Die erste DFB-Pokalrunde läuft vom 21. bis 24. August. Zwei Bundesligisten spielen sie trotzdem erst am 1. und 2. September. Der Grund steht am 22. August um 20.30 Uhr im Signal Iduna Park – und er zeigt, wie viel Platz ein einzelnes Spiel im deutschen Fußballkalender beansprucht.
Ein Termin, drei Verschiebungen
Borussia Dortmund und der FC Bayern bestreiten den Franz-Beckenbauer-Supercup. Damit fallen für beide Klubs die regulären Pokaltermine weg; die DFL hatte das bereits bei der Kalenderveröffentlichung im November 2025 mitgeteilt. Für die beiden Erstrundengegner bedeutet das zehn zusätzliche Tage Wartezeit auf ein Spiel, dessen Datum sie nicht beeinflussen konnten.
Dazu kommt der Abstand nach vorn. Sechs Tage nach dem Supercup beginnt die Bundesliga, am 28. August mit Bayern gegen Stuttgart. Ein Pflichtspiel unter Endspielbedingungen, eine knappe Woche vor dem Saisonstart, mit Kadern, aus denen bis zum Ende der Transferperiode noch Spieler verschwinden können.
Warum Dortmund überhaupt Gastgeber ist
Regulär treffen im Supercup Meister und Pokalsieger aufeinander. Weil Bayern beides gewonnen hat, greift die Ausnahmeregel: Der Vizemeister rückt nach und bekommt zugleich das Heimrecht. Dortmund kam auf 73 Punkte, Bayern auf 86. Zum letzten Mal gab es diese Konstellation 2021.
Die Nachfrage hat das nicht gebremst. Die Partie ist seit dem 22. Juli ausverkauft, 81.365 Plätze, Dauerkarten gelten nicht. Übertragen wird im Free-TV bei Sat.1 sowie bei Sky.
90 Minuten, keine Verlängerung
Der Modus verstärkt den Charakter des Termins. Steht es nach der regulären Spielzeit unentschieden, geht es sofort ins Elfmeterschießen. Kein Klub riskiert also 120 Minuten Belastung eine Woche vor dem Ligastart – der Wettbewerb ist so gebaut, dass er den Kalender an dieser Stelle wenigstens nicht zusätzlich sprengt.
Das ist mehr als eine Randnotiz. Der deutsche Saisonstart fällt in diesem Jahr ohnehin spät, weil die Weltmeisterschaft den Sommer verschluckt hat. Was danach an Terminen übrig bleibt, muss enger gestapelt werden – und der erste Titel des Jahres bekommt seinen Platz vor allen anderen.
Der Preis der Eröffnung
Der Supercup ist der Wettbewerb, über dessen sportlichen Wert am wenigsten Einigkeit besteht und dessen Termin am wenigsten verhandelbar ist. Zwei Klubs bekommen ihr erstes Pflichtspiel unter Wettbewerbsbedingungen, zwei andere warten zehn Tage länger auf ihres. So sieht der Kompromiss aus, den ein voller Kalender erzwingt: Er wird nicht kleiner, er wird nur anders verteilt.

