Montag, November 30, 2020

Der BVB vor dem Duell gegen die Bayern – Eine neue Herausforderung

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Julius Eid
Julius Eid
Redakteur

Spotlight | Am kommenden Wochenende wartet auf den BVB der FC Bayern. Nach Wochen, in denen die Breite des Kaders Hoffnung machte, ist nun die Spitze gefragt. Kann Favre aus vielen Optionen die beste Elf formen?

Der BVB rotiert endlich erfolgreich

Schon in der letzten Saison schaute man auf den Kader des BVB und sah im Vergleich zum Konkurrenten aus München einen großen Vorteil. Die Personaldecke der Borussia war und ist deutlich dicker als die der Münchner. Doch während der Rekordmeister kaum auf wichtige Spieler verzichten musste, Neuzugänge wie Alphonso Davies direkt einschlugen und abgemeldete Akteure wie Jerome Boateng zu neuer Stärke gelangten, konnten die Schwarzgelben diesen Vorteil nie ausspielen. Im Gegenteil. Die vermeintliche Breite des BVB-Kaders erscheint im Rückblick wie ein Schein-Argument. Denn sobald auch nur wenige Veränderungen in der Startelf nötig waren, gingen mit diesen Veränderungen große Qualitätsverluste einher. In diesem Jahr scheint sich das Blatt zu wenden.

Es ist kein Geheimnis, dass der Spielplan aufgrund der Corona-Pandemie in der Saison 2020/2021 einen neuen Grad an Auslastung abverlangt. Gerade die Mannschaften, die auch europäisch spielen, eilen von englischer Woche zu englischer Woche. In einem Jahr, in dem eine funktionierende Rotation wichtiger als je zuvor ist, scheint der BVB endlich genau diese implementieren zu können. In den letzten sieben Pflichtspielen fuhr man insgesamt sechs Siege ein. Allesamt zu null und auch auf eine dominante Art und Weise. Nicht nur den Spielern auf der Bank, sondern auch denen auf dem Platz wurden nicht alle Kräfte abverlangt. Die Startelf war hierbei nicht einmal dieselbe.

(Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

Die Innenverteidigung steht, der Rest ist optional

Dass die Breite des BVB-Kaders endlich eine gelungene Rotation ermöglicht, liegt nicht einfach nur am vorhandenen Personal, sondern an der Form der möglichen Alternativen. So wäre da das Beispiel des linken Außenverteidigers. Die Position war im letzten Jahr mit Raphael Guerreiro und Nico Schulz nominell doppelt besetzt. Durch das Wiedererstarken von Felix Passlack hat Favre nun einen weiteren Spieler in der Hinterhand hat, den er in der jetzigen Phase zumindest gegen vermeintlich „schwächere“ Gegner ohne Bauchschmerzen starten lassen kann. Dies ermöglicht dem so wichtigen Portugiesen Verschnaufpausen.

Zentrales Mittelfeld sowie die Offensivreihe sind beim Ruhrpottklub fast schon überbesetzt. Axel Witsel scheint aufgrund der neuen Konkurrenz wieder an Form aufzunehmen, Thomas Delaney leistet sich keinerlei Aussetzer und Julian Brandts Form steigt endlich wieder an. Dazu kommt Jude Bellingham, der sehr stark bei seinem neuen Verein startete. Dann ist da auch noch Mo Dahoud, der seit dem Re-Start endlich zeigt, was man sich seit Jahren von ihm erhofft hatte.

Ganz vorne streiten Haaland, ebenfalls der variable Brandt, Reyna, der wiedergenesene Reus, Jahrhunderttalent Sancho und der verlässliche Hazard um die Startpositionen. Keine der möglichen Zusammenstellungen macht den BVB in einem Spiel, das man als Favorit angeht, auf einmal zum Underdog. Und es gibt weitere Optionen in der Zukunft: Reinier, der von Real Madrid ausgeliehen wurde, ist aktuell noch nicht richtig angekommen. Er könnte, wie Youssoufa Moukoko, der bald zum Profikader stoßen wird, irgendwann auch eine Rolle spielen. Jeder kann sich Pausen und auch kleine Formschwankungen leisten. Ein absoluter Luxus.

Nur in der Innenverteidigung ist die Personaldecke dünn. Solange Zagadou verletzt fehlt, muss man hoffen, dass Akanji und Hummels zumindest in den wichtigen Spielen zur Verfügung stehen und fit sind. Generell lässt sich aber festhalten: Durch die Formstärke vieler fast schon abgeschriebener Spieler und dem generell sehr breiten Kader hat sich der BVB bis jetzt schadlos und sehr erfolgreich durch die englischen Wochen rotiert. Die Breite passt, doch jetzt muss die Spitze ran.

(Photo by INA FASSBENDER/POOL/AFP via Getty Images)

Bayern fordert mehr als solide Auftritte

Denn nun wartet der Rekordmeister. Die Münchner reisen als punktgleiche Mannschaft in den Ruhrpott. Beide Mannschaften konnten ihre Ligaspiele mehr oder weniger souverän und ohne größte Anstrengungen bewerkstelligen. Doch im Gegensatz zu den durchrotierten Dortmundern merkte man der Mannschaft aus Bayern gerade in den letzten europäischen Auftritten an, dass eine gewisse Erschöpfung vorhanden ist. Die Rotationsmöglichkeiten sind nun einmal geringer als beim Konkurrenten aus Dortmund.

Bayerns Vorteil gegenüber dem BVB, und dieser reichte auch in den letzten Jahren immer zum Titel, liegt in der Spitze des Kaders. Der Qualität der ersten Elf kann Dortmund auch nicht mit einer soliden und konzentrierten Leistung entgegentreten. Man braucht mehr als solide und wird schon in der Startaufstellung sehen, wen Lucien Favre im Moment für die Leistungsspitze des BVB hält.

Natürlich wird man bei den Schwarzgelben darauf hoffen, dass die Münchner aufgrund der hohen Belastung nicht bei 100 Prozent sind, wenn der Anpfiff ertönt. Doch die Erfahrung von Jahren, in denen die Bayern in entscheidenden Spielen immer ablieferten, sollte diese Hoffnung sehr gering halten. Dortmund konnte in den letzten Wochen rotieren, alle Spieler sollten fit und in guter Form sein. Nun muss man versuchen, dem FC Bayern auf Augenhöhe entgegenzutreten, um nicht nur in der Breite zu überzeugen. Sollte nach der Pflicht der letzten Wochen tatsächlich am Samstagabend die Kür für den BVB folgen, sind die Zukunftsaussichten vielleicht sogar rosiger als vor der Saison gedacht. 

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