Samstag, Dezember 5, 2020

Bundesliga: Der feine Unterschied im Topspiel, Kruse überzeugt & eine Alternative zum Sandmännchen

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Am Wochenende fand der siebte Spieltag der Saison 2020/21 in der Bundesliga statt. Im Fokus stand natürlich das Topspiel zwischen dem BVB und dem FC Bayern. Aber auch in anderen Stadien war einiges los. Wir blicken zurück – mit den sieben Awards!

Sandmännchen-Award: Werder vs. Köln

„Unser Sandmännchen“, die TV-Sendung, die seit mehr als 60 Jahren ausgestrahlt wird, dient dazu, Kindern Gutenachtgeschichten zu erzählen. Es ist ein Ritual vor dem Schlafengehen. Möglicherweise wird dieses Ritual aber bald ersetzt – von der ersten Halbzeit des Spiels am Freitagabend zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Köln. Es gab wenig Tempo im Spiel, wenig Torchancen und überhaupt wenige Szenen, über die man sprechen konnte. In den ersten 45 Minuten war, um es auf den Punkt zu bringen, einfach nichts los. 

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Immerhin: In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel eine Nuance unterhaltsamer. Die Tore zum 1:1-Endstand fielen aber genau so, wie sie fallen mussten. Köln ging durch ein Eigentor von Niklas Moisander (35) in Führung, Werder glich durch einen Elfmeter von Leonardo Bittencourt (26) aus. Mehr als ein Remis hatte an diesem Abend auch keine Mannschaft verdient.

Schlüsselspieler-Award: Max Kruse

Im Sommer schloss sich Max Kruse (32), der zuletzt für Fenerbahce spielte, ablösefrei dem FC Union an. Das Medienecho war gewaltig, viele Experten trauten Kruse zu, sofort eine gute Rolle bei den Köpenickern zu spielen. Zu Beginn der Saison wurde er langsam herangeführt und kam noch häufig als Joker zum Einsatz, mittlerweile ist Kruse Stammspieler.

Und das aus gutem Grund, wie er gegen Arminia Bielefeld unter Beweis stellte. Kruse war an nahezu jeder gefährlichen Aktion beteiligt, erzielte einen Treffer selbst und bereitete weitere Tor für sein Team vor. Die Effizienz, die Kruse an den Tag legt, ist beeindruckend. Acht Scorerpunkte in sieben Partien sprechen eine klare Sprache, Kruse ist einer der absoluten Schlüsselspieler für Union.

“Der feine Unterschied”-Award: Beginn der 2. Halbzeit bei BVB vs. FCB

Der FC Bayern München gewann das Spitzenspiel in Dortmund am Samstagabend mit 3:2. Der BVB war über weite Strecken gut im Spiel und hatte einige Chancen. Ausschlaggebend für den Sieg der Gäste waren im Endeffekt Nuancen. Es waren kleine, aber feine Unterschiede, die über den Ausgang der Partie bestimmten.

Einen solchen Unterschied sah man kurz nach der Halbzeit. Ein sehr ordentlicher Angriff des BVB brachte Erling Haaland (20) in Position. Der Norweger spielte den Ball mit rechts in die Mitte, wo zwei Kollegen einschussbereit warteten. Der Pass war aber zu unpräzise gespielt und landete im Toraus.

(Photo by MARTIN MEISSNER/POOL/AFP via Getty Images)

Nahezu im Gegenzug erzielte der Rekordmeister dann die 2:1-Führung. Ein strukturierter Angriff sorgte dafür, dass Lucas Hernandez (24) an den Ball kam und flanken durfte. Robert Lewandowski (32) setzte sich die entscheidenden Zentimeter von Mats Hummels (31) ab und köpfte platziert in die lange Ecke. Das war eben der feine Unterschied.

“Auf den Punkt”-Award: Die Elfmeter in der Bundesliga

Dieses Wochenende in der Bundesliga war ein besonderes. Denn die Schiedsrichter in den Spielen zeigten außerordentlich häufig auf den ominösen Punkt. Beim Spiel zwischen Werder und Köln am Freitagabend begann es, als die Gastgeber durch einen Elfmeter zum Ausgleich kamen. In Mainz wurden gleich zwei Strafstöße gepfiffen, wenngleich zumindest der zweite sehr diskutabel war. Auch in Augsburg gab es einen Elfmeter, den der Gast aus Berlin verwandeln konnte. Zudem wurde auch an der Alten Försterei beim Spiel zwischen Union und Bielefeld auf den Punkt gezeigt, genau wie in Stuttgart und in Leipzig, jeweils für den Gastgeber. Sieben Strafstöße in den ersten sechs Partien des Spieltags waren äußerst erstaunlich – bis das Topspiel am Samstagabend diese Serie durchbrach.

“Das geht so nicht” – Das dachte man sich offenbar im ersten Sonntagsspiel. Denn zwischen Wolfsburg und Hoffenheim gab es gleich zwei Strafstöße. Der Zähler erhöhte sich nunmehr auf neun. Dass es im letzten Spiel zwischen Bayer Leverkusen und der Borussia aus Mönchengladbach den zehnten Elfmeter gab, ist kaum noch erwähnenswert.

Comeback-Award: Eintracht Frankfurt

Am Samstagnachmittag spielte Eintracht Frankfurt gegen den VfB Stuttgart. Die Hessen erwischten in dieser Partie einen denkbar ungünstigen Start und lagen bereits früh mit 0:2 zurück. Der VfB spielte frisch und mutig nach vorne, forderte die Hessen immer wieder. Doch die Gäste aus der Mainmetropole fanden zurück in das Spiel und belohnten sich für eine engagiertere Leistung in der zweiten Halbzeit.

Tore von Andre Silva (25) und David Abraham (34) sorgten dafür, dass der Rückstand egalisiert werden konnte. Im Anschluss hatte Eintracht Frankfurt sogar noch die ein oder andere Chance auf den Sieg. Daraus wurde zwar nichts, die Reaktion und die zweite Halbzeit insgesamt machen aber Mut.

Drama-Award: Wolfsburg vs. Hoffenheim

Eigentlich war die Partie zwischen dem VfL Wolfsburg und der TSG Hoffenheim ein recht normales Fußballspiel. Der Gastgeber ging mit 2:0 in Führung, hatte einige ordentliche Phasen im Spiel. Hoffenheim gab nicht auf und arbeitete sich trotz einiger Personalsorgen in das Spiel.

(Photo by Focke Strangmann – Pool/Getty Images)

Doch in der Schlussphase gab es plötzlich ein echtes Drama. Nach einer Slapstick-Aktion vor dem Tor der TSG Hoffenheim erhielt der VfL Wolfsburg – welch Überraschung an diesem Spieltag – einen Elfmeter. Wout Weghorst (28) trat an und verschoss! Fast im Gegenzug wurde dies durch den Anschlusstreffer bestraft, plötzlich war die TSG im Spiel. Und es kam noch besser, zumindest vermeintlich. Hoffenheim erhielt ebenfalls einen Strafstoß, in der Nachspielzeit! Munas Dabbur (26) trat an und scheiterte an Wolfsburg-Torhüter Koen Casteels (28). Die Punkte blieben also in Wolfsburg!

Spektakel-Award: Leverkusen vs. Gladbach

Zwei starke Offensivreihen standen sich zum Abschluss des Spieltags in der BayArena gegenüber. Das ist häufig ein Zeichen für ein gutes Spiel, aber eben nicht immer. Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach zeigten aber, dass sie nicht ohne Grund zu den Topteams der Liga zählen. Es war mitunter ein Scheibenschießen zwischen diesen beiden Mannschaften. Leverkusen spielte offensiv, Gladbach auch – und beide produzierten den ein oder anderen Fehler. Das sorgte dafür, dass das 2:2 zur Halbzeit (Doppelpacks von Lars Stindl und Lucas Alario) dem Spielgeschehen noch nicht einmal wirklich entsprach.

Viele Chancen wurden nicht genutzt, teils sehr klare. Ramy Bensebaini (25) traf den Pfosten, auch in der zweiten Halbzeit waren beide Teams mit offenem Visier unterwegs. Leverkusen erhöhte zwischenzeitlich auf 4:2, aber selbst das sorgte noch nicht für Beruhigung. Schließlich war es Valentino Lazaro (24), der mit einem verrückten Tor, einem Scorpion Kick, den Endstand zum 4:3 herstellte. Es war wirklich alles geboten in dieser Partie.

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(Photo by Martin Meissner – Pool/Getty Images)

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