Montag, November 30, 2020

VfB Stuttgart macht Spaß | Aus den eigenen Fehlern gelernt

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Spotlight | Der VfB Stuttgart ist als Aufsteiger überraschend gut in die Bundesliga-Saison gestartet. Dies folgt allerdings einer inneren Logik und ist der Beweis für die positive Entwicklung des Vereins. Denn beim VfB wird sportlich gut gearbeitet – ein Satz, der in dieser Form schon lange nicht mehr über die Schwaben gesagt werden konnte.

VfB: Aufstieg ohne Jubel

Wirklich euphorisch war die Stimmung beim VfB Stuttgart, als der Bundesliga-Aufstieg in der Saison 2019/20 feststand, keineswegs. Gerade einmal 58 Punkte holten die Schwaben, zehn Punkte weniger als Zweitligameister Arminia Bielefeld und nur drei mehr als der Tabellendritte aus Heidenheim. Selbst zu Platz fünf waren es nur sechs Punkte Abstand. Man musste zudem den elften Trainerwechsel beim VfB in den letzten fünf Jahren verkraften. Die Spielzeit begann mit Tim Walter (44), der aber nach zwanzig Spielen gehen musste, und endete mit Pellegrino Matarazzo (42). Fazit: Der VfB hatte es halt irgendwie geschafft.

(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Was nach einem sehr bleiern wirkenden Kraftakt aussah, war scheinbar aber nur das weite Ausholen für den so erfolgreichen Saisonstart in der Bundesliga. Sicher, der Trainerwechsel nach knapp sechs Monaten war keinesfalls geplant, im Nachhinein jedoch kein Aktionismus, sondern der notwendige Schritt, um den eingeschlagenen Weg weitergehen zu können. Und dieser Weg begann mit dem Amtsantritt von Sven Mislintat (47) im April 2019.

Die Anfänge des neuen VfB

Wobei, eigentlich beginnt die Geschichte des „neuen“ VfB noch früher, bereits unter Michael Reschke (63). Schon der Ex-Sportvorstand erkannte, dass der große Traditionsverein aus dem Süden einen Kurswechsel für einen nachhaltigen Erfolg benötigt. Der Grundgedanke war richtig, die Umsetzung jedoch nicht.

Reschke ging nach knapp eineinhalb Jahren im Februar 2019, nachdem er bei Spielern und Trainern mehrmals danebengelegen hatte und der VfB sich einmal mehr in der Krise befand. Aber bereits unter Reschke wurden Spieler wie Ozan Kabak (20), Santiago Ascacibar (23), Borna Sosa (22) oder Nicolas Gonzalez (22) geholt. Junge unbekannte Talente aus dem Ausland, die in Stuttgart weiterentwickelt und später gewinnbringend verkauft werden sollen.

Reschke scheiterte jedoch an realpolitischen Themen, die geholten Talente waren insgesamt zu teuer. Daneben blieb der sportliche wie finanzielle Erfolg aus und am Ende stand der Abstieg. Reschke musste gehen, Thomas Hitzlsperger (38) wurde der neue Sportvorstand. Und im Gegensatz zu seinen Vorgängern interpretierte er seinen Aufgabenbereich nicht als One-Man-Show, sondern stellte sich noch jemanden zur Seite, der perfekt zu dem Projekt passt: Sven Mislintat.

(Photo by Pool/Tom Weller/Pool via Getty Images)

VfB: Mislintat gibt die Richtung vor

Vom „Perlentaucher“ Reschke also zum „Diamantenauge“ Mislintat. Zugegeben, sehr unangenehme Namen, welche den beiden Herren von den Boulevardmedien verliehen wurden. Sie geben jedoch wieder, worauf der VfB seit nun über drei Jahren aus ist. Mislintat hat international zu Recht den Ruf als herausragender Talentscout. In seiner Zeit entwickelte sich Borussia Dortmund durch herausragende Transfers zum internationalen Topverein. Spieler wie die damals jungen und völlig unbekannten Robert Lewandowski (32) oder Shinji Kagawa (31) kamen zum BVB.

In jüngerer Vergangenheit entdeckte er für die Borussen unter anderem Pierre-Emerick Aubameyang (31), Ousmane Dembele (23) oder Jadon Sancho (20). Ein Beispiel aus Mislintats Zeit bei den Gunners ist Matteo Guendouzi (21), den er vom französischen Zweitligisten FC Lorient holte. Der Scout hat ein besonderes Auge für Talente und kann dabei helfen, mit ihnen einen Verein neu auszurichten. Er steht schon länger für die neue datenbasierte Art des Scoutings. Zudem ist er Mitgründer des Start-ups “Matchmetrics”, das High-End-Datenanalyse für Vereine anbietet.

Foto: IMAGO

VfB: Nachhaltigkeit jetzt im Fokus

Eben jene Fähigkeiten führten ihn im April 2019 zum VfB, der mit ihm den eingeschlagenen Weg noch konsequenter gehen wollte. “Mit seinem Wissen, seinem Netzwerk und seiner Art, Fußball zu denken, passt er perfekt zu uns”, so Hitzlsperger damals. Das Personalkonzept sah weiter vor, junge Spieler nach Stuttgart zu holen, allerdings ohne den Kader reaktionär mit dann wiederum alten Spielern wie damals Dennis Aogo (33) oder Andreas Beck (33) aufzufüllen, durch die eine gewisse Unwucht im Aufgebot entstanden war.

Auch sollten die verpflichteten Talente merklich weniger Geld kosten, um den Transfers den Druck zu nehmen, schlagartig zu funktionieren. Der Verein wollte dem ursprünglichen Anspruch, nachhaltiger zu arbeiten, nun wirklich gerecht werden. 2017 gab der VfB 30 Millionen Euro für neue Spieler aus, 2018 waren es – im Erstligajahr, so viel Fairness muss sein – sogar 47 Millionen. Im ersten Transfersommer unter Mislintat im vergangenen Jahr zahlte Stuttgart dann noch 21 Millionen Euro, denen allerdings Einnahmen in Höhe von 77 Millionen gegenüberstanden.

Der nötige Zwischenschritt für den VfB

Wie bereits erwähnt, lief die vergangene Zweitligasaison des VfB nicht ideal. Sie hatte allerdings die Konsequenz, dass sich viele Talente in einem anderen Tempo als das der Bundesliga entwickeln konnten. Mit Silas Wamangituka (21), Sasa Kalajdzic (23), Mato Klimowicz (20), Tanguy Coulibaly (19) oder Clinton Mola (19) kamen erneut zahlreiche Talente aus dem Ausland, die hierzulande unter dem Radar laufen. Hinzu kamen bereits erfahrenere Spieler wie Gregor Kobel (22), Wataru Endo (27) oder Pascal Stenzel (24), denen man zutraute, noch weitere Schritte in ihrer Entwicklung zu gehen.

Alle genannten Namen haben in der vergangenen Spielzeit und/oder der aktuell laufenden ihren Platz beim VfB gefunden und sich teilweise zu absoluten Leistungsträgern entwickelt. Und auch die Spielweise konnte in Liga zwei organisch reifen. Es war nämlich nicht zwingend die Punkteausbeute, die Tim Walter im Dezember 2019 den Job kostete.

VfB: Konsequentes Handeln – nach innen

Der VfB stand nach dessen letzter Partie am 18. Spieltag auf Rang drei, punktgleich mit dem Tabellenzweiten aus Hamburg und nur drei Zähler hinter Spitzenreiter Bielefeld. Zur Erinnerung: Am Ende der Saison waren es zehn Punkte Abstand. Die Vereinsführung musste sich aus Statistik-Gründen also nicht gezwungen sehen, Walter vor die Tür zu setzen. Stattdessen erkannten Mislintat und Co., dass Walters taktischer Ansatz zu extrem war und spätestens in Liga eins in sich zusammengefallen wäre. Und so trennte man sich aus Überzeugung von ihm und was nach innen nur als konsequentes Handeln bewertet werden konnte, hinterließ für die Außenwelt das gewohnt chaotische Bild des VfB Stuttgarts. Dabei wurde auch hier aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und nichts reaktionär über den Haufen geworfen, sondern sich dem Konzept untergeordnet.

Foto: IMAGO

Auch Walters Nachfolger, der bis dahin unbekannte Pellegrino Matarazzo, konnte diesen negativen externen Eindruck zunächst nicht umkehren. Zuvor hatte der aus New Jersey stammende 42-Jährige nur im Jugendbereich des 1. FC Nürnberg und der TSG Hoffenheim gearbeitet, zuletzt war er zwei Jahre Co-Trainer bei den Sinsheimern. Dieser Matarazzo sollte nun dieses Mammutprojekt wieder auf Kurs bringen?

Ja, sollte er, zunächst aber nur einigermaßen. Acht Siege, drei Unentschieden, fünf Niederlagen – so seine durchwachsene Bilanz in der 2. Liga. Und auch die Spiele waren kein Augenschmaus, die Spielweise wirkte dabei verkrampft und durchaus fehlerlastig. Dennoch wurde in dieser Phase ein gewisses Fundament gelegt. Einige Elemente sind gerade im Nachgang zu erkennen. So war das Zweitligajahr zwar kein Leckerbissen, aber notwendig, um Spielern, Trainer und Konzept die benötigte Zeit zu geben.

Transfersommer 2020 – Die Profilschärfung des VfB Stuttgart

Denn dieses Konzept wurde auch im vergangenen Transfersommer konsequent weiterverfolgt. Stenzel, Endo, Kobel – allesamt haben sich in ihrem Leihjahr positiv entwickelt und wurden nun vom VfB fest verpflichtet. Zudem wurden mit Waldemar Anton (24) und Konstantinos Mavropanos (22) zwei Spieler geholt, die wieder in die gewünschten Kategorien passen. Hitzlsperger sagte zum vergangenen Transferfenster: „Ich muss Sven Mislintat ein großes Kompliment aussprechen. Es ist uns gelungen, einen größeren Kader zu haben, der aber weniger kostet als beim letzten Mal, als wir in der 1. Liga waren.”

Zu dieser Beurteilung gehören auch zwei weitere Neuverpflichtungen, die erneut die Handschrift Mislintats tragen: Mittelfeldspieler Naouirou Ahamada (18) und Rechtsaußen Momo Cisse (18). Beides blutjunge Spieler mit bislang kaum Profi-Erfahrung. Ahmada, von Juventus ausgeliehen „hatten natürlich nicht nur wir im Fokus, zumal er schon bei Juve war. Naouirou, Clinton Mola und Tanguy Coulibaly, (…), sind gute Beispiele dafür, dass wir uns mit dem eingeschlagenen Weg auch schon in dieser Talentkategorie einen sehr guten Namen gemacht haben“, erklärte Mislintat gegenüber Spox/Goal. „Die Jungs wissen, dass sie beim VfB eine Plattform geboten und einen klaren Weg mit einem klaren Entwicklungsplan aufgezeigt bekommen. Nur so werden diese Transfers aus so renommierten Akademien zu uns möglich.“

Diese Nische hat der VfB für sich besetzt und kriegt somit Spieler, die sich sonst anders entschieden hätten, wie eben ein Ahamada und Cisse oder auch Nachwuchsstürmer Mohamed Sankoh (17), der bei sämtlichen Topklubs auf dem Zettel stand. Der niederländische U17-Nationalspieler hat nach zwei Spielen schon fünf Scorerpunkte für die U19 des VfB auf dem Konto.

Matarazzo genießt volles Vertrauen beim VfB

Doch das eine ist das reine Treiben auf dem Transfermarkt, dass von außen auch gerne mit Fußball-Manager-Simulationen verglichen wird. Das andere ist der zeitlose Satz von Alfred Preißler: „Grau is alle Theorie – die Wahrheit is auf’m Platz.” Doch auch hier überzeugt der VfB in dieser Saison bislang auf ganzer Linie. Matarazzo hat der Mannschaft eine klare Handschrift verpasst, ergötzt sich an ihrem Erfolg aber nicht. Öffentlich tritt der US-Amerikaner sehr ruhig und überlegt auf, ohne aber das Image des Fußball-Nerds oder Laptop-Trainers übergestülpt zu bekommen. Er analysiert und ordnet die Ergebnisse in Hinblick auf eine mögliche Durststrecke in der Zukunft besonnen ein. Ein Punktgewinn ist einer gegen den Abstiegskampf und mehr nicht.

Im Sommer hatten man die Hausaufgaben auf dem Transfermarkt zügig erledigt, sodass Trainer Matarazzo viel Zeit mit dem vollendeten Kader hatte. Zuträglich war auch, dass Stuttgart mit Anton und Mavropanos eigentlich nur zwei gänzlich neue Spieler verpflichtet und keinen einzigen Leistungsträger abgegeben hatte, sodass sich Mannschaft und Trainerteam bestens kennen und auf den Abläufen der vergangenen Saison aufbauen können. Diese Eingespieltheit hat dem VfB maßgeblich geholfen, so gut in die Saison 2020/21 zu starten – nach sechs Spielen sind es neun Punkte. Nach der Niederlage am ersten Spieltag gegen den SC Freiburg (2:3) hat man noch kein Spiel verloren. Der Verein mit dem Brustring präsentiert sich bislang sowohl sehr stabil als auch spielfreudig.

(Photo by THOMAS KIENZLE/AFP /AFP via Getty Images)

Die Stabilität ist zum einen mit der bereits erklärten Routine des Kaders zu begründen, zum anderen mit der sehr guten Arbeit Matarazzos. Bereits vor der Saison legte sich Mislintat fest und sagte, dass man mit diesem Trainer – komme, was wolle – durch die Saison gehe. „Ich bin völlig überzeugt davon, dass Rino eine extrem hohe Fachkompetenz hat, eine wahnsinnig hohe soziale Kompetenz und Empathie besitzt und seinen Staff und die Mannschaft sehr gut führt”, so die Einschätzung des Sportdirektors, der daraus schlussfolgert: „Wir dürfen nicht immer über Freiburg als leuchtendes Beispiel reden und dann gegenteilig handeln, wenn man weiß, dass man einen sehr, sehr guten Trainer hat. Diese Aussage getätigt zu haben bedeutet auch, dass es für niemanden, auch nicht für mich selbst zum Beispiel bezüglich der Kaderplanung, Alibis in seinem Verantwortungsbereich gibt.”

Wie der VfB die Bundesliga überrascht

Der Verantwortungsbereich Matarazzos liegt auf dem Platz und dort weiß der VfB zu unterhalten. Nicht nur auf dem Transfermarkt präsentiert sich Stuttgart ein Stück weit als Antithese zu beispielsweise dem 1. FC Union Berlin, der nach dem letztjährigen Aufstieg sehr viele neue und mit beispielsweise Christian Gentner (35) oder Neven Subotic (31) überaus erfahrene Spieler hinzuholte. Stuttgart hingegen hat den zweitjüngsten Kader der Liga. Auch auf dem Rasen präsentieren sich die Schwaben bislang gänzlich anders.

Während Union sich vor allem auf das Umschaltspiel fokussierte und damit Aufsteiger-typisch spielte, agiert der VfB offensiver und spielfreudiger. „In der Bundesliga werden wir unsere Matchpläne variabler ausrichten können als in der zweiten Liga“, prophezeite Matarazzo und sollte bislang Recht behalten. In der ersten Liga sind Spiele ausgeglichener, gegnerische Mannschaften wollen ihren eigenen Stil auf den Rasen bringen und so ergeben sich für den VfB ganz andere Spielverläufe als noch im Unterhaus.

Foto: IMAGO

VfB: “Sechser” & Außenbahnen als Trumpf

So hat Matarazzo seine Mannschaft quasi zur Antwort auf den Bundesliga-Fußball geformt. Ein Beispiel: Das defensive Mittelfeld. Mit Orel Mangala (22) und Wataru Endo (27) hat der VfB aktuell eines der stärksten Sechser-Duos der Liga. Dies liegt vor allem an ihrer Pressingresistenz. Matarazzo weiß um das intensive Pressing vieler Bundesliga-Mannschaften. Daher sind in der Zentrale solch ballsichere und spielintelligente Spieler ein massiver Vorteil. So befreien sich die Schwaben spielerisch leicht aus engen Situationen und öffnen selber gefährliche Räume.

Ein weiteres Beispiel: Die Außenbahnspieler. In der Bundesliga werden Dreierketten und sogenannte Schienenspieler, die ihren kompletten Flügel bearbeiten, immer gewöhnlicher. Doch kaum eine Mannschaft betreibt dieses Spiel so konsequent wie Stuttgart. Zuletzt spielten mit Coulibaly und Silas gleich zwei gelernte Außenstürmer auf den Flügelpositionen der Fünferkette. Sie haben eine hohe offensive Qualität, gehen oft ins Eins-gegen-Eins und üben zusammen mit ihrem starken Tempo viel Druck aus. Unterstützt werden sie durch die herbeieilenden „Zehner“ – Daniel Didavi (30) und Gonzalo Castro (33) – und defensiv aufgefangen durch die stabile Dreierkette.

Momentan greifen hier nahezu alle Räder ineinander. Die seit knapp ein Jahr einstudierten Abläufe lassen den VfB für einen Aufsteiger auffällig offensivstark und stabil daherkommen, sodass sich das Team nicht wie ein Liganeuling anfühlt. Anstatt den Spielstil im Hinblick auf die stärkere Qualität im Oberhaus auf die Sicherheit auszulegen, wird den Stärken der Spieler vertraut. Dieses Vertrauen spiegelt sich in der breiten Brust des Teams wieder. Jeder weiß zu 100 Prozent, was seine Aufgabe ist und betreibt hohen Aufwand, um die gemeinsame Idee umzusetzen.

Ein neuer Zusammenhalt in Stuttgart

Eben jene Attribute scheinen auf den ganzen Verein angewendet werden zu können. Die sportliche Leitung des VfB präsentiert sich als Einheit. „Ganz entscheidend ist, dass wir vier – Hitzlsperger, Sportkoordinator Markus Rüdt, Matarazzo und ich – uns zwar sehr heiße Argumentationsschlachten liefern, aber immer in der Sache, nie der Person. Das Prinzip lautet: Die beste Idee gewinnt”, erklärte Mislintat die Zusammenarbeit gegenüber dem SWR. Oft regierte das Ego beim VfB, die Zeiten scheinen mit diesen handelnden Personen vorbei zu sein.

Und so lautet das Zwischenfazit nach eineinhalb Jahren Mislintat und zehn Monaten Matarazzo: Der VfB Stuttgart scheint aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben. Der Verein ordnet sich einem klaren Konzept unter, handelt konsequent nach diesem und erntet für die gute Arbeit der jüngeren Vergangenheit aktuell die Früchte.

Wie krisenfest dieses Konstrukt ist, kann nur die Zeit zeigen. Aktuell deutet aber nichts daraufhin, dass der Verein in naher Zukunft einmal mehr implodieren würde. „Es ist davon auszugehen, dass wir auch kritische Phasen als Aufsteiger durchlaufen werden. Richtig. Mir ist klar, dass unser Kredit dann auch schnell wieder schwinden kann. Entscheidend wird sein, dass alle Beteiligten auch in solchen Situationen die Ruhe bewahren und eventuelle Rückschläge richtig einordnen”, so Mislintat. „Wir konzentrieren uns ganz auf das Hier und Jetzt, darauf, die bestmöglichen Entscheidungen für den VfB zu treffen. Wir alle stehen jeden Spieltag aufs Neue auf dem Prüfstand, aber ganz ehrlich: Ich mag das. Ich liebe diese Herausforderung und spiele das Spiel, um zu gewinnen.”

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Marc Schwitzky

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