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Europa League Vorschau: TSG Hoffenheim

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Die TSG 1899 Hoffenheim spielte in der vergangenen Saison unter Julian Nagelsmann einen sehr guten und auch erfolgreichen Fußball, der Lohn dafür war am Ende Platz 4 und die Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League. Gegen den FC Liverpool schied man verdient aus, nun müssen sich die Kraichgauer durch die Europa League kämpfen, haben dort aber gleich hohe Ambitionen.

In ihrer Gruppe trifft die TSG, die mit 7 Punkten aus drei Spielen in die Bundesligasaison gestartet ist und dabei den FC Bayern schlug auf Sporting Braga, Istanbul Basaksehir und Ludogorets Razgrad. Wir stellen alle Gegner der TSG vor!

Gefährliche Bulgaren – Ludogorets

Ein exotisch klingender, aber international kein unbekannter Name ist Ludogorets Razgrad. Die Bulgaren haben sich in den vergangenen Jahren häufig im internationalen Geschäft gezeigt und das, obwohl man erst seit 2011 in der höchsten bulgarischen Spielklasse unterwegs ist. Grund dafür ist vor allem die Tatsache, dass der Klub in der Saison 2010/11 vom Pharmaunternehmer und Oligarchen Kyril Domustschiev gekauft wurde. Zur Winterpause kaufte man nahezu ein komplett neues Team, nach dem Aufstieg wurde man direkt Meister und konnte den Titel seitdem in jeder Saison gewinnen. In der Saison 2013/14 erreichte Ludogorets das Achtelfinale der Europa League, schlug zuvor mit Lazio Rom einen großen Namen, ehe gegen Valencia Schluss war.

In der vergangenen Saison wurde Ludogorets in einer Gruppe mit dem FC Arsenal, Paris Saint Germain und dem FC Basel 3. in der Champions League, qualifizierte sich somit für das Sechzehntelfinale der Europa League, scheiterte dort aber sofort gegen den FC Kopenhagen. In der laufenden Saison setzte man sich in der Qualifikation für die Champions League gegen Zalgiris Vilnius durch, ehe gegen Hapoel Beer Sheva Schluss war. Die Playoffs zur Europa League konnten gegen Suduva Marijampole einigermaßen souverän hinter sich gebracht werden, nun soll erneut die K.O.-Runde im internationalen Wettbewerb erreicht werden, was in dieser Gruppe allerdings schwer werden dürfte.

Hohe offensive Klasse

Wie bei vielen Klub aus Osteuropa, die von einem Oligarchen profitieren, ist auch Ludogorets mit einer guten Offensive ausgestattet, in der viele Brasilianer spielen. Große Neuverpflichtungen tätigte die Mannschaft von Trainer Dimitar Dimitrov aber nicht. Es wurden einige Spieler aus der eigenen Jugend hochgezogen, Jorge Broun aus Argentinien, Rafael Forster aus Luhansk und Jacke Goralki aus Bialystok verpflichtet. Im Gegenzug gab man zwei wichtige Spieler ab. Jonathan Cafu wechselte für 7,5 Millionen Euro zur Girondins nach Bordeaux, Verteidiger Palomino wechselte für 4 Millionen Euro zu Atalanta Bergamo in die Serie A. Dennoch ist der Kader weiterhin ordentlich zusammengestellt und es gibt auch in der Breite genügend gute Optionen für Ludogorets.

(Photo by SABROE/AFP/Getty Images)

Prunkstück von Ludogorets ist aber auch nach dem Abgang von Cafu die Offensive. Mit Campanharo als Spieleröffner, den spielstarken Marcelinho und Wanderson, die beide auf der 10 spielen können, den Außenspielern wie Vura oder Lukoki und natürlich Mittelstürmer Keserü ist viel Qualität vorhanden. Die Bulgaren können gegen jeden Gegner Chancen kreieren und haben auch in der Liga bereits ihre Klasse gezeigt. Nach 8 Spielen hat man dort 18 Punkte eingefahren, steht ganz knapp hinter ZSKA Sofia auf Platz 2. Gegen die TSG Hoffenheim von Julian Nagelsmann ist Ludogorets allerdings trotzdem eher der Außenseiter.

 

Portugiesisches Temperament – Braga

Sporting Braga gehört seit geraumer Zeit regelmäßig zu den Kandidaten für das internationale Geschäft in der portugiesischen Liga und verfügt durchaus über einige Erfahrungen in der Europa League. In der Saison 2016/17 konnte der 1921 gegründete Klub den 5. Platz in der portugiesischen Liga einfahren, die größten Erfolge des Klubs waren die Pokalsiege 1966 und 2016 sowie der Gewinn des Ligapokals 2013. Außerdem stand Braga 2011 im Finale der Europa League, verlor dieses aber. Das Heimstadion des Vereins ist das Estadio Municipal de Braga, da vor allem deswegen bekannt ist, weil es in einen Granitfelsen gebaut wurde und eine atemberaubende Kulisse darstellt.

(Photo by FRANCISCO LEONG/AFP/Getty Images)

Auf dem Transfermarkt tat sich bei Sporting Braga in diesem Sommer eher etwas auf der Abgangsseite. Mit Pedro Santos, Tomas Martinez, Rodrigo Battaglia, Bruno Jordao, Xeka und Rui Fonte wurden einige wichtige Spieler abgegeben, die Topneuzugänge sind Joao Teixeira, Ricardo Horta, Ricardo Esgaio, Jefferson und der junge Brasilianer Erick. Braga erwirtschaftete einen Transferüberschuss von über 20 Millionen Euro, versucht auch in dieser Saison junge Talente einzubauen und hat sich besonders bei den großen Teams innerhalb Portugals wieder mit einigen Leihgeschäften verstärkt.

Sehr großer Kader

Der Kader von Sporting Braga verfügt über 32 Spieler, die einen Profivertrag besitzen. Davon sind zwar manche Akteure in der B-Mannschaft eingeplant, dennoch ist das Reservoir an Spielern schier unermesslich. Das bringt neben einer positiv hervorzuhebenden Variabilität und vielen Möglichkeiten, wenn man verletzungsbedingte Sorgen hat, natürlich auch zahlreiche Probleme mit sich. Zum Einen gibt es automatisch unzufriedene Spieler, die auf der Tribüne sitzen oder sich in der Reserve Spielpraxis verschaffen müssen. Außerdem ist das Mannschaftsgefüge nicht so einfach herzustellen, es gibt eher Reibereien, einen großen Konkurrenzkampf und wenn man versucht, das durch große Rotation zu beheben, verliert man die Eingespieltheit.

Braga spielt gerne in einem 4-4-2, setzt dabei gerne auf Spieler wie Xadas (19), der als Juniorennationalspieler Portugals einige Vorschusslorbeeren mitbringt, zuletzt aber noch nicht überzeugen konnte. Die Stars der Mannschaft sind Stürmer Ahmed Hassan, Mittelfeldspieler Wilson Eduardo, der zurzeit an einer Verletzung laboriert und der defensive Mittelfeldspieler Danilo, der zuletzt nach Belgien (Lüttich) verliehen war und in dieser Saison angreifen will. Sporting Braga verfügt insgesamt über eine technisch versierte Mannschaft mit vielen Südamerikanern, teilweise fehlt aber gerade in der Offensive die letzte Konsequenz. Nach 5 Spielen in der Liga steht man bei verhältnismäßig schwachen 6 Punkten, zuletzt verlor Braga mit 0:2 bei Vitoria Setubal. Trotzdem rechnet man sich für die Gruppenphase der Europa League etwas aus, sieht realistische Chancen auf einen Platz, der zum Weiterkommen reicht.

Ambitionierte Türken – Basaksehir

Bis 2014 war der Klub die Fußballabteilung des Sportvereins Istanbul Büyüsehir Belediyespor, anschließend wurde die Fußballsparte ausgegliedert, in ein unabhängiges Unternehmen umgewandelt und in den aktuellen Namen umbenannt. Der Name „Medipol“ Basaksehir kommt von einem Sponsoringvertrag mit der Krankenhauskette Medipol. 2007 stieg Basaksehir in die türkische Süperlig auf und feierte damals seinen bisher größten Erfolg. Danach etablierte man sich in der höchsten türkischen Spielklasse, stieg 2013 allerdings in die 2. Liga ab. Doch dort blieb man nicht lange, stieg direkt wieder auf und konnte in der letzten Saison mit der Vizemeisterschaft beeindrucken.

(Photo by OZAN KOSE/AFP/Getty Images)

Das Heimstadion ist das 2014 fertiggestellte Basaksehir Fatih Terim Stadi, das Platz für 17.319 Zuschauer bietet. In der Qualifikation für die Champions League scheiterte der Klub nur knapp am FC Sevilla, in beiden Spielen hatten die Türken gute Chancen um den Favoriten zu ärgern. Der Saisonstart in der heimischen Liga verlief gut, aus 4 Spielen wurden 9 Punkte eingefahren, zuletzt bezwang man Fenerbahce auswärts mit 3:2 und lieferte ein sehr gutes Spiel ab. Die Mannschaft von Trainer Abdullah Avci, der noch einen Vertrag bis 2019 besitzt, hat auch in dieser Saison den Anspruch um das internationale Geschäft mitzuspielen.

Alte Bekannte, viel Erfahrung

Im Sommer verpflichtete Basaksehir einige bekannte Namen, darunter Eljero Elia von Feyenoord, Tunay Torun von Kasimpasa, Kerim Frei von Birmingham City, Aurelien Chedjou von Galatasaray und Gael Clichy von Manchester City. Die Ausgaben hielten sich in Grenzen, viele Spieler kamen ablösefrei und sollen den bereits guten Kader noch einmal verstärken. Weitere bekannte Namen, die bereits zuvor bei den Türken unter Vertrag standen, sind Emmanuel Adebayor, Junior Caicara oder der erfahrene, mittlerweile 37-jährige Kapitän Emre Belözoglu. Ein Durchschnittsalter von fast 30 Jahren macht diese Mannschaft aus, die individuelle Klasse ist hoch, die Spieler wissen genau, was sie zu tun haben und setzen die Vorgaben des Trainers ideal um.

Doch wer glaubt, dass diese Mannschaft konditionell große Schwächen offenbart und gegen Spielende platt ist, der irrt. Vieles wird durch ein sehr gutes Stellungsspiel kaschiert. Außerdem verfügt Basaksehir über einige Variationen im Angriffsspiel, kann über Konter, durch Standardsituationen oder aber auch durch das eigene Ballbesitzspiel zu Chancen kommen. Die Ambitionen der Türken sind in dieser ausgeglichenen Gruppe klar. Man will so hart wie möglich am Weiterkommen arbeiten, um international zu überwintern und sich vielleicht weiterhin für bekannte Namen zu empfehlen. Die Qualität im Kader ist vorhanden, der Wettbewerb wird vom Klub wahrscheinlich auch ernst genommen.

Die Aussichten für Hoffenheim

Die TSG 1899 Hoffenheim kann sich bei ihrem Europapokaldebüt sicherlich nicht beschweren. Nach dem FC Liverpool in der Playoff-Phase hat man auch in der Gruppenphase der Europa League interessante Gegner zugelost bekommen. Die Gruppe rund um die Kraichgauer ist spannend, kann sehr eng werden und es gibt zumindest keinen riesengroßen Favoriten. Insgesamt dürften alle Spiele einen gewissen Reiz versprühen, die TSG ist aber der Anwärter Nummer 1 auf den Gruppensieg.

(Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Abzuwarten bleibt, wie sehr Julian Nagelsmann rotieren wird und wie gut die Spieler, die dann auf ihre Einsatzzeiten kommen, funktionieren. Doch der Kader ist zumindest vom Papier her auch in der Breite gut, Spieler wie Grillitsch, Zulj, Geiger, Hoogma oder Passlack warten auf ihre Chance und wollen diese dann auch  nutzen, sich international beweisen. Wenn die Kraichgauer konzentriert agieren und die Europa League mit der nötigen Ernsthaftigkeit angehen, ist zumindest das Überstehen der Gruppenphase Pflicht, was danach kommt, wird man vor allem vom jeweiligen Gegner abhängig machen müssen.

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Atuell

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