Montag, November 30, 2020

Hochbegabt und bereit für den nächsten Schritt: Valencias Ferran Torres im Porträt

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Obwohl er erst 19 Jahre alt ist und gerade erstmals regelmäßig beim FC Valencia zum Einsatz kommt, wollten die spanischen Topklubs Real Madrid und der FC Barcelona Ferran Torres bereits 2017 verpflichten, als dessen Ausstiegsklausel noch sehr gering war. Beim FC Valencia wusste man um die Klasse des Offensivspielers und auch die Bindung Torres’ zum Klub war entsprechend groß. Die Folge: Eine Vertragsverlängerung mit einer Ausstiegsklausel, die bei 100 Millionen Euro liegt. Doch wer ist Ferran Torres überhaupt? Wir stellen ihn vor.

Ein Hochbegabter geht seinen Weg

Ferran Torres durchlief sämtliche Jugendabteilungen des FC Valencia, ehe er am Ende der Hinrunde der Saison 2017/18 erstmals zum Profikader gehörte. Das war im Spiel in der Copa del Rey zuhause gegen Real Saragossa, das der FC Valencia mit 4:1 gewann. Torres, der bereits für die Juniorennationalmannschaft spielte und von vielen im Verein als nächstes Riesentalent angepriesen wurde, spielte zwar lediglich 20 Minuten, konnte in dieser Zeit aber bereits mit einer Torvorlage auf sich aufmerksam machen. Der erste große Schritt in der Karriere des Spielers wurde absolviert, er hatte seinen ersten Profieinsatz und war nun nicht mehr nur Experten ein Begriff.

Die Belohnung folgte prompt. Torres durfte bei den Ligaspielen zum Kader gehören und debütierte bei der 1:2-Niederlage in Eibar im Dezember auch in La Liga. Diese 9 Minuten Einsatzzeit waren der nächste, wichtige Schritt. Weitere 14 Einsätze sollten hinzukommen, Torres wurde langsam aufgebaut und sammelte wichtige Erfahrungen. Gegen Athletic Bilbao gab er in La Liga sein Debüt in der Startelf, auch hier konnte er einen Treffer vorbereiten und hatte somit einen wichtigen Anteil am 1:1. In Valencia ging man indes sehr behutsam, aber klug mit dem Youngster um. Er wurde nicht zu sehr in den Mittelpunkt gestellt, auch wenn man das Interesse der Topklubs und die Ausstiegsklausel in dreistelliger Millionenhöhe natürlich nicht ausblenden konnte. 

Regelmäßige Einsatzzeiten – Austoben in der Copa del Rey

Auch in der Hinrunde der laufenden Saison, die für den FC Valencia vor allem zu Beginn sehr schwierig war, baute Trainer Marcelino auf Ferran Torres. Der Youngster, der überwiegend im rechten Mittelfeld zuhause ist, gehört nun regelmäßig zum Kader des FC Valencia und ist mindestens als solide Backup-Lösung zu bezeichnen. Torres sammelte erste Erfahrungen in der Champions und Europa League, spielte regelmäßig in der Liga und durfte sich vor allem in der Copa del Rey austoben, wo er sechs Spiele über die volle Distanz absolvierte. Seine Bilanz bis zum jetzigen Zeitpunkt kann sich für einen 19-jährigen durchaus sehen lassen, in 27 Spielen sammelte Torres knapp 1400 Einsatzminuten, war dabei an 5 Treffern direkt beteiligt.

(Photo by Fabrice COFFRINI / AFP)

Doch man sollte nicht den Fehler machen und Ferran Torres nur anhand der Zahlen, die ja ohnehin durchaus solide sind, beurteilen. Beeindruckend ist vor allem die stetige, kontinuierliche Entwicklung des Offensivspielers. Die großen Vorschusslorbeeren, die Torres mitbrachte, wurden zumindest in Ansätzen bestätigt und man erkennt, dass sich der Spieler von Spiel zu Spiel weiterentwickeln will. Ferran Torres versucht auf dem Platz immer viel, traut sich einiges zu, versucht seine Mitspieler in Szene zu setzen und vor allem auch die Vorgaben des Trainers entsprechend umzusetzen. grundsätzlich ist es als Offensivspieler beim FC Valencia in dieser Saison nicht einfach zu glänzen, denn mit 30 Toren in 28 Ligaspielen gehört die Offensive des Tabellensiebten eher zu den schwächeren.

Ballsicher, technisch versiert, passstark

Und ohnehin ist Ferran Torres kein klassischer Dribbler auf der offensiven Außenbahn, der die Linie rauf und runter läuft und permanent die 1-gegen-1-Duelle sucht. Vielmehr ist er ein spielmachender Spielertyp auf dem Flügel, der genauso eine 10er-Rolle einnehmen könnte. Der 1,84m große Torres kann den Ball auf engem Raum sehr gut behaupten, weiß genau, wie er sich aus Drucksituationen befreien kann und ist ein wertvoller Bestandteil des Kombinationsspiels. Seine Auffassungsgabe ist beeindruckend, er erkennt, wenn sich Räume bieten und ist in der Lage den Ball präzise auch über größere Distanzen in den Lauf seiner Mitspieler zu spielen. Auch wenn er kein klassischer Dribbler ist, kann er mit seinem guten Antritt und seiner engen Ballführung Gegner aussteigen lassen und Sprintduelle gewinnen.

Natürlich hat der 19-jährige in seinem Alter noch einige Defizite, beispielsweise in der Rückwärtsbewegung. Torres ist zwar bemüht immer wieder schnellstmöglich hinter den Ball zu kommen, insgesamt wirkt er hier aber noch etwas ungeschickt und weiß teilweise nicht, wie er sich genau zu verhalten hat. Doch in seinem Alter und mit seiner bisherigen Erfahrung ist das kein Problem. Entwickelt er sich in dem bisherigen Tempo weiter, dann sollten auch die defensiven Unzulänglichkeiten sukzessive abgestellt werden können. Mit seiner Größe ist Ferran Torres außerdem ein Spieler, der auf der Außenbahn viele Kopfballduelle für sich entscheiden kann, was ein positiver Aspekt im Hinblick auf den Spielaufbau ist. Lange Bälle auf die Flügel können also entsprechend verarbeitet werden.

Im Gesamtpaket bringt Torres also alles mit, was man benötigt um eine hervorragende Karriere hinzulegen. Er ist enorm talentiert, taktisch gut ausgebildet, macht Fortschritte en masse und kann tendenziell auf mehreren Positionen eingesetzt werden. Antritt, Kombinationssicherheit, Technik und Spielverständnis sind auf einem überdurchschnittlichen Niveau, das Selbstvertrauen ist alles andere als niedrig. Und diese Voraussetzungen bilden eine sehr gute Basis für eine große Karriere.

Die nächsten Schritte gehen – mit Valencia

Bei einem Vertrag, der 2021 ausläuft, kann man sich durchaus die Frage stellen, wie der Spieler seine Zukunft plant und wo er sich kurz-, vor allem aber mittelfristig sieht. Seine Bindung zum FC Valencia ist groß, dieser Klub hat ihn nicht nur ausgebildet, sondern ihm auch die Chance im Profifußball ermöglicht. Zudem baut man in Valencia auf Torres, scheint einen langfristigen Plan mit dem Spieler zu haben, sonst hätte man die Ausstiegsklausel nicht auf 100 Millionen Euro angehoben.

(Photo credit should read PUNIT PARANJPE/AFP/Getty Images)

Der Spieler selbst erweckt zudem nicht gerade den Eindruck als müsse er in jungen Jahren schon den ganz großen Schritt zu einem absoluten Topklub gehen. Bereits mit 17 Jahren widerstand der den Avancen der Aushängeschilder im spanischen Fußball, weil er in Valencia bessere Möglichkeiten hatte. Ein Wechsel im Sommer 2019 oder auch 2020 würde alles andere als gut durchdacht erscheinen und ist entsprechend unrealistisch. Torres wirkt sehr bodenständig und mit einem klaren Plan im Hinterkopf ausgestattet. Er weiß, dass er in Valencia alles hat, was er benötigt um seine Karriere weiter voranzutreiben. Den nächsten Schritt wird Ferran Torres also in Valencia gehen – und zwar den zum Stammspieler. Alles andere ist zum jetzigen Zeitpunkt Zukunftsmusik, daher ist eine Vertragsverlängerung für alle Parteien sinnvoll.

(Photo by JOSE JORDAN / AFP) 


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