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90PLUS » Undav legt auf, Demirović vollendet: Der Abend, an dem Hoeneß‘ Brandrede zwölf Minuten später Recht bekam
Champions League

Undav legt auf, Demirović vollendet: Der Abend, an dem Hoeneß‘ Brandrede zwölf Minuten später Recht bekam

90PLUS Redaktion
09.09.26, 21:24
90PLUS Redaktion
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STUTTGART, GERMANY - SEPTEMBER 09: Deniz Undav of VfB Stuttgart looks on after the UEFA Champions League 2026/27 League Phase MD1 match between VfB Stuttgart and Viking FK at Stuttgart Arena on September 09, 2026 in Stuttgart, Germany. (Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Stuttgart. Am Dienstag hatte Sebastian Hoeneß gesagt, wer Deniz Undav über Statistiken erklären wolle, habe schon verloren. Am Mittwoch lieferte Undav die Statistik nach, die keiner Erklärung bedarf: zwei Vorlagen in sechs Minuten. Beide für Ermedin Demirović, der beim 3:1 (3:1) gegen Viking Stavanger einen Dreierpack in zwölf Minuten erzielte – den ersten eines VfB-Spielers im Europapokal der Landesmeister oder der Champions League. Es war der erste Auftaktsieg der Stuttgarter in der Königsklasse überhaupt, vor 60.000 Zuschauern, am 133. Geburtstag des Klubs.

Und es war ein Spiel, das trotz des Ergebnisses mehr Fragen offenließ, als ein 3:1 gegen einen Debütanten sollte.

Zwölf Minuten, drei Tore, zweimal die Latte

Der Beginn gehörte den Gästen. Viking, vom Trainerduo Morten Jensen und Bjarte Lunde Aarsheim tief und kompakt eingestellt, kam durch Askildsen und Bjørdal zu den ersten Abschlüssen, der VfB wirkte nervös. Dann die erste klare Chance – und das erste Tor: Chris Führich fand Angelo Stiller, dessen Querpass erreichte Demirović, der aus kurzer Distanz über die Unterkante der Latte einschoss (20.).

Zwei Minuten später war die Führung weg. Bilal El Khannouss verlor den Ball, Jeff Chabot stand zu hoch, Bjørdal fand Kapitän Zlatko Tripić, und der 33-Jährige, einst bei Greuther Fürth, schob mit links flach ins Eck. Ein Konter, wie ihn Hoeneß vorhergesagt hatte – und wie ihn seine Abwehr trotzdem zuließ.

Die Antwort kam von Undav. In der 26. Minute spielte er einen Steilpass durch die Viking-Abwehr, Demirović war frei, wieder Unterkante Latte, 2:1. In der 32. Minute stocherte Undav den Ball am Strafraum in Demirovićs Lauf, dessen Drehschuss Torwart Arild Østbø zwar erreichte, aber durchrutschen ließ. Der Videoassistent prüfte ein mögliches Handspiel bei der Ballannahme, gab das Tor frei. 3:1 nach 32 Minuten. Demirović, erstmals in dieser Saison in der Startelf, hatte in einer halben Stunde mehr Tore erzielt als in den drei Bundesliga-Spielen zuvor.

Zweite Halbzeit: Ein Gang zurück, zu viele Lücken

Was danach kam, beschrieb SID als „glanzlos, aber verdient“. Viking erwischte auch nach der Pause den besseren Start: Ein Aufbaufehler des VfB brachte Tripić in Abschlussposition, Chabot entschärfte (55.). Später hob Askildsen einen Ball über Fabian Bredlow, wieder war es Chabot, der als letzter Mann per Kopf klärte. Die Stuttgarter Defensive, die im Vorjahr die Champions-League-Ligaphase nicht überstanden hatte, wirkte bei Umschaltmomenten weiterhin verwundbar.

In der 62. Minute nahm Hoeneß Demirović vom Platz – frenetisch gefeiert –, brachte Dženan Pejčinović und mit Josha Vagnoman die defensivere Variante rechts. Undav, der es noch mit einem Heber aus 20 Metern auf das Tordach versucht hatte, blieb auf dem Platz. Ohne Demirović fehlte vorn die Durchschlagskraft, um das Spiel früh zu entscheiden. Es blieb beim 3:1, mit mehr Zittern, als der Pausenstand erwarten ließ.

Die Undav-Frage, sechs Minuten lang beantwortet

Der Kapitän traf nicht. Aber er entschied das Spiel. Zwei Vorlagen, beide aus der Position, die Hoeneß am Dienstag beschrieben hatte: der Spieler, der das Spiel „unglaublich gut versteht und lesen kann“. Der Steilpass zum 2:1 war ein Pass, den ein Stürmer spielt, der nicht selbst schießen muss, um wertvoll zu sein. Das war Hoeneß‘ Argument. Undav hat es in sechs Minuten belegt.

Und Demirović hat das andere Argument geliefert – das für die Kaderbreite. Ein Stürmer, der drei Spiele lang auf der Bank saß und dann in seinem ersten Startelfeinsatz Vereinsgeschichte schreibt, ist genau das, was ein Klub mit drei Wettbewerben braucht. Dass Pejčinović, der 25-Millionen-Neuzugang mit dem Pokal-Hattrick, diesmal von der Bank kam, zeigt, wie die Hierarchie im Sturm gerade rotiert. Hoeneß hat drei Stürmer, die in dieser Saison bereits dreimal in einem Spiel getroffen haben. Das ist ein Luxus. Es ist auch eine wöchentliche Entscheidung.

Was der Sieg bedeutet

Drei Punkte gegen den Gegner, den man schlagen musste. Die Ligaphase geht am 14. Oktober in Bratislava weiter – auch das ein Spiel, das der VfB gewinnen sollte, bevor Atlético, Inter und Galatasaray kommen. Viking empfängt am 13. Oktober den FC Bayern. Am Samstag reist Stuttgart nach Hoffenheim.

Der Abend hat dem VfB einen Rekord, einen Dreierpack und die Bestätigung eines Trainers gebracht, der seinen Kapitän verteidigt hatte. Was er nicht gebracht hat, ist die Gewissheit, dass diese Abwehr gegen bessere Gegner als Viking hält. Aber das ist eine Frage für Oktober. Der September gehört Demirović und Undav.

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