England: Southgate über seine Zukunft & Wahl der Elfmeterschützen

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News | Am Sonntag unterlag England Italien im Finale der EM 2021. Im Elfmeterschießen, mal wieder. Taktik und die Wahl der Elfmeterschützen sorgte in England für Kritik, Gareth Southgate übernimmt die Verantwortung. 

„Die Nacht fällt schwer“

„It’s not coming home“. Selten war England nach der Weltmeisterschaft 1966 einem Titel so nahe wie bei der EM 2021. Am Ende mussten sich die Three Lions im Elfmeterschießen gegen Italien geschlagen geben. Der pragmatische Spielstil von Nationaltrainer Gareth Southgate (50) zollte nach früher Führung seinen Tribut. Das Elfmeterschießen verpasste den Dolchstoß.

„Die heutige Nacht für uns alle schwer, natürlich“, sagte Nationaltrainer Southgate bei der BBC und ergänzte: „Du spürst die Enttäuschung, weil die Gelegenheiten, solche Trophäen zu gewinnen, im Leben sehr selten sind. Aber wenn wir reflektieren, was wir geleistet haben, sollten sie [die Spieler] unglaublich stolz auf sich sein. Sie haben mehr geleistet als jede England-Mannschaft in 50 Jahren.“

Southgate erklärt Wahl der Elfmeterschützen

Und dennoch herrscht in England nach der Pleite Frust. Nicht nur der Verwaltungsmodus des Trainers, der es verpasste, die sichtlich desorganisierten Azzurri in Halbzeit eins weiter zu attackieren, vor allem die Wahl der Elfmeterschützen warf Fragen auf. Mit Marcus Rashford (23, 82 Spielminuten) und Jadon Sancho (21, 96 Minuten) wurden in der 119. Minute zwei junge Spieler eingewechselt, die bei diesem Turnier kaum Spielpraxis sammeln konnten. Kalt und ohne Selbstbewusstsein sollten sie nun im Finale die größten Elfmeter ihrer Karriere verwandeln. Die Last des entscheidenden fünften Elfmeters wurde gar auf die Teenager-Schultern des 19-jährigen Bukayo Saka gelegt. Sie alle vergaben.

„Das geht auf mich. Ich habe mich aufgrund von Trainingseindrücken für die Elfmeterschützen entschieden“, gestand Southgate. Keiner der jungen, tragischen Helden der Three Lions sei „alleine.“ Ohnehin könne man keine „gegenseitigen Beschuldigungen gebrauchen“, so der Trainer, der den Teamgedanken hervorhob.

Southgate lässt Zukunft offen

Vor wenigen Tagen stand eine Vertragsverlängerung von Gareth Southgate im Raum. Die englische FA wird nach Halbfinaleinzug bei der WM 2018 und dem jetzigen Finaleinzug auch ohne Krönung weiter darauf aus sein. Kritische Stimmen hin oder her.  Der 50-Jährige selbst wollte das Thema unmittelbar nach der Niederlage nicht adressieren. „Persönlich kann ich jetzt darüber nicht reden, das fühlt sich an, als wäre das Millionen Meilen entfernt“, betonte er nach dem Spiel.

Bereits in eineinhalb Jahren hat die Mannschaft der Engländer die nächste Chance auf das Ende der dann 56-jährigen Leidenszeit ohne Titel. Die WM 2022 in Katar steht an. „Ich bin mir sicher, dass diese Mannschaft sich verbessern kann, wir haben die Zahl an jungen Spielern gesehen, die Erfahrung sammelten und absolut fantastisch waren. Aber für die Zukunft brauche ich etwas mehr Zeit, um zu reflektieren“, betonte Southgate.

Photo: Facundo Arrizabalaga Pool via AP/Imago

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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