Donnerstag, Januar 23, 2020
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Solskjaers Kopf aus der Schlinge? Bittere Erkenntnis für Pep & konkurrenzlose Reds

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7 Awards - Premier League | Der Vorsprung des FC Liverpool wächst und wächst. Wer dafür maßgeblich...
Chris McCarthy
Chris McCarthy
Chefredakteur

7 Awards – Premier League | Ein Trainer befreit seinen Kopf aus der Schlinge, ein anderer hat eine bittere Erkenntnis und Liverpool marschiert weiter. Der 16. Spieltag der Premier League lieferte einiges an Gesprächsstoff

“Kopf (vorerst) aus der Schlinge” – Award: Ole Gunnar Solskjaer

Spätestens als sowohl Arsenal als auch Tottenham sich von ihren Trainern trennten, stieg auch für Ole Gunnar Solskjaer der Druck. Immerhin befanden sich die Londoner Konkurrenten zum Zeitpunkt der beiden Entlassungen in der Tabelle sogar vor Manchester United, das den schlechtesten Saisonstart seit 33 Jahren hinlegte.

In den vergangenen zwei Spielen hat der Norweger allerdings seinen Kopf spektakulär aus der Schlinge befreit. Auf den 2:1-Sieg über Tottenham folgte ein eindrucksvoller 2:1-Auswärtssieg gegen Stadtrivale Manchester City. Gerade in der Anfangsphase rollten die konterstarken Red Devils über den defensiv hoffnungslos überforderten Meister.

Doch gerade darin liegt die Gefahr. Die Erfolge waren auf taktischer Ebene zwar beachtlich, doch in den Spielen gegen die Großen hatte ManUtd ohnehin nicht die größten Probleme.

Solskjaer muss nun beweisen, dass seine Mannschaft auch aktiv mit einer offensiven Identität das Spiel bestimmen kann. Daran bestehen seit dem ersten Tag seiner Amtszeit erhebliche Zweifel. Erst wenn er das hinbekommt wird der ehemalige Stürmer auch als Trainer eine Zukunft im Old Trafford haben.

“Bittere Erkenntnis” – Award: Pep Guardiola

Bleiben wir beim Manchester-Derby. Durch die Niederlage, die vor allem durch die eigene defensive Inkompetenz verschuldet wurde, beträgt der Rückstand Manchester Citys auf den Vorjahreszweiten Liverpool mittlerweile satte 14 Punkte – ein Rückstand der in der Geschichte der Premier League bislang nicht aufgeholt werden konnte.

Nach einem suspekten Transferfenstern, in denen es die Cityzens verpassten, den offensichtlichen Bedarf eines weiteren Innenverteidigers zu adressieren, erweist sich die aktuelle Hintermannschaft als unüberwindbare Hürde für Pep Guardiolas Team. Ohne den verletzten Stabilisator Aymeric Laporte oder den abgewanderten Leitwolf Vincent Kompany fehlt es in der Innenverteidigung eindeutig an Qualität und Organistation. Gegen die Red Devils war das nicht zu übersehen.

Das führte bei Pep Guardiola nach dem Spiel zu einer bitteren, allerdings wohl treffenden Erkenntnis:

“ManUtd hat die Qualität, zu verteidigen und die Qualität, mit Kontern anzugreifen und das muss man akzeptieren. Das ist das Level, das uns gegen Liverpool, Manchester United, Barcelona, Real Madrid und Juventus eben gegenübersteht. Die Realität ist, dass wir es mit diesen Teams womöglich nicht aufnehmen können.” Mit dieser Defensive keineswegs…

(Photo by LINDSEY PARNABY/AFP via Getty Images)

“Konkurrenzlos” – Award: FC Liverpool

Während Manchester City bereits nach 16 Spieltagen so viele Niederlagen auf dem Konto hat wie in der gesamten abgelaufenen Spielzeit, marschiert der FC Liverpool durch die Saison. Mit 14 Punkten Vorsprung auf Manchester City und elf auf Leicester City sind die Reds 2019/2020 nahezu konkurrenzlos in der Liga.

Nach dem routinierten und nie gefährdeten 3:1-Auswärtssieg über Bournemouth warten die Reds nunmehr seit 33 Spielen auf eine Niederlage – der Vereinsrekord wurde weiter ausgebaut.

Betrachtet man sich die gnadenlose Effizienz und Konstanz, mit der die Mannschaft von Jürgen Klopp 2019/2020 agiert, stellt sich die Frage, wann und ob die Pleite überhaupt folgen soll.

(Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

“In 9 Minuten aus der Krise?” – Award: Arsenal

In Mitten einer der schlechtesten Phasen der Vereinsgeschichte ging dem FC Arsenal unter der wirren Amtszeit Unai Emerys sämtliches Selbstbewusstsein abhanden. Dass eine Menge Arbeit auf seinen Nachfolger zukommen würde, war klar.

Nachdem der erhoffte Trainerwechseleffekt unter Interimslösung Frederik Ljungberg gegen Norwich (2:2) und Brighton (1:2) noch ausblieb, drohte gegen West Ham der Supergau einzutreffen. Völlig verunsichert, versuchte der Schwede verständlicherweise, durch einen passiveren Ansatz und viel Ballbesitz Sicherheit zu gewinnen. Das Gegenteil traf ein, die Gunners gerieten mit dem Pech aus acht sieglosen Spielen in Folge nach einem Eckball noch vor der Pause in Rückstand und drohten völlig die Fassung zu verlieren.

Dann aber kam Gabriel Martinelli und erzielte nach Zuspiel Sead Kolsinacs quasi aus dem Nichts in der 60. Minute den Ausgleich. Es war der Wendepunkt der Partie, denn binnen neun Minuten würde Arsenal durch ein sehenswertes Tor von Nicolas Pépé und eines weiteren Treffer von Pierre-Emerick Aubameyang den 3:1-Endstand herstellen.

Es war keine Glanzleistung der Gunners, aber womöglich die Initialzündung, um aus einer Krise zu kommen, die vor allem in den Köpfen stattfindet. All das in nur neun Minuten.

(Photo by Naomi Baker/Getty Images)

“Erfolgsrezept” – Award: Brendan Rodgers und Jamie Vardy

Dass Leicester City derzeit der größte Konkurrent für den FC Liverpool darstellt, ist neben der hervorragenden Kombination aus tollem Coaching durch Brendan Rodgers sowie einer homogenen und disziplinierten Mannschaftsleistung auch eine Folge eines besonderen Erfolgsrezeptes.

Dieses besteht für die Foxes aus jenem Rodgers und seinem Topstürmer Jamie Vardy. Seit dem Amtsantritt des Nordiren am 2. März 2019 ist der englische Angreifer nämlich nicht zu bremsen. Das neue zielgerichtete und direkte Offensivspiel holt das Beste aus Vardy hervor.

Beim ungefährdeten 4:1-Auswärtserfolg gegen Aston Villa stellte der 32-Jährige das mit einem Doppelpack abermals unter Beweis. Unter Rodgers hat Vardy nun 25 Tore in der Liga geschossen, acht mehr als jeder andere Spieler der Premier League in diesem Zeitraum.

“Letzter Mohikaner” – Award: Duncan Ferguson

Während der FC Everton trotz hoher Investitionen den eigenen hohen Erwartungen hinterherhinkte, mussten in den letzten Jahren einige Trainer ihren Kopf hinhalten. Auf David Moyes, dessen Amtszeit im Sommer 2013 nach elf Jahren zu Ende ging, folgten Roberto Martinez, Ronald Koeman, Sam Allardyce and Marco Silva.

Ein Mann arbeitete unter all diesen Trainern und überlebte sie allesamt: Assistenztrainer Duncan Ferguson und am Samstag war sein Tag. Als Interimslösung saß der ehemalige Stürmer beim Heimspiel gegen den FC Chelsea auf der Trainerbank und dirigierte seine kriselnden Toffees zu einem fulminanten und hoch verdienten 3:1-Sieg über defensivschwache Blues.

Der Einfluss der einstigen hart arbeitenden Sturmkante war nicht zu übersehen: 37 Tacklings beging seine Truppe, keiner Mannschaft gelangen in der laufenden Saison in einem Spiel mehr.

Ferguson war über die gesamten 90 Minuten kaum zu bremsen, gestikulierte wild, gab lautstark Anweisungen, beackerte seine Coaching-Zone und feierte ausgelassen die Treffer von Richarlison und Dominic Calvert-Lewin. Ein beachtlicher und zugleich hoch emotionaler Erfolg für den letzten Mohikaner.

“Slalomstangen” – Award: FC Burnley

Es war eine der Szenen des 16. Spieltags, die, wie man es neudeutsch sagt, “viral” gingen. Beim Spiel zwischen Tottenham und Burnley kommt Heung Min Son in der 32. Minute im eigenen Sechzehner in Ballbesitz, dribbelt in einem hohen Tempo über den gesamten Platz, lässt dabei sechs bis sieben Gegner stehen und versenkt zum zwischenzeitlichen 3:0.

Der Südkoreaner erntete für diese Soloaktion völlig zurecht viel Anerkennung. Nichtsdestotrotz dürfen wir nicht außer Acht lassen, auf wie wenig Gegenwehr er traf.

Die Mannen von Sean Dyche, der besonders viel Wert auf Abwehrverhalten und Diszplin legt, ließen sich wie Slalomstangen umlaufenen und zeigten in dieser Szene wie auch über die gesamten 90 Minuten beim 0:5 gegen die Spurs eine desolate Defensivvorstellung.

José Mourinho wird den Dreier und die Aufbesserung des Torverhältnisses gerne mitnehmen, wird allerdings auch wissen, dass seine Mannschaft es in dieser Saison kaum einfacher haben wird.

Chris McCarthy

(Main Photo by OLI SCARFF/AFP via Getty Images)

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