Coquelin, Parejo, Guedes – Rodrigo, Santi Mina

(Photo by JOSE JORDAN/AFP/Getty Images)

Christoph Albers

Cruyff-Jünger und Taktik-Liebhaber. Mag präzise Schnittstellen-Pässe, schwarze Leder-Fußballschuhe, Retro-Trikots und hat einen unerklärlichen Hang zu Fußball-Finanzen. Seit 2016 bei 90PLUS.

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