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La Liga | Das große Wintertransfer-Fazit – Teil IV

7. Februar 2019

La Liga | Das große Wintertransfer-Fazit – Teil IV

Das Winter-Transferfenster ist für die La Liga Teams geschlossen. Nun müssen alle Mannschaften mit ihrem vorhandenen Personal in den Saisonendspurt gehen. Grund genug ein kleines Zwischenfazit zu ziehen: Wer hat den Winter gut genutzt? Wer hat die Chance versäumt? Wir gehen alle Teams für euch durch.

CD Leganes

Zugänge: Vasyl Kravets, Andres Prieto, Martin Braithwaite, Diego Reyes

Abgänge: Raul Garcia, Mauro dos Santos, Jon Ander Serantes, Josua Meijas

Leganes spielt bereits in der dritten Saison in Folge in La Liga. Die ersten beiden Saisons schloss man jeweils auf Rang 17 ab, auf diesem Platz findet man sich nun, nach 21 Spieltagen auch wieder. Sollte es am Saisonende auch so sein, wären wohl alle rund um den Madrider Vorstadt-Klub hochzufrieden. Die Quintessenz: Nur der Klassenerhalt zählt.

Um diesen zu gewährleisten, hat man im Winter nochmal nachgelegt. Vor allem Diego Reyes, der als erfahrener und La Liga-erprobter Innenverteidiger eine Alternative für die Innenverteidigung darstellt, und Martin Braithwaite, der eine echte Waffe in der Offensive ist (und dies zum Beispiel auch in der Copa del Rey gegen Real Madrid schon nachgewiesen hat), könnten echte Verstärkungen werden.

Beide Spieler kommen auf Leihbasis bis Saisonende, von Fenerbahce bzw. Middlesbrough. Torwart Andres Prieto, der ablösefrei von Malaga kommt, ist als dritter Torwart und wir wohl eher eine Randerscheinung bleiben, während Vasyl Kravets, der für 2,5 Millionen Euro von Lugo kam, eine Transfer für die Zukunft ist. Er soll langsam an die erste Mannschaft herangeführt werden und möglicherweise den nur ausgeliehenen Jonathan Silva ab Sommer auf der Linksverteidiger-Position ersetzen.

Die Abgänge sind vor dem Hintergrund ihrer sportlichen Bedeutung nicht weiter nennenswert.

Fazit: Leganes hat sich intelligent verstärkt und zählt mit Sicherheit zu den Gewinnern dieser Transferperiode. Vor allem die Leihe von Braithwaite könnte ein riesiger Gewinn für die Mannschaft werden und sich noch richtig auszahlen. Der Kampf um den Klassenerhalt dürfte dennoch hart werden und wohl bis zum Saisonende andauern.

(Photo by Mike Hewitt/Getty Images)

Rayo Vallecano

Zugänge: Alejandro Catena, Mario Suarez, Franco di Santo, Uche Agbo

Abgänge: Jose Antonio Dorado, Lass Bangoura

Rayo Vallecano ist schwer ist die Saison gekommen und fand sich von Beginn an im Abstiegskampf wieder. Nahezu die komplette Hinrunde verbrachte das Team aus Madrid daher auf einem Abstiegsplatz und galt, neben Huesca, als ein sicherer Absteiger. Doch dann platzte, ganz kurz vor Weihnachten, der Knoten und Rayo gewann vier von fünf Spielen bis Ende Januar. Dementsprechend ist man nun wieder voll dabei und macht sich berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt.

Um die Chance noch zu verbessern, legte Rayo kurz vor Transferschluss dann auch nochmal nach, mit geballter Erfahrung. Mario Suarez (kam ablösefrei, spielte zuletzt in China) und Franco di Santo (kam ablösefrei von Schalke) sind gleich zwei durchaus prominente Neuzugänge, die Rayo Halt geben sollen. Franco di Santo könnte Top-Torjäger de Tomas etwas entlasten, während Mario Suarez die nicht allzu leichte Aufgabe übernehmen soll das Zentrum kompakter zu halten.

Gerade die Verpflichtung von Mario Suarez (31), der für Atletico Madrid, Valencia und Mallorca schon über 200 La Liga Spiele absolvierte, ist ein echter Coup für Rayo. Er bekommt allerdings auch noch Verstärkung im defensiven Mittelfeld, der nigerianische Nationalspieler Uche Agbo (23), der auch schon für Granada in La Liga spielt, kommt bis zum Saisonende auf Leihbasis von Standard Lüttich. Gemeinsam sollen sie zum einen den Ausfall von Chef-Stratege Gorka Elustondo (fällt mit einem Kreuzbandriss bis zum Saisonende aus) auffangen und zum anderen für eine Qualitätserhöhung sorgen.

Die Verpflichtung von Innenverteidiger Catena ist unterdessen eher der Gelegenheit geschuldet. Er kommt ablösefrei vom Ex-Zweitligisten Reus, der für zwei Jahre vom Spielbetrieb ausgeschlossen wird, und wird die Innenverteidigung in der Breite verstärken. Er nimmt die Planstelle von Routinier Dorado (36) ein, den es nach Saragossa zieht.

Fazit: Rayo hat die Transferperiode gut genutzt. Sie haben den Ausfall von Elustondo gut kompensiert und mit Mario Suarez einen echten Coup gelandet. Der Transfer von di Santo ist zwar durchaus gewagt, das finanzielle Risiko hält sich aber in Grenzen. Ohnehin hat der stets klamme Kult-Klub finanziell sehr intelligent gehandelt, was natürlich auch von großer Relevanz ist.

(Photo by Julian Finney/Getty Images)

Celta Vigo

Zugänge: Gabriel Fernandez, Wesley Hoedt, Ryad Boudebouz, Lucas Olaza

Abgänge: Facundo Roncaglia, Dennis Eckert

Celta Vigo ist eigentlich zu gut für den Abstiegskampf – eigentlich. Die Mannschaft stand auch lange ganz gut da und kämpfte eher um Europa als gegen den Abstieg, doch dann folgte eine ganz schwarze Serie von fünf Niederlagen in Folg und sie waren plötzlich ganz tief unten drin. Diese Misere ist ganz eng an den Namen Iago Aspas geknüpft, der mit einer Wadenverletzung ausfällt und dessen Tore merklich fehlen. Außerdem fehlt er natürlich auch als Kapitän und Anführer.

Ohne seine Qualität und seine Tore ist ist schwer für Vigo, das vor allem Defensiv große Probleme hat. Daher war für die Verantwortlichen auch klar, dass im Winter Verstärkung her musste. Mit Wesley Hoedt (Innenverteidiger), der per Leihe aus Southampton kommt, und dem Uruguayer Lucas Olaza (Linksverteidiger), der für 18 Monate von den Boca Juniors ausgeliehen wurde, kommen zwei Verstärkungen für die Viererkette von Trainer Cardoso. Außerdem wurde mit Ryad Boudebouz ein weiterer kreativer offensiver Mittelfeldspieler verpflichtet, der der Offensive wieder mehr Durchschlagskraft verleihen soll (auch wenn Aspas fehlt). Boudebouz konnte sich bei Betis zwar nicht so richtig durchsetzen, doch seine Qualitäten sind unbestritten und nun hat er seine zweite Chance in La Liga.

Außerdem verpflichtete Celta mit Gabriel Fernandez (24) einen weiteren Stürmer. Er kommt von Peñarol Montevideo aus Uruguay und kostete 3,5 Millionen Euro. Die Rückrunde verbringt er auf Leihbasis noch bei seinem alten Verein, im Sommer könnte er dann vielleicht der Nachfolger von Maxi Gomez sein, der Gerüchten zufolge vor einem Wechsel zu West Ham steht – Uruguayer für Uruguayer, wenn man so will.

Fazit: Celta Vigo hat sich nochmal ordentlich verstärkt und hat die Schwachpunkte offenbar erkannt. Hoedt und Olaza sind sinnvolle Ergänzungen, während auch bei der Verpflichtung von Boudebouz eine günstige Gelegenheit genutzt wurde. Dennoch steht und fällt weiterhin viel mit dem Namen Aspas. Die Qualität dürfte aber in jedem Fall für den Klassenerhalt reichen und die Chancen auf diesen wurden mit den Transfers tendenziell eher erhöht als gesenkt.

(Photo by GLYN KIRK/AFP/Getty Images)

FC Villarreal

Zugänge: Vicente Iborra

Abgänge: Miguel Layun, Manuel Iturra

Villarreal spielt bislang eine extrem enttäuschende Saison. Die Differenz zwischen Anspruch (Qualifikation für Europa) und Wirklichkeit (Abstiegskampf) könnte kaum größer sein. Die Folge: Bereits zwei Trainerwechsel. Mittlerweile ist allerdings wieder Javier Calleja, mit dem man auch in die Saison gegangen ist, auf der Bank. Und auch beim Personal ist das meiste beim Alten geblieben.

Mit Vicente Iborra (kam für 10 Millionen Euro von Leicester City) ist im Winter lediglich ein neuer Spieler dazugekommen, während mit Layun (für vier Millionen Euro zu Monterrey) und Iturra (Vertrag aufgelöst, war nur eine Notfall-Verpflichtung) zwei Spieler (einige andere wurden erneut verliehen) abgegeben wurden.

Iborra ist mit seinem Profil bestens für die Situation geeignet, er ist sehr erfahren, enorm robust und kopfballstark und zudem auch relativ flexibel. In seinen ersten Spielen machte er zwar nicht den allerbesten Eindruck, dennoch dürfte er, allein durch seine große Präsenz, eine wichtige Verstärkung sein. Ansonsten verfügt der Kader auch über ausreichend Qualität, um die Wende zu schaffen. Die Probleme sind derzeit eher im Mentalen und auch in der mannschaftstaktischen Einstellung zu suchen. Diese Probleme wird Calleja mit dem bestehenden Personal lösen müssen.

Fazit: Iborra ist eine gute und sinnvolle Verstärkung, er dürfte dem Team etwas mehr Halt verliehen. Ansonsten gab es eigentlich nicht allzu viel zu tun, die große Aufgabe besteht darin das Beste aus dem Team rauszuholen. Explizit heißt das auch: Selbstvertrauen zurückholen und die Sommer-Neuzugänge (in erster Linie Toko Ekambi und Gerard Moreno) endlich vernünftig einzubinden. Weitere Neuzugänge wären dabei auch eher hinderlich gewesen. Das Transferverhalten ist in sofern nachvollziehbar, was nicht heißt, dass die Wende einfach werden wird.

(Photo by Steve Bardens/Getty Images)

SD Huesca

Zugänge: Enric Gallego, Javi Galan, Christian Rivera, Yangel Herrera, Juanpi, Adrian Dieguez

Abgänge: Serdar Gürler, Lluis Sastre, Rajko Brezancic, Jonathan Toro, Axel Werner

Anders als bei den anderen Teams in diesem Teil, dürfte es bei Huesca nicht mehr ernsthaft um den Klassenerhalt gehen. Nach 22 Spielen beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer schon mindestens acht Punkte und angesichts des bisherigen Saisonverlaufs und der Qualität der Mannschaft ist es relativ unwahrscheinlich, dass es auch nur annähernd für Platz 17 reichen könnte. Demzufolge kann es für Huesca eigentlich nur darum gehen sich mit Würde aus La Liga zu verabschieden und sich schon mal gut für die kommende Saison in La Liga 2 vorzubereiten.

Mit Enric Gallego (32) verpflichtete man einen sehr erfahrenen Stürmer, der in der Hinrunde stolze 15 (!) Tore in 19 Zweitligaspielen für Extremadura erzielen konnte. Er kostete ebenfalls stolze drei Millionen Euro, doch er könnte sein Geld wert sein, wie er bei seinen ersten Auftritten für Huesca bewies. Mit dem Linksaußen Javi Galan kam außerdem noch ein weiterer Spieler aus der zweiten Liga, er kostete eine Million Euro und spielte zuvor für den FC Cordoba. Auch er dürfte jemand für die kommende Zweitliga-Saison sein.

Ansonsten wurden drei Leihen beendet und vier neue Spieler (Yangel Herrera, Juanpi, Christian Rivera, Adrian Dieguez) per Leihe verpflichtet. Sie sollen in erster Linie diese Saison vernünftig zu Ende führen. Herrera (ManCity) und Rivera (Las Palmas) zeigten in den ersten Spielen aber bereits gute Ansätze.

Fazit: Huesca hat sich im Winter vernünftig aufgestellt und tut gut daran schon mal in Ruhe für die zweite Liga aufzustellen. Unnötig große Risiken, um vielleicht doch noch irgendwie die Liga zu halten, hat man weitestgehend vermieden, was durchaus für die Verantwortlichen spricht. Ansonsten sollte man aber auch in der Rückrunde keine Wunderdinge von dem kleinen Klub aus Aragonien erwarten.

(Photo by David Ramos/Getty Images)

Teil I: https://neunzigplus.de/la-liga-das-grosse-wintertransfer-fazit-teil-i/

Teil II: https://neunzigplus.de/la-liga-das-grosse-wintertransfer-fazit-teil-ii/

Teil III: https://neunzigplus.de/la-liga-das-grosse-wintertransfer-fazit-teil-iii/

(Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

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