Mittwoch, September 30, 2020

Champions League vor Restart: Die Highlights der Saison 2019/20

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  • Rekord-Bayern, Dortmund zittrig, Leipzig souverän: Die Gruppenphase der Bundesliga
  • Atalanta, Lyon, Valencia & Co.: Die Überraschungen der Saison
  • Die Protagonisten: Lewandowski überragt alle

Gruppenphase: Rekord-Bayern, Dortmund muss zittern

Der FC Bayern, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen gingen für die Bundesliga an den Start. Den Münchenern gelang dabei die perfekte Gruppenphase: sechs Spiele, sechs Siege, 18 Punkte und ein Torverhältnis von 24:5 bedeuten die beste Ausbeute, die einer Mannschaft vor der K.O.-Runde jemals gelungen ist. Besonders bemerkenswert ist dabei, was sich am 2. Spieltag ereignete, als der FC Bayern im neuen Tottenham Hotspur Stadium gastierte.

Die Münchener bestachen durch gnadenlose Effizienz und besiegten den letztjährigen Finalisten im eigenen Haus 7:2. Ein Ergebnis, das anhand des xG-Wertes eine Wahrscheinlichkeit von gerade einmal 0,02 Prozent hatte. An der Spitze dieser Liste stehen ein 2:1-Sieg für Tottenham (11,03 Prozent) gefolgt von einem 2:2-Unentschieden (9,31 Prozent). Ganz nebenbei war es auch das bisher torreichste Spiel dieser Champions League-Saison.

Ergebnistechnisch gesitteter ging es bei Borussia Dortmund zu. Gegen einen schon die gesamte Saison schwächelnden FC Barcelona lieferte der BVB einen couragierten Auftritt ab, verpasste es aber, sich zu belohnen – 0:0. Am Ende zitterte man sich im Fernduell mit Inter und Schützenhilfe von Barcelona als Gruppenzweiter ins Achtelfinale. Nicht zuletzt auch, weil man am 4. Spieltag einen 0:2-Pausenrückstand gegen die Italiener noch in einen 3:2-Sieg drehen konnte.

Leipzig souverän, Leverkusen scheidet trotz Leistungssteigerung aus

Ebenfalls in der Runde der letzten 16 steht auch RB Leipzig. Die Nagelsmänner gewannen die Gruppe gegen Olympique Lyon, Benfica und Zenit St. Petersburg. Am 5. Spieltag sicherte Emil Forsberg (28) seiner Mannschaft mit zwei Toren in der Nachspielzeit ein 2:2 gegen Benfica und damit den erstmaligen Einzug in die K.O.-Runde. Dort sorgte man mit 1:0- und 3:0-Siegen gegen José Mourinhos Tottenham für ein Ausrufezeichen.

Nicht durchsetzen konnte sich dagegen Bayer Leverkusen. Nach drei Niederlagen zum Einstand kam die Mannschaft von Peter Bosz (56) nicht mehr auf Kurs, daran änderten auch zwei Siege in Folge gegen Atlético Madrid und Lokomotive Moskau nichts. Dafür ist die Werkself noch in der Europa League vertreten.

Champions League 2019/20: Die Überraschungen

Genau wie Bayer Leverkusen verlor auch Atalanta Bergamo die ersten drei Gruppenspiele. Doch dann drehten sie auf: Ein Unentschieden gegen Manchester City – mit Kyle Walker im Tor – sowie Siege gegen Dinamo Zagreb und Shakhtar Donezk sicherten der Bergamasca die Qualifikation fürs Achtelfinale. Noch nie zuvor wurde in der Champions League ein solcher Rückstand wettgemacht. Inzwischen steht “La Dea” sogar im Viertelfinale und trifft dort auf Thomas Tuchels Paris St. Germain, weil sie sich zuvor gegen einen anderen Überraschungskandidaten durchgesetzt haben.

Die Gruppe mit Europa League-Sieger Chelsea und Vorjahreshalbfinalist Ajax gewann ausgerechnet der spanische Pokalsieger Valencia. “Los Che” wussten in den entscheidenden Momenten durch viel Einsatz und gute Defensivarbeit zu überzeugen. So triumphierte man an der Stamford Bridge und in Amsterdam jeweils 1:0. Jedoch erwies sich Atalantas Angriff im Achtelfinale als zu durchschlagskräftig, Valencia unterlag 1:4 und 3:4.

Lyon und Atlético: Die Überraschungen des Achtelfinals

Olympique Lyon konnte wider Erwarten im Achtelfinalhinspiel einen 1:0-Heimsieg gegen Juventus feiern. Neu-Herthaner Lucas Tousart (23) erzielte den entscheidenden Treffer. Damit steht die alte Dame am 7. August unter Zugzwang, während Lyon auch wieder auf den zuvor am Kreuzband verletzten Memphis Depay (26) zurückgreifen kann.

(Photo by Julian Finney/Getty Images)

Für den größten Paukenschlag sorgte aber Atlético Madrid. Im Achtelfinale trafen sie auf Titelverteidiger FC Liverpool. Während die Mannschaft von Jürgen Klopp (53) wie ein Orkan durch die Premier League fegte, war Atlético auf der Suche nach sich selbst und fiel zwischenzeitlich sogar auf Platz 6 in La Liga zurück. Mit einem 1:0-Sieg im Hinspiel setzte Atlético die erste Duftmarke, als Roberto Firmino (28) in der Verlängerung des Rückspiels für extrem dominante Reds zum 2:0 traf, schien der Einzug ins Viertelfinale besiegelt. Doch Atlético antwortete eiskalt und konsequent, noch vor Ende der Halbzeit stand es dank zweier Treffer von Marcos Llorente (25) 2:2. Diego Simeone (50) sprintete in Anfield die Seitenlinie entlang zu den eigenen Fans. Mit dem Schlusspfiff entschied Álvaro Morata (27) die Partie sogar noch zugunsten der Colchoneros.

Die Titelkandidaten der Champions League

Wer also wird Nachfolger des FC Liverpool? Zu den am häufigsten genannten Namen gehört der FC Bayern. 2020 hätte für die Münchener kaum besser laufen können. Mit Ausnahme eines 0:0 gegen RB Leipzig gewann man wettbewerbsübergreifend alle Spiele und hat das nationale Double bereits sicher. Einzig der Ausfall von Benjamin Pavard (24) trübt die Stimmung ein wenig. Die Generalprobe für die Champions League gelang den Münchenern. Am Freitagnachmittag besiegten sie Olympique Marseille 1:0. Weiter geht es für den Rekordmeister am 8. August, in der heimischen Allianz Arena gilt es aus dem 3:0 an der Stamford Bridge Kapital zu schlagen.

(Photo by Clive Mason/Getty Images)

Auch Real Madrid und Manchester City zählen zum engeren Kreis der Titelkandidaten. In der abgelaufenen La Liga-Saison holte die Mannschaft von Zinedine Zidane (48) Meistertitel 34 und ließ wieder die Dominanz aufblitzen, die sie zwischen 2016 und 2018 zu drei Champions League-Titeln in Folge geführt hat. Zudem nimmt der Umbruch mit Spielern wie Fede Valverde (22), Vinicius (20), Rodrygo (19) oder Marco Asensio (24) immer konkretere Züge an.

Manchester City gewann Anfäng März den Carabao Cup gegen Aston Villa und möchte eine Saison, in der sie über weite Strecken dem FC Liverpool hinterherliefen, versöhnlich beenden. Ein eventueller Titelgewinn der Mannschaft von Pep Guardiola (49) wäre auch ein passendes Abschiedsgeschenk für David Silva (34), der den Verein nach zehn Jahren verlassen wird.

Genau beobachten sollte man Atlético Madrid, die ihr Können schon in Anfield unter Beweis gestellt haben, sowie Atalanta Bergamo. “La Dea” steht in der Serie A bei 98 Treffern – Bestwert. Dreimal erzielten sie in dieser Saison in einem Ligaspiel sieben Tore, zudem verfügen sie über eine sehr breit aufgestellte Offensive und spielen praktisch ohne Erwartungsdruck.

Lewandowski, Gnabry, Haaland & Co.: Die Protagonisten

Beim Anblick der Torjägerliste fällt eines besonders auf: Nämlich dass die beiden Naturgewalten dieses Wettbewerbs, Cristiano Ronaldo (35) und Lionel Messi (33), es nicht tun. Beide stehen erst bei zwei Treffern. Stattessen ist es die Saison des Robert Lewandowski (31). Der Pole traf in sechs Spielen elfmal, beim 3:0 an der Stamford Bridge war er an allen Toren direkt beteiligt. Zweimal legte er für Serge Gnabry auf, bevor er nach sehenswerter Vorarbeit von Alphonso Davies (19) nur noch einschieben musste. In dieser Verfassung könnte Lewandowski der Schlüssel zu Bayerns Triumph sein.

(Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Zu den größten Entdeckungen dieser Saison gehört zweifelsohne auch Erling Haaland (20). Gleich in seinem ersten Champions League-Spiel, beim 6:2 der Salzburger gegen Genk, erzielte er die Hälfte der Tore. Auch bei seinem Debüt für Borussia Dortmund, dem 2:1 gegen PSG, traf er doppelt. Doch Thomas Tuchel gab seinem Ex-Klub im Rückspiel das Nachsehen. An einer individuell überragenden Saison für Haaland mit 10 Treffern ändert das jedoch nichts.

Serge Gnabry (25) entwickelt sich in München immer mehr zum “Big Game Player”. Mit sechs Toren schoss er die beiden Siege in London praktisch im Alleingang heraus. Jetzt muss er nur noch beweisen, dass er in der Champions League auch außerhalb der englischen Hauptstadt treffen kann.

Jan Oblak (27) und Saúl Ñíguez (25) gehören zu den absoluten Leistungsträgern von Atlético Madrid. Zusammen mit Virgil van Dijk (29) kommen sie auf alle möglichen 750 Einsatzminuten. Dafür hat der Niederländer die meisten Pässe dieser Saison gespielt.

Und dann gibt es noch Spieler wie Alphonso Davies (19, FC Bayern), Kevin De Bruyne (29, Manchester City), Karim Benzema (32, Real Madrid), Josip Ilicic (32, Atalanta Bergamo) oder Marcos Llorente (25, Atlético Madrid), die dieser Champions League-Saison entweder schon ihren Stempel aufgedrückt haben – oder es ab dem 7. August noch (weiter) tun können.

(Photo by Michael Regan/Getty Images)

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Victor Catalina

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