Der VfB Stuttgart verliert nach nur einer Saison einen seiner Aufsteiger: Chema Andrés wechselt zu Brighton & Hove Albion. Der Bundesligist bestätigte den Abgang des 21 Jahre alten Mittelfeldspielers am Dienstag auf seiner offiziellen Webseite, der Premier-League-Klub stattet den Spanier mit einem Vertrag bis Juni 2031 aus.
Der Deal entstand innerhalb weniger Stunden am Deadline Day. Über die Ablöse machte der VfB keine Angaben. Eurosport berichtet unter Berufung auf Medienberichte von bis zu 23 Millionen Euro, der kicker nennt laut Get German Football News eine Summe von über 20 Millionen Euro.
Wohlgemuth: „Hätten Chema gerne gehalten“
VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth erklärte in der Klubmitteilung, „kurzfristig“ habe sich für den Spieler die Option ergeben, nach England zu wechseln. „Aus sportlicher Sicht hätten wir Chema gerne gehalten, dem gegenüber stand der Wechselwunsch des Spielers“, so Wohlgemuth. „Wir haben den Transfer an entsprechende finanzielle Bedingungen geknüpft, die erfüllt wurden, sodass wir dem Transfer letztlich zugestimmt haben.“
Wohlgemuth hob zudem hervor, dass sich Chema als junger Spieler nach dem Wechsel aus Spanien schnell zurechtgefunden und seinen Anteil daran gehabt habe, dass sich der VfB für die Champions League qualifizierte und das Pokalfinale erreichte.
Auf der Gegenseite äußerte sich Brightons Sportdirektor Mike Cave laut Get German Football News zufrieden: Der Klub sei sehr erfreut, Chema begrüßen zu dürfen. Er habe eine exzellente Ausbildung in der Akademie von Real Madrid genossen, gefolgt von einer sehr guten Saison in Stuttgart.
39 Pflichtspiele in einer Saison – dann der Sprung
Chema war im Sommer 2025 von Real Madrid nach Stuttgart gekommen und hatte dort einen Fünfjahresvertrag unterschrieben. In der vergangenen Saison bestritt er 39 Pflichtspiele für den VfB, erzielte dabei vier Tore und bereitete zwei weitere vor. Insgesamt kommt er auf 41 Pflichtspiele im Trikot mit dem roten Brustring, wie der Klub mitteilte.
In der laufenden Spielzeit stand der spanische U21-Nationalspieler zweimal auf dem Platz: im DFB-Pokal beim 4:0 in Rostock und beim Bundesliga-Auftakt, dem 1:5 in München. In beiden Partien begann er auf der Bank und wurde eingewechselt.
Get German Football News verweist darauf, dass Real Madrid beim Verkauf im Sommer 2025 – die Ablöse lag demnach bei rund drei Millionen Euro – eine berichtete Weiterverkaufsbeteiligung von 50 Prozent sowie eine Rückkaufoption vereinbart hatte. Bestätigt hat der VfB solche Klauseln nicht.
Hoeneß verliert Flexibilität, Hürzeler gewinnt sie
Für VfB-Trainer Sebastian Hoeneß bedeutet der Abgang den Verlust einer Option, die er zuletzt variabel einsetzen konnte – als tiefster Mittelfeldspieler, weiter vorne im Zentrum und im Notfall in der Innenverteidigung. Neben Angelo Stiller, Kapitän Atakan Karazor und Sommerzugang Grischa Prömel bleibt dem VfB dennoch Personal für die Mittelfeldzentrale.
Bei Brighton trifft Chema auf Cheftrainer Fabian Hürzeler, der zuvor beim FC St. Pauli arbeitete. Für den VfB geht es unterdessen schon am Freitag weiter: Nach der Auftaktniederlage in München empfängt Stuttgart am 4. September den 1. FC Köln, ehe am 9. September das Champions-League-Heimspiel gegen Viking Stavanger ansteht.

