Samstag, November 28, 2020

Atlético Madrid vs. FC Barcelona – Favorit wider Willen

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Vorschau | Gemessen an den Eindrücken der bisherigen La-Liga-Saison geht Atlético Madrid als Favorit in das Duell mit dem FC Barcelona. Eine Konstellation die beiden Teams nicht so richtig gefällt. Die Herangehensweise dürfte daher wohl trotzdem der “traditionellen” Rollenverteilung entsprechen.

Anpfiff der Partie ist am Samstag, 21:00 Uhr, Live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Barça konnte nur eines der letzten fünf Ligaspiele gewinnen – am letzten Spieltag gegen Real Betis
  • Atlético ist das einzige noch ungeschlagene Team der Liga und musste bisher erst zwei Gegentore hinnehmen
  • João Félix ist in der bisherigen Saison im Schnitt alle 76 Minuten an einem Tor beteiligt – Zehn Torbeteiligungen in zehn Pflichtspielen

Atlético Madrid

Für Atlético Madrid ist diese Saison womöglich DIE große Chance, um den ersten La-Liga-Titel seit dem Überraschungserfolg in der Saison 2013/14 zu gewinnen. Da sowohl der FC Barcelona als auch Real Madrid mit großen Umbrüchen und Problemen zu kämpfen haben, müssen die “Colchoneros” jetzt liefern. Und das tun sie in der bisherigen Spielzeit auch konsequent. Fünf Siege und zwei Remis in sieben Spielen sowie eine beeindruckende Tordifferenz von 17:2 sind ein eindrucksvoller Beleg.

Atlético: Aktiver und dominanter

Doch damit hört es noch nicht auf. Im Vergleich zur letzten Saison, die auch bei Atlético von einem großen personellen Umbruch geprägt war, hat sich einiges verändert. In der bisherigen Spielzeit hat die Mannschaft von Diego Simeone (50) durchschnittlich 54% Ballbesitz und eine Passquote von 84,4% angekommener Pässe, während es in der letzten Saison durchschnittlich nur 48,9% Ballbesitz und 78,8% angekommene Pässe waren. Atlético scheint demnach deutlich aktiver und dominanter aufzutreten, als zuvor.

Die Tatsache, dass Atlético zudem auch zehn Tore mehr und zwei Tore weniger auf dem Konto hat als zum gleichen Zeitpunkt der letzten Saison, unterstreicht diese Entwicklung auf eindrucksvolle Art und Weise. Allerdings sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Mannschaft vor allem auch an Effizienz gewonnen hat. Lediglich 3,98xG wurden insgesamt mehr herausgespielt und sogar 1,59xGA mehr zugelassen. Nichtsdestotrotz sollte aus diesen Zahlen nicht geschlossen werden, dass das Team nur extrem überperformt hätte. In der Defensive haben sie mit Jan Oblak (27) einen der besten Torhüter der Welt, der die Wahrscheinlichkeit enorm erhöht, dass Atlético weniger Gegentoren als xGA zulässt. Und auch offensiv verfügen sie über eine enorme Qualität, die einen überdurchschnittlichen Output wahrscheinlich macht.

João Félix blüht auf – Suárez fehlt

Damit wären wir natürlich auch sehr schnell bei João Félix (21). Der Portugiese profitiert enorm von der aktiveren Spielweise. Mit sieben Torbeteiligungen in sieben Spielen ist er der zweitbeste Scorer der Liga, knapp hinter Real Sociedads Mikel Oyarzabal.

Auf Luis Suárez (33), der mit fünf Toren und einem Assist in sechs Spielen ebenfalls voll eingeschlagen und ein Faktor für den Aufschwung Atléticos ist, müssen die Katalanen allerdings nicht aufpassen. Der Uruguayer, der erst im Sommer von Barça zu Atlético wechselte, wurde kürzlich positiv auf das Corona-Virus getestet. Er wird dementsprechend fehlen. An seiner Stelle dürfte Marcos Llorente auflaufen. Mit bisher drei Toren und zwei Assists in gerade einmal 361 La Liga Minuten, ist auch er in einer bestechenden Verfassung. Seine Physis und seine leicht unorthodoxe Spielweise, die wohl daher rührt, dass er erst vor kurzer Zeit zum Offensivspieler umgewandelt wurde, ist er ebenso schwer zu kontrollieren wie der erfahrene Suárez. Piqué, Lenglet und Co. sollten sich also auf einige interessante Duelle einstellen.

Gelingt der erste Liga-Sieg seit 2010?

Neben Suárez, fallen allerdings auch noch Lucas Torreira, Sime Vrsaljko, Hector Herrera, Yannick Carrasco und Vitolo aus, sodass Thomas-Nachfolger Geoffrey Kondogbia womöglich sein Startelf-Debüt für Atlético geben wird. Der 27-jährige Franzose wurde mittels einer Sonderregelung nach Transferschluss, am 3. November, vom FC Valencia verpflichtet. Mit seiner Physis dürfte er auf jeden Fall eine gute Wahl sein, um das Zentrum des FC Barcelona in Schach zu halten. Dort dürfte auch der Schlüssel liegen, will man den ersten Liga-Sieg gegen die Katalanen seit Februar 2010 (!) einfahren.

(Photo by Angel Martinez/Getty Images)

FC Barcelona

Der FC Barcelona ist sehr schleppend in die neue Spielzeit gekommen. Der Umbruch steht gewissermaßen erst am Anfang und das unruhige Umfeld tut sein Übriges. Doch nach vier sieglosen Ligaspielen in Folge, konnte die Mannschaft von Ronald Koeman (57) noch vor der Länderspielpause einen erlösenden 5:2-Sieg über Real Betis feiern. Und dieser Sieg war gleich in vielerlei Hinsicht erlösend: Barça war fast über die gesamte Spielzeit dominant, Messi (33) erzielte endlich wieder ein Tor aus dem Spiel, Ousmane Dembélé (23) belohnte sich mit einem Treffer und sogar Antoine Griezmann(29) durfte sich in die Torschützenliste eintragen.

Barca: Griezmann bleibt das Sorgenkind

Für Griezmann war es allerdings kein wirklich befriedigendes Spiel. Der Franzose ließ einige gute Einschussmöglichkeiten (insgesamt 1,68xG bei fünf Abschlüssen) aus und musste bei seinem Tor, das einem Geistesblitz des eingewechselten Lionel Messi entsprang, nur noch einschieben. Dennoch kann er weitaus mehr, als nur Tore beitragen. Er legte gleich vier Torschüsse vor und verdiente sich damit seinen Assists redlich. Trotzdem wirkt Griezmann weiterhin etwas gehemmt. Die 213 Minuten in drei Spielen für die Nationalmannschaft, in denen er gänzlich ohne Torbeteiligung blieb, trugen sicherlich nicht zu einer Besserung bei. Dass Lionel Messi sich nun auch noch äußerst gereizt zu einer Aussage von Griezmanns ehemaligem Berater äußerte, der Messi ein “Terror-Regime” vorwarf, ist eine weitere unschöne Randnotiz.

Auch wenn es in der Beziehung zwischen Barça und Griezmann weiterhin etwas kriselt, werden sich beide Parteien beim Wiedersehen mit Griezmanns Ex-Klub am Samstag erneut zusammenraufen müssen. Mit Ansu Fati, der bis auf weiteres verletzt ausfällt, und Philippe Coutinho, der zuletzt mit Oberschenkelproblemen ausfiel und wohl noch keine Alternative für die Startelf ist, fallen nämlich zwei andere Offensivoptionen aus. Es ist also fest damit zu rechnen, dass Griezmann in vorderster Front beginnt. Zusammen mit Lionel Messi, Ousmane Dembele und Pedri (17), der höchstwahrscheinlich den Vorzug vor Trincão (20) bekommt, sollte er das Offensiv-Quartett bilden.

Sergi Roberto wieder in Form

Und auch hinter diesem Quartett gibt es ein kleines Problem: Routinier Sergio Busquets (32) droht mit Außenband-Problemen auszufallen. Für ihn dürfte der ebenfalls sehr routinierte Miralem Pjanic (30) in die Startelf rücken und neben Frenkie de Jong (23) spielen. Eine spannende Konstellation, die allerdings schon in der Champions League gegen Juventus Turin erfolgreich getestet wurde.

In der Defensive sind unterdessen keine allzu großen Veränderungen zu erwarten, was vor allem daran liegt, dass Sergi Roberto (28) zuletzt wieder sehr zu überzeugen wusste. Gegen Real Betis glänzte er mit zwei Assists (0,96xA). Und auch in der Nationalmannschaft wusste er gegen Deutschland mit einer Zweikampfquote von 100% sowie 95% angekommenen Pässe zu überzeugen. Somit bleibt auch erstmal kein Platz für Sergiño Dest (20), der bereits vielversprechende Ansätze zeigte und vor allem mit seinem enormen Tempo zu glänzen weiß. Gegen Saúl, der auf Atléticos linker Seite beginnen dürfte, ist aber womöglich Robertos Erfahrung mehr gefragt.

Messi-Festspiele?

Alles in allem ist die Mannschaft aber weiterhin sehr abhängig von Kapitän Lionel Messi. Der Argentinier machte nach seiner Einwechslung zur Pause auch gegen Betis den Unterschied. In diesem Sinne ist es vielleicht nicht das schlechteste Omen, dass Atlético zu seinen persönlichen Lieblingsgegnern zählt. Er hat nur gegen Sevilla und Bilbao noch häufiger gewonnen als gegen die “Rojiblancos” (24x). Darüber hinaus hat Messi nur gegen Sevilla häufiger getroffen (32x gegen Atlético, 37x gegen Sevilla)…

(Photo by David Ramos/Getty Images)

Prognose

Das heim- und formstarke Atlético geht sicherlich als Favorit ins Spiel. Die Mannschaft von Trainer Diego Simeone wirkt offensiv variabler und gefährlicher als in den letzten Spielzeiten, verfügbar aber weiterhin über eine exzellente Organisation, Disziplin und Zweikampfstärke. Barça hat hingegen sowohl offensiv als auch defensiv seine Probleme und hängt weiterhin am Tropf von Kapitän Lionel Messi. Unter Koeman ist die Mannschaft zwar offensiv variabler und defensiv durchaus organisiert, aber auf einem schwächeren Gesamtniveau, als man es von den Katalanen gewohnt ist.

Atlético ist zwar einer ihrer Lieblingsgegner, insbesondere auch für Lionel Messi, doch ob allein das für einen Sieg reicht, ist fraglich. Atlético muss seinerseits nachweisen, dass man auch gegen individuell stark besetzte Gegner bestehen und vor allem gewinnen kann. Ingesamt ist ein enges Spiel zu erwarten, bei dem ein Remis kein überraschendes Resultat wäre.

Mögliche Aufstellungen

Atlético Madrid: Oblak – Trippier, Savic, Giménez, Hermoso – Correa, Kondogbia, Koke, Saúl – Marcos Llorente, João Félix

FC Barcelona: Ter Stegen – Sergi Roberto, Piqué, Lenglet, Jordi Alba – Pjanic, F. de Jong – Dembélé, Messi, Pedri – Griezmann

Weitere Vorschauen zum aktuellen Spieltag

(Photo by GABRIEL BOUYS/AFP via Getty Images)

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