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90PLUS » Bayern zerlegt Bodø/Glimt erst nach dem Torwartwechsel
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Bayern zerlegt Bodø/Glimt erst nach dem Torwartwechsel

Fritz Pecker
11.09.26, 09:12
Fritz Pecker
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(Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Fünf Tore, ein Platzverweis, ein Comeback-Treffer. Das ist die Meldung. Die interessantere Frage ist, warum von alledem in den ersten 45 Minuten nichts zu sehen war.

Eine Halbzeit gegen eine Wand

Bodø/Glimt kam mit einem Plan nach München und hielt sich daran: tief stehen, die Zentrale zumachen, den Bayern den Ball überlassen. Das funktionierte besser, als es in der Ergebniszeile später aussehen sollte. Bayern kontrollierte das Spiel über weite Strecken mit rund drei Vierteln Ballbesitz – und kam trotzdem nicht durch.

Nikita Haikin hielt gegen Luis Díaz, gegen Musiala, gegen Kimmich. Kimmich traf zusätzlich aus 25 Metern den Pfosten. Und beinahe hätte es die Norweger fast selbst erwischt, als ein verunglückter Rückpass von Upamecano knapp am eigenen Tor vorbeirollte. Ein Zwischenstand von 0:0 zur Pause war kein Zufall, sondern das Ergebnis von zwei funktionierenden Bausteinen: Disziplin und ein Torhüter in Form.

Der Wechsel, der das Spiel kippte

Haikin konnte nach der Pause nicht weitermachen, für ihn kam Julian Faye Lund. 78 Sekunden später lag der Ball im Netz. Musiala reagierte am schnellsten, nachdem ein Abschluss von Kane abgefälscht worden war.

Die Frage ist also nicht, ob Bayern in Halbzeit eins zu wenig zwingend war. War es. Die Frage ist, wie schmal der Grat zwischen einem 0:0 und einem 5:0 in diesem Wettbewerb tatsächlich ist – und wie stark ein einzelner Personalwechsel ihn verschieben kann.

Musialas Abend

Für den 23-Jährigen war es der erste Startelfeinsatz der Saison, nachdem er in der Vorbereitung zweimal auf dem Platz zusammengebrochen war und seine Diagnose anschließend selbst öffentlich gemacht hatte. Drei Pflichtspiele fehlte er, zuletzt kam er beim 0:0 auf Schalke von der Bank. Sein Treffer war zugleich der 900. Bayern-Treffer im Europapokal der Landesmeister beziehungsweise in der Champions League – hinter diesem Wert liegt europaweit nur Real Madrid.

Kompany sagte hinterher sinngemäß, man habe gewusst, dass dieser Moment komme, und wünschte sich, dass nun wieder die Leistung im Vordergrund stehe. Ein bemerkenswert nüchterner Satz für einen Abend, an dem 75.000 Menschen im Stadion etwas anderes gefühlt haben dürften.

Olise macht den Unterschied – schon wieder

Kane köpfte nach Olise-Freistoß zum 2:0 (61.), Davies drosch den Ball aus 20 Metern zum 3:0 ins Eck (77.). Dann übernahm der Franzose selbst: 83. Minute aus 25 Metern in den Winkel, 90.+2 nach einem Ballverlust der Gäste. Zwei Tore, eine Vorlage, dazu das Foul, das Odin Bjørtuft in der 87. Minute den Platzverweis einbrachte. Wer wissen will, wo bei diesem Bayern der Unterschied zwischen kontrolliert und gefährlich verläuft, muss auf Olises linken Fuß schauen.

Die Torfolge

Minute Torschütze Vorbereitung
47. Musiala abgefälschter Kane-Schuss
61. Kane Olise (Freistoß)
77. Davies abgewehrte Ecke
83. Olise Karl
90.+2 Olise —

Fünf Tore, aber kein Beweis

Die Erwartungswerte lagen am Ende bei 2,49 zu 0,2 – Bayern war klar überlegen, aber nicht so überlegen, wie das Ergebnis suggeriert. Drei der fünf Treffer fielen gegen einen Gegner, der körperlich am Ende war, einen davon in Unterzahl. Am Wochenende zuvor hatte dieselbe Mannschaft auf Schalke keinen Treffer erzielt.

Der Auftakt ist gelungen, keine Frage. Aber wer aus 45 Minuten Ratlosigkeit und 45 Minuten Rausch eine Unaufhaltsamkeit ableitet, verwechselt das Endergebnis mit der Leistung. Am Sonntag geht es nach Elversberg. Da wird niemand in der Halbzeit den Torhüter tauschen müssen.

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