EM 2021 | Drei Europameister dabei: Die Top-Elf des Turniers

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Spotlight | Die EM 2021 ging gestern Abend zu Ende. Italien holte den Titel, England scheiterte dramatisch. Doch in die Top-Elf des Turnieres haben es auch ein einige Spieler von vermeintlichen Underdogs geschafft.

Tor: Kasper Schmeichel (Dänemark)

Am Ende hat es trotz einer herausragenden Leistung von Kaspar Schmeichel (34) im Tor der Dänen nicht gegen England gereicht. Zu müde und überfordert war die Vordermannschaft, irgendwann musste es passieren. Trotzdem blieb das, was Schmeichel auf dem Rasen des Wembley lieferte, die wohl stärkste Torhüterleistung der EM. Der Keeper spielte überhaupt eine herausragende Endrunde. Der 34-Jährige war Führungsspieler in einer der Überraschungsmannschaften und lieferte eben diese krönende Leistung. Ein knapper Sieg vor dem ebenfalls starken Yann Sommer (32)und Elfmeterheld Gianluigi Donnaruma (22). 

 

Innenverteidigung: Manuel Akanji (Schweiz)

Wie so viele Bundesligaspieler konnte ebenfalls Manuel Akanji (25) vom BVB im Wettbewerb überzeugen. Der Defensivmann unterstrich auch auf dem höchsten Niveau den Leistungssprung, welchen er bei Schwarzgelben hingelegt hat. Selbst Ausnahmespieler wie Kylian Mbappé (22) verzweifelten an seinem cleveren Stellungsspiel. Auch das Zweikampfverhalten fiel selbst innerhalb einer stets kämpfenden „Nati“ positiv auf. Gravierende Fehler leistete Akanji sich zudem überhaupt keine. In dieser Form muss man sich auch im Ruhrpott keine Gedanken über eine mögliche Hummels-Nachfolge machen.

Innenverteidigung: Giorgio Chiellini (Italien)

Photo by Nick Potts

Noch steht nicht einmal fest, wo Giorgio Chiellini (35) in der nächsten Saison auflaufen wird. Das Arbeitspapier des Routiniers bei Juventus Turin ist ausgelaufen, über eine mögliche Verlängerung wird wohl nun zeitnah entschieden werden. Mehr Werbung für eine Weiterbeschäftigung kann man dabei kaum erwarten. Die fast unüberwindbare Defensive der Italiener wurde vom Haudegen mit beeindruckender Souveränität angeführt. Auch seine Qualitäten als Führungsspieler waren mehr als deutlich zu beobachten. Seine Reaktionen vor dem Elfmeterschießen gegen Spanien sorgten für einige der eindrücklichsten Bilder des Turnieres. Ein klarer Schlüsselspieler auf dem Weg zum Titel. Dieser Chiellini sollte seine Karriere noch lange nicht beenden müssen.

Innenverteidigung: Andreas Christensen (Dänemark)

Einer der Grundpfeiler für das starke Abschneiden der Dänen war, neben Torhüter Schmeichel, auch die Innenverteidigung der Skandinavier. Stellvertretend hierfür sei in dieser Aufzählung Andreas Christensen (25) herausgehoben. Der Champions-League-Sieger war der Mann des Spiels, als es um alles ging. Im letzten Duell der Gruppenphase gegen Russland stellte Christensen nicht nur Sturm-Koloss Dzyuba (32) komplett kalt, sondern sorgte mit seinem Gewaltschuss auch für das enorm wichtige 3:1. 

Linker Flügelverteidiger: Jordi Alba (Spanien)

Fußballerisch überzeugte Spanien eigentlich in jedem Spiel des Turnieres. Nur vor dem Tor fehlte oftmals die Präzision und Effektivität. Ein Hauptverantwortlicher, dass das Ballbesitzspiel der Iberer so flüssig wie in den besten Zeiten der jüngeren Vergangenheit lief, war auch Jordi Alba (32). Der Außenverteidiger des FC Barcelona war nicht nur Aktivposten, sondern auch in allen Bereichen des Feldes ständig für seine Mannschaft anspielbar. Alba konnte diese Europameisterschaft definitiv nutzen um noch einmal zu unterstreichen, dass er er weiterhin zu den besten Spielern auf seiner Position weltweit gehört.

Rechter Flügelverteidiger: Kyle Walker (England)

Zwei Tore musste England ausgenommen vor dem Elfmeterschießen nur hinnehmen, beide nach Standards. Alleine diese Tatsache macht die unglaubliche Stabilität des Teams von Gareth Southgate (50) gut sichtbar. Einer der Hauptverantwortlichen hierfür war Kyle Walker (31). Der Außenverteidiger, der nicht selten etwas ungestüm in der Premier League auftritt, präsentierte sich in diesem Turnier vollkommen diszipliniert. Die Anlagen Walkers waren schon immer stark, nur seine Ausrutscher schmälerten immer wieder die Wahrnehmung des Manchester-City-Spielers. Für die Nationalmannschaft scheint Walker noch einmal besonders motiviert zu sein und konnte während der EM 2021 vollends überzeugen.

Zentrales Mittelfeld: Pedri (Spanien)

Photo by Petter Arvidson

Schon beim FC Barcelona zählte der gerade erst volljährige Pedri (18) in der letzten Spielzeit zu den besten und wichtigsten Spielern. Nun nutzte das Ausnahmetalent die europäische Bühne, um auch Fußballfans, die seltener La Liga verfolgen, von sich zu überzeugen. In jedem Spiel der spanischen Nationalmannschaft war Pedri gesetzt. Zudem erinnerte er mit seinen klugen Pässen und Ruhe am Ball teilweise stark an den Nationalhelden Andres Iniesta (37). Es scheint vorgezeichnet, dass Pedri noch bei einigen Turnieren mit großen Leistungen auffallen wird. 

Zentrales Mittelfeld: Jorginho (Italien)

Das zentrale Mittelfeld spielt in der taktischen Ausrichtung des Europameisters eine ganz besonders zentrale Rolle. Die drei Mittelfeldmänner der Squadra Azzurra sind maßgeblich für das hohe Pressing verantwortlich, lenken aber auch gleichermaßen das Tempo des Teams im eigenen Ballbesitz. Und dies gelang allen über weite Strecken des Turnieres herausragend. Stellvertretend für diese starke Leistung steht hier nun Jorginho (29) im Aufgebot. Der Mittelfeldmann überzeugte schon beim Königsklassen-Sieg des Chelsea FC und präsentierte sich nun auch bei der EM als unentbehrlicher Taktgeber. Dass man bei den Blues aus England nicht nur über Kanté als überragenden, zentralen Mittelfeldspieler sprechen sollte, konnte Jorginho eindrucksvoll unterstreichen.

Linksaußen: Lorenzo Insigne (Italien)

Die besondere Rolle Lorenzo Insignes (30) in der italienischen Mannschaft kommt dem kleingewachsenen Techniker sehr entgegen. In den Halbräumen darf sich der dribbelstarke Italiener austoben und kann seine Fähigkeiten mit dem Ball immer wieder in den Mittelpunkt seines Spiels stellen. Davon profitieret vor allem seine Mannschaft. Dass man Italiens Fußball bei dieser EM 2021 als einen der attraktivsten im Kopf behalten werden, liegt sicherlich auch an der Leistung des Neapolitaners. Es dürften keine Fragen offen bleiben, warum er in der Heimat auch „Lorenzo il Magnifico“ gennant wird.

Photo Andrea Staccioli Insidefoto

Stürmer: Harry Kane (England)

Harry Kane (27) hatte, wie fast seine gesamte Mannschaft, einen eher holprigen Start in das Turnier. Nach einer weiteren, herausragenden Saison für die Spurs war der Kapitän Englands mit enormen Erwartungsdruck in die EM 2021 gestartet. Doch erst im dritten Gruppenspiel gelang ihm der erste Treffer. Dann aber platze der Knoten, gegen die Ukraine gab es einen Doppelpack, gegen Dänemark verwandelte er den Abpraller seines abgewehrten Elfmeters und sorgte so für den Finaleinzug der Briten. Dass man Kane nicht nur auf seine Tore reduzieren kann, zeigte der Angreifer auch immer wieder. Häufig ließ er sich fallen und agierte als verkappter Spielmacher. So fiel unter anderem der enorm wichtige Ausgleich gegen Dänemark nach einer solchen Aktion. Auch im Finale füllte Kane diese tiefere Rolle stark aus. Es gibt nur ganz wenige Stürmer, die auf dem Level von Harry Kane mithalten können.

Rechtsaußen: Raheem Sterling (England)

Es ist ein Ärgernis, dass wohl für viele Raheem Sterling (26) bei dieser Europameisterschaft mit dem höchst zweifelhaften Elfmeter gegen Dänemark in Erinnerung bleiben wird. Ein Ärgernis, weil sich der Flügelspieler mit seiner Leistung alleine genug positive Aufmerksamkeit verdient hätte. In der Nationalmannschaft und in der englischen Öffentlichkeit ist Sterling gewachsen. Er hat die Verantwortung angenommen, die ihm aufgebürdet wurde. Dass der biedere Spielansatz der „Three Lions“ ohne große Probleme erfolgreich ist, liegt auch daran, dass man sich in den zähen Spielen auf die Klasse und die Tore Sterlings verlassen konnte. Ohne Frage einer der wichtigsten und besten Spieler des Turnieres.

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Die Bank

Neben den ausgewählten Spielern haben natürlich auch noch weitere Fußballer eine starke Europameisterschaft hingelegt. Ein paar dieser Spieler sollen hier nun noch erwähnt werden.

Yann Sommer lieferte auf der Torhüterposition ein außergewöhnliches Turnier, war Hauptgrund für das überraschende Weiterkommen der Schweiz gegen den Weltmeister aus Frankreich. Dass es am Ende doch noch Gianluigi Donnarumma vor dem Schweizer auf die Bank schafft, liegt an der Wichtigkeit des Italieners für den Ausgang des Turnieres. In zwei Elfmeterschießen konnte sich der neue Europameister auf den Youngster verlassen, am Ende hielt er den Titel fest.

An Paul Pogba (28) lag das Ausscheiden der Equipe Tricolore ganz sicher nicht. Wie so oft brillierte der Mittelfeldmann in seinen Nationalfarben. Auch die beiden Außenverteidiger Leonardo Spinazzola (28) und Joakim Maehle  (24) hinterließen einen mehr als positiven Eindruck und sollen hier Erwähnung finden. Abgerundet wird die Auswechselbank durch drei Offensivspieler. Sowohl der tschechische Angreifer Patrik Schick (24) als auch Belgiens Superstar Romelu Lukaku (28) überzeugten in vorderster Reihe und spielten eine starke EM 2021. Genau wie Federico Chiesa (22). Der italienische Shootingstar wurde zwar oft nur eingewechselt, sorgte mit seinen Aktionen allerdings mehr als einmal für den Erfolg.

Photo: David Klein Sportimage/Imago

Julius Eid

Seit 2018 bei 90PLUS, seit Riquelme Fußballfan. Gerade die emotionale Seite des Sports und Fan-Themen sind Julius‘ Steckenpferd. Alleine deshalb gilt: Klopp vor Guardiola.

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