Relegation | Köln trifft auf Kiel: Vieles spricht für den Erstligisten

1.FC Köln Holstein Kiel
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Vorschau | Es herrschen unterschiedliche Vorzeichen vor dem Relegationshinspiel zwischen dem 1.FC Köln und Holstein Kiel. Während die Geißböcke kurz vor Schluss den direkten Abstieg verhinderten, vergaben die Störche gleich zwei Möglichkeiten, den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga einzutüten.

Anpfiff der Partie ist am Mittwoch, 18:30 Uhr, live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • 1.FC Köln: Unter Funkel gab es einen Aufwärtstrend
  • Findet Holstein Kiel ein Weg aus dem Loch?
  • Das erst fügte sowie sechste Duell beider Vereine sind von enormer Bedeutung

1.FC Köln: Eine besondere Begegnung steht bevor

Der 1.FC Köln und Holstein Kiel haben eine spezielle Verbindung. Denn nach dem sechsten Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte übernahm Markus Anfang (45) als Trainer und Rafael Czichos (31) sowie Dominick Drexler (30) aus Kiel an den Rhein. Während die beiden Spieler weiterhin im Verein sind, ist Anfang bereits seit exakt zwei Jahren – genauso wie sein Wunschspieler Kingsley Schindler (27), der ebenfalls aus dem hohen Norden verpflichtet wurde – wieder Geschichte. Seitdem probierten sich Achim Beierlorzer (53) und Markus Gisdol (51) an der Seitenlinie aus, ehe Friedhelm Funkel (67) ins höchst bedrohlicher Lage aus der Rente zurückkehrte. 23 Punkte aus 28 Spielen hatten die auf Rang 17 platzierten Domstädter damals auf dem Konto. Unter dem Trainerroutinier wendete sich das Blatt.

 

Trotz der Siege über Leipzig und Augsburg befanden sich die Geißböcke vor dem letzten Spieltag weiterhin auf einem Abstiegsplatz, was bis zur 85. Minute anhielt. Dann köpfte Sebastiaan Bornauw (22) das erlösende 1:0 gegen Schlusslicht Schalke. Parallel unterlag Werder Bremen dem Kölner Erzrivalen Borussia Mönchengladbach mit 2:4, wodurch der 1.FC auf den Relegationsplatz vorrückte.

Bornauw steht exemplarisch für die Genesung einiger Akteure, die die Mannschaft entscheidend verbessern. Der Innenverteidiger litt unter einer langwierigen Rückenverletzung und feierte erst unter Funkel sein Startelf-Comeback. Ebenfalls seit vier Partien wieder an Bord sind Florian Kainz (28) und Angreifer Sebastian Andersson (29). Das Duo belebte die oftmals einfallslose Offensive, genauso wie Jonas Hector (30). Der Kapitän agierte im 4-2-3-1 teils in der Zehnerrolle und trat als Anführer in Erscheinung.

Ein Heimsieg ist das Ziel

Auch am Mittwochabend wird der ehemalige deutsche Nationalspieler wohl wieder in vorgezogener Rolle benötigt, da der Einsatz von Andersson erneut auf der Kippe steht. Auf der Pressekonferenz sagte Funkel: „Ich möchte nicht ausschließen, dass Andersson am Mittwoch dabei ist. Zuletzt hat er mehr Zeit gebraucht, aber es kann diesmal auch anders sein. Schau´n mehr mal, hat mal ein ganz großer Trainer und Spieler gesagt.“ Obwohl ihm kein gelernter Stürmer zur Verfügung stehen könnte, setzt er eine klare Zielvorgabe: „Die Herangehensweise wird wie vor jedem anderen Spiel auch sein. Wir wollen das erste Tor im eigenen Stadion natürlich gewinnen. Wir wollen die spielbestimmende Mannschaft sein und möglichst viele Tore erzielen.“

Für Funkel sei es nun wichtig, „die Spieler an ihre Stärken zu erinnern.“ Zudem warnte er vor dem vermeintlich angeschlagenen Gegner: „Dass sie ihr Ziel, den direkten Aufstieg verpasst haben, kann im Sport passieren. Wir brauchen aber nicht davon ausgehen, dass sie niedergeschlagen sind. Sie werden gegen uns eine Jetzt-erst-recht-Stimmung haben.“ Weitere Fragezeichen neben Andersson gibt es immerhin nicht zu vermelden. Lediglich der ohnehin aussortierte Emmanuel Dennis (23) fällt aufgrund eines Pferdekusses aus. Dafür stoßen Ismail Jakobs (21) und Ellyes Skhiri (26) nach abgesessener Gelbsperre wieder zum Kader. Es ist davon auszugehen, dass sie direkt in die Startelf rutschen, sodass die Kölner auf ihre nahezu beste Formation zurückgreifen können.

Holstein Kiel: Der Aufstiegstraum wieder zum Leben erwecken

Holstein Kiel hat eine äußerst turbulente reguläre Spielzeit hinter sich gebracht. Im Ligabetrieb wussten die Störche frühzeitig zu überzeugen. Weiter an Fahrt nahmen sie nach der Pokal-Sensation gegen den FC Bayern München auf. Die Reise im DFB-Pokal führte bis ins Halbfinale. Dazwischen musste sich die gesamte Mannschaft sowohl im März als auch im April für 14 Tage in Quarantäne begeben. Dadurch entstand der extrem eng getakteten Spielplan mit neun Pflichtspielen in 30 Tagen. Doch auch diese Rückschläge überstand die Auswahl des jungen sowie auch bei anderen Vereinen gefragten Ole Werner (33). Sie entschied die Begegnung mit beeindruckenden Kraftakten für sich. Vier Heimsiege am Stück, die neben der Willensstärke vor allem der defensiven Sicherheit zu verdanken waren, sorgten für zwei Aufstiegs-Matchbälle.

Ein Dreier aus den verbliebenden Partien gegen Karlsruhe und Darmstadt hätte zum historischen Aufstieg in die Bundesliga ausgereicht. Doch zunächst verspielte der KSV beim KSC eine Pausenführung. Im Heimspiel gegen die Lilien um Ex-Trainer Anfang wiederholte sich das Drama. Erneut traf der formstarke Janni Serra (23) zum verdienten 1:0. Genauso nahm das Geschehen nach dem Seitenwechsel einen entgegensetzten Verlauf. Binnen 24 Minuten traf Darmstadt gleich dreimal. Der Anschlusstreffer von Fin Bartels (34), der ebenfalls eine tolle Saison mit 17 Scorerpunkten hinlegte, kam zu spät. Parallel rang Fürth nach 45-minütiger Unterzahl Düsseldorf mit 3:2 nieder und verdrängte Kiel auf den Relegationsplatz, den es bereits in der Spielzeit 2017/18 bezog. Damals unterlagen die Störche dem individuell weit überlegenden VfL Wolfsburg deutlich (1:3, 0:1).

1.FC Köln Holstein Kiel

Photo: Imago

Um eine weitere Enttäuschung zu verhindern, muss Trainer Werner seine Mannschaft schnellstmöglich wieder aufrichten. Im Anschluss an die Darmstadt-Niederlage meinte er: „Bei uns ist es heute sehr, sehr still.“ Letztlich blickte er jedoch schon am Sonntagabend wieder nach vorne und betonte: „Wir waren immer dann am stärksten, wenn niemand mehr einen Pfifferling auf uns gesetzt hat.“

Personalsorgen im zentralen Mittelfeld

Sportvorstand Uwe Stöver (54) fügte zudem an: „Köln hat noch mehr zu verlieren als wir. Da wird auch der Kopf mitspielen.“ Dennoch geht der Erstligist bevorteilt ins Aufeinandertreffen. Auf Holstein-Seite handelten sich nämlich gleich zwei prägende Akteure aus der Sechserposition die fünfte Gelbe Karte ein. Alexander Mühling (28) sowie Jonas Meffert (26) werden das Hinspiel nur von der Tribüne aus verfolgen können. Dafür könnte der ehemalige Kölner Niklas Hauptmann (24) oder auch Routinier Alexander Ignjovski (30) in die Startaufstellung rutschen.

Für Kiel wird es von hoher Bedeutung sein, im Mittelfeldzentrum dagegen zu halten. So könnten sie das Geschehen auf die Flügelpositionen verlagern, sodass die Innenverteidiger Hacke Wahl (27) und Simon Lorenz (24) leichteres Spiel hätten. Schließlich gilt es ein akzeptables Resultat ins Rückspiel mitzubringen, dass am Samstag im Holstein-Stadion stattfinden wird. Dort sammelte der KSV beachtliche 35 seiner insgesamt 62 Zähler ein.

Prognose:

Es ist mit einem typischen, ereignisarmen Relegationshinspiel zu rechnen. Der 1.FC Köln wird trotz des Schwungs aus dem Schalke-Spiel kein allzu hohes Risiko eingehen, weil ein Gegentor unbedingt vermieden soll. Holstein Kiel wird ebenfalls zunächst auf die defensive Stabilität achten und versuchen viel Ballbesitz zu ergattern, um nicht den höchstmöglichen Kraftaufwand betreiben zu müssen. Am Ende könnte ein knapper Erfolg für die individuell mit höheren Fähigkeiten bestückten Gastgeber herausspringen.

Mögliche Aufstellungen:

Köln: Horn,-Schmitz, Bornauw, Czichos, Jakobs,-Skhiri, Özcan,-Wolf, Hector, Kainz,-Duda

Kiel: Dähne,-Neumann, Wahl, Lorenz, van den Bergh,-Hauptmann (Ignjovski),-Bartels, Porath, Lee, Reese,-Serra

(Photo: Imago)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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