Eine Woche vor dem Start der Premier League verliert Tottenham Hotspur seinen Kapitän: Cristian Romero wechselt zu Atlético Madrid. Beide Klubs bestätigten den Transfer am Samstag offiziell. Der 28 Jahre alte argentinische Innenverteidiger unterschreibt bei den Rojiblancos einen Fünfjahresvertrag.
Damit endet eine Personalie, die den kompletten Sommer über für Schlagzeilen gesorgt hat. Laut Sky Sport überweist Atlético rund 40 Millionen Euro nach London. Sky Sports in England beziffert die Summe auf 34,2 Millionen Pfund und berichtet zusätzlich von einer Weiterverkaufsbeteiligung von 15 Prozent, die sich Tottenham gesichert hat.
Fünf Jahre in London – und ein Titel, der 17 Jahre auf sich warten ließ
Romero war 2021 von Atalanta Bergamo nach Nordlondon gekommen und bestritt für die Spurs 123 Partien in der Premier League. Sportlich blieb vor allem eine Saison hängen: Beim Gewinn der Europa League 2025 war Romero einer der zentralen Bausteine der Mannschaft. Der Titel beendete eine 17 Jahre andauernde Durststrecke ohne Trophäe – und machte den Argentinier bei den Anhängern endgültig zur Identifikationsfigur.
Tottenham würdigte ihn in der Vereinsmitteilung entsprechend als „Schlüsselspieler“ dieses Erfolgs. Romero selbst wählte zum Abschied deutliche Worte: „Als ich hierher kam, hatte ich ein klares Ziel vor Augen: meinen Namen in die Geschichte dieses Vereins einzuschreiben.“
Simeone bekommt seinen Wunschverteidiger
Bei Atlético trifft Romero auf seinen Landsmann Diego Simeone. Die Personalie passt in das Profil, das der Trainer seit Jahren sucht: ein aggressiver, zweikampfstarker Innenverteidiger, der die Abwehrkette hoch schiebt und Duelle vorne annimmt. Genau dieses Spiel hat Romero in der Premier League über fünf Jahre praktiziert – inklusive der Kehrseite in Form regelmäßiger Verwarnungen.
Für Atlético ist der Transfer die prominenteste Defensivverpflichtung dieses Sommers. Der Klub reagiert damit auf eine Saison, in der die Stabilität in der Rückwärtsbewegung immer wieder Thema war. Mit Romero kommt ein Spieler, der internationale Erfahrung auf höchstem Niveau mitbringt: Er wurde 2022 mit Argentinien als Stammspieler Weltmeister und stand bei der zurückliegenden Endrunde erneut im Finale, wo es am Ende zum zweiten Platz reichte.
Zwei Platzverweise und ein schwieriges letztes Jahr
Ganz reibungslos verlief das letzte Kapitel in London allerdings nicht. Sky Sports verweist auf zwei Platzverweise in der vergangenen Saison, die Tottenham im Abstiegskampf der Premier League verbrachte. Das Ende der Spielzeit verpasste Romero zudem wegen einer Knieverletzung. Sein Vertrag bei den Spurs wäre noch bis zum Sommer 2029 gelaufen – ein Verkauf jetzt war für den Klub wirtschaftlich also die deutlich sinnvollere Variante als ein späterer Abgang zu niedrigerer Ablöse.
Tottenham steht vor einem Problem
Der Zeitpunkt ist für die Spurs unangenehm. Sieben Tage vor dem ersten Spieltag fehlt nicht nur ein gesetzter Innenverteidiger, sondern auch der Kapitän. Die Kaderplanung in London war ohnehin von großen Bewegungen geprägt – Tottenham hat in diesem Sommer nach Angaben von FootballTransfers unter anderem Sandro Tonali, Mateus Fernandes und Jan Paul van Hecke für zusammen über 260 Millionen Euro verpflichtet.
Interesse an Romero hatte es reichlich gegeben. Sky Sports berichtete im Verlauf des Sommers unter anderem von Inter Mailand und Arsenal, wobei der Spieler selbst früh eine Präferenz für Madrid erkennen ließ. Die Entscheidung fiel nun zugunsten Spaniens – und Tottenham muss bis zum Ende des Transferfensters am 1. September nachlegen.

