Freitag, Dezember 4, 2020

FC Bayern und Leroy Sane: Gut Ding will Weile haben

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Lange hat es gedauert, bis der FC Bayern München seinen Wunschspieler für die Offensive verpflichten konnte. Mittlerweile ist es aber bestätigt: Leroy Sane wird ab der Saison 2020/21 die Fußballschuhe für den Rekordmeister schnüren.

Nun, da der Transfer endlich in trockenen Tüchern ist, lohnt sich nicht nur ein kurzer Blick auf die Entstehungsgeschichte, sondern auch ein Ausblick in die Zukunft. Die Liaison zwischen dem FC Bayern & Leroy Sane (24), sie kann beginnen.

Leroy Sane: Ein Transfer als Achterbahnfahrt

Der Transfer von Leroy Sane zum FC Bayern München war geprägt von einer gewissen Tragik. Nachdem der Rekordmeister erstmals in den Medien mit dem Nationalspieler in Verbindung gebracht wurde und sich Vereinsoffizielle auch noch öffentlich dazu äußerten, litt die Beziehung zwischen den beiden Vereinen. Im Hintergrund arbeiteten Hasan Salihamidzic (43) und Co. eifrig am Transfer des Offensivspielers, der damals noch mit zwei Jahren Restvertrag ausgestattet war.

 (Photo by Adrian DENNIS / AFP)

Im englischen Supercup, kurz vor Beginn der regulären Saison, folgte dann ein tragischer Dämpfer. Sane zog sich eine Kreuzbandverletzung zu, die eine lange Pause bedeutete. Erst kürzlich feierte der 24-jährige sein Comeback im Trikot von Manchester City. Verständlich, dass der Rekordmeister Abstand von einem Transfer nahm. Positiv war allerdings, dass sich Sane schon früh für einen Wechsel zum Rekordmeister entschieden hatte, der mit den Beratern des Spielers bereits fortgeschrittene Verhandlungen über Vertragsdetails führte.

Als zum zweiten Mal vieles auf eine schnelle Einigung hindeutete, folgte der nächste Rückschlag: Leroy Sane wechselte seine Berater, die Gespräche zwischen Vereins- und Spielerseite mussten auf ein Neues beginnen. Und: Wenige Wochen später sorgte die Corona-Krise für finanzielle Einschnitte bei allen Klubs. Hier musste nun sehr vorsichtig und geschickt verhandelt werden – von allen Seiten. Denn es stand viel auf dem Spiel.

Von anderen Interessenten war die Rede, aber die Befürchtung, Sane könnte sich womöglich für einen anderen Klub entscheiden, konnte schnell ad acta gelegt werden. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wollte Sane nur nach München, notfalls sogar 2021 und ablösefrei. Doch noch ein weiteres Jahr warten? Weitere Unwägbarkeiten riskieren? Das hörte ich auch für den FC Bayern nicht lukrativ an. Am 30. Juni vermeldeten unter anderem die Bild, der italienische Journalist Fabrizio Romano sowie Sam Lee, eine der führenden Quellen hinsichtlich Manchester City in England, dass der Transfer unmittelbar vor dem Abschluss steht.

FC Bayern verpflichtet Leroy Sane: Eine runde Sache

Nur kurz nach den zahlreichen Berichten flog Leroy Sane nach München, um den obligatorischen Medizincheck zu absolvieren. Was folgte, war lediglich noch Routine. Die Vertragsunterzeichnung, ein paar Fotos und die offizielle Pressemitteilung am Freitagmorgen. Business as usual eben.

Und dennoch ist dieser Transfer genau das nicht. Der FC Bayern musste lange und hart arbeiten, um einen Spieler wie Leroy Sane für immer noch viel Geld zu verpflichten. Einen Spieler, der immer wieder zeigte, was in ihm steckt, der aber den allerletzten Schritt hin zur Konstanz auf extrem hohen Niveau noch gehen muss. Von Pep Guardiola hat Sane viel gelernt, die Auslandserfahrung hilft einem solchen Spieler immer.

(Photo by Michael Regan/Getty Images)

Sane ist längst nicht mehr der freche Lausbub, der er auf Schalke war. Er ist ein gestandener Profi mit Erfahrungen in der Nationalmannschaft und in der Champions League, der Titel gewonnen hat, aber noch viel mehr Titel gewinnen will. Überdies kommt Sane gerade erst in das Alter, das man gemeinhin als “bestes Fußballeralter” bezeichnet.

Und das hat Sane mit einer Reihe von Spielern des FC Bayern gemeinsam. Lucas Hernandez, Niklas Süle, Benjamin Pavard, Kingsley Coman, Serge Gnabry: All diese Spieler sind 24 Jahre alt, Leon Goretzka nur ein Jahr älter. Beim FC Bayern ist es den Verantwortlichen gelungen, den Umbruch sanft zu gestalten, trotz einiger Schwierigkeiten gut zu moderieren.

Diese Qualitäten bringt Leroy Sane mit zum FC Bayern

Mit Leroy Sane wechselt also sein sehr guter und ambitionierter Spieler zu einer sehr guten und ambitionierten Mannschaft. Sane bringt ein enormes Tempo mit, hat es gelernt, sich im letzten Drittel klüger zu bewegen und zu positionieren. Instinktive Bewegungen auf engem Raum bringt er ohnehin bereits mit, sein Abschluss ist gut, seine Statistiken in der Premier League (56 Torbeteiligungen in 90 Spielen) ebenfalls.

Sane hat den Anspruch, beim FC Bayern sofort Stammspieler zu werden. Derzeit besteht die Konkurrenz aus Serge Gnabry, Kingsley Coman und jungen Spieler, die aus der zweiten Mannschaft nach oben drängen. Dass Sane den Kampf um die Startplätze beim Rekordmeister weiter verschärft, scheint indes niemanden zu stören. Kingsley Coman äußerte sich vor geraumer Zeit bereits zu einem möglichen Sane-Transfer – und dass dieser kein Problem wäre.

(Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Generell kann Leroy Sane sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite spielen, wenngleich er deutlich häufiger in seiner Karriere links auflief. Dort würde er vor Shootingstar Alphonso Davies (19) agieren. Das würde eine sehr offensivstarke und temporeiche Seite bedeuten. Rechts könnte Sane vor Benjamin Pavard auflaufen, der eine sehr gute defensive Absicherung darstellt. Hier wäre Sane mit mehr Freiheiten ausgestattet.

Insgesamt kann man festhalten, dass der Transfer von Leroy Sane den FC Bayern stärker macht. Er gibt ihnen mehr Fluidität im Offensivbereich, erhöht die Qualität in der Spitze und facht den Konkurrenzkampf weiter an. Auch in Sachen Umbruch ist der Sane-Transfer als nächster Schritt zu sehen. Der Rekordmeister hat einen Kern der Mannschaft, der sich in einem idealen Alter befindet und kollektiv den nächsten, entscheidenden Schritt gehen kann. Ob dieser Schritt sofort erfolgen wird, ob Leroy Sane unter Trainer Hansi Flick schnell ein neues Level erreicht, wird sich zeigen. Aber schon der Transfer selbst zeigte: Gut Ding will Weile haben.

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Von Manuel Behlert

(Photo by Jan Kruger/Getty Images)

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