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90PLUS » Messi mit 39 Ballon D’or Gewinner? Zidane hat es nie gesagt – wahrscheinlich: Wie ein Zitat in 24 Stunden um die Welt ging
Fußball News

Messi mit 39 Ballon D’or Gewinner? Zidane hat es nie gesagt – wahrscheinlich: Wie ein Zitat in 24 Stunden um die Welt ging

90PLUS Redaktion
11.09.26, 11:06
90PLUS Redaktion
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(Photo by DANIEL LEAL/AFP via Getty Images)

Am Dienstagabend veröffentlichte Marca einen Artikel, der alles hatte, was ein Artikel braucht, um sich zu verbreiten: Zinédine Zidane, Frankreichs Nationaltrainer, Real-Madrid-Legende, dreimaliger Champions-League-Sieger mit Cristiano Ronaldo, sollte über Lionel Messi gesagt haben: „Ich würde 100 Mal für Messi stimmen.“ Und: „Wenn jemand immer noch Zweifel hat, wer der GOAT ist, versteht er nichts von Fußball.“ Zwölf Stunden später stand das Zitat bei Goal, Gulf News, Yahoo und in halb Afrika. Am Mittwoch war es bei Marca verschwunden.

Was passiert ist

Die spanische Zeitung hatte die Zitate ohne Angabe eines Anlasses veröffentlicht – kein Interview, keine Pressekonferenz, keine Sendung. Das fiel zunächst niemandem auf, weil der Inhalt plausibel klang: Messi war am Dienstag als einer von 30 Spielern für den Ballon d’Or 2026 nominiert worden, die Debatte lag in der Luft. Dutzende Portale übernahmen die Aussagen mit dem Zusatz „laut Marca“ – der in der Praxis bedeutet: Wir haben es nicht geprüft.

Dann löschte Marca die Zitate. Ohne Korrekturhinweis, ohne Erklärung. Das Schweizer Portal watson, das die Meldung ebenfalls gebracht hatte, zog daraus den naheliegenden Schluss: Man müsse davon ausgehen, dass Marca einem Fake aufgesessen sei. Wo die Zitate ursprünglich herkamen – ein Parodie-Account, eine KI-generierte Meldung, ein Missverständnis –, ist bislang nicht bekannt. Zidane selbst hat sich nicht geäußert. Der französische Verband ebenfalls nicht.

Was bleibt, ist ein Zitat, das weiterhin bei Goal und Yahoo steht, weiterhin geteilt wird und weiterhin Zidane zugeschrieben ist. Der Mechanismus ist bekannt, aber selten so sauber zu beobachten: Ein etabliertes Medium bringt eine unbelegte Aussage, der Rest der Branche verlässt sich auf den Namen, die Korrektur erreicht einen Bruchteil der Reichweite des Originals.

Was Messi wirklich für den Ballon d’Or spricht

Die Ironie: Messi braucht keine gefälschten Fürsprecher. Seine Zahlen im Bewertungszeitraum sind real und für einen 39-Jährigen kaum zu glauben – 45 Tore und 30 Vorlagen in 49 Spielen für Inter Miami und Argentinien, MLS-Titel, acht Tore auf dem Weg ins WM-Finale. Dort blieb Argentinien gegen Spanien chancenlos; danach erklärte Messi seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft.

Ein Zitat, das echt ist, kommt von Lautaro Martínez. Auf die Frage, ob Messi eine Chance auf den neunten Ballon d’Or habe, sagte der Argentinien-Kollege: „Zweifellos. Er ist der Beste der Welt und der Beste in der Geschichte unseres Sports.“ Das ist die Aussage eines Teamkollegen, keine Analyse. Aber sie ist belegt.

Die echten Favoriten

In den Wettquoten und Expertenrunden spielt Messi 2026 keine Hauptrolle. Vorn liegt Harry Kane, der laut Bayern-Sportvorstand Max Eberl „trifft wie ein Neuner, denkt wie ein Zehner und arbeitet wie ein Sechser“ und in der Vorsaison 73 Tore erzielte. Dahinter die Weltmeister Lamine Yamal und Rodri, beide inzwischen beim FC Barcelona – Hansi Flick hat Yamal am Mittwoch öffentlich den Preis zugesprochen. Dazu Kylian Mbappé, Torschützenkönig der Champions League, und Chwitscha Kwarazchelia vom Titelverteidiger PSG, den Julien Laurens „Mr. Champions League“ nennt.

Aus deutscher Sicht sind zwei Nebenkategorien interessant: Gregor Kobel ist als Torhüter des Jahres nominiert, Johan Manzambi – im Sommer für 60 Millionen Euro von Freiburg zu Aston Villa gewechselt – als Talent des Jahres. Der Sieger wird am 26. Oktober in London gekürt.

Was man aus dem Fall lernen kann

Dass ein 39-Jähriger für den Ballon d’Or nominiert ist, wäre für sich genommen die Geschichte gewesen. Stattdessen wurde es die Geschichte eines Zitats, das wahrscheinlich nie gefallen ist. Zidane hat in seiner Karriere über Messi gesprochen, respektvoll, oft. Dass er ihn ausgerechnet jetzt zum GOAT erklärt und alle Zweifler aus der „Fußballgesellschaft“ ausschließt, hätte man mit einem Anruf prüfen können.

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