Alle reden über Barças Sturmlauf, über Raphinha, über den neuen Rodri-Faktor. Aber schaut mal auf diese Zahl: 44. So viele Bälle hat Pedri in dieser Saison bereits zurückerobert – mehr als jeder andere Spieler in ganz La Liga. Nicht Casemiro-Typen, nicht klassische Balleroberungsmaschinen. Pedri. Der Techniker. Der, den man eigentlich für seine Übersicht und seine Pässe bejubelt.
Der Mythos vom „nur schönen“ Mittelfeldspieler ist erledigt
Platz zwei und drei in dieser Statistik: Lucien Agoume von Sevilla (41) und Pablo Fornals von Betis (40) – zwei waschechte Wasserträger-Typen, wie man sie erwarten würde. Pedri ist der einzige Spieler aus einem der traditionellen spanischen Topklubs, der überhaupt in dieser Region auftaucht. Kein Bellingham, kein Valverde, keiner von den ganzen Über-Achtern, die sonst für diese Kategorie gefeiert werden. Nur Pedri, mitten unter den Rackerern der Liga.
Ist das überraschend? Eigentlich nicht, wenn man genauer hinschaut. Genau das macht einen kompletten Mittelfeldspieler aus: Wer den Ball verteilen kann, muss ihn auch zurückholen können, wenn’s drauf ankommt. Pedri konnte das schon immer, nur hat’s bisher kaum jemand so klar in Zahlen gesehen.
Frenkie fehlt – Pedri liefert einfach mehr
Der Kontext macht die Nummer noch beeindruckender: Frenkie de Jong fehlt seit Sommer verletzt (Knieband-Blessur, aktuell im Aufbautraining, Rückkehr frühestens in zwei bis drei Wochen), also genau der Mann, der normalerweise einen Teil dieser Drecksarbeit im Mittelfeld übernimmt. Statt dass Barça dadurch anfälliger wird, hat Pedri einfach zusätzliche Verantwortung geschluckt – und liefert dabei nicht weniger, sondern mehr. Tempo vorgeben, pressen, den Ball hoch zurückerobern, damit die Offensive mit vollem Tempo weiterlaufen kann: All das läuft aktuell über ihn.
Und ja, der perfekte Saisonstart (sieben Siege aus sieben, sechs Punkte Vorsprung auf Real Madrid) hat viele Väter. Aber ohne einen Mittelfeldspieler, der so zuverlässig hoch anläuft und den Ball zurückholt, würde die ganze Offensiv-Show vorne gar nicht so sauber funktionieren.
Und jetzt kommt auch noch Rodri dazu 👀
Hier wird’s spannend: Rodri ist erst dabei, sich einzugewöhnen, aber die ersten gemeinsamen Auftritte mit Pedri – zuletzt beim 5:0 in Valencia – wirkten schon jetzt erstaunlich rund. Zwei Mittelfeldspieler, die beide technisch stark UND laufbereit sind? Wenn das wirklich zusammenwächst, wird’s für gegnerische Mittelfeldreihen richtig unangenehm. Sobald der Weltmeister komplett integriert ist, könnte aus dieser Partnerschaft eine der gefährlichsten Doppel-Sechsen Europas werden.
Für den Moment reicht aber auch schon Pedri allein, um zu zeigen: Das hier ist längst kein reiner Kreativspieler mehr, der sich beim Verteidigen wegduckt. Das ist einer, der das komplette Programm abliefert – und dafür wird’s höchste Zeit, dass er auch mal für die Drecksarbeit gefeiert wird, nicht nur für den schönen Pass ins letzte Drittel.

