Schalke vs Hertha: Dardai will „den Joker“ ziehen

Bundesliga

Vorschau | Während die Saison für den FC Schalke 04 eigentlich schon seit längerem beendet scheint, geht sie für Hertha BSC jetzt erst in die entscheidende Phase. Am Mittwochabend treffen die Teams im Nachholspiel des 31. Spieltages aufeinander. Gastgeber Schalke will weitere Erkenntnisse für die neue Spielzeit sammeln, die Berliner Gäste wichtige Punkte für den Klassenerhalt.

  • Schalke verlor nach Zwei-Tore-Führung noch gegen Hoffenheim
  • Trainer Grammozis nutzt die letzten Spiele für die neue Saison
  • Hertha will den Positivtrend von sechs Partien ohne Niederlage bestätigen

Schalke 04: Mit einem Bein in der nächsten Saison

Es erscheint bereits seit vielen Monaten als bittere Gewissheit, seit kurzem ist es auch offiziell: Der FC Schalke 04 wird die kommende Saison in der 2. Liga verbringen, der Abstieg ist besiegelt. Darauf reagierte der Verein bereits Anfang März, als er Dimitrios Grammozis (42) zum Trainer machte und ihn mit einem Vertrag für einschließlich die kommende Spielzeit ausstattete. Mit Grammozis soll der Wiederaufbau gelingen – dafür werden bereits die letzten Spiele der laufenden Saison genutzt.



 

Das machte auch die letzte Begegnung gegen die TSG Hoffenheim deutlich. Trainer Grammozis vertraute auch in jenem Spiel einer blutjungen Mannschaft, gespickt mit Eigengewächsen. Die Botschaft: Jetzt kann man sich bereits für die nächste Saison empfehlen! So gab gegen Hoffenheim beispielsweise Florian Flick (21) sein Bundesliga-Debüt. Auf der Bank nahmen gleich fünf Eigenewächse Platz. „Natürlich ist es eine Überlegung, den Jungs eine Plattform zu geben, damit sie sich zeigen können“, bestätigte Grammozis. „Es ist ein wichtiger Schritt, um Erkenntnisse zu gewinnen. Um zu sehen, welche Spieler auf diesem Niveau mithalten können.“

Schalke vor Spiel gegen Hertha: Planungen für Liga zwei laufen

Schalke ist mittendrin, den Kader für die kommende Zweitliga-Saison zu planen. Mit Danny Latza und Simon Terodde wurden bereits zwei Routiniers verpflichtet, an denen sich die zahlreichen Talente orientieren können. Man verschaffe sich aktuell einen Überblick, mit wem es kommende Saison weitergehen könnte. Gleichzeitig weiß Grammozis, dass „die Ergebnisse nicht so sind, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Die „Königsblauen“ haben die letzten drei Partien allesamt verloren, 13 Punkte sind es nach 31 Spielen. Gegen Hoffenheim führte Schalke zur Halbzeit sogar 2:0 und hatte damit die Chance auf den dritten Saisonsieg. Letztendlich ging aber auch dieses Spiel verloren, mit 2:4 musste man sich noch geschlagen geben. Einer von unzähligen Nackenschlägen in dieser Saison.

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Es ist ein schwieriges Unterfangen, die aktuelle Saison bis zum Ende mit Haltung zu moderieren und gleichzeitig für die Mission in Liga zwei die Weichen zu stellen. „Wir werden mit diesen Spielern eine Strategie herausarbeiten, damit wir gegen Hertha ein gutes Spiel machen“, versicherte Grammozis vor dem Spiel gegen Hertha. „Jetzt nochmal alles über den Haufen zu schmeißen, wäre auch nicht zielführend. Wir wissen, dass wir ein anderes Gesicht zeigen müssen, und das ist unser ganz klarer Fokus.“ Man darf gespannt sein, welche Gesichter das am Mittwoch sein werden, bereits 37 verschiedene Spieler wurden in der laufenden Saison eingesetzt – wenigstens da ist Schalke absolute Spitze.

Hertha BSC: Die Punkte werden mehr, die Beine schwerer

 Während sich Gegner Schalke 04 bereits um die kommende Saison kümmert, liegt der Fokus von Hertha BSC aktuell einzig und allein auf der laufenden Spielzeit. Die Berliner sind zuletzt aus 14 Tagen Quarantäne gekommen, um ein Restprogramm von sechs Spielen in 20 Tagen zu absolvieren. Die Befürchtungen  waren groß, doch bislang kommt Hertha gut durch die Spiele: In den drei Begegnungen seit dem Quarantäne-Ende wurden fünf Punkte geholt.

Schalke Hertha

Photo by Imago

Damit hat Hertha einen Punkt mehr aus den Partien geholt, als Trainer Pal Dardai (45) als Minimalziel vorab ausgegeben hatte. Mit nun 31 Punkten steht Hertha mit noch einem Spiel weniger als die Konkurrenz auf Rang 14 – punktgleich mit Platz 15 und 16, allerdings mit dem deutlich besseren Torverhältnis. Bislang ist man in Berlin sehr zufrieden, wie die Mannschaft aus der zweiwöchigen Quarantäne und mit so wenig Training im Vorlauf durch den eng getakteten Spielplan geht. Besonders das Unentschieden gegen formstarke Mainzer und der souveräne  3:0-Sieg über den SC Freiburg stimmen positiv. Das 0:0 gegen Arminia Bielefeld am vergangenen Sonntag könnte als erster kleiner Dämpfer gewertet werden, doch das Spiel zeigte auch erste Symptome der geringen Regenerationszeit.

Schalke der Joker im Abstiegskampf?

Trotz des Modells mit zwei unterschiedlichen Mannschaften wirkten die Beine der Berliner gegen Bielefeld erstmals schwer, man kam nicht in den Rhythmus. “Ich spüre Ruhe, keine Hektik, keine unsicheren Spieler. Wenn der Schiedsrichter pfeift, sind wir da. Bisher war unsere Mannschaft in den engen Spielen immer da”, will Dardai allerdings keine Panik aufkommen lassen.” Der Ungar hofft, Hertha habe gegen Schalke “fitnessmäßig eine bessere Tagesform als gegen Bielefeld.”

Dardai bezeichnete das Spiel gegen Schalke im Vorfeld als “Joker”, den man ziehen wolle. Aber auch in diesem Spiele bräuchte es laut dem 45-Jährigen eine konzentrierte Leistung. “Schalke 04 ist schwierig einzuschätzen. Wir gehen davon aus, dass sie nochmal alles raushauen werden”, sagte Niklas Stark (26) im Vorfeld. “Für uns geht es noch um sehr viel, wir gehen mit Elan in die Partie und spielen auf Sieg.” Personell zeigen sich allerdings erste Verschleißerscheinungen bei Hertha. Nach Matteo Guendouzi ist auch für Mittelstürmer Jhon Cordoba (28) die Saison frühzeitig beendet. Darüber hinaus werden auch Maxi Mittelstädt (24) und Matheus Cunha (21) nicht zur Verfügung stehen. Auch für Sami Khedira (34) kommt das Schalke-Spiel noch zu früh, dafür werden aber wohl Marvin Plattenhardt (29) und Dodi Lukebakio (23) zurückkehren.

 

Prognose

Für Hertha BSC stehen die Tage der Wahrheit an, die nächsten drei Spiele entscheiden über Klassenerhalt und Abstieg. Die Berliner sind seit sechs Ligaspielen ungeschlagen und gut aus der Quarantäne gekommen – nun muss gegen Schalke 04 nachgelegt werden. Ein Sieg ist unabdingbar und könnte ein riesiger Schritt sein. Schalke wird sich nach dem erneuten Nackenschlag gegen Hoffenheim kaum noch aufbäumen können, der Sieg wird an Hertha gehen.

 Voraussichtliche Aufstellungen:

 Schalke 04: Fährmann – Oczipka, Mustafi, Becker – Kolasinac, Serdar, Flick , Schöpf – Harit – Huntelaar (Paciencia), Hoppe

 Hertha BSC: Schwolow – Torunarigha, Alderete, Boyata (Stark), Pekarik – Tousart, Ascacibar – Dilrosun, Darida, Radonjic – Piatek

Photo: Imago

Marc Schwitzky

Erst entfachte Marcelinho die Liebe zum Spiel, dann lieferte Jürgen Klopp die taktische Offenbarung nach. Freund des intensiven schnellen Spiels und der Talentförderung. Bundesliga-Experte und Wortspielakrobat. Seit 2020 im 90PLUS-Team.

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