Montag, Dezember 16, 2019
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FC Bayern | Kontrolle, Präzision, Absicherung: Die Lehren aus der Leverkusen-Pleite

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Spotlight | Hansi Flick übernahm nach der Trennung von Niko Kovac das Cheftraineramt beim FC Bayern und feierte prompt vier Siege mit einem Torverhältnis von 16:0. Dass diese Serie so nicht ewig weitergehen würde, war klar. Dass der kleine Rückschlag ausgerechnet im Heimspiel gegen Leverkusen folgte, kam zumindest etwas überraschend.

Nicht nur Pech, Aluminium und Hradecky

Der FC Bayern hatte sich nach dem Spiel zumindest nicht allzu viel vorzuwerfen. Die Chancen waren gegen Leverkusen durchaus vorhanden, häufig hatte man Pech, das Aluminium oder Torhüter Hradecky standen im Weg. Mehr oder weniger gute Einschussmöglichkeiten blieben ungenutzt, aber man darf in der Nachbetrachtung nicht den Fehler machen, die Chancenverwertung als einziges Problem zu deklarieren. Am Samstagabend in der Allianz Arena griffen erstmals nicht alle Rädchen ineinander, das Spiel des Rekordmeisters war anfällig.

(Photo by CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images)

Möglicherweise kam die Niederlage und die Offenlegung der kleineren Probleme, die trotz der neuen Impulse unter Flick vorhanden sind, zum richtigen Zeitpunkt. Mit Gladbach, Tottenham, Bremen, Freiburg & co. stehen noch einige schwere Spiele bis zur Winterpause auf dem Programm, Flick hat jetzt eine Woche Zeit, um die Lehren aus dem Spiel zu ziehen und entsprechend taktisch nachzujustieren.

Die große Gier bringt Risiken mit sich

Auffällig war, dass in den ersten Spielen unter Hansi Flick vor allem das Spiel gegen den Ball deutlich aggressiver wurde. Der FC Bayern verkürzte die Abstände auf dem Platz, hatte nach der Balleroberung mehr Möglichkeiten als zuvor, um den Ball zielführend nach vorne zu spielen. Ein frischer Impuls hatte positive Auswirkungen, das ganze Spiel wirkte frischer, schneller, gefährlicher. Auch gegen Bayer 04 Leverkusen spielte man mit diesem Risiko, eroberte in der Tat auch hier viele Bälle und kreierte Chancen.

Doch die Werkself war ein Gegner, der seinerseits selbst immer wieder sehr aggressiv presst – und deckte damit einige Schwächen auf. Es ist absolut nachvollziehbar, dass nach vier Spielen unter Flick noch nicht alles vollumfänglich funktionieren kann, gestern wurde das vom Gegner ausgenutzt. Die große Gier auf Ballgewinne und daraus resultierende, schnell ausgespielte Offensivaktionen war wieder vorhanden, häufig fehlte aber die nötige Präzision im letzten Drittel.

(Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

Die Folge: Leverkusen schaffte es nicht selten, selbst den Ball wieder zu erobern oder nach Flanken oder Abprallern selbst in gefährliche Umschaltsituationen zu kommen. Die aggressive Spielweise mündete – auch durch den Gegner – zuweilen in Hektik. Und genau in diesem hektischen Spiel konnte Leverkusen die Tempovorteile in der Offensive ausspielen. Bailey und Diaby liefen immer wieder Martinez und Pavard davon, die Konterabsicherung beim FC Bayern war in einigen Phasen nicht ideal, die Gegentore resultierten.

Mehr Kontrolle als Lösungsweg

Die Mischung aus fehlender Präzision und schlechter Entscheidungsfindung im Angriffsdrittel und einer nicht idealen Absicherung gegen die schnellen Konter der “Werkself” waren hauptverantwortlich für die Niederlage. Auch einige individuelle Fehler fielen ins Gewicht, Leverkusen verstand es zudem sehr gut, Joshua Kimmich abzudecken. Kimmich bemühte sich und initiierte einige Angriffe, hatte aber auch Phasen im Spiel, in denen der Gegner ihm den Aufbau erschwerte, ihn unter Druck setzte und zumindest partiell die Einflussnahme beschränkte.

 (Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

Die Grundproblematik des gestrigen Spiels ließe sich mit mehr Kontrolle im Mittelfeld regeln – und hätte womöglich auch gestern so geregelt werden können. Flick vertraute im Mittelfeld neben Kimmich wieder auf Goretzka und Müller. Beide Spieler haben einen enormen Zug zum Tor, gerade Goretzka bringt viel Dynamik mit und seine Präsenz am und im Strafraum ist hervorragend. Auch gestern zeigte er sich gefährlich und spielte keinesfalls schwach, Müller traf zudem. Aber aufgrund der ständigen Kimmich-Bewachung und der bereits angesprochenen Hektik, die phasenweise für einen offenen Schlagabtausch sorgte, war die Mittelfeldbesetzung nicht ideal.

Eine frühere Einwechslung von Thiago hätte Abhilfe schaffen können. Der Spanier kam rund 10 Minuten vor dem Ende, in einer Phase, in der der Rekordmeister längst auf viele Flanken und Verzweiflungsschüsse umgeschaltet hatte. Der Einfluss des Spaniers im Passspiel wäre immens gewesen, die zusätzliche Steigerung der Pressingresistenz hätte es Leverkusen deutlich schwerer gemacht.

Weiterentwicklung in den nächsten Spielen

Die nächsten Gegner werden ähnlich wie Leverkusen ebenfalls versuchen durch aggressives Pressing Balleroberungen zu generieren, schnell umzuschalten. Zudem haben auch Gladbach, Tottenham & co. vernommen, welche Auswirkungen die gute Bewachung eines Kimmich hat und wie man dem Spiel des Rekordmeisters so den Rhythmus nehmen kann.

Hansi Flick muss nun zeigen, dass er die Probleme erkannt hat und Lösungsmöglichkeiten findet. Der Ansatz, mit Goretzka und Müller viel Präsenz im Offensivdrittel zu kreieren, half zuletzt enorm, wird aber gegen hochklassige Gegner wieder dazu führen, dass man sich defensiv zumindest in einige brenzlige Situationen manövriert.

Beim FC Bayern zeigte man sich nach dem gestrigen Spiel zufrieden mit der Art und Weise, wie man sich viele Chancen herausgearbeitet hat. Heute teilte Karl-Heinz Rummenigge erneut mit, dass man sich mit Hansi Flick zusammensetzen wird – nach den letzten Spielen der Hinrunde. Dann wird besprochen, wie es mit dem Interimstrainer weitergeht. Mit einer konstanten Weiterentwicklung und einer guten Reaktion auf die Fehler aus dem Leverkusen-Spiel würde Flick jedenfalls zahlreiche Argumente sammeln, um bis Saisonende auf dem Trainerstuhl bleiben zu können.

 (Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

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