U21-EM | Elfmeter-Krimi! – Deutschland schlägt Dänemark und steht im Halbfinale!

EM 2021

Im Viertelfinale der U21-EM traf Deutschland auf Dänemark. Ein Spiel, das zum Drama ausufern sollte. Nachdem Lukas Nmecha spät die Verlängerung rettete und es am Ende von 120 äußerst ereignisreichen Minuten 2:2 stand, musste die Entscheidung vom Punkt fallen. Dort hielt Dahmen zweimal – und Paul Jaeckel schickte Deutschland mit dem elften verwandelten Elfmeter zum 6:5 ins Halbfinale.

Deutschland schnürt Dänemark ein – verpasst aber die Führung

Deutschland hatte sich in einer Gruppe mit der Niederlande (1:1), Rumänien (0:0) und Co-Gastgeber Ungarn (3:0) als Zweiter durchgesetzt. Dänemark spielte die perfekte Vorrunde, holte gegen Frankreich (1:0), Island (2:0) sowie Russland (3:0) alle neun möglichen Punkte.

Die Anfangsphase des Spiels ging klar an die Mannschaft von Stefan Kuntz. Sie setzten die Dänen gleich unter Druck und sich selbst in der gegnerischen Hälfte fest. In der 4. Minute durfte David Raum scharf angebraten in den Strafraum geben, fand aber keinen Abnehmer. Nur fünf Minuten später zündete Ridle Baku aus 20 Metern drauf, der Ball landete jedoch auf der falschen Seite des rechten Pfostens.

Die Dänen kamen durch das sehr aggressive deutsche Pressing kaum aus der eigenen Hälfte und so war die erste Großchance in der 17. Minute nur folgerichtig. Baku flankte von rechts, in der Mitte durfte Kapitän Arne Maier direkt abfassen, beförderte die Kugel allerdings genau in die Arme von Dänemarks Torhüter Oliver Christensen.

 



 

Die nächste Möglichkeit ging auf das Konto von Mergim Berisha. 20. Minute, Raum flankte vom linken Flügel in die Spitze, Lukas Nmecha leitete herausragend mit einem Kontakt zum Salzburger weiter, der frei vor Christensen rechts vorbeischob.

In den Folgeminuten zog sich die deutsche Mannschaft etwas zurück, sodass Dänemark in der 23. Minute auch zu seinem ersten Abschluss kam. Jesper Lindstrøm durfte aus gut 18 Metern abziehen, auch sein Schuss ging rechts vorbei.

Sowohl 2017, als auch 2019 erreichte die deutsche U21 jeweils das EM-Finale. Und auch hier traten sie entsprechend auf. Drei Minuten vor der Pause zog Anton Stach aus der Distanz ab, diesmal links vorbei. Nachdem sich die Dänen in den letzten Zügen der ersten Halbzeit auch kurz austoben durfte und zu einigen vielversprechenden Abschlussgelegenheiten kam, ging es mit dem torlosen Remis in die Kabine.

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Faghir schockt Deutschland – aber Nmecha rettet die Verlängerung

Keine vier Minuten nach der Pause kamen die Dänen zu ihrer ersten Großchance. 48. Minute, der Ex-Dortmunder und -Hoffenheimer Jacob Bruun Larsen durfte nach einem Steilpass frei auf Finn Dahmen zulaufen, hatte aber wohl zu viel Zeit zum Nachdenken. Dahmen hielt die deutsche Mannschaft mit dem rechten Fuß im Spiel.

Diese Szene stand sinnbildlich für die Anfangsphase von Halbzeit zwei. Deutschland agierte wesentlich fahriger und ungenauer, kam bei Weitem nicht mehr so gut in die Zweikämpfe wie noch zu Beginn der Partie. So durften sich die Dänen Stück für Stück in Richtung deutsches Tor arbeiten. Nach einer guten Stunde reagierte Stefan Kuntz auf den Negativtrend und brachte Jonathan Burkardt für Mergim Berisha.

Copyright: Gonzales Photo/Gaston Szerman/imago

Deutschland versuchte, sich in dieses Spiel zurückzubeißen. In der 66. Minute ging es verletzungsbedingt nicht mehr für Jacob Bruun Larsen weiter, für ihn kam der erst 17-jährige Wahid Faghir. Seine erste Aktion hatte er drei Minuten nach seiner Einwechslung. Nachdem er von Carlo Holse bedient wurde, dribbelte sich Faghir durch die deutsche Abwehr und vollstreckte über den Kopf von Finn Dahmen hinweg zum 1:0. Der deutschen Mannschaft blieben somit gut 20 Minuten für die Verlängerung.

Auch Kuntz ging nun all-in, Karim Adeyemi und Mateo Klimowicz kamen für Ridle Baku und Anton Stach. In der 79. Minute steckte Florian Wirtz auf Adeyemi durch, dessen Abschluss noch zum Eckball geblockt wurde, der nichts einbrachte. Also, nichts für Deutschland. Dänemark durfte über Mohamed Daramy kontern, der im letzten Moment aber noch vom zurücksprintenden Adeyemi fair abgegrätscht wurde.

Deutschland lief langsam die Zeit davon. Nun musste es die Brechstange richten. Lars Lukas Mai, der vom FC Bayern an Darmstadt 98 ausgeliehen ist, kam für Florian Wirtz. Nico Schlotterbeck ging dafür mit in die Spitze. 88. Minute, Eckball Arne Maier, am ersten Pfosten verlängerte Mai für Lukas Nmecha, der den Ball irgendwie in hohem Bogen zum 1:1 in den rechten Winkel beförderte. Das erste Gegentor für die Dänen bei dieser EM. Deutschland versuchte in den letzten Minuten das Momentum zu einem weiteren Treffer auszunutzen. Doch nach 94 Minuten stand das 1:1.

Burkardt und Isaksen drehen in der Verlängerung auf

Die Verlängerung hielt in der 92. Minute einen Freistoß für Dänemark bereit, zudem gab es gelb für Schlotterbeck. Den Standard brachte nichts ein – außer einem deutschen Konter. Maier schickte Adeyemi, die Endstation hieß Oliver Christensen.

Deutschland nahm das Momentum diesmal mit. 100. Minute, Flanke Raum von links, Burkardt nahm die Kugel mit der Brust an, sein abgefälschter Linksschuss landete unter der Latte. Die Mannschaft von Stefan Kuntz hatte das Spiel gedreht.

Die Freude währte aber nur denkbar kurz. In der 107. Minute verursachte Mai einen Elfmeter an Gustav Isaksen. Victor Nelsson nahm sich der Sache an – und jagte die Kugel halbhoch ins linke Eck. Und mit diesem Tor bekam das Spiel neues Wetter. 113. Minute, wieder kam Isaksen auf der rechten Grundlinie durch. Sein Pass in den Rücken kam bei Wahid Faghir an, aber diesmal rettete Mai mit einem perfekten Block.

Und aus dem Nichts kam auf einmal wieder die deutsche Elf. Jonathan Burkardt dribbelte sich in der 118. Minute über den rechten Flügel durch, spielte den Doppelpass mit Nmecha. Auch diesmal traf er wieder, aber nur den linken Pfosten. So musste die Entscheidung zwischen Deutschland und Dänemark vom Punkt fallen.

Dahmen hält zweimal, Jaeckel macht alles klar – Deutschland schlägt Dänemark und trifft im Halbfinale auf die Niederlande

Dänemark legte vor, Jonathan Burkardt vergab den ersten Elfmeter für Deutschland, so konnte Carlo Holse auf 2:0 erhöhen. Aber nachdem Finn Dahmen den Versuch von Torschütze Wahid Faghir an den linken Pfosten lenkte, konnte Lukas Mai zum 2:2 ausgleichen. So hieß es 4:4 nach zehn Elfmetern. Dahmen parierte gegen Victor Kristiansen – und Paul Jaeckel jagte die Kugel trocken zum 6:5 in den rechten Winkel. Damit gewinnt Deutschland mit 8:7 n.E. gegen Dänemark und trifft im Halbfinale erneut auf die Niederlande.

Copyright: Szilvia Micheller/Matthias Koch/imago

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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