La Liga Vorschau Teil 1: Real Sociedad, Villarreal, Osasuna, Deportivo Alaves

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Am 13. August startet die höchste spanische Spielklasse, La Liga, in die neue Saison. Atletico ist Meister, die anderen Topklubs haben sich viel vorgenommen. Im ersten Teil unserer Vorschau auf die Saison 2021/22 stellen wir Real Sociedad, den FC Villarreal, CA Osasuna und Deportivo Alaves vor. 

  • Real Sociedad: Näher an die Top-4 von La Liga herankommen
  • FC Villarreal: Entwicklung 2.0?
  • Viele Veränderungen bei Deportivo Alaves

Real Sociedad (Letzte Saison: 5. Platz)

Zwar hatte Real Sociedad am Ende der Saison 2020/21 in La Liga nichts mit den vorderen vier Plätzen zu tun, dennoch haben die Basken eine sehr gute Spielzeit hinter sich. Platz fünf, Europa League und eine sehr gute Entwicklung in der gesamten Mannschaft sind gute Vorzeichen, auch was die neue Saison angeht. Real Sociedad will sich in La Liga weiterhin gut präsentieren und versuchen, einen Schritt nach vorne zu machen. Konkret heißt das: Die Mannschaft von Trainer Imanol Alguacil (50), der seit 2018 sehr gute Arbeit leistet, will den Abstand nach oben verkürzen. Und die Basis dafür ist durchaus vorhanden.

Der Transfersommer von Real Sociedad

Viel tat sich auf dem Transfermarkt noch nicht, auch Real Sociedad hat natürlich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Allerdings bietet die Mannschaft ansich genügend Potenzial, um eine Weiterentwicklung voranzutreiben. Der erfahrene Torhüter Miguel Angel Moya (37) hat den Klub verlassen, dafür sicherte sich „La Real“ die Dienste von Mathew Ryan (29), der ablösefrei von Brighton kam. Die Leihen von Kevin Rodrigues (27, Eibar) und Willian José (29, Wolves) endeten, zudem konnte Diego Rico (28) aus Bournemouth verpflichtet werden. Das war es bereits mit den Transferaktivitäten der Basken. 

Viel Potenzial im Kader

Die gute Saison von Real Sociedad 2020/21 war alles andere als ein Zufall. Trainer Alguacil hat einen Spielstil implementiert, der Früchte trägt. Die Basken bauen sehr clever auf, die Abläufe im Defensivverbund funktionieren sowohl mit als auch gegen den Ball sehr gut. Mit Alex Remiro (26) steht ein sehr sicherer Rückhalt im Tor, die Innenverteidigung ist mit Robin Le Normand (24) und Aritz Elustondo (27) sehr gut besetzt. Dieses Duo ist sehr gut aufeinander abgestimmt und ergänzt sich hervorragend. Allerdings stehen lediglich drei gelernte Innenverteidiger im Aufgebot, hier könnte noch einmal nachgelegt werden, allerdings nur mit einem Backup. 

Auf den Außenverteidigerpositionen hat Real Sociedad eben diese Breite hergestellt. Diego Rico, der angesprochene Neuzugang, ist ein solider Spieler, der relativ gut ausbalanciert ist. Nacho Monreal (35), der auf links noch immer eine gute Rolle spielt, wird nicht jünger und benötigt insbesondere bei der Doppelbelastung einige Phasen. Auf rechts ist die Situation noch komfortabler, hier sind die Planungen ohnehin abgeschlossen. Das Prunkstück dieses Teams folgt aber erst jetzt, denn das zentrale Mittelfeld ist mit immenser Qualität ausgestattet. Rund um Kapitän Asier Illarramendi (31) finden sich verschiedenste Spielertypen, die dieses Mittelfeld so stark machen.

Prunkstück Mittelfeldzentrum

Martin Zubimendi (22) und Igor Zubeldia (24) sind taktisch enorm gut geschulte defensive Mittelfeldspieler. Sie haben die Fähigkeit, Lücken zuzulaufen, Zweikämpfe zu gewinnen, gleichzeitig aber auch im Spielaufbau Verantwortung zu übernehmen. Mikel Merino (25) hingegen ist offensiver ausgerichtet, ist ein Lenker im Zentrum. Und Ander Guevara (24) machte in der Vorsaison einen Schritt nach vorne und findet sich immer besser zurecht. Hinzu kommt noch David Silva (35), der gerne als Spielmacher agiert und noch immer eine unglaubliche Qualität mitbringt. 

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Auch der Angriff überzeugt mit Qualität. Mikel Oyarzabal (24) ist hier der Dreh- und Angelpunkt, hat aber eine lange Saison plus EM und Olympia hinter sich. Dadurch dürfte Ander Barrenetxea (19) mehr in den Mittelpunkt rücken. Portu (29) und Adnan Januzaj (26) sorgen auf der rechten Seite für Betrieb, im Zentrum ist Alexander Isak (21), dessen Vertrag erst kürzlich angepasst wurde, gesetzt. Er könnte sein Spiel noch einmal auf ein neues Level heben. Das 4-2-3-1 respektive 4-3-3 passt auch sehr gut zu ihm, sowohl von der Außenbahn als auch aus dem Zentrum erhält er genügend Bälle, um sein Spiel durchzuziehen und für Torgefahr zu sorgen. 

Player to Watch: Ander Barrenetxea

Dass sich ein Spieler wie Mikel Oyarzabal nach einer sehr anstrengenden Saison erst einmal ausruhen kann, liegt auch am jungen Ander Barrenetxea. Seine Qualitäten im Offensivbereich sind extrem vielversprechend. 2020/21 stand er in 40 Pflichtspielen auf dem Platz, war aber sehr häufig nur Joker. 1560 Pflichtspielminuten standen am Ende auf dem Konto des Youngsters, dabei schoss er drei Tore. Klar ist, wo Barrenetxea noch Raum für Verbesserungen hat. Das ist vor allem bei der Effizienz im letzten Drittel der Fall. Der Spanier muss bei der Entscheidungsfindung noch konstanter und konsequenter werden und wenn er Platz erhält, diesen besser nutzen. 

Potenzial ist zweifelsohne vorhanden. Barrenetxea ist ein sehr kluger Spieler, der mit seiner guten und engen Ballführung überzeugen kann. Ihm gelingt es oft, sich gegen einen oder mehrere Gegenspieler durchzusetzen und dann Tempo aufzunehmen. Technisch bringt er sehr gute Voraussetzungen mit, fußballerisch ist die Qualität enorm hoch. Vor allem zu Saisonbeginn dürfte Barrenetxea häufig zum Einsatz kommen und hat die Möglichkeit, zu zeigen, was in ihm steckt.

Prognose Real Sociedad

Es besteht kein Zweifel daran, dass der Kader auf fast allen Positionen gut besetzt ist. Wenn es den Basken gelingt, in der Innenverteidigung noch einen Spieler zu verpflichten, damit auch hier die Backup-Positionen entsprechend gefüllt sind, steht einer Qualifikation für die Europa League nicht viel im Weg. Im Vergleich zur Konkurrenz in diesem Bereich der Tabelle hat „La Real“ in jedem Fall die besten Karten. 

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FC Villarreal (Letzte Saison: 7. Platz)

In der heimischen Liga war der FC Villarreal am Ende über den siebten Platz zwar nicht enttäuscht, hochzufrieden war das „gelbe U-Boot“ aber auch nicht. Was die Gesamtbewertung der Saison 2020/21 angeht, trifft das aber nicht zu. Denn Villarreal gewann mit Trainer Unai Emery (49) die Europa League und gewann so den ersten bedeutenden Titel in der Vereinsgeschichte. Der Sieg in der Europa League bedeutet auch, dass die Emery-Elf in der neuen Saison automatisch für die Champions League qualifiziert ist. Der Klub kann sich also mit den besten Teams der Welt messen.

Der Transfersommer des FC Villarreal

Der FC Villarreal gab im Sommer einige Spieler ab, die eher dem Ergänzungsspielerbereich zuzuordnen sind. Ramiro Funes Mori (30, Al-Nasr), Mario Gonzalez (25, Braga), Miguelon (25, RCD Espanyol) und Carlos Bacca (34, Granada) sind nur einige Beispiele von Akteuren, die abgegeben wurden. Dadurch konnten Einnahmen generiert werden, die nötig waren, um den Kader zu verbessern. Manu Morlanes (22) konnte fest verpflichtet werden, gleiches gilt für Juan Foyth (23), der bisher von den Tottenham Hotspurs ausgeliehen war. Mit Aissa Mandi (29) von Real Betis kam ein guter Aufbauspieler im Defensivzentrum ablösefrei, Boulaye Dia (24, Stade Reims) soll den Angriff verstärken. Er ist ein technisch versierter Stürmer, der viel Dynamik in das Angriffsspiel einbringen kann. 

Gute Basis im Kader, auch in der Breite

Die feste Foyth-Verpflichtung war von enormer Bedeutung, denn der Spieler ist in der Lage, defensiv mehrere Positionen und Rollen auszufüllen. Der Kader des FC Villarreal ist mit 29 Spielern relativ groß, über eine lange Saison ist das allerdings auch nicht unwichtig. Die Torhüterposition bereitet keine Sorgen, das Defensivzentrum mit Anführer Pau Torres (24) und dem erfahrenen Raul Albiol (35) erhielt durch Mandi noch einmal ein komplett neues Element. Außen wurde nicht nachgelegt, das ist mit einer Besetzung aus unter anderem Kapitän Mario Gaspar (30), Alfonso Pedraza (25) oder Pervis Estupiñan (23), der extrem offensiv ausgerichtet ist, auch nicht notwendig. 

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Das Mittelfeld ist ein wichtiger Faktor in der neuen Saison. 2020/21 war häufig zu beobachten, dass der Elf von Trainer Emery bei Führung die Kontrolle fehlte. Villarreal wurde defensiver und lud den Gegner zuweilen ein. Ein Mittelfeld, das das Spiel dominieren kann, wäre in einer solchen Phase von enormer Bedeutung. Spieler wie Francis Coquelin (30) oder Etienne Capoue (33) sind eher defensiv ausgerichtet, Manu Trigueros (29) musste oft auf die linke Seite ausweichen. Hier ist noch nicht vollumfänglich geklärt, wo die Reise hingehen soll. Ein spielstarker Akteur, der noch mehr für Entlastung und Beruhigung sorgt, wäre sicherlich vorteilhaft. 

Viel Talent in der Offensive

Im offensiven Bereich muss hingegen nicht unbedingt nachgelegt werden. Auf der Außenbahn stehen einige interessante Spieler zur Verfügung. Allen voran natürlich Samuel Chukwueze (22), der in der Vorsaison einige sehr gute Spiele absolvierte und bei vielen Topklubs auf der Liste steht. Sein Tempo ist beeindruckend, sein Zug zum Tor sehr ausgeprägt. Auf ihn sollte man auch in der kommenden Saison achten. Moi Gomez (27) ist ein technisch versierter Spieler, der gestalterische Elemente vom Flügel einbringen kann. Yeremi Pino (18) könnte sich zu einem der Shootingstars in La Liga entwickeln, auf ihn sollte man ganz besonders achten. 

Das Sturmzentrum war mit Gerard Moreno (29) und Paco Alcacer (27) mitsamt Backup Fer Niño (20) bereits sehr gut besetzt, die Verpflichtung von Dia bringt aber noch einmal Schwung in die Offensive. Der Senegalese hat eine gute Saison in Reims hinter sich, trug die Offensive dort häufig alleine. 16 Tore steuerte er in der Vorsaison bei und mit seinen klugen Bewegungen im Angriff und seiner Dynamik kann er dem Emery-Team enorm weiterhelfen. 

Player to Watch: Yeremi Pino

Schon 2020/21 machte der junge Yeremi Pino auf sich aufmerksam. Häufig sollte er als Joker noch einmal für Furore und Entlastung sorgen. Das Selbstvertrauen des jungen Offensivspielers ist enorm, sein Dribbling ist beeindruckend. Auf engstem Raum findet Yeremi Lösungen, bindet seine Mitspieler ein und kann mit seiner guten Technik auch unter Druck den Mitspieler finden. Noch ist sein Spiel etwas unausgereift, weil ihm noch etwas die Praxis auf höchstem Niveau fehlt, aber die neue Saison sollte ihn definitiv weiterbringen. 

Auffällig ist, dass Yeremi in vielen Situationen instinktiv handelt und intuitiv die richtigen Entscheidungen trifft. Geht er mit Tempo auf die generische Defensive zu, dann ist es schwer, ihn fair vom Ball zu trennen. Schnelle Haken, Abschlüsse und Flanken aus höchstem Tempo machen es zudem sehr schwer, diesen Spieler zu verteidigen. 

FC Villarreal Prognose

Es wird spannend zu sehen sein, wie sich der FC Villarreal in der neuen Saison in La Liga entwickelt. Gute Ansätze waren da, vor allem das Konterspiel funktionierte häufig sehr gut, aber im Mittelfeld fehlte mithin die Kontrolle. Emery hat einige Ansatzpunkte und eine Mannschaft zur Verfügung, die viel Qualität mitbringt. Zudem gab es einige kluge Ergänzungen im Kader. Mit Villarreal ist definitiv zu rechnen, ein Platz unter den besten sechs Teams sollte das Ziel sein.

 

CA Osasuna (Letzte Saison: 11. Platz)

Wenn ein Team wie Osasuna die Saison in La Liga m Ende auf dem elften Platz abschließt und zehn Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz hat, dann kann man durchaus zufrieden sein. Der Klub aus Pamplona spielte eine weitgehend sorgenfreie Saison ohne die ganz großen Highlights. Die Offensive war nicht extrem gut, dafür relativ effizient und zu viel ließ diese Mannschaft auch nicht zu. An der letzten Saison soll sich nun 2021/22 orientiert werden, wieder ist der Nichtabstieg das Ziel. Und wieder soll dieses Ziel möglichst früh und möglichst souverän erreicht werden. Trainer Jagoba Arrasate (43), seit 2018 im Amt, hofft, mit seiner Mannschaft den nächsten Schritt machen zu können. 

Der Transfersommer des CA Osasuna

Einige Spieler haben den Klub im Sommer verlassen, einige Leihgeschäfte endeten zudem. Marc Cardona (26) wechselte in die Niederlande, Facundo Roncaglia (34) bekam mit Ablauf seines Vertrages keine Verlängerung angeboten, Brandon Thomas (26) wechselte nach Malaga. Die ganz großen Namen gab es auf der Abgangsseite nicht, dafür verstärkte sich Osasuna klug. Jesus Areso (21, Bilbao), Kike Garcia (31, Eibar) und José Angel (31, Eibar) kamen allesamt ablösefrei. Mit Jonas Ramalho (28, Girona) sicherte sich der Klub noch einen soliden Verteidiger für weniger als eine Million Euro. Der Transfercoup für den CA Osasuna stellt aber Ante Budimir (29) dar. Der Mittelstürmer wechselte für rund acht Millionen Euro vom RCD Mallorca nach Pamplona und soll mithelfen, den Klub in La Liga zu halten.

Osasuna hat viel Erfahrung im Kader

Der erste Blick auf den Kader von Osasuna zeigt bereits, dass einige erfahrene Akteure im Aufgebot stehen. Das Durchschnittsalter liegt bei 28,3 Jahren, viele Stützen im Kader bringen die nötige Erfahrung mit. Das ist durchaus nicht unwichtig, wenn eine Mannschaft primär erst einmal gegen den Abstieg spielt. Auch in der neuen Saison dürfte der Klub wieder im 4-5-1 antreten. Das System ist unter Arrasate gefestigt und sorgte in der letzten Saison schon für die nötige Kompaktheit. In der Abwehr ist jede Position doppelt besetzt, was definitiv positiv zu bewerten ist. Mit David Garcia (27) und Aridane Hernandez (32) stehen zwei gute Innenverteidiger im Kader, die sich gut ergänzen. 

Die Außenverteidiger sind vergleichsweise unspektakulär und überwiegend defensiv orientiert. Sie halten den offensiver ausgerichteten Spielern auf der Außenbahn den Rücken frei. Im zentralen Mittelfeld hingegen wird es interessant. Oier (35) ist noch immer Kapitän und Anführer der Mannschaft, hat aber sehr gute Ergänzungen um sich herum. Zudem ist die Vielseitigkeit im Mittelfeld ein zentraler Faktor. Lucas Torro (27) ist deutlich defensiv ausgerichtet, während Jon Moncayola (23), einer der spannendsten Spieler im Kader, eher spielerische Akzente setzt. Darko Brasanac (29) überzeugt mit Dynamik und der erfahrene Roberto Torres (32) ist ein Spielmachertyp. Je nach Ausrichtung kann hier variiert werden. 

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Durch die Budimir-Verpflichtung ist der offensivste Teil der Mannschaft nun sehr ordentlich besetzt. Mit Chimy Avila (27) stand zuvor schon ein treffsicherer Stürmer im Aufgebot, Kike Garcia (31) und Enric Gallego (34) komplettieren das Sturmzentrum. Durch die neu hinzugewonnene Qualität ist es durchaus möglich, dass Arrasate sein Team zuweilen auch in einem System mit zwei Angreifern oder einer hängenden Spitze auflaufen lässt. Nachholbedarf wäre noch auf der Außenbahn. Ruben Garcia (28) ist dort ein sehr wichtiger und vor allem individuell sehr starker Spieler, insgesamt stehen aber nur drei klassische Außenbahnspieler im Aufgebot. Finanziell dürfte der Klub einigermaßen am Limit sein, allerdings ergibt sich möglicherweise die Chance eines Leihgeschäftes. 

Player to Watch: Javi Martinez

Der 21-Jährige Javi Martinez spielte bislang überwiegend für die zweite Mannschaft des CA Osasuna. Im Sommer zog der Klub den offensiven Mittelfeldspieler, der in La Liga und Copa del Rey insgesamt 19-mal eingesetzt wurde, dauerhaft zu den Profis. Martinez ist ein talentierter Spieler, der vor allem kreative Elemente in das Spiel einbringen kann. Spielt Osasuna im typischen 4-5-1, dann ist der 21-Jährige eine Option für die Spielmacherposition. Aber auch als hängende Spitze oder gar auf dem Flügel könnte er je nach Ausrichtung eine Option sein. Ihm ist durchaus zuzutrauen, in der neuen Saison über die Rolle des Jokers hinauszukommen und einige Spiele von Beginn an zu absolvieren. 

CA Osasuna Prognose

Die Mannschaft ist eingespielt, kennt die Vorgaben des Trainers und hat sich im Wesentlichen nicht viel verändert. Kluge Ergänzungen konnten hinzugewonnen werden, vor allem Budimir kann mit seiner Wucht ein wichtiger Faktor sein. Osasuna hat auf jeden Fall die Qualität, um erneut eine Position im Mittelfeld von La Liga anzustreben. 

 

Deportivo Alaves (Letzte Saison: 16. Platz)

Es war keine einfache Saison, die Deportivo Alaves hinter sich hat. 38 Punkte reichten dem Klub zwar am Ende zum Klassenerhalt, es gab aber einige Momente, in denen das Team zittern musste. Vor allem im Defensivbereich drückt der Schuh, Alaves stellte die drittschlechteste Abwehr der gesamten Liga. Ansatzpunkte existieren also an allen Ecken und Enden, die Mannschaft muss sich verbessern, um nicht wieder in große Nöte zu geraten. Schon der Saisonstart hat es für das Team von Trainer Javier Calleja (43) in sich, direkt zum Auftakt in La Liga kommt Real Madrid. 

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Der Transfersommer von Deportivo Alaves

Im Sommer gab es bei Deportivo Alaves durchaus eine gewisse Fluktuation im Kader. Manu Garcia (35), Rodrigo Ely (27), Rafa Navarro (27), Ramon Mierez (24) und Burgui (27) sind nur einige Beispiele von Spielern, die den Klub verlassen haben. Auf der Zugangsseite ist zunächst positiv hervorzuheben, dass Facundo Pellistri (19), Offensivtalent von Manchester United, auch in der kommenden Saison auf Leihbasis für den Klub spielen wird. Zudem sicherte man sich die Dienste von Mittelfeldspieler Mamadou Loum (24, FC Porto) ebenfalls per Leihe. Die Problemzone Defensive soll Florian Lejeune (30, Newcastle) anpacken, zudem wurden mit Manu Garcia (23, Gijon), Ivan Martin (22, Villarreal) und Toni Moya (23, Atletico B) drei Spieler für das Mittelfeld geholt. Taichi Hara (22, NK Istra) soll zudem im Offensivzentrum wirbeln. 

Viele Veränderungen, die Zeit in Anspruch nehmen 

Der neu zusammengestellte Kader muss sich erst noch finden. Auf den ersten Blick sind die Ergänzungen allerdings sinnvoll. In der Endphase der Vorsaison, also nach der Amtsübernahme von Trainer Calleja, gehörte vor allem das 4-3-3 zum Repertoire. Schon dort zeigte sich, dass die Defensive ein wenig stabilisiert werden konnte. Torhüter des Teams ist Fernando Pacheco (29), der ein sicherer Rückhalt ist. Mit dem angesprochenen Neuzugang Lejeune erhält Victor Laguardia (31) nun einen Partner in der Innenverteidigung, dem durchaus zuzutrauen ist, einen positiven Effekt auf die gesamte Defensive zu haben. Mit Martin Aguirregabiria (25) rechts und Ruben Duarte (25) links sind die Außenverteidigerpositionen auch zumindest solide besetzt. 

Relativ dünn besetzt ist die Mannschaft im Mittelfeldzentrum. Tomas Pina (33) ist ein Führungsspieler, Pere Pons (28) ein solider Sechster, der Rest ist per Leihe oder fester Verpflichtung neu hinzugekommen. Hier müssen die Abläufe erst einstudiert werden, es muss sich eine Hierarchie finden. Das Mittelfeld ist ein sehr wichtiger Mannschaftsteil, hier sollte Trainer Calleja schnell die richtige Mischung finden. Vor allem zu Saisonbeginn sollten Pina und Pons, die den Trainer und sich selbst gegenseitig kennen, einen Vorteil haben. 

Offensiv ist der Pellistri-Verbleib wie erwähnt sehr wichtig. Luis Rioja (27) und Edgar Mendez (31) sind die anderen beiden Optionen auf dem Flügel, auch hier wäre es durchaus möglich, noch einen Spieler hinzuzuholen. Mit Joselu (31), Lucas Perez (32) und John Guidetti (29) ist das Sturmzentrum indes sehr ordentlich besetzt und passt gut zum Spielstil. Vor allem Joselu und Guidetti sind Spielertypen, die lange Bälle sehr gut festmachen und weitervertreiben können. Der junge Japaner Hara könnte zudem noch für den ein oder anderen Überraschungsmoment sorgen, muss sich aber zunächst akklimatisieren. 

Player to Watch: Manu Garcia 

Manu Garcia spielt auf Leihbasis für Deportivo Alaves, kam von Sporting Gijon. Der 23-Jährige ist ein interessanter Spieler im Mittelfeld und kann mehrere Positionen bekleiden. Schon früh zog es ihn aus Spanien zu Manchester City, über Leihstationen wie NAC Breda oder den FC Toulouse zog es ihn 2019 nach Gijon. Der ganz große Durchbruch gelang ihm nicht, technisch ist der Spieler aber sehr versiert. Im 4-3-3 könnte Garcia eine Option als offensiverer Achter darstellen und vor allem spielerische Elemente einbringen. Er hat gute Chancen, neben den angesprochenen Pina und Pons, die eher destruktiver agieren, einen Stammplatz zu erhalten. Aber: Auch über den Flügel kann er wirbeln. 

Deportivo Alaves Prognose

Nach der schwachen Vorsaison in La Liga hat der Klub reagiert und einige neue Gesichter verpflichtet. Dennoch sind noch ein paar Fragen offen, die ein oder andere Position ist zu schwach besetzt und es dürfte noch nachgelegt werden. Kommen noch ein bis zwei ordentliche Ergänzungen und schafft es Trainer Calleja frühzeitig, eine gute Mischung zu finden und die Mannschaft zu stabilisieren, sollte der Klassenerhalt geschafft werden können. 

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Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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