Zwei Tage vor Schluss des Transferfensters hat Julián Álvarez das Mannschaftstraining bei Atlético Madrid wieder aufgenommen. Alles deutet darauf hin, dass der Argentinier bleibt.
Die Rückkehr auf den Platz
Nach vier Tagen ohne Gruppentraining stand Álvarez am Sonntag wieder mit seinen Mitspielern auf dem Rasen. Zwei Tage hatte er wegen einer Unpässlichkeit gefehlt – der Klub hatte mitgeteilt, dass er sich seit einer schlechten Nacht von Dienstag auf Mittwoch unwohl fühle –, zwei weitere Tage absolvierte er Einzeleinheiten.
In der Sonntagseinheit nahm er an einem Kleinfeldspiel gegen Spieler der Akademie teil, als Mittelstürmer und mit der Neun auf dem Rücken. Der Trainerstab um Diego Simeone hob seine Einstellung und seine Lösungen im Offensivspiel hervor. Auffällig war auch der Zuspruch seiner argentinischen Mitspieler Cristian Romero und Juan Musso.
Zum Auswärtsspiel in Sevilla, das Atlético gewann, war Álvarez noch nicht mitgereist.
Der Stand bei den Angeboten
- FC Barcelona: ein Angebot über 100 Millionen Euro, zahlbar in sechs Raten. Es wurde abgelehnt, ein zweites hat Barcelona nie eingereicht. Laporta erklärt, die Offerte stehe weiterhin.
- Real Madrid: 150 Millionen Euro, ebenfalls abgelehnt.
- FC Arsenal: die einzige Tür, die Atlético geöffnet hat. Nach Sky-Informationen nehmen die Londoner aber erst Verhandlungen auf, wenn Álvarez erkennbares Interesse an einer Rolle unter Mikel Arteta zeigt. Das hat er bislang nicht getan.
Bemerkenswert ist ein paralleler Vorgang: Atlético hat am Sonntag selbst ein offizielles Angebot bei Juventus Turin für Jonathan David eingereicht – eine Leihe mit Kaufoption. Der Klub sucht also einen zusätzlichen Mittelstürmer, während er den vorhandenen nicht abgeben will.
Was Barcelona gesagt hat
Präsident Joan Laporta äußerte sich am vergangenen Mittwoch über die offiziellen Kanäle seines Klubs. Man sei sehr an Álvarez interessiert und würde sich freuen, wenn das Angebot angenommen würde – das sage man mit allem Respekt gegenüber Atlético.
Laporta schilderte den Verlauf aus seiner Sicht: Es habe ein Angebot von Klub zu Klub gegeben, das er in einem persönlichen Telefonat mit Geschäftsführer Miguel Ángel Gil Marín bestätigt habe. Atlético habe geantwortet, man wolle nicht verkaufen, weil es keine Alternative für Álvarez gebe. Er habe das respektiert und gesagt, sollte sich noch in diesem Fenster eine Alternative finden, sei Barcelona weiterhin interessiert. Gemeinsam mit Sportdirektor Deco habe man das Thema danach auf Eis gelegt – bis bekannt wurde, dass Atlético mit anderen Klubs sprach.
Die Antwort aus Madrid
Atlético reagierte am Donnerstag mit einer offiziellen Mitteilung: Der Vorstand stellte sich einstimmig hinter die Entscheidung, über einen Transfer zum FC Barcelona nicht zu verhandeln. Man sei offen für Verhandlungen auf dem Transfermarkt, aber nur auf ethische und professionelle Weise und mit Respekt zwischen den Klubs – diese Anforderungen habe Barcelona nicht erfüllt.
Zugleich zeigte sich der Klub überzeugt, dass Álvarez die Entscheidung verstehen und sich darauf konzentrieren werde, dem Verein zu helfen. Gegenüber der Marca hatte Atlético zuvor deutlicher formuliert, es gebe null Prozent Chance auf einen Verkauf an Barcelona – und die einzige geschädigte Partei in diesem Fall sei der eigene Klub.
Wie es weitergeht
Sportlich läuft es für Atlético gut: Nach dem Sieg in Sevilla steht der Klub mit sieben Punkten vorerst an der Tabellenspitze. Simeone verwies nach der Partie darauf, dass mit Álvarez und Alexander Sørloth zwei Optionen im Sturmzentrum gefehlt hätten – man habe trotzdem gefährlich gespielt.
Als Nächstes geht es zu Athletic Bilbao ins San Mamés, danach folgt das Champions-League-Debüt beim FC Liverpool an der Anfield Road. Das Transferfenster schließt in der Nacht zum Mittwoch.

