Samstag, November 28, 2020

BVB | Moukoko in der Bundesliga – Ein großer Schritt, auch für ein Toptalent

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Julius Eid
Julius Eid
Redakteur

Spotlight | Am Wochenende ist es soweit. Der umjubelte Jugendspieler Youssoufa Moukoko ist das erste Mal spielberechtigt für die Bundesliga, ein erster Einsatz gar nicht so unwahrscheinlich. Doch ein Selbstläufer wird der Weg nach ganz oben auch für das Toptalent nicht.

  • Youssoufa Moukoko: Wird er dem Hype gerecht?
  • Der Schritt in die Bundesliga ist groß
  • Gegen Hertha BSC erstmals im Kader

Moukoko: Ein großer Schritt – Selbst für Toptalente

Youssoufa Moukoko (16) ist am gestrigen Freitag 16 Jahre alt geworden und wurde postwendend erstmals für ein Pflichtspiel der Profis nominiert. Schon am Samstag könnte er zum jüngsten Spieler der Bundesligageschichte werden.

Den Angreifer aus der BVB-Jugend begleitet die Öffentlichkeit aber nicht erst seit diesem Tag mit großem Interesse. Schon lange ist er immer wieder Gegenstand der Berichterstattung. Dies liegt vor allem in seiner herausragenden Torausbeute begründet. In 88 Spielen für die Junioren-Teams der Borussia traf der junge Stürmer immerhin schon unglaubliche 141 Mal und setzte damit neue Maßstäbe. Nicht selten entschied Moukoko gleich durch mehrere Tore die Spiele seiner Mannschaft. Alleine diese Quote legt nahe, dass der Youngster etwas Besonderes ist, selbst im durch junge Spieler verwöhnten Dortmund.

In der mittlerweile bis in den Jugendbereich durchprofessionalisierten und kommerzialisierten Welt des Profifußballs bleibt ein solches Talent nicht lange verborgen, die Digitalisierung erledigt den Rest. Das heißt nicht, dass der Hype um den Stürmer unberechtigt ist, alles was man von ihm sehen konnte berechtigt die Vorfreude auf ihn. Und auch das Vertrauen eines Topklubs wie des BVB unterstreicht, dass man hier nicht künstlich versucht einen Spieler hochzustilisieren. Dennoch bleibt die Entwicklung von jungen Spielern auch immer ein wenig Spekulation, unabhängig von Potential und Talent. Ein Paradebeispiel ist hier zum Beispiel Martin Ödegaard (21), der ähnlich jung zum kommenden Superstar geschrieben wurde. Seine Qualität ist unbestritten und mittlerweile nähert er sich dem Level an, welches man ihm zugetraut hat. Aber es hat ein wenig länger gedauert und ein paar Umwege mehr gebraucht, als viele erwartet haben. Der Schritt in den Profibereich ist der größte Schritt in einer Fußballerkarriere, selbst für Toptalente.

(Photo by Mika Volkmann/Bongarts/Getty Images)

Moukoko: Anpassung ist gefragt – An den Gegner und ans eigene Spiel

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Moukoko schon am Samstag ein wenig Bundesliga-Luft schnuppern wird. Nicht nur Trainer Lucien Favre (63) dürfte sich beim BVB bewusst sein, dass alleine das Timing, nur einen Tag nach seinem 16. Geburtstag, hier eine Möglichkeit eröffnet einen Bundesligarekord für die Ewigkeit zu schaffen. Sowohl Moukoko selbst als auch alle Verantwortlichen scheinen ihm auch diese Bürde mental absolut zuzutrauen. Doch selbst wenn der Spieler schon sehr reif sein sollte, und die steigende psychische Belastung in Sachen Medienrummel angeht: Auch spielerisch sind einige Fragen offen. Der Kollege Marius Fischer hat auf Twitter alle Tore des Ausnahmetalents für die Dortmunder U19 visualisiert:

Direkt wird klar, dass Moukoko ein herausragender „Finisher“ ist. Egal aus welcher Lage, egal mit welchem Fuß, ist er am Ball, wird es für den Gegner gefährlich. Eine Fähigkeit, die ihm unter Favre nur bedingt helfen wird. Denn der Schweizer Coach legt keinen Wert auf viele Abschlüsse und versucht seine Teams so aufzubauen, dass diese immer nur den Abschluss suchen, wenn die Situation sehr vielversprechend ist. Und auch die Gegenspieler in der Bundesliga werden ihm kaum so oft den Raum geben, wie die Abwehrspieler, die er aus dem Juniorenbereich kennt.

Die Frage ist also, ob Moukoko sich anpassen kann. Ob er als Spieler, der oft den Abschluss sucht, nun schnell in das Kombinationsspiel des BVB integriert werden kann und die richtigen Entscheidungen trifft, um das angedachte Offensivspiel mitzutragen. Geduld und Eiseskälte vor dem Tor, wenn sich der gewünschte Abschluss anbietet, sind elementar im Dortmunder System.

Es geht nicht um die eigene Physis

Immer wieder wird auch über die ausgeprägte, aber nicht komplett herausragende Physis des jetzt 16-Jährigen gesprochen. Diese ist nicht zu verleugnen, Moukoko wirkt austrainert und schon deutlich „widerstandsfähiger“ als einige andere Spieler, die den Weg früh zu den Profis fanden. Den Großteil seiner Jugendtore erzielte er allerdings nicht einmal dank seiner guten Physis, sondern aufgrund der eben dargelegten Abschlussstärke, fortgeschrittenen Spielintelligenz und seinem Auge für die richtige Situation. In der Bundesliga hingegen wird er zumindest phasenweise auch auf körperliche Duelle angewiesen sein, um sich Raum zu verschaffen.

(Photo by Lars Baron/Getty Images)

Denn die gegnerischen Abwehrspieler werden deutlich kompakter verteidigen, deutlich bewusster auch einmal den Weg in den Körper des Angreifers gehen und auch vor taktischen Fouls nicht zurückschrecken.Sein herausragendes Talent bewahrte Moukoko bis jetzt oft davor, sich überhaupt in diese engen, körperlichen Situationen zu bringen. In der Bundesliga kann man, egal wie gut man ist, diesen Situationen nicht entgehen. Es wird ein Lernprozess für den jungen Spieler, sich auf diesem Niveau zurecht zu finden.

Sein Rüstzeug, seine Grundvoraussetzungen sind enorm, doch dieser Lernprozess muss ihm zugestanden werden und der Ausgang ist nicht vorbestimmt. Und der enorme Hype wird seinen Teil dazu beitragen, dass jeder Schritt dieses jungen Talents genau und kritisch beäugt wird.

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