EM 2021 | Kurioses Eigentor, wilde Partie: Spanien gewinnt nach Verlängerung gegen Kroatien

EM 2021

News | Im fünften Achtelfinale der EM 2021 traf Kroatien auf Spanien. Ein Eigentor machte den Auftakt, am Ende setzte sich Spanien mit 5:3 (3;3, 1:1) nach Verlängerung durch und steht im Viertelfinale. 

Kurioses Eigentor – Spanien antwortet auf Führung von Kroatien

In den ersten Minuten der Partie zeichnete sich schon das erwartete Bild ab. Die Spanier dominierten und hatten viel Ballbesitz. Vor allem Sergio Busquets dirigierte aus der Tiefe und versuchte schon, den ein oder anderen langen Ball in die Spitze zu spielen, um das dichte Mittelfeld zu überbrücken. Pablo Sarabia hatte nach zwölf Minuten den ersten gefährlichen Abschluss. Alvaro Morata bediente ihn und er schoss aus spitzem Winkel an das Außennetz. In der 16. Minute bediente Pedri mit einem Traumpass Koke, doch der schloss alleine vor dem gegnerischen Tor zu unplatziert ab. Das erste Tor „erzielten“ dann die Kroaten. Nach einem Rückpass des jungen Pedri wollte Torhüter Unai Simon den Ball annehmen, doch er erwischte ihn nicht und die Kugel trudelte langsam in das eigene Tor.

Kroatien Spanien

Photo by Imago

Spanien wirkte geschockt und Kroatien witterte eine Chance. Nikola Vlasic hatte nach einem Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte eine Abschlusschance, schoss den Ball aber an das Außennetz.  Wenig später versuchte es Mateo Kovacic mit einem Schuss aus der Distanz. Das Tor änderte die gesamte Statik des Spiels. Nach 38 Minuten kam Spanien aber zum Ausgleich. Aufgrund der bisherigen Spielanteile war dieser auch verdient. Pablo Sarabia drückte den Ball am Ende über die Linie, vorher schoss José Gaya, konnte aber geblockt werden. Ausschlaggebend in dieser Situation war nicht etwa das clevere Passspiel, sondern die Brechstange. Mit dem 1:1 gingen beide Mannschaften dann auch in die Kabine.

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Spanien setzt sich ab und macht es spannend – Kroatien bestraft

Spanien startete auch in der zweiten Halbzeit dominant. Der Unterschied war, dass die Kroaten es schafften, früher rauszuschieben und den ein oder anderen Ballgewinn zu verzeichnen. Immer wieder versuchte es Spanien nach einem ähnlichen Muster. Aus der Ballbesitzphase wurde die Seite mit einem langen Ball gewechselt, um die Kroaten auseinander zu ziehen. Das gelang aber nicht immer. Eine Flanke führte aber schließlich zum Erfolg. Die Spanier fanden Cesar Azpilicueta mit einer Hereingabe von der linken Seite und der Rechtsverteidiger köpfte aus kurzer Distanz ein. Spanien dominierte in den Minuten nach dem Gegentreffer, ehe Josko Gvardiol nach 67 Minuten einen guten Abschluss für Kroatien hatte. Doch Unai Simon konnte den Ball parieren.

Eine Viertelstunde vor dem Ende machten die Spanier dann den Deckel drauf. Ferran Torres setzte sich im Duell mit Gvardiol durch, nahm kurz Maß und ließ Torhüter Livakovic keine Chance. In der Schlussphase wurde es dann aber doch noch einmal eng. Luka Modric bediente Ante Budimir mit einem Querpass und im Gestochere drückte Mislav Orsic den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Am Ende gab es noch einmal sechs Minuten Nachspielzeit! In dieser Nachspielzeit erzielte kroatien dann tatsächlich noch das 3:3! Mario Pasalic wuchtete den Ball in die Maschen, die Strafraumbesetzung war sehr gut und Spanien passte einfach nicht auf. Die Folge: Es gab Verlängerung!

Defensive Probleme entscheiden die Partie

Der späte Ausgleich gab den Kroaten Aufwind. Hinzu kam, dass sich die Mannschaft von Trainer Dalic offensiver aufgestellt sah, denn in der Schlussphase der regulären Spielzeit wechselte Kroatien offensiv, um das Tor zum Ausgleich zu erzielen. In der 96. Minute hatte Andrej Kramaric die Riesenchance auf das 4:3. Der Stürmer der TSG Hoffenheim scheiterte aber aus kurzer Distanz, nachdem Orsic problemlos von links in den Strafraum dribbeln konnte. Der Nachteil der offensiven Aufstellung war, dass Josip Brekalo deutlich häufiger defensiv gebunden war. Eben jener Brekalo verschätzte sich dann auch, Alvaro Morata nahm den Ball an und schloss ihn perfekt ab. 4:3 für Spanien!

Jetzt erhielten die Spanier noch mehr Platz und nutzten ihn. Dani Olmo bediente Mikel Oyarzabal und der Mann von Real Sociedad behielt die Nerven. Mit dem 5:3 schien jetzt aber endgültig klar zu sein, wer in das Viertelfinale einzieht. Kroatien versuchte aber dennoch, irgendwie noch einmal zurück zu kommen. Es waren aber eher die Spanier, die noch Konterchancen hatten. So war es Alvaro Morata, der in der 116. Minute an Livakovic scheiterte. Auch Oyarzabal und Olmo hätten noch das sechste Tor erzielen können. Am Ende blieb es aber beim 5:3 für die Iberer.

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Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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