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La Liga | Das große Wintertransfer-Fazit – Teil III

6. Februar 2019

La Liga | Das große Wintertransfer-Fazit – Teil III

Das Winter-Transferfenster ist für die La Liga Teams geschlossen. Nun müssen alle Mannschaften mit ihrem vorhandenen Personal in den Saisonendspurt gehen. Grund genug ein kleines Zwischenfazit zu ziehen: Wer hat den Winter gut genutzt? Wer hat die Chance versäumt? Wir gehen alle Teams für euch durch.

SD Eibar

Zugänge:

Abgänge: Pablo Hervias

Beim SD Eibar hat sich in diesem Winter, wie zu erwarten war, sehr wenig getan. Nach der ersten Saisonhälfte steht die Mannschaft im Mittelfeld der Tabelle und zeigt auch über weite Strecken sehr anständigen Fußball. Das intensive Pressing von Trainer Mendilibar funktioniert ganz passabel und passt auch gut zur Mannschaft.

Angesichts des stets recht knappen Budgets waren keine großen Transfers mehr möglich, daher hat man vollständig darauf verzichtet. Mit Hervias wurde lediglich ein Spieler abgegeben, der in der Hinrunde ohnehin so gut wie keine Rolle gespielt hat. Er hat sich auf Leihbasis dem Aufsteiger Valladolid angeschlossen.

Fazit: Von Eibar durfte man, allein schon aufgrund der finanziellen Zwänge nicht allzu viel erwarten. Da die Mannschaft aber auch ganz gut auf Kurs ist, ist das auch vollkommen nachvollziehbar und in Ordnung.

Athletic Bilbao

Zugänge: Ibai Gomez, Kenan Kodro

Abgänge: Cristian Ganea

Tranfers sind bei Athletic ja so eine Sache, die Basken haben sich ja bekanntermaßen selbst die Regel auferlegt nur Spieler, die Baskenland geboren oder zumindest ausgebildet worden sind, zu verpflichten. Dementsprechend ist das Feld der potenziellen Neuverpflichtungen relativ eng.

Mit Kodro und Ibai hat man trotzdem immerhin zwei Spieler für sich gewinnen könne. Ibai Gomez spielte zwischen 2011 und 2016 in Bilbao und kehrt nun, nach einer guten Zeit bei Deportivo Alaves, gestärkt zurück. Ihn lässt man sich immerhin vier Millionen Euro kosten. Er wird das Team mit Torgefahr und guten Standards verstärken und ist eine sehr gute Alternative für beide Flügelpositionen. Er hat das Potenzial um direkt zum Stammspieler aufzusteigen.

Kodro wird hingegen eher eine Backup-Funktion einnehmen. Er kommt vom FC Kopenhagen, wo er nur in der Europa League Qualifikation zu überzeugen wusste (fünf Tore in sieben Spielen). In der dänischen Liga blieb der Ex-Mainzer auch weitestgehend blass (ein Tor in acht Einsätzen).

Mit Linksverteidiger Ganea wurde unterdessen auch nur ein Spieler abgegeben. Er kam erst im Sommer zu Athletic, konnte sich aber überhaupt nicht zeigen. Er geht zunächst auf Leihbasis zu Numancia.

Nach einer durchwachsenen Hinrunde scheint das Team unter dem neuen Trainer aber auch ohne große Veränderungen etwas aufzublühen.

Fazit: Mit Ibai konnte man sich ordentlich verstärken, ein sehr guter Transfer. Ansonsten war nicht viel möglich, was schlichtweg den eigenen Regeln geschuldet ist. Dennoch eine positive Transferphase für die stolzen Basken.

(Photo by Gonzalo Arroyo Moreno/Getty Images)

Real Valladolid

Zugänge: Sergi Guardiola, Stiven Plaza, Pablo Hervias

Abgänge: Antonio Cotan, Alberto Guitian

Real Valladolid ist richtig gut in diese Saison gestartet und war lange Zeit ein Kandidat für den Titel “Überraschungsmannschaft der Saison”, doch Mitte der Hinrunde kam der Einbruch und man droht in den Abstiegskampf zu rutschen. Um sich dafür zu wappnen, legten die Verantwortlichen im Januar nochmal ordentlich nach und verpflichteten gleich drei Spieler.

Der “Königstransfer” ist dabei aber sicherlich Sergi Guardiola. Der 27-jährige Stürmer, der die Hinrunde mit mäßigem Erfolg (fünf Kurzeinsätze, kein Tor) auf Leihbasis beim FC Getafe verbrachte, kommt für fünf Millionen Euro vom FC Cordoba, für den er in der letzten Saison stolze 22 Tore erzielte. Eine ähnliche Treffsicherheit erhofft man sich nun auch beim Aufsteiger. Mehr Spielzeit wird er aber auch jeden Fall bekommen.

Mit Stiven Plaza verpflichtete Valladolid zudem noch einen weiteren Stürmer, der allerdings eher ein perspektivische Verstärkung darstellen soll. Der 19-jährige ecuadorianische Nationalspieler spielte in der Hinrunde in seiner Heimat für Independiente del Valle und erzielte dort auch immerhin sieben Tore in 17 Spielen. Zwei Millionen Euro Ablöse waren für ihn fällig. Eine Sofort-Verstärkung dürfte er nicht sein, aber definitiv ein spannender Spieler.

Der bereits bei Eibar angesprochene Hervias, der auf Leihbasis verpflichtet wurde, ist unterdessen lediglich eine Verstärkung in die Breite. Er stellt eine weitere Alternative dar und soll Druck auf die Stammspieler (Keko, Villa oder auch Verde) ausüben.

Was die Abgänge angeht, kann man nicht von einer Überraschung sprechen. Beide Spieler kamen in der Hinrunde zu keinem einzigen Einsatz in der Liga und sind demnach nicht mehr gefragt. Sie verließen den Verein ablösefrei, Cotan zu Gimnastic und Guitian zu Saragossa.

Fazit: Valladolid ist mit Ausgaben von sieben Millionen (keine Einnahmen) durchaus ins Risiko gegangen und dürfte daran gut tun. Sie haben eine ganz gute Ausgangslage, um sich den Klassenerhalt zu sichern, werden aber auch ordentlich dafür arbeiten müssen. Da man mit nur 19 Toren nach 22 Spielen über die schwächste Offensive der Liga verfügt, war die Blutauffrischung im Angriff auch zwingend erforderlich. Sollte Guardiola einschlagen, könnte er tatsächlich zur Lebensversicherung für Valladolid werden. Plaza ist unterdessen ein extrem interessanter Mann für die Zukunft, auch dieser Transfer macht also perspektivisch gesehen Sinn, zumal Ecuador auch ein enorm interessanter Markt werden könnte. Andere Problemstellen wurden zwar nicht mehr in Angriff genommen (was auch durchaus Sinn gemacht hätte), aber die Priorität auf den Sturm zu setzen war dennoch richtig.

(Photo by Hagen Hopkins/Getty Images)

FC Girona

Zugänge: Raul Garcia, Valery Fernandez

Abgänge:

Die wohl beste Nachricht der Transferphase für die abstiegsbedrohten Katalanen ist wohl, dass man Top-Torjäger und Lebensversicherung Cristhian Stuani halten konnte. Der Uruguayer stand zwischenzeitlich auch beim FC Barcelona auf dem Zettel, bleibt aber vorerst trotzdem in Girona. Und nicht nur das, er setzte auch ein sehr wichtiges Zeichen, indem er seinen Vertrag vorzeitig bis 2022 verlängert. Der 32-jährige geht also weiterhin voran.

Darüber hinaus verstärkte man sich lediglich mit einem weiteren Spieler. Raul Garcia (nicht der von Bilbao) kam ablösefrei aus Leganes und ist vor allem da, um die Verletzungen der drei (!) Linksverteidiger Planas, Aday und Mojica zu kompensieren. Da sonst kein Linksverteidiger vorhanden ist, kam er seit seinem Wechsel auch in allen Pflichtspielen von Anfang an zum Einsatz und wusste mit kleinen Abstrichen durchaus zu überzeugen. Ein wichtiger Transfer.

Ansonsten geht man mit dem vorhandenen Kader in die Rückrunde.

Fazit: Stuani wurde gehalten und Raul Garcia funktioniert als “Notnagel” ziemlich gut. Das “Krisenmanagement” bei Girona funktioniert also, sodass man auch mit einer gewissen Zuversicht in die restlichen Spiele gehen kann. Die Mannschaft verfügt über das nötige Potenzial, um auch das “verflixte zweite Jahr” in der Liga zu. überstehen. Die Abhängigkeit von Stuanis Toren ist dennoch weiterhin ein Problem.

(Photo by JOSEP LAGO/AFP/Getty Images)

Espanyol Barcelona

Zugänge: Lei Wu, Facundo Ferreyra, Alfa Semedo

Abgänge: Leo Baptistao, Pipa

Espanyol kann auf einen sehr ähnlichen Saisonverlauf wie Valladolid zurückblicken – sehr stark angefangen, aber auch stark nachgelassen. Nun sieht man sich abermals mit dem Abstiegskampf konfrontiert.

Um dafür gut gerüstet zu sein, verstärkte sich Espanyol mit gleich drei Spielern, wobei das auch nur die halbe Wahrheit ist. Alle drei Spieler kamen sehr spät in der Transferphase und die Dynamik entstand wohl eher aus anderen Gründe als den rein sportlichen.

Lei Wu, seines Zeichens amtierender Torschützenkönig der Chinese Super League, die hierzulande ja vor allem durch ihre teuren Legionäre Bekanntheit erlangt hat, kam am 28. Januar zu Espanyol, für eine Ablösesumme von zwei Millionen Euro. Der 27-jährige kann im Angriff sowohl auf den Flügeln, als auch im Zentrum zum Einsatz kommen. Da im Zentrum aber Top-Stürmer Borja Iglesias gesetzt ist, bleibt im maximal eine Rolle rund um ihn herum. Allerdings sollte man sportlich wohl nicht allzu viel erwarten. Trotz seiner guten Quote in der Heimat, ist zu erwarten, dass er nicht sofort das Potenzial zum Stammspieler hat. Viel mehr dürfte es sich hier um einen medienwirksamen (vor allem in China) Transfer handeln, der wohl nicht zuletzt dadurch zu begründen ist, dass Espanyol Besitzer Chinese ist…

Der Auslöser für die übrigen beiden Wechsel ist unterdessen Leo Baptistaos Abgang. Der brasilianische Stürmer, der definitiv als Stammspieler zu bezeichnen war, ging den umgekehrten Weg und wechselte am Deadline Day nach China, zum Aufsteiger Wuhan Zall. Sein Wechsel brachte aber immerhin 5,8 Millionen Euro Ablöse ein und dürfte ihm zudem ein fürstliches Gehalt bescheren. Von daher ist dieser Wechsel durchaus nachvollziehbar.

Als Ersatz für ihn verpflichtete Espanyol, ebenfalls am Deadline Day, den argentinischen Stürmer Facundo Ferreyra. Er kommt auf Leihbasis von Benfica Lissabon, wo er zuletzt allerdings kaum zum Einsatz kam. In der Saison 2017/18, wo er in Diensten von Shakhtar Donzek ukrainischer Torschützenkönig wurde, hat er aber immerhin schon nachgewiesen, dass er weiß, wo das Tor steht.

Im Zuge dessen hat Espanyol außerdem auch noch den defensiven Mittelfeldspieler Alfa Semedo verpflichtet, er kam auch am Deadline Day auf Leihbasis von Benfica Lissabon. Der physisch enorm starke Semedo könnte eine gute Verstärkung für das Mittelfeld werden. Mit seiner Größe von 1,90m hat er dort auf jeden Fall schon mal ein Alleinstellungsmerkmal.

Fazit: Der Abgang von Baptistao stellt definitiv eine Schwächung dar. Ferreyra ist zwar ein guter Ersatz, doch angesichts der benötigten Anpassungszeit und der mangelnden Spielpraxis kann hier nicht von Gleichwertigkeit gesprochen werden. Lei Wu muss außerdem zunächst mal nachweisen, ob er mehr als nur ein Marketing-Gag ist. Die Verpflichtung von Semedo ist im Gegensatz dazu definitiv als sinnvolle Ergänzung für den Kader zu bewerten. Ingesamt ist das Transferverhalten der Pericos allerdings etwas fragwürdig, es sieht nicht unbedingt nach einer echten Strategie aus.

(Photo by PAU BARRENA/AFP/Getty Images)

Teil I: https://neunzigplus.de/la-liga-das-grosse-wintertransfer-fazit-teil-i/

Teil II: https://neunzigplus.de/la-liga-das-grosse-wintertransfer-fazit-teil-ii/

Teil IV: https://neunzigplus.de/la-liga-das-grosse-wintertransfer-fazit-teil-iv/

 (Photo by Masashi Hara/Getty Images)

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