EURO 2020 | Elfmeterkrimi! Jorginho schießt Italien ins Finale!

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Im ersten Halbfinale der Europameisterschaft traf Italien auf Spanien. Es entwickelte sich ein packendes Duell über 120 Minuten. Im Elfmeterschießen behielt schließlich Italien die Oberhand und gewann 5:3.

Spanien dominant, Italien unter Druck

Spanien begann – wenig überraschend – mit viel Ballbesitz, machte aber schon in der 3. Minute Bekanntschaft mit Italiens Stärke im Umschaltspiel. Emerson Palmieri, der den verletzten Leonardo Spinazzola vertrat, spielte einen Steckpass auf Nicolò Barella. Der traf von der linken Strafraumkante den Pfosten, stand dabei aber abseits.

Den klar aktiveren Eindruck machten aber die Spanier. In der 13. Minute spielte Pedri einen perfekten Steckpass in den Strafraum zu Mikel Oyarzabal. Dem versprang die Kugel bei der Annahme nach hinten, im Abseits stand er auch nicht, Chance vertan.

Italien konzentrierte sich auf Kontersituationen. So, wie auch in der 21. Minute, als Lorenzo Insigne steil auf Emerson spielte. Der täuschte den Abschluss an, legte nochmal quer. Sowohl Ciro Immobile, als auch Barella hätten vor der Strafraumkante abschließen können, weil Unai Simón durch den Strafraum irrlichterte, schlugen aber zu viele Haken und ließen die Möglichkeit verstreichen.

 



 

In keinem anderen Spiel dieser Europameisterschaft wurde Italiens Abwehr so auf ihre Sturmfestigkeit getestet, wie in diesem Halbfinale. 25. Minute, Dani Olmo kam aus zentraler Position zum Abschluss, visierte das linke untere Eck an, aber Gianluigi Donnarumma parierte herausragend.

Kurz vor der Pause traf Emerson aus spitzem Winkel nochmal das Lattenkreuz, dann ging es mit dem 0:0 in die Kabine. Spanien war die klar tonangebende Mannschaft, schnürte die Italiener ein, wie noch kein Gegner vor ihnen. Die wussten sich wenn, dann nur durch Konter zu helfen, bekamen zu selten Zugriff aufs Spiel und mussten sich vor der zweiten Hälfte etwas einfallen lassen.

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Chiesa eröffnet, Morata antwortet – Verlängerung in Wembley

Die begann erstmal mit spanischem Angriffsfußball. 52. Minute, Mikel Oyarzabal legte für Sergio Busquets ab, dessen Direktabnahme knapp über das Tor ging. Im direkten Gegenzug konterte Italien, Unai Simón hatte Chiesas flachen Abschluss sicher.

Nach einer Stunde war die Dose offen. Wieder durfte Italien kontern, Spanien bekam an der Strafraumkante den Ball nicht weg. Diesmal setzte Federico Chiesa nach, ging noch zwei Schritte und schlenzte die Kugel akkurat ins rechte Eck, 1:0! Spanien hatte die Chancen, Spanien nutzte die Chancen einmal mehr nicht – und wurde konsequenterweise bestraft.

Copyright: Nick Potts/imago

Direkt nach dem Treffer wechselte Mancini erstmals: Domenico Berardi kam für Ciro Immobile. Bei den Spaniern wich Ferrán Torres. Mit Álvaro Morata kam ein echter Stürmer.

Spanien ließ sich nicht aus dem Konzept bringen, griff weiter mutig an. 65. Minute, Koke flankte punktgenau auf den Kopf von Mikel Oyarzabal. Der brachte es tatsächlich fertig, den Ball noch vorbeizusetzen. Das hätte das 1:1 sein müssen. Nur drei Minuten später kam wieder Italien. Chiesa spielte einen überraschenden Pass auf Berardi. Der tauchte aus spitzem Winkel frei vor Unai Simón auf. Der machte allerdings rechtzeitig die Beine zu und parierte.

Zehn Minuten vor Schluss kam Berardi erneut frei zum Abschluss, diesmal aus zentraler Position, sein Schuss aufs linke Eck war kein Problem für Unai Simón. Und wie die Spanier wurden diesmal die Italiener bestraft. 81. Minute, Aymeric Laporte spielte einen Pass in die Tiefe auf Morata. Nach einem Doppelpass mit Dani Olmo stand der Juventus-Stürmer frei vor Donnarumma und schob gekonnt ins kurze Eck ein. Der erste Gegentreffer für Italien in diesem Turnier aus dem Spiel heraus. Nur eine Minute später hätte Spanien das Spiel fast gedreht, Busquets kam nach einer Ecke zum Kopfball, Donnarumma irrte durch den Strafraum, die Kugel ging jedoch vorbei. Und so auch die Spielzeit. 1:1 stand es nach 90 Minuten, es ging in die Verlängerung.

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Spanien überlegen, Berardis Treffer zählt nicht

Es dauerte acht Minuten bis zur ersten Möglichkeit der Verlängerung. Dani Olmo brachte einen Freistoß vom linken Flügel einfach mal direkt aufs Tor. Donnarumma wehrte ihn nach außen ab. Dort stand Morata und brachte ihn mit dem Außenrist erneut aufs Tor. Doch auch aus dem folgenden Geflipper ergab sich nicht das 2:1 für Spanien.

In der 103. Minute brachte der eingewechselte Gerard Moreno die Kugel nach innen. Donnarumma rettete mit einer Faust vor Morata. Das 1:1 nahmen beide Mannschaften in die letzten 15 Minuten.

Italien aktiver, schafft gegen Spanien aber auch nicht den Durchbruch.

Zur zweiten Halbzeit der Verlängerung kam der Ex-Münchener Thiago für Sergio Busquets. Und auch Italien wurde wieder aktiver. In der 108. Minute versuchte der für Chiesa eingewechselte Federico Bernadeschi an der Strafraumkante für Matteo Pessina abzulegen, Laporte ging dazwischen. Nur zwei Minuten später chippte Berardi die Kugel aus spitzem Winkel über Unai Simón ins Tor. Doch Italiens Nummer 11 stand klar abseits. Kein Tor. Kurz darauf versuchte Andrea Belotti Berardi steilzuschicken, Pau Torres fing den Steilpass mit der Hacke ab. So ging es nach 120 Minuten zum Punkt.

Ausgerechnet Morata vergibt – Jorginho schießt Italien ins Finale

Manuel Locatelli machte den Anfang für Italien – und vergab. Aber auch Dani Olmo jagte die Kugel weit über das Tor. Die nächsten Strafstöße saßen allesamt. Bis Álvaro Morata kam. Schon gegen die Slowakei hatte er vom Punkt vergeben. Und auch diesmal parierte Gianluigi Donnarumma seinen flachen Versuch aufs rechte Eck. So blieb der goldene Schuss Jorginho überlassen – und er verlud Unai Simón und schob locker rechts ins Eck ein. Italien gewinnt 5:3 nach Elfmeterschießen gegen Spanien und trifft am Sonntag im Finale entweder auf England oder Dänemark.

Photo LaPresse – Fabio Ferrari/imago

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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