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90PLUS » Fünf Siege, drei Punkte Vorsprung – und zum ersten Mal ein Nachmittag, an dem Barça nicht wie Barça aussieht
La Liga

Fünf Siege, drei Punkte Vorsprung – und zum ersten Mal ein Nachmittag, an dem Barça nicht wie Barça aussieht

90PLUS Redaktion
13.09.26, 22:53
90PLUS Redaktion
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VALENCIA, SPAIN - SEPTEMBER 13: Jeremy Toljan of Levante UD challenges Xavi Espart of Barcelona during the LaLiga EA Sports 2026/27 match between Levante UD and FC Barcelona at Ciutat de Valencia on September 13, 2026 in Valencia, Spain. (Photo by Clive Brunskill/Getty Images)

Eine Woche nach dem 5:0 beim FC Valencia war Barcelona wieder in der Stadt, diesmal beim Nachbarn Levante, und die ersten fünf Minuten sahen aus wie die Fortsetzung: Raphinha legte in den Strafraum, Lamine Yamal verstolperte, der Ball kam zu Xavi Espart – und der Rechtsverteidiger schoss abgefälscht über Mathew Ryan hinweg ein. Debüttor, erster Torschuss, 1:0. Zwei Stunden später hatte Barça 4:2 gewonnen, den fünften Sieg im fünften Ligaspiel, drei Punkte Vorsprung auf Real Madrid. Und zum ersten Mal in dieser Saison einen Nachmittag, den man nicht mit „nach Belieben“ beschreiben kann.

Yamal macht den Unterschied – zweimal

Was Barcelona am Sonntag trug, war weniger das System als der Spieler auf der rechten Seite. In der ersten Halbzeit spielte Fermín López einen Steilpass in den Lauf von Raphinha, der Brasilianer umkurvte Ryan und legte quer, Yamal schob aus sechs Metern unter die Latte. 2:0. Kurz nach der Pause zog Yamal in den Strafraum, Aïssa Mandi kam zu spät, Schiedsrichter Jon Ander González Esteban zeigte auf den Punkt. Yamal verwandelte selbst, sein sechstes Ligator in fünf Spielen. 3:0.

Es waren die beiden Momente, in denen Barça so aussah, wie es Balagué in der BBC-Vorschau beschrieben hatte: „flying“. Dazwischen und danach sah es anders aus.

Die Wackler

ESPN fasste die erste Halbzeit mit einem Satz zusammen, den man in dieser Saison über Barcelona noch nicht gelesen hatte: Die Mannschaft sei „nicht auf Touren gekommen“ und wirke hinten „selbstgefällig“. Manu Sánchez nahm Pau Cubarsí den Ball ab und flankte, García schoss drüber. Nach dem 3:0 verschlug Joan García einen Abschlag, Brugué hatte das leere Tor vor sich – und traf es nicht. Levante ließ zwei klare Chancen liegen, bevor es zwei nutzte: Iván Romero, eingewechselt, verkürzte, Roger Brugué traf zum 2:3. Auf einmal war es ein Spiel.

Dass es keines blieb, lag an Karim Adeyemi. Der frühere Dortmunder kam von der Bank und stellte in der Nachspielzeit den alten Abstand her – wie schon gegen Feyenoord, als er anstelle von Gordon begonnen und getroffen hatte. Der Unterschied: Diesmal war es kein Schmuck, sondern die Absicherung eines Ergebnisses, das für zehn Minuten in Gefahr war.

Was das über die Serie sagt

Fünf Ligaspiele, fünf Siege, 22 Tore laut eigener Zählung, dazu das 5:1 in der Champions League. Kein Team in Spanien ist annähernd so produktiv. Aber der Nachmittag in Levante war der erste, an dem die Kehrseite sichtbar wurde, die Balagué schon vor der Saison benannt hatte: Flick wollte einen Innenverteidiger. Er hat ihn nicht bekommen. Cubarsí verliert Bälle, García verschlägt Abschläge, Jofre Martín wurde zur Pause durch Christensen ersetzt. Gegen Levante, Tabellen-14., kostete das nichts. Gegen Real am kommenden Wochenende – oder gegen Inter, Bayern, PSG im Frühjahr – wird es teuer.

Die Barça-Fans, die im Liveticker von Barçawelt mitschrieben, hatten es vorher formuliert: „Bisher hatten wir nur Kanonenfutter und keinen richtigen Gegner als Benchmark.“ Levante war noch immer keiner. Aber Levante hat gezeigt, wo der Benchmark ansetzen würde.

Das Ballon-d’Or-Argument

Yamal steht nach fünf Ligaspielen bei sechs Toren. Hansi Flick hatte ihm am Mittwoch öffentlich den Ballon d’Or zugesprochen – „Er ist mein Spieler, also natürlich“ –, und der Sonntag war die Art von Spiel, das diese Kandidatur trägt: nicht spektakulär, aber entscheidend, mit einem Abstauber und einem Elfmeter, wie sie Torjäger schießen, nicht Flügelspieler. Der Vergleich mit Harry Kane, dem Favoriten, wird sich über die Saison entscheiden. Am Sonntag hat Kane in Elversberg ein Spiel gedreht, das seine Mannschaft fast verloren hätte. Yamal hat eines gewonnen, das seine Mannschaft fast verschenkt hätte. Das ist, auf unterschiedliche Weise, dasselbe Argument.

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