EURO 2020 | Italien filetiert die Türkei im Auftaktspiel

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Die Türkei und Italien bestritten das Auftaktspiel der EM 2021. Die Italiener zeigten sich über die gesamte Spielzeit dominant. Nach einer ersten Hälfte voller Fahrkarten drehte die Mannschaft von Roberto Mancini in der zweiten Halbzeit auf und gewann hochverdient 3:0.

Italien macht Druck, die Türkei steht sicher – keine Tore zur Pause

Nicht einmal drei Minuten mussten die 17.659 Zuschauer im Stadio Olimpico zu Rom auf die erste Gelegenheit warten. Ciro Immobile lief im Fünfmeterraum ein, traf in Bedrägnis aber nur das Außennetz.

Die Italiener hatten das Gros an Ballbesitz, machten das Spiel, während sich die Türkei vornehmlich darauf konzentrierte, defensiv sicher zu stehen. Das hat schon in der Qualifikation sehr gut funktioniert. Da kassierte die Mannschaft von Senol Günes lediglich drei Gegentore.

 



 

Im Eröffnungsspiel taten sie sich gegen Italien etwas schwerer. Italien eroberte immer wieder die Bälle am und um den türkischen Strafraum. In der 18. Minute bot sich Lorenzo Insigne nach einem Doppelpass plötzlich links im Strafraum viel Platz. Für seinen Schuss stand das Tor letztlich einen Tick zu weit links.

Von der türkischen Nationalmannschaft war in der ersten halben Stunde offensiv nichts zu sehen, der Angriff um Kenan Karaman, Yusuf Yazici, Hakan Calhanoglu und Burak Yilmaz bekam keinen einzigen Torschuss zustande. Stattdessen immer wieder Italien. 22. Minute, Giorgio Chiellini kam infolge einer Ecke glockenfrei zum Kopfball, den Ugurcan Cakir über die Latte lenkte.

In dieser Taktung ging es weiter. Nur elf Minuten später köpfte Immobile eine Flanke von links in Rücklage knapp am kurzen Eck vorbei. Die Türken machten das Spiel im Strafraum extrem eng, ließen die Italiener kaum zu Kombinationen kommen. Deshalb dauerte es bis zur 43. Minute. Wieder kam Immobile zum Abschluss, zog diesen allerdings genau auf Cakir. Damit war trotz 14:0 Torschüssen das 0:0 zur Pause besiegelt.

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Demirals Eigentor eröffnet – Italien gewinnt das Auftaktspiel gegen die Türkei

Zwei Wechsel gab es zur Pause. Bei den Italienern kam Giovanni Di Lorenzo für Alessandro Florenzi, während es aufseiten der Türken mit Cengiz Ünder für Yusuf Yazici etwas dynamischer über die Flügel.

Und mit letzterem bekam die Türkei ihren ersten Abschluss des Spiels. Cengiz Ünder wurde bei einem Konter steilgeschickt, ließ Chiellini und Leonardo Bonucci stehen, seinen Abschluss aufs kurze Eck hatte Gianluigi Donnarumma sicher.

Direkt im Gegenzug bekam Domenico Berardi einen langen Ball auf die rechte Seite serviert. Umut Meras verschätze sich im Zweikampf, musste Berardi ziehen lassen. In der Mitte war es schließlich Merih Demiral, der das tat, was Italiens Angriff am heutigen Abend noch nicht hinbekam. 53. Minute, 0:1. Italien versuchte direkt nachzulegen, aber Cakir parierte gegen Leandro Spinazzola.

Photo: Jonathan Moscrop / Sportimage/imago

Das 2:0 war keine Frage des ob, sondern nur des wann. Die Antwort: In der 66. Minute. Die Italiener kombinierten sich mit Insigne und Nicolò Barella bis an die rechte Grundlinie. Wieder durfte Berardi flanken, diesmal auf Spinazzola. Dessen Abschluss konnte Cakir nur nach vorne abprallen lassen. Genau dort stand Ciro Immobile und staubte zu „seinem Heimtor“ ab. Im Anschluss an den Treffer gab es „Ciro, Ciro!“-Sprechchöre für den Lazio-Stürmer.

Offensiv hielt sich die Türkei weiterhin zurück – und defensiv schenkten sie den Italienern das 0:3. Ausgangspunkt war ein haarsträubender Fehlpass von Ugurcan Cakir, der genau bei Jorginho landete. Über Barella und Immobile kam die Kugel zu Lorenzo Insigne, der – anders, als in der 18. Minute akkurat ins rechte Eck schlenzte. Dieser Treffer war auch gleich einen Rekord wert: Es war das erste Mal, dass eine Mannschaft in einem Eröffnungsspiel einer Europameisterschaft drei Tore erzielte. Das 3:0 war gleichzeitig auch der Endstand. Italien erwischt einen Traumstart in die EM und trifft als nächstes auf die Schweiz. Für die Türkei geht es gegen Wales schon darum, auf die eigene Tordifferenz zu achten.

Photo Andrea Staccioli/ Insidefoto/imago

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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